25.06.17 - 34. Internationaler Trierer Stadtlauf

Trier schreibt ein weiteres Kapitel ins Erfolgsbuch

Kopfsteine kurz vorm Bersten auf der Zielgeraden

von Constanze & Walter Wagner

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Foto-Impressionen im LaufReport zum 34. Internationaler Trierer Stadtlauf HIER

Karsten Löer, IT-Spezialist aus Marl war"…vollkommen zufrieden." Es war seine erste Laufteilnahme und es wird nicht die letzte gewesen sein. Der Startplatz war ein Geschenk seiner Frau zu seinem 40. Geburtstag. Für die Weingenießer aus dem Ruhrgebiet wird das Wochenende im Weinhotel Weis in Mertesdorf unvergesslich bleiben. Zwar waren die Gedanken beim 2jährigen Kind, das daheim bei den Großeltern bestimmt verwöhnt wurde, doch werden die Tage im Ruwertal genauso in guter Erinnerung bleiben, wie der Trierer Stadtlauf, den der Debütant als 30. der M40 souverän in 51:11 netto meisterte. Trier ist während des Altstadtfestes für Sightseeing-Touren nicht wirklich der bestgeeignete Zeitpunkt, musste auch das Paar aus dem Ruhrgebiet feststellen. Von Veranstaltungsbühne zu Veranstaltungsbühne tingeln umso lieber die Musikfans. Doch ruhiger gelegene Gastronomie, etwa direkt an der Mosel am Zurlaubener Ufer, finden selbst ortsunkundige Besucher aber rasch.

Startklar für den 10km Lauf: die Rheinland-Liga-Fußballer des FSV Trier Tarforst Startklar sind auch die Führungsradfahrer v.l.: Wolfgang Meiborg (1. Mann HM), Michael Werner (1. Mann 10km), Arno Peters (1. Frau HM), und Thomas Werner (1. Frau 10km)
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Es gab in der Geschichte des Trierer Stadtlaufs auch Austragungen, die vom Altstadtfesttermin abgekoppelt waren. Vor- und Nachteile gibt es so und so. Neuerdings dürfte aber allein die Einbeziehung ins Sicherheitskonzept des Altstadtfests für das Miteinander, besser Nebeneinander, auch in der Zukunft sprechen. Sehr kooperativ empfand die OK-Spitze des Stadtlaufs die zunehmend wichtigere Zusammenarbeit mit der Polizei. Der veranstaltende Trierer Stadtlauf e.V. ist keine reine Vereinigung von im Verein sportaktiver Menschen, vielmehr sind es Freunde des Trierer Stadtlaufs, die in überschaubarer Anzahl die Organisation und Durchführung des Stadtlaufs mit weiteren 200 freiwilligen Helferinnen und Helfern stemmen.

Mireille Herbrand aus Luxemburg kam zusammen mit 10km Favorit Yonas Kinde angereist. Während Yonas Kinde Titelverteidiger ist, ist Mireille Herbrand das erste Mal beim Trierer Stadtlauf dabei. Sie wird das Ziel nach 49:11 als 5. der W40 errreichen Ebenfalls Titelverteidiger nur über Halbmarathon ist Eyob Solomun. Er entschied sich kurzfristig für einen erneuten Start beim Trierer Stadtlauf, war aber schon im Vorfeld aufgrund einer Verletzung sicher, seinen Streckenrekord aus dem Vorjahr nicht brechen zu können Stark vertreten ist natürlich der PST Trier, hier mit 10km Favoritin Nora Schmitz (li.) und Vereinskameradin Chiara Bermes

Andreas Rippinger und Nicolas Klein, die beiden Vereinsvorstände, hatten vor einigen Jahren keineswegs unvorbereitet die Nachfolge von Johannes Aubart als OK-Chefs angetreten. Bei einem so großen Laufevent kann man sich Organisationsmängel auch gar nicht leisten. Doch sind die beiden Führungskräfte noch immer äußerst hellhörig, wenn Schwachstellen bekannt werden, etwa durch das Fernbleiben bereits eingeteilter Helfer. Dies wird man auch in Zukunft nicht ausschließen können. Es organisatorisch zukünftig besser zu lösen, war ein Thema bereits am späten Sonntagnachmittag. Das gesamte erweiterte Organisationsteam ist mit Leib und Seele dabei und bügelt routiniert Engpässe so aus, dass Teilnehmende davon gar nicht erst betroffen werden.

Mit dem Zeitnehmerservice chiplauf.de ist Andreas Rippinger ein seit vielen Jahren erfahrener Zeitnehmer im Raum Trier, aber auch international im Einsatz, so etwa nennt er einen Lauf in Ruanda als bevorzugten Einsatz. Nicolas Klein betreibt in Luxemburg eine Werbemittelagentur. Beide sind zudem Familienväter. Eheleute und Familien werden zum Trierer Stadtlauf entsprechend eingespannt. Die jüngsten Familienmitglieder beim Bambini-Lauf schon einmal an die Materie herangeführt.

Zunächst verabschieden sich die alwitra 10 km Läuferinnen und Läufer von dem Trierer "Markenzeichen", der imposanten Porta Nigra, auf eine Stadtrunde

Der Start zum 10 km Lauf sei etwas eng gewesen, so empfand es Karsten Löer. Tatsächlich strotzten alle Strecken geradezu von großzügiger Fläche und würden es die Vermessungsvorschriften nicht gar so genau nehmen, könnte der Zehner hundert Meter vorrücken. So gibt es für alle Läufe ein gemeinsames Ziel im Angesicht der Porta Nigra und diese ist bekanntlich, als eine von sieben UNESCO-Welterbestätten im Stadtzentrum der Moselmetropole, ein unverrückbares Bollwerk in Deutschlands ältester Stadt, damit muss sich alles drum herum abfinden. Trier, als einzige römische Kaiserresidenz nördlich der Alpen, ist ein lohnendes Touristenziel. Neben einer Fülle historischer Baudenkmäler, die eine Stadtführung zum Muss eines jeden Besuchers machen, spricht das breite Spektrum kulinarischer Genüsse für einen längeren Aufenthalt in der Moselstadt. Wer es mit römischen Kaisern und Sakralbauten nicht so hat, den lockt Trier, Zentrum der Antike, im kommenden Jahr mit einer großen Landesausstellung zum 200. Geburtstag von Karl Marx. Der bedeutende Denker des 19. Jahrhunderts ist in Trier geboren.

Dietmar Bier, bekannter Ausdauersportler aus der Region und Stellv. Schatzmeister des Trierer Stadtlauf e.V., betreute beim 34. Internationalen Trier Stadtlauf Sponsoren und Ehrengäste. Artur Schmidt griff sich den stadtbekannten Triathleten gern und fragte ihn über seine Hawaii-Pläne aus Seine Kinder Annabelle und Vincent sind auch nicht untätig. Annabelle (hier beim Sortieren) verteilte u.a. im Ziel die Platzierungskarten für die Podiumskandidaten. Vincent lief beim 5,4 km langen Publikumslauf auf Platz 9 für den Silvesterlauf Trier e.V., dem zweiten großen Laufveranstalter in der ältesten Stadt Deutschlands

Das dann auch der Stadtlauf mit der 35. Austragung ein kleines Jubiläum feiert, sollte genug Anreiz sein mit der ganzen Familie ein paar Tage in der Moselregion zu verbringen. Das Ziel des Trierer Stadtlaufs sollte dann so gesteckt werden: über 4000 Anmeldungen, wie im Rekordjahr 2015, und besser auch über 4000 Ergebniseinträge. Bisherige Rekordwert hier sind 3982 Finisher. Zum 34. Trierer Stadtlauf meldeten sich über 3800 Läuferinnen und Läufer an, davon überquerten 3434 schließlich die Ziellinie. Mit dem viertbesten Ergebnis in der Geschichte des Laufs waren ‚Nico' Klein und Andreas Rippinger vollauf zufrieden. Vor allem auch, weil es keine Störfälle und keine nennenswerten medizinischen Vorfälle gab.

Zu den Vorteilen der Integration ins Altstadtfest zählt neben dem Sicherheitskonzept des Volksfestes, die Mühe des Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Denn das Stadtoberhaupt, Schirmherr des Altstadtfestes, sieht eine seiner herausragenden Aufgaben darin, Petrus zu beschwören. Ob der christliche Apostel ihn erhörte oder doch der römische Sonnengott Sol die Bitte vernahm, der germanische Thor oder griechische Zeus oder gar Quetzalcoatl, aztekischer Herrscher der Regenwinde, vom Flehen Kenntnis nahmen, dies sei dahingestellt. Jedenfalls scheint OB Leibe einen guten Draht nach oben zu haben und die Läufer wurden Nutznießer davon.

Nicolas Klein und Andreas Rippinger, die beiden Vereinsvorstände, tragen die Verantwortung mit einem Lächeln Stadtlauf OK-Chef früherer Tage Johann Aubart und Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Trier e.V., wartet mit Tatsunobu Isoda, Oberbürgermeister der Partnerstadt Nagaoka, und Gattin auf den nächsten der zahlreichen Programmpunkte, die die japanische Delegation aus der Partnerstadt während des fünftägigen Aufenthalts absolviert - Ehrung der Jugendlaufsieger beim Trierer Stadtlauf Noch ein Zaungast: Im Ziel stellte Moderator Artur Schmidt mit Istvan Kardos den früheren ungarischen Meister vor. Der 52-Jährige gewann einst den Nürburgringlauf und hat eine 10km pB von 29:20

Sollte allerdings der japanische Gott Raijin für die guten Laufbedingungen Verantwortung tragen, dann müsste man den Dank an Tatsunobu Isoda richten, der Oberbürgermeister der Partnerstadt Nagaoka verweilte mit einer großen japanischen Abordnung am Streckenrand, wohin Johann Aubart, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Trier e.V., seine Gäste nur zu gern bugsierte.

Es herrschte jedenfalls nicht mehr die Hitze vor, unter der Deutschland litt und die den Asphalt auf Autobahnen zum Platzen brachte. Und es schien die Sonne am Start, begleitet von etwas Wind. Im weiteren Verlauf bedeckte sich der Himmel, doch Regenschauer blieben gänzlich aus. Viele persönliche Bestzeiten belegen die nahezu idealen Bedingungen.

Heike Kohler vor ihrem 4. Halbmarathonstart mit dem "nettesten Führungsradfahrer, den sie kennt". Arno Peters ist seit ca. 20 Jahren Radbegleiter beim Trierer Stadtlauf, lief die ersten 5 Halbmarathons selber mit und hat eine Marathon pB von 3:07 h Mit Pistole und viel Engagement: Baudezernent Andreas Ludwig gibt nach kurzer Ansprache gern den Startschuss zum Hafen Trier Halbmarathon

Wirft man einen Blick auf die diversen Startplätze, könnte man vermuten, dass die Veranstaltung alles nur nicht für eine Teilnahme der ganzen Familie geeignet sei. Doch damit liegt man falsch, denn irgendwie ist doch alles ganz nah beieinander, nur der Halbmarathonstart in der Treviris-Passage ist nicht im Schatten der Porta Nigra, aber davon auch nicht allzu weit entfernt und im Gehschritt beizeiten erreichbar, macht man sich nach dem Zehnerstart bald auf den Weg dorthin. Freilich nutzen viele beim Halbmarathon Aktive diesen Ortswechsel zum Warmmachen, denn nur um 20 Minuten sind die beiden Starts versetzt.

Mit 1106 Anmeldungen behauptete der Lauf über 10 km sein Topranking in der Beliebtheitsskala. Mit einem Anteil von 363 Frauen freilich, gerät der erste Rang zumindest bei Läuferinnen ins Wanken, denn zum Firmenlauf über 5,4 km hatten sich 360 Frauen angemeldet. Bezieht man darin den gemeinsam ausgetragenen Publikumslauf ein, mit weiteren 229 Frauen, dann kennt man die Vorlieben des vermeintlich schwachen Geschlechts.

Dirk Nauheimer von Pure Endurance Trier e.V. wird als 12. HM-Läufer im Ziel von Ehefrau Angeliqua Nauheimer empfangen. Angeliqua, zuständig für Marketing, Sponsoring & Kommunikation beim ING Night Marathon Luxembourg, der Ende Mai stattgefunden hat (siehe LaufReport), lief anschließend beim Firmenlauf mit SWT-Firmenlauf und Sparkasse Trier Publikumslauf starten gemeinsam mit über 1100 Teilnehmern auf eine 5,4km lange Runde

Wie auch immer, es gibt kaum eine Ausrede um am Trierer Stadtlauf nicht teilzunehmen. Für praktisch jeden ist etwas im Angebot. Die Läufe über Halbmarathon und 10 km, für ambitionierte Semiprofis auf Preisgeldjagd bis hin zu Hobbysportlern, die sich erstmals an solche Distanzen wagen. 5,4 km stellen für viele eine große Herausforderung dar, die bei den Langstrecken ausgeschlossen wären, sich beim SWT Firmenlauf bzw. Sparkasse Trier Publikumslauf in bester Gesellschaft befinden. Für den Nachwuchs heißt es beim Volksfreund Jugendlauf 1,6 km zu bewältigen, egal ob Junge oder Mädchen, aber im jeweiligen Lauf. Den Abschluss machen die Bambini über 400 Meter.

alwitra 10 km Lauf

Als ersten Tagessieger konnte Moderator Artur Schmidt Yonas Kinde ankündigen. Der für Celtic Diekirch laufende Athlet hatte bereits im Vorjahr den Streckenrekord über diese Distanz verbessert und findet sich auch mehrmals in der Siegerchronik des Halbmarathons. Schon früh machte er klar, dass sein Siegeswille nicht gesättigt ist, obwohl er bereits am Vorabend in Mensdorf einen 10 km Lauf in Luxemburg gewonnen hatte. Allerdings war der Streckenrekord nicht in Reichweite. Mit 31:28 min gewann der äthiopienstämmige M35-Läufer aber ungefährdet. Es verwunderte ihn etwas, dass er Startgeld zahlen musste, aber Ausnahmen werden beim Trierer Stadtlauf keine gemacht. Sein Preisgeld von 200 Euro reicht aber für weitere Starts.

Die Halbmarathonläufer passieren nach einem Kilometer das erste Mal die Porta Nigra bevor es auf die Doppelschleife geht Der 10km Sieger lässt nicht lange auf sich warten - Yonas Kinde gewinnt nach 2016 erneut

Samuel Fitwi Sibhatu, 16 Jahre jünger als Kinde und eritreischer Abstammung, folgte für die LG Vulkaneifel in 32:12 min als Zweiter. Er hatte zunächst für das Tempo gesorgt, blieb noch bis Kilometer acht dran, dann musste er abreißen lassen. Die Schmerzen im Fuß wurden zu groß, war zu vernehmen. Verletzungen waren ein häufig aufgegriffenes Thema vor dem Start. Dritter wurde Ivan Musiyako aus der Ukraine. Mit 32:25 min siegte er in der Altersklasse M30.

Samuel Fitwi Sibhatu aus Eritrea läuft für die LG Vulkaneifel auf Platz 2 über 10km Ivan Musiyako aus der Ukraine wird 3. Lokalmatador Alexander Bock vom PST Trier läuft auf Rang 4 Christophe Kass aus Luxemburg wird 5.

Den Platz des besten Deutschen, beim wahrlich internationalen Stadtlauf, holte sich Alexander Bock vom PST Trier in 33:08 min auf Gesamtrang vier, "es lief zum Schluss super", vor dem Luxemburger Christophe Kass (33:25) und Sergii Krovlaidis (33:48) aus der Ukraine. Philippe Weingarth, LLG Wustweiler, mit 33:57 min und Martin Müller in 34:10 min komplettierten dahinter das deutsche Podium. Ein Dutzend Läufer blieben unter der 35-Minuten-Hürde. Als Dreizehnter hatte Marc Raßkopf vom City-Lauf Team mit 36:05 min eine Lücke aufgehen lassen müssen. Ihm folgte mit einer Sekunde Rückstand Abraham Wirtz ins Ziel, der PST Trier Läufer konnte sich über den Sieg in der U18 freuen.

Mit Nora Schmitz feiert Trier einen Heimsieg über 10km Linda Betzler von der LG Rhein-Wied wird 4. Moderator Artur Schmidt mit dem 10km-Frauenpodium v.l. Jessica Schaaf aus Luxemburg (3.), Nora Schmitz vom PST Trier (1.) und Martina Schumacher vom LC Rehlingen (2.)

Mit Nora Schmitz kam die 25jährige PST Trier Läuferin nun zum Sieg in 37:28 min., die im Vorjahr noch mit Rang zwei zufrieden sein musste. Auch sie war verletzt, Sehnenansatz, und konnte erst seit einer Woche wieder richtig trainieren. Gewinnen war ihr wichtig, die Zeit spielte keine Rolle. Seit 2011 läuft sie, trainiert sechsmal in der Woche. Im Ziel stellte sie fest: "Verletzung war okay, aber es war anstrengend." Ungewohnt für sie ist Arbeiten und Laufen zusammen. Zurzeit ist sie im elterlichen Betrieb, Maler- und Lackiererei, gefordert. Im November soll das Referendariat der angehenden Lehrerin für Deutsch und Erdkunde beginnen. Gern würde sie noch in diesem Jahr ihren ersten Marathon laufen, aber da hat ihr Trainer das letzte Wort. Sollte er zustimmen, wäre der RheinEnergie Marathon in Köln ihr Favorit.

Der Hauptmarkt von Trier ist der zentrale und einer der größten Plätze der Stadt. Er liegt im historischen Stadtkern. Die Stadtläufer überqueren diesen und passieren auch hier die Aufbauten des Altstadtfestes Heidi Schneider vom LT FSV Ralingen ist bei ihrer 30. Teilnahme über 10km in der W60 mal wieder nicht zu schlagen

Stärkste Widersacherin von Nora Schmitz war Martina Schumacher vom LC Rehlingen, die mit 37:37 min die AK W40 gewann. Dritte wurde Jessica Schaaf (W30) aus Luxemburg in 38:29 min vor Linda Betzler von der LG Rhein-Wied (38:53). Chiara Bermes vom PST Trier schaffte dahinter als Dritte der W20 in 39:17 min noch klar eine Zeit unter 40 Minuten.

An der Weiche: 10 km Läufer geradeaus mit Zielblick Porta Nigra, Halbmarathonläufer rechts in die zweite Runde

Hafen Trier Halbmarathon

Über Halbmarathon, im Wesentlichen über zwei Runden des Zehners durchgeführt, war spätestens nach halber Distanz klar, dass es für Eyob Solomun, Eritreer aus Siegen, eventuell nicht reichen könnte. An seinen Streckenrekord aus dem Vorjahr würde er nicht heranlaufen können, rechnete er selbst aufgrund einer langen Verletzungspause. Doch schlimmer noch, nahmen die Schmerzen während des Rennens wieder immer mehr zu. Noch am Dom führte Solomun, doch Demeke Wosene aus Äthiopien war dran und im weiteren Verlauf nicht zu halten. Der M45er lief in 1:08:59 h den Sieg für die LG Rüsselsheim nach Hause.

Während die 10 km Läufer gen Ziel eilen, biegt der im Halbmarathon führende Eyob Solomun an der Weiche in die zweite Runde ab ... ihm dicht auf den Fersen Demeke Wosene

Im Training war Eyob Solomun bis auf einmal immer nur langsam gelaufen. Der 23jährige macht gerade eine Berufsausbildung zum LKW-Fahrer und wollte auch nichts bei einem doch schneller gelaufenen 10-km-Lauf riskieren. Doch aus der Verteidigung des Vorjahressieges wurde nichts. Eyob Solomun, Jahrgang 1993, folgte mit 1:09:47 h auf dem zweiten Rang.

Gelebte Integration - Lebenshilfe Trier wurde nicht müde die Auszeichungen in Form einer Medaille an alle Wettkämpfer zu verteilen Beim Halbmarathon bekam die erste Medaille Demeke Wosene

Dritter wurde in 1:12:57 h Semere Fsehatsion, wie Solomun kommt er aus Eritrea. Er läuft seit zwei Jahren für die LG Rhein-Wied und war im letzten Jahr in Trier Vierter geworden. Seine persönliche Bestzeit gab sein Coach Stefan Enders mit 1:10 h an, über Marathon sei er 2013 in Budapest mit 2:14 h bisher am schnellsten gewesen. Vor zweieinhalb ist der 34jährige nach Deutschland gekommen. Er sei etwas von den 10 km Läufern aufgehalten worden, meinte Enders, der die Starts in Trier damit begründet: "Es ist von uns aus ums Eck und nicht so teuer."

HM Vorjahressieger Eyob Solomun wird 2. Semere Fsehatsion, für die LG Rhein-Wied am Start, läuft auf Rang 3 Der Ukrainer Volodymyr Timashov wird 4. Auf Rang 5 folgt der Deutsche Patrick Heim

Hinter dem viertplatzierten Ukrainer Volodymyr Timashov, M35-Sieger in 1:14:42 h, folgte auf Rang 5 Patrick Heim (SIRONA sports-Club Morbach), bester Deutscher und 2. M45 in 1:15:09 h. Mit Oleksandr Labziuk kam auf Rand 6 in 1:15:53 ein weiterer Ukrainer (2.M35) ins Ziel. Mit deutlichem Abstand folgte Oliver Ewen vom PTS Trier in 1:18:04 als zweitbester Deutscher auf Rang 7 vor Torsten Jacob (LAZ Saar05 Saarbrücken) in 1:18:39, dem Luxemburger Paulo Ramos (1:20:29) und dem 10. Simon Grounds aus Großbritannien in 1:21:08. Elfter Gesamtrang ging an Andreas Bock (Pfarrkapelle Schwarzenbach), der in 1:21:29 M50-Sieger wurde.

Den Trierer Dom im Rücken läuft Andreas Bock für die Pfarrkapelle Schwarzenbach zum Sieg in der M50 über Halbmarathon Vorbei am Mergener Hof, dem Jugendzentrum Und immer wieder Streckenblicke auf das alte römische Stadttor Porta Nigra

Heike Kohler ist der Trierer Stadtlauf sehr gut bekannt. Bereits 2013 konnte sie auf dem Trierer Pflaster gewinnen, 2014 und 2015 wurde sie Dritte. Im letzten Jahr wurde sie wie Nora Schmitz Zweite. Nun gewann die W40-Läuferin von Grojos LTF Elversberg ohne Gegenwehr in 1:23:45 h. Gut aufgelegt war sie bereits am Start, hatte man der 1. Frau doch Arno Peters zugeteilt. "Der beste und netteste Führungsradfahrer", wusste Heike Kohler vom 3:07 Marathoni zu berichten. Dabei war sie unsicher, wusste nicht genau, ob es läuft. Im Frühjahr wollte sie in St. Wendel Marathon laufen, konnte dann wegen Magenproblemen gar nicht erst starten. Ihre Bestzeiten: Marathon 2:53 h und Halbmarathon 1:19:19 h. Beim Volksbank Münster Marathon ist sie eingeladen und wird dort im September erstmals teilnehmen.

Heike Kohler gewinnt den Halbmarathon bei den Frauen Marina Wierz vom LT Schweich läuft, geführt von ihrem Trainer Dirk Engel, auf Platz 2 Marion Azouagh aus Frankreich wird 3.

Marina Wierz vom LT Schweich wurde in 1:28:32 h Zweite. Ihre Bestzeit über Halbmarathon von 1:26:52 war sie im April in St. Wendel gelaufen. Sie plant ihren ersten Marathon im Herbst und bevorzugt dafür Berlin. In Trier lief sie mit ihrem Trainer Dirk Engel, während ihr Freund Markus Wolff auf eigene Faust in 1:22:59 Dreizehnter wurde. Ende der ersten Runde passierte die Hauptklassenläuferin Marina Wierz Marion Azouagh aus Frankreich. Die blieb dran und lief bei ihrer Erstteilnahme in Trier in 1:28:46 h persönliche Bestzeit. Dies bedeutete zudem den Sieg in der Altersklasse W35. Wie die Drittplatzierte läuft Roselyne Naudot für A.J. Moneteau. Nach 1:30:59 war die W50-Siegerin auf Rang 4 über die Zielmatte gelaufen. Fünfte wurde die Kanadierin Alix Thomson (2.W20) in 1:31:26 h. Diese kam nicht extra über den großen Teich um eine Freundin in Trier zu besuchen, sondern wohnt im niederländischen Maastricht. Weniger international wird der Trierer Stadtlauf dadurch aber nicht.

Grund zum Jubeln: Heike Kohler (Grojos LTF Elversberg) läuft bei ihrer 4. Teilnahme zum 2. Sieg Da muss auch Artur Schmidt lachen, der Halbmarathonsieger und äthiopische Flüchtling Demeke Wosene, der für die LG Rüsselsheim startet, redet schon recht gut Deutsch, nur bei der Hilfestellung im Zielinterview gab es ein wenig Irritation. Schmidt: "Sag, mir hat es gefallen" - Wosene: "Sag, mir hat es gefallen" Trierer Stadtlauf, wahrlich international. Die Plätze 3 bis 5 über Halbmarathon gingen an die Französinnen Marion Azouagh (re.) und W50-Siegerin Roselyne Naudot (mitte) und die Kanadierin Alix Thomson (li.)

Volksfreund Jugendlauf der 7 bis 14 Jährigen über 1,6 km

Der Startschuss fiel in der Christophstraße, zuerst waren die Jungs dran. Schnellster Jugendläufer war Constantin Fuchs vom Wittlicher TV in 5:14 min vor Lennart Mohr (1.U14) vom TV Cochem in 5:52 min und Tobias Raimann (TuS Fortuna Saarburg) in 6:02 min. Eine Sekunde dahinter folgten Lucas Raueiser vom TV Cochem und Jean-Paul Cosse vom PSV Wengerohr, beide U14 wie Lennart Mohr.

Start zum 1,6km langen Volksfreund Jugendlauf, der dieses Jahr aufgrund der hohen Teilnehmerresonanz nach Gschlechtern getrennt gestartet wurde. Zuerst waren die Jungs dran Constantin Fuchs gewinnt bei den Jungen Jugendlauf-Siegerin wird Rebecca Bierbrauer

Bei den jungen Damen war Rebecca Bierbrauer (Tri Post Trier) in 5:53 min die Schnellste. Die zwei Jahre ältere Britin Ines Fouris-Lerma von der City of London Scool for Girls (6:14 min - 1.U16) wurde Zweite. Marina Terres von TuS Mosella Schweich, wie die Siegerin noch U14, lief mit 6:19 min auf dem dritten Rang ein. Leonie Zoe Schütz vom TUS Fortuna Saarburg wurde als Vierte U12-Siegerin in 6:28 min, zwei Sekunden dahinter finishte Mathilde Staebel für den Postsportverein Trier (2.U16).

SWT Firmenlauf und Sparkasse Trier Publikumslauf

Waren die beiden Jugendläufe um 5 Minuten zeitversetzt gestartet worden, gingen die beiden 5,4 km Wertungen gemeinsam los. Wobei es beim Firmenlauf vorrangig um das Team-Ergebnis geht. Schnellster beider Kategorien war der Publikumsläufer Lucas Meyer von der TG Konz in 19:27 min. Ortiz Dani hatte als Firmenläufer mit 19:32 min die zweitschnellste Zeit abgeliefert noch vor dem Ungarn Ferfi Szabo Bence (19:47). Unter 20 Minuten blieb der zweite Firmenläufer Thomas Ulbrich aus Trier in 19:57 min.

Beste Firma war Parts Europe, deren drei Schnellste mit 1:04:39 h klar vor JT International Germany GmbH (1:06:19) und VDE YoungNet (1:07:42) blieben.

Schnellste Frau auf der 5,4km langen Strecke ist Katharina Carl vom TuS Fortuna Saarburg Bei den Männern ist Lucas Meyer von der TG Konz der Schnellste Publikumsläufer. Noch auf der Halbmarathonstrecke, aber schon gleich nach gut zweieinhalb Stunden im Ziel, befinden sich Thomas König und Silke Knop dahinter Die drei schnellsten auf der 5,4km langen Strecke kommen aus 3 verschiedenen Ländern und starteten sowohl als Publikumsläufer als auch als Firmenläufer. Der Sieger Lucas Meyer (mitte) kommt aus Deutschland, Ferfi Szabo Bence (links) kommt aus Ungarn und wurde 2. Publikumsläufer, Dani Ortiz aus Spanien wurde 2. auf der 5,4km Strecke und gewann mit seiner Firma "Parts Europe" den Firmenlauf

Die sportlichsten Damen waren Katharina Carl vom TuS Fortuna Saarburg in 23:22 vor Vereinskameradin Christine Bosch (23:30) und Mona Reuter (PST Trier) in 23:55 noch vor Zwillingsschwester Kristina Carl (24:22) im Publikumslauf. Beim Firmenlauf gewann Claudia Flesch von Der TV Bewegt in 23:39 min, mit der besten Nettozeit aller Frauen von 22:47 min, vor Anke Friedrich (24:47) und Carina Weber (25:27) beide JT International Gemany.

Fazit und Wochenspiegel Bambinilauf

Jede Menge Programm, straff durchgezogen, hielt die Zuschauer an der Strecke bis zum heimlichen Höhepunkt, dem Wochenspiegel Bambinilauf für die 2-6 Jahre alten Nachwuchskräfte, die 400 Meter mit einem Lächeln abspulten oder auch mal mit einer Träne im Auge. Das Getöse ist doch ungewohnt und der aus den Lautsprechern klingende Song um Biene Maja wirkt nicht immer besänftigend genug.

Achtung, Achtung - während Publikums- oder Firmenläufer noch auf der Strecke sind, werden die Bambini losgelassen. Großes Spektakel ist beim abschließenden Höhepunkt des Trierer Stadtlaufs garantiert

Der sich mischende Zieleinlauf mit den Kleinsten, eine Besonderheit des Trierer Stadtlaufs, wird von den Großen überwiegend freudig akzeptiert. Sich bildende gemischte Zieleinläufe, das gehört zum Stadtlauf und lässt manchmal den Überblick schwinden. Für die Zuschauerspaliere beidseits der Simeonstraße vom Hauptmarkt bis zur Ziellinie im Schatten der Porta Nigra behielt Artur Schmidt die Übersicht, informierte die Zuschauer und stellte kurzweilig prominente Gesichter vor, die sich rein zufällig oder gerade deshalb in die Nähe seines Wirkungskreises begeben.

Nun heißt es trainieren um auch beim 35. Trierer Stadtlauf auf dem Podest vor der Porta Nigra zu stehen oder aber das um 180 n. Chr. erbaute Stadttor im flotten Laufschritt zu erreichen
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Der 35. Trierer Stadtlauf findet am 24. Juni 2018 mit dem Altstadtfest Trier statt. Für Freunde ruhiger Stadtrundgänge mit etwas Mut, Ausdauer und Geschicklichkeit bietet sich der 20. August 2017 an, dann heißt es beim Roman Run über Hindernisse quer durch Trier, nicht nur für Hardcore-Extremisten. Der Erlebnisfaktor kann zudem den ganzen Sonntagmorgen bei einem Rundgang durch die historische Altstadt gesteigert werden. Aber mit Touristenströmen muss gerechnet werden, die gehören zur Wohlfühlstadt und sind international wie der Stadtlauf.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.triererstadtlauf.de
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

Trierer Stadtlauf 2017 mit der Unterstützung von

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.