21.6.17 - Münster 17. Leonardo-Campus-Run

Universitätslauf bei Rekordtemperaturen

Julia Kümpers und David Schönherr erfolgreich

Abstinenz einiger Schulen sorgt für Teilnehmerrückgang

von Michael Schardt

Selten wohl war das Zeitfenster für die Ausrichtung des studentischen Laufcups nordrhein-westfälischer Universitäten so eng wie in diesem Sommersemester. Denn es konnte nicht verhindert werden, dass die Campusläufe von Münster und Köln an ein und demselben Tag stattfanden. So teilten sich die Starter aus den beteiligten Universitätsstädten fein säuberlich auf beide Rennen auf, wobei die favorisierten Läufer der RTWH Aachen durchweg in Köln liefen, während es die Läufer der Uni Bonn nach Münster zog, trotz der geringeren Entfernung nach Köln. Drei Wochen vor den parallel ausgetragenen Uniläufen von Köln und Münster hatte es in Dortmund das Auftaktrennen des Unicups gegeben. Ihren Abschluss findet die vierteilige Serie schließlich in Kürze in Aachen.

Einmal im Jahr durchkreuzen Läuferschlangen das Gelände des Leonardo-Campus'. Bevor sich die Universität hier ansiedelte, war auf dem Areal eine Kaserne
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Die Mischung macht's

Der Universitätscup ist an allen vier Standorten für die Hauptdistanz über zehn Kilometer ausgeschrieben. Alle Veranstaltungen haben darüber hinaus weitere Distanzen im Programm und bieten damit für Hobby- und Freizeitläufer ebenso den geeigneten Lauf an wie für die Jugendklassen. In Münster sind es sieben Läufe, die fast im Stundentakt angeschossen werden. Es beginnt mit einem Bambinilauf über 555 Meter, gefolgt von zwei Läufen über eine Campusrunde (2,5km), drei unterschiedlichen Läufen über fünf Kilometer (zwei Runden) und schließlich dem Hauptlauf über zehn Kilometer (vier Runden). Die Starts erfolgen zwischen 15 und 20 Uhr an einem Mittwochnachmittag und geben auch der arbeitenden Bevölkerung die Möglichkeit mitzumachen. Insbesondere Firmen und Institutionen nutzen gerne die Läufe über fünf Kilometer zur Teilnahme, so dass die Veranstaltung eine Mischung aus Unilauf, Volkslauf und Schülerlauf wird.

Alle Universitätsläufe warten regelmäßig mit mehreren tausend Teilnehmern auf. Die Campusläufe gehören zu den beliebtesten Läufen ihrer Stadt, in Münster war er 2016 sogar der größte überhaupt. Da hatte man mit 4500 Meldungen beziehungsweise über 4000 Finishern zum wiederholten Mal einen Rekordwert aufgestellt, von dem man ahnen konnte, dass er so schnell nicht wieder zu erreichen sein würde. Eine Rekordveranstaltung war die von 2016 auch aus einem anderen Grund, denn Kira von Ehren hatte eine neue Streckenbestzeit über zehn Kilometer aufgestellt und Mariam Ibrahim über 2,5km.

Mit dem Bambinilauf über 555 Meter wird ein langer Laufnachmittag eröffnet Zwei Schülerrennen über 2,5 km sind im Angebot. Hier die Anfangsphase des "Sparkassen-Challenge-Runs"

2017 gab es keine neuen Bestwerte und auch eine deutlich geringere Beteiligung als im Vorjahr. Rund 2650 Finisher sind auf den unterschiedlichen Ergebnislisten rubriziert, dazu rund 200 Bambini, die nicht aufgelistet sind. Damit liegen die Gesamtzahl bei etwa 2900 und der Rückgang bei knapp fünfundzwanzig Prozent. Grund dafür war weniger die enorme Hitze, denn die hatte es 2016 auch schon gegeben, sondern eine deutlich geringere Beteiligung einiger Schulen. Besonders war das bei den zwei 2,5-km-Läufen zu beobachten, wo es zusammengenommen nur noch vierhundert Zieleinläufe gab, während es im Vorjahr deutlich über 1000 waren. Man hatte seinerzeit eigens den Lauf in zwei Rennen aufgeteilt, was in diesem Jahr hätte wieder aufgehoben werden können.

Dass auf dem Campusgelände deutlich weniger Menschen waren als 2016, war auch ohne Kenntnis der Zahlen spürbar. So äußerte sich der Münsteraner Läufer Torben Unterfeld, der auch im letzten Jahr am Start war, etwas überrascht. Es sei im Vergleich ziemlich leer, sagte er, gar nicht so viel los als damals. Andererseits hatte das auch seinen Vorteil, denn an den Versorgungsständen und im Ziel ging es deutlich entspannter zu, konnten die Helfer die Läufer rascher mit Getränken versorgen.

Von kurz nach lang

Der erste Lauf ist der kürzeste, der letzte der längste, so das Konzept. Der Auftakt ist den Kindergarten- und Grundschulkindern im Bambinirennen vorbehalten, die ohne Zeitmessung laufen. Danach kommt es in den beiden Kurzstreckenrennen über 2,5 km zu ersten, ernsten läuferischen Auseinandersetzungen.

Im Lauf eins bildete ein Trio die Spitze, das in folgender Reihenfolge das Ziel erreichte: Florian Dicke von der Ehrich-Klausener-Realschule (9:58min) vor Aaron Lorenz (10:01min) und Peer Salow (10:08min), beide von der Dreifaltigkeitsschule. Bei den Mädchen ließ Joyce Schuettelhoefer von Preußen Münster ihrem zweiten Rang im letzten Jahr nun einen Sieg in 10:57min folgen. Nele Florian (Primus Schule, 11:51min) und Nina Bergerfurth (Kreuzschule, 12:17min) komplettierten das Treppchen. Alle Platzierten gehören der Klasse U14 oder jünger an.

Start des "S-E-T-Students-Run" über 2,5km. Die beiden Jugendrennen mussten gegenüber dem Vorjahr einen Teilnehmerrückgang von rund 50 Prozent hinnehmen Elias Kourouma war schnellster Junge über 2,5km Mariam Ibrahim konnte ihren Vorjahressieg wiederholen, verpasste aber knapp ihren eigenen Streckenrekord

Während im ersten Lauf nur Schüler der Altersklasse U18 mitmachen dürfen, ist der zweite Lauf (S-E-T-Students-Run) auch für Erwachsene offen. Jedoch Gebrauch machen Altersklassenläufer davon kaum, schon gar nicht wären sie vorne zu finden. Mit der drittbesten je erreichten Zeit siegte hier Elias Kourouma (U16) vom Hittorf Gymnasium in 8:39min. Auch der zweite, Niklas Boonk (U18) kommt vom genannten Gymnasium. Er finishte in 9:19min vor Yannik Fleck (U18) vom Droste-Hülshoff-Gymnasium in 9:37min. Die Siegerin von 2016 ist auch die Siegerin von 2017: Mariam Ibrahim (U16) von der LG Brillux Münster. Sie verfehlte ihren eignen Streckenrekord (9:33min) um nur zehn Sekunden und gewann in 9:43min. Zweite wurde Jil-Marie Flieger (LSF Münster, U14) in 9:52min vor Charlotte Müldner vom Hittorf-Gymnasium in 10:21min.

Start des "TK-Runs" über 5km, der erste von drei Läufen über diese Distanz Die 2,5km-Runde ist offiziell vermessen und bietet ganz unterschiedliche Laufuntergründe. Hier sind es Pflastersteine

5km: Yannik Rinne und Hannah Coenen

Um 17, 18 und 19 Uhr werden drei unterschiedliche Läufe über vermessene fünf Kilometer gestartet. Der erste ist der Lauf der Techniker Krankenkasse. Als dieser Lauf mit deutlich über 500 Teilnehmern angeschossen wurde, zeigte das Thermometer knapp über dreißig Grad an bei Windstille. Da die Strecke kaum Schatten bietet, waren die Bedingungen nicht gerade einfach. Deshalb hatten die Veranstalter zusätzliche Wasserstellen eingerichtet und erstmals auch Wasserduschen aufgestellt, wo sich die Läufer liebend gerne berieseln ließen.

Die Runde, die die 5-km-Läufer zweimal und die Hauptläufer viermal zu absolvieren haben, verläuft komplett auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne, das nach Abzug der Truppen seit Jahren die Universität Münster nutzt. Es handelt sich um eine abwechslungsreiche, eckige Strecke, die entlang der früheren Militärbauten führt sowie über Teile des universitären Sportgeländes und die staubtrockene Aschenbahn. Die Strecke ist flach, aber nicht wirklich schnell und geprägt durch ganz unterschiedliche Untergründe: Rasen, Asche, Kopfsteinpflaster, Schotter.

Auch über Rasen wird gelaufen ... ... und Kopfsteinpflaster

Als Favorit im Männerrennen musste Yannik Rinne (M20) von den Laufsportfreunden Münster gelten. Doch ganz so einfach sollte es für ihn nicht werden, denn zu seiner Überraschung bot ihm Daniel Pugge (M30, Power of Bacon) zumindest in der ersten Runde noch klar Paroli. Erst in der zweiten Runde konnte sich Rinne absetzen und in 16:22min doch noch deutlich gewinnen. Pugge wurde in 16:52min zweiter vor Mike Claaßen (M30) von den Pace Pack Runners in 17:09min. Rinne auf seinen Sieg angesprochen, zollte seinem Widersacher Respekt. Irgendwie sei es gut gewesen, dass er von ihm noch gepuscht worden sei. So sei er auch mit der Zeit unter diesen Umständen zufrieden.

Ein zweiter Start sei, obwohl er sich auch für den Zehner angemeldet habe, keine Option. Das wäre nur geschehen, sofern er den Start über 5 km verpasst hätte. Denn Rinne studiert, obwohl in Münster wohnhaft, in Duisburg und konnte nicht abschätzen, ob er rechtzeitig zurück sein würde. Der Fünfer habe so im Trainingsplan gestanden, als nächstes stehe der Citylauf in Münster (10km) und ein Lauf in den Alpen auf dem Programm. Und dann im Herbst wohl ein Marathon. Rinnes Zeit sollte die schnellste aus allen drei Läufen bleiben.

Sieger des "TK-Laufs" wird Yannik Rinne (vorne) vor Daniel Pugge (hinten links) Hannah Coenen gewinnt den "TK-Lauf" mit großem Vorsprung bei den Frauen Der Portugiese Antonio Henrique gewinnt die M55. Der Mann, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt, ist enttäuscht über die neue DLV-Regel, dass Ausländer nicht mehr bei der DM mitmachen dürfen. Deshalb trat er kürzlich aus seinem Münsteraner Heimatverein aus und läuft nun für seinen alten portugiesischen Club

Berechtigte Kritik an DLV-Regel

In diesem Rennen lief auch Antonio Henrique mit, der in guten 19:33min zwanzigster wurde und die Altersklasse M55 gewann. Normalerweise startet der zierliche Läufer für die Laufsportfreunde Münster, doch hat er sich im Februar dieses Jahres dort abgemeldet. Grund dafür ist eine neue Regelung des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV), nachdem ausländische Läufer, die einem deutschen Verein angehören, nicht mehr bei deutschen Meisterschaften starten dürfen. Das betrifft auch Henrique, der schon seit dreißig Jahren in Deutschland lebt, fließend deutsch spricht, aber portugiesischer Staatsbürger ist. Er sei enttäuscht darüber, sagt er, und versteht nicht, warum diese Regelung auch Altersklassenläufer betrifft. Für die Hauptklasse, so Henrique, findet er die Regelung plausibel, weil deutsche Läufer auch deutsche Meister werden sollen, wie es in Hamburg beim Zehner im letzten Jahr nicht der Fall war. Aber das diese Regelung auch auf AK-Läufer angewendet wird, auf jemand wie ihn, der im nächsten Jahr in die M60 überwechselt und mit der Mannschaft auch noch kleine Chancen aufs Treppchen habe, kann er keinen Sinn sehen. Deshalb startet er seit einigen Monaten und für die Zeit, solange die Regelung aufrecht bleibt, für seinen alten portugiesischen Club "Gaf-Fatima".

Bei den Frauen konnte sich Hannah Coenen (W20) vom Hochschulsportteam Triathlon der Uni Münster einen Start-Ziel-Sieg in 21:02min einfahren, wobei sie - wie fast alle - in der zweiten Runde deutlich langsamer wurde. Auf den zweiten Platz kam die sechzehnjährige Luisa Johanna Faber, die das Hittorf-Gymnasium besucht. Sie benötigte 21:35 und verwies damit Svenja Betz (W20, ohne Verein) in 21:43min knapp auf den Bronzerang.

Start "After-Work-Run I", das mit fast 800 Finishern bestbesetzte Rennen
Die Sonne saß den Läufern im Nacken. Die Quecksilbersäule stieg auf dreißig Grad, da war es gut, dass die Veranstalter einige Wasserduschen aufgestellt hatten

Sieg nach Babypause: Johanna Rellensmann

Der Sparkassenlauf über fünf Kilometer (After-Work 1) war das einzige Rennen, das vor dem Termin bereits ausgebucht war. Hier gingen rund 800 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke, unter ihnen auch Johanna Rellensmann von LSF Münster, die für die Uni Münster startete. Nach ihrer Babypause war es erst das zweite Rennen für die junge Mutter, die über Bestzeiten von unter 36 Minuten (10km) und unter 17 Minuten (5km) verfügt. Nach einer Runde in 9:52min sah es so aus, als sei schon wieder eine Zeit von unter zwanzig Minuten möglich. Aber das klappte nicht ganz, denn auch sie konnte wegen der Hitze (oder der fehlenden Konkurrenz) in der zweiten Runde (10:14min) das Tempo nicht ganz halten. Rellensmann gewann in der Zeit von 20:05min klar mit fast zwei Minuten Vorsprung von Annette Artz (W30, Max-Planck-Institut, 21:54min) und Sabine Fischer (W35, Uni Münster, 21:56min). Es sollte die schnellste Zeit einer Frau über fünf Kilometer bleiben. Der Streckenrekord wird gehalten von Melanie Kionka in 17:50min und stammt aus dem Jahr 2011, den Rekord der Männer hält seit 2009 Christoph Domnick mit 15:48min.

Männersieger des "After-Work-Run I" Thomas Böckenholt 2. wird Christoph Marquardt, der aktuelle deutsche Meister im 6-h-Lauf Sieg nach der Babypause: Johanna Rellensmann heißt die Gewinnerin des ersten "Nachfeierabendlaufs". Sie lief die beste Zeit aller drei 5-km-Läufe Annette Artz wird 2.

Deutlich bescheidener als Domnicks Wert fiel die Siegzeit im Sparkassen-Run durch Sieger Thomas Böckenholt (M40, WWU Münster) aus. Böckenholt sah sich zunächst ins Hintertreffen geraten durch einen in Sprintermanier davonstürmenden Universitätskollegen, der aber nach der Hälfte der Strecke nicht nur von ihm, sondern von einem halben Dutzend anderer Läufer eingefangen worden war. Böckenholt siegte schließlich recht sicher in 17:39min vor dem aktuellen deutschen Meister im 6-h-Lauf, Christoph Marquardt (M45) in 18:17min. Marquardt, innerhalb des Sechs-Stunden-Laufs in Münster zu Meisterehren gelangt, startete zwar für seine Firma (Sparkasse Münsterland Ost), gehört aber sonst der LG Deiringsen an, jenes Vereins, der bereits drei Tage später den Möhnesee-Pokallauf über dreißig Kilometer ausrichtet, wohl eher seine Distanz. Dritter wurde Martin Meier (M20) von der WWU Münster in 18:56min.

Läufer hinter Maschendrahtzäunen ... ... und zwischen Absperrbändern. Nur zwanzig Meter der 2500 Meter langen Strecke sollen den öffentlichen Raum berühren. Der Rest ist Unigelände

Brillux-Run sieht Brillux-Mann vorne

Sven Fels aus Coesfeld stammt aus einer Läuferfamilie und startet für ein Unternehmen, das sich der Förderung der Leichtathletik verschrieben hat, für die Farbenfirma Brillux. Brillux war es in gewisser Weise auch, das die Münsteraner Leichtathletik rettete, als vor Jahren der langjährige Sponsor der LG, die Firma Ratio, aus dem Förderprogramm ausstieg. Fels hatte im dritten Lauf über fünf Kilometer keine ernsthafte Konkurrenz, sodass er souverän in 17:37min siegte mit fast einer Minute Vorsprung. Zweiter wurde Julian Kuhlmann (M20) vom Institut für Physiologische Chemie in 18:35min und Lukas Bergerhausen (M20) vom in diesem Lauf stark vertretenen Team Studienförderung Passo Fundo in 18:50min.

Für dieses Studienförderungsprojekt sprang bei den Frauen sogar ein Doppelsieg heraus. Die 23-jährige Isabel Dickob hatte schon nach einer Runde zehn Sekunden Vorsprung vor der gleichaltrigen Studentin Farina Lennartz und fast eine Minute vor der drittplatzierten Lisa Lins. Dickob siegte in guten 20:29min vor Lennartz (20:54min) und Lins (22:08min). Knapp fünfhundert Läuferinnen und Läufer konnten in diesem Rennen finishen.

Eine bunt gemischte Truppe bilden die Mitarbeiter der Farbenfirma Brillux. Der zweite "After-Work-Run" wird von dem international operierenden Unternehmen unterstützt und nach ihm benannt Start des "Brillux-Runs" mit den beiden Erstplatzierten Männern in der Mitte: in weiß Julian Kuhlmann (2.) und Sieger Sven Fels (rechts daneben in rot) "Brillux-Run"-Siegerin Isabel Dickob

Hauptlauf: Leichtes Spiel für Schönherr und Kümpers

Kira von Ehren ist die stärkste Läuferin der diesjährigen Uni-Laufserie und seit dem letzten Jahr auch Streckenrekordhalterin in Münster mit 37:20min. Die Aachenerin hatte schon vor drei Wochen den Unilauf von Dortmund gewonnen, aber weder für Köln noch Münster eine Meldung abgegeben. Von daher musste Julia Kümpers von der Uni Bonn als Favoritin gelten, die in Dortmund hinter von Ehren zweite geworden war und im Mai in Mainz Bronze bei den deutschen Hochschulmeisterschaften im Halbmarathon errungen hatte. Zeiten im Bereich des Münsteraner Streckenrekords kann Kümpers unter günstigen Bedingungen auch laufen, doch war eine 37er Zeit bei der Hitze außer Reichweite.

Kümpers (W20, Uni Bonn) zeigte auf den ersten drei Runden ein sehr gleichmäßiges Rennen und konnte auf der letzten sogar noch einmal deutlich zulegen, so dass ihr Sieg in 39:07min ungefährdet war. Hinter ihr kam Studienkollegin Sarah Valder (W20, Uni Bonn) in 40:27min auf Rang zwei. Dritte wurde die für die Uni Duisburg/Essen laufende Münsteranerin Kristin Moese (W20) in 41:42min. Nur die Ränge vier bis sechs blieben der gastgebenden Uni, für die Carolin Körner (42:52min), Luisa Altegoer (43:37min) und Amelie Rauer (43:46min) die schnellsten waren.

Start des Hauptlaufs über 10 km

Das Männerrennen sah zunächst den 19-jährigen Christoph Dohmann vorne, der die erste Runde fünfzehn Sekunden schneller als die Nachfolger lief. In der zweiten Runde wurde er um dreißig Sekunden langsamer, so dass David Schönherr (M20) von LSF Münster und Jonas Barwinski (M20, LG Ahlen) aufschließen konnten. Gemeinsam ging das Trio in die dritte Runde. In der dritten Runde verlor Dohmann den Kontakt zur Spitze, so dass Schönherr und Barwinski als Duo in die Abschlussrunde gingen. Zu einer wirklichen Auseinandersetzung zwischen den beiden kam es jedoch nicht, zu überlegen war Schönherr seinem Gegner, auch wenn er nach einer Verletzung noch längst nicht in Höchstform ist. "Die Zeit", so lässt sich Schönherr nach dem Rennen zitieren, "spielt keine Rolle. Normalerweise bin ich im Split beim Marathon sogar schneller. Aber nach meiner Verletzung war es gut, beschwerdefrei durchzukommen." Schönherr siegte in 35:18min vor Barwinski in 35:26 und dem ausgelaugt wirkenden Dohmann in 35:49min sowie zwei weiteren Läufern der Uni Bonn (Damian Kaminski, M20, 36:13min, und: Aaron Wagner, M20, 36:22min).

Julia Kümpers von der Uni Bonn, Dritte der deutschen Hochschulmeisterschaft über Halbmarathon in Mainz, gewinnt über 10 km David Schönherr gewinnt nach längerer Verletzung im Schongang das Hauptrennen Das beste Ergebnis für die gastgebende Uni Münster erreichen Carolin Körner (rechts) und Luisa Altegoer als 4. und 5.
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Innerhalb des Unicups ist die Reihenfolge bei den Frauen mit der des Gesamteinlaufs identisch; bei den Männern fallen Schönherr und Barwinski aus der Serienwertung heraus, sodass Dohmann als Münsteraner einen Heimsieg feiern konnte und Kaminski und Wagner das starke Bonner Ergebnis komplettieren. Die Uni Bonn gewinnt mit Platzziffer 10 für fünf Starter auch die Teamwertung vor Münster 1 (23), Münster 2 (41) und Dortmund (56).

Fazit

Etwas kleiner, etwas entspannter als zuletzt, aber nach wie vor ein gut organisiertes, spaßiges Lauffest, das lässt sich als Fazit zur jüngsten Auflage des Leonardo-Campus-Runs ziehen. Und auch, dass die vielen studentischen und anderen Helfer hervorragendes Engagement gezeigt haben, den Läufern einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu bereiten unter der heißen Sonne. All das ist bestens gelungen.

Bericht und Fotos von Michael Schardt

Ergebnisse www.uni-muenster.de/Leonardo-Campus-Run

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