5.6.17 - 31. Pfingslauf des TSV Krofdorf-Gleiberg

Herrliches Wetter mobilisierte die Nachmelder am Pfingstmontag

von Helmut Serowy

Nach einigen richtig heißen Tagen und einer kräftigen Regenfront lockte der Pfingstmontag mit frischer Witterung in der Frühe und herrlichem Sonnenschein während des Laufes die Nachmelder gleich scharenweise in die Eduard-David-Sporthalle nach Krofdorf-Gleiberg. Mit 340 Finisher setzte sich nach der erfolgreichen Jubiläumsveranstaltung 2016 der erfreuliche Aufwärtstrend beim Pfingstlauf in Krofdorf-Gleiberg fort.

Nachdem im letzten Jahr Lokalmatador Chunky Liston vom TSV Krofdorf-Gleiberg den Streckenrekord der Männer auf 32:45 min verbesserte, zog diesmal Anna Starostzik vom PSV Grün-Weiß Kassel bei den Frauen nach und steigerte ihren im Jahre 2013 aufgestellten Streckenrekord um über eine Minute auf 38:17 min. Auch Vorjahressiegerin Franziska Rachowski vom LAZ Gießen unterbot als Zweite noch die alte Bestmarke.

Die Burg Gleiberg wacht beim Pfingstlauf über die Läufer
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Anlässlich seines 125-jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 1986 veranstaltete der TSV Krofdorf-Gleiberg erstmals einen 10-Kilometer-Lauf. Geplant war, die Leichtathletik-Tradition des Vereins wieder zu beleben.

Diese Hoffnung hat sich erfüllt. Das traditionell am Pfingstmontag ausgerichtete Rennen erlebte in diesem Jahr immerhin seine 31. Auflage. Unter Leitung des langjährigen Vereinsvorsitzenden Dr. Jürgen Leib entwickelte sich zeitgleich eine leistungsstarke Langstrecken-Truppe, die im Breiten- wie im Spitzenbereich immer wieder Akzente setzt.

Mit dem 30. Pfingstlauf im letzten Jahr hat sich der rührige Macher des Gesamt-Vereins und der Leichtathletik-Abteilung, Dr. Jürgen Leib, aus der Organisation der beliebten Veranstaltung zurückgezogen und diese Aufgabe in jüngere Hände gelegt. Die Geschicke des Laufes hat nun Burkhard Rinn übernommen, der in der Eduard-David-Sporthalle alle Fäden in der Hand hielt und nach seiner äußerst erfolgreichen Premieren-Veranstaltung recht zuversichtlich in die Zukunft schaut.

Nach dem 42. Frühjahreslauf der LGV Marathon Gießen in Gießen-Wieseck, dem 33. 10-Meilen-Lauf des ASC Licher Wald in Lich und der 29. Laufveranstaltung des TV Großen-Buseck war der Pfingstlauf in Krofdorf-Gleiberg die vierte Station der Laufserie "Mittelhessen-Cup 2017". Bis Mitte November können bei insgesamt dreizehn Laufveranstaltungen in Mittelhessen für diese Wertung Punkte gesammelt werden. Zudem zählte der Pfingstlauf auch wieder zu den 51 Veranstaltungen der AOK-Hessen-Laufserie.

Karin Hahnfeld (Mitte, 57) und Mehmet Tanriverdi (re daneben, 158) verstecken sich noch im Feld beim Lauf durch das Frohnbachtal bevor sie zu den Erfolgen in der W40 und der M55 eilen Luis Carl ( 226) läuft als jüngster Starter zum Erfolg bei den B-Schülern 500 Meter vor dem Ziel liegen Sieger Moritz Weiß (li) und Zweiter Dawit Gebremichael noch gleichauf beim 10km Lauf

Start und Ziel des 10-Kilometer-Laufes und des Kinderlaufes über 1000 m liegt vor der Eduard-David-Sporthalle im Schatten der Burg Greifenstein. Diese thront, wie die benachbarte Burg Vetzberg, auf einem mächtigen Basaltkegel. Beide Burgen recken sich mit ihren noch erhaltenen Türmen beeindruckend hoch über die Umgebung und prägen somit die Wettenberger Landschaft westlich von Gießen.

Graf Friedrich I. von Luxemburg erbaute um das Jahr 1000 auf dem Gleiberg einen Wohnturm. Er und seine Nachfolger begründeten die Dynastie der Grafen von Gleiberg und beherrschten von hier aus ein großes Gebiet. 1103 zerstörte der spätere deutsche Kaiser Heinrich V. den Wohnturm. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Oberburg mit dem weithin sichtbaren Bergfried und den markanten Überresten eines riesigen Wohngebäudes neu errichtet. 1646, also kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, zerstörten kurhessische Truppen die Oberburg teilweise. Auf ihren Wiederaufbau wurde verzichtet, da sie keine militärische Bedeutung mehr besaß und die Grafen von Nassau-Weilburg schon im ausgehenden 16. Jahrhundert die Unterburg als repräsentativen Wohn- und Verwaltungssitz errichtet hatte. Seit 1879 ist der Gleiberg-Verein Eigentümer der Anlage und kümmert sich um deren Erhalt.

In den ersten Jahren führte eine Wendepunkt-Strecke die Läufer mehrfach die langgezogene Steigung zur Burg hoch.

Längst lassen die 10-Kilometer-Läufer aber inzwischen nach dem Start die Burg Gleiberg "links liegen" und stürmen stattdessen durch die Dorfstraße ins Tal hinunter. Nach einem Kilometer verlassen sie den Ort und beleben das ansonsten ruhige Fohnbachtal. Der vermessene Wendepunkt-Kurs führt sie auf der ersten Streckenhälfte auf gut befestigten Wegen durch das landschaftlich reizvolle Tälchen ständig leicht bergan.

Dementsprechend heißt es auf dem Rückweg, "auf die Tube drücken", um die 5-Kilometer-Zwischenzeit deutlich zu unterbieten. Dieses Unterfangen wird durch die Streckenführung unterstützt. Denn im engen, von hohen Wäldern umsäumten Tal herrschen selbst bei hochsommerlichen Temperaturen optimale Laufbedingungen. Und den letzten Kilometer mit seiner finalen und heftigen Steigung vor dem Ziel kämpft man bei den inzwischen interessanten Zwischenzeiten auch bei Hitze noch schwungvoll durch.

Lars Siegmund strebt ungefährdet zum dritten Rang und zum Erfolg in der M40 Oliver Debus freut sich über den Gewinn der M45 Die A-Jugend-Wertung sichert sich Sven Lorenz

10 Kilometer

Der gewaltige Sturm auf die Nachmeldungen brachte die Organisatoren mächtig ins Schwitzen und führte zu einer leichten Start-Verzögerung, die bei den angenehmen Bedingungen aber zu verschmerzen war. Mit dem Startschuss ging aber auch gleich "die Post ab". Der Eritreer Dawit Gebremichael vom Team Naunheim, der erst im Herbst in Deutschland das Lauftraining aufgenommen hat, setzte sich einmal mehr mit einem furiosen Tempo an die Spitze des Feldes und zog bereits auf dem ersten Kilometer durch die Straßen von Krofdorf-Gleiberg die Läuferschlange der 310 Finisher weit auseinander.

Als es anschließend bis zur 5-km-Marke leicht ansteigend durch das Fohnbachtal ging, hielt nur noch der Vorjahres-Zweite und favorisierte Moritz Weiß vom LAZ Gießen Anschluss an den talentierten, aber noch recht ungestümen Juniorenläufer. Seine gewachsene läuferische Stärke bestätigte Gebremichael beim Pfingstlauf über die 10 Kilometer. Auch auf dem langgezogenen letzten Kilometer lag er noch gemeinsam mit Moritz Weiß in Front. Dieser testete zwar schon einmal 500 Meter vor dem Ziel seinen Konkurrenten, hielt sich aber noch zurück, um auf der finalen Steigung vor dem Ziel den entscheidenden Angriff zu starten.

Einen neuen Streckenrekord hat Anna Starostzik im Blick Auch Vorjahressiegerin Franziska Rachowski bleibt unter der alten Bestmarke W45 Siegerin Silke Laun läuft zum dritten Mal in Folge zu "Bronze"

Mit 34:06 min setzte sich Moritz Weiß im Finish noch überraschend deutlich von Dawit Gebremichael ab und feierte einen weiteren Gesamtsieg. Als Zweiter steigerte sich dieser mit 34:18 min aber erheblich und hat bei geschickterer Renneinteilung noch weiteres Potential. Ungefährdet strebte hinter den beiden Ausreißern Lars Siegmund (SF Blau-Gelb Marburg) mit 35:06 min dem dritten Rang und dem Erfolg in der M40 entgegen. Beim Rennen um die weiteren Platzierungen hielt bei allmählich aufkommender Wärme Pascal Tropper (M30) vom SV Blau-Weiss Dodenhausen mit 36:15 min Lukas Huber vom LC Diabü Eschenburg (36:32 min) und Johannes Kohlhepp aus Marburg (M30 - 37:00 min) in Schach.

Im Kampf um den Erfolg in der M35 konnte dahinter Manuel Tschenscher vom ASC Marathon Friedberg mit 37:37 min den anstürmenden Patrick Brandenburger vom Team LaufStil Sinn (37:39 min) gerade noch abwehren. Jörg Backhaus vom TSF Heuchelheim (37:52 min) sicherte sich den zweiten Rang in der M40. Zufrieden war als Zwölfter auch M45-Sieger Oliver Debus von der LG Dill, obwohl teilweise frisch aufgetragener Split auf der Waldstrecke im Fohnbachtal wahrscheinlich eine schnellere Zeit als die erzielten 38:42 min verhinderte.

Zu einer engen Kiste entwickelte sich die Entscheidung in der M50. Florian Huber vom LC Diabü Eschenburg setzte sich mit 42:06 min knapp gegen Norbert Kern vom AS LahnLaender Lahnau (42:10 min) durch. Mehmet Tanriverdi vom MTV Gießen setzte in der M55 seine Erfolgsserie nach 42:26 min vor Ulrich Hahn vom TSF Heuchelheim (42:50 min) fort. Dessen Vereinskollege Gerhard Schulze-Veldmede hielt in der M55 mit 42:54 min Günter Lowak von der LGV Marathon Gießen (43:04 min) unter Kontrolle.

Nach einem packenden Finish hat Florian Huber in der M50 die Nase vorn In der M65 lässt Ralf Bossert nichts anbrennen Zwei Wochen nach Marathon-Bronze in Gelsenkirchen liegt Otto Jatsch über 10km in der M70 vorne

Mit Ralf Bossert von der BSG Westerwald Bank (43:47 min) überraschte ein neues Gesicht die Konkurrenz in der M65. Otto Jatsch vom Team Naunheim (47:29 min) verwies zwei Wochen nach "Bronze" beim Marathon in Gelsenkirchen in der M70 Wendelin Häusler vom TV Großen-Buseck (48:00 min) auf den zweiten Platz. Altmeister Manfred Kronsbein von der LGV Marathon Gießen dominierte mit 51:42 min die von seinem Vereinskollegen Kurt Felde (53:59 min) angeführten Mitstreiter der M75. In der M80 zeigte Bodo Heil von den "Pink Panther" des Lauf-Treff Butzbach in 1:03:22 Stunden Josef Banholczer von der SG Fronhausen (1:09:51 Stunden) die Hacken.

Sven Lorenz vom ASC Dillenburg - der sich anfangs an die Fersen der Spitzenläufer Moritz Weiß und Dawit Gebremichael geheftet hatte - siegte bei den Jugendlichen in 38:52 min. Schnellster B-Schüler war Luis Carl vom Team Naunheim in 47:08 min.

In der Vorbereitung auf den Start über 5000 m bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt zog bei den Frauen auch Anna Starostzik vom PSV Grün-Weiß Kassel vom Start weg ein schnelles Tempo über die 10 Kilometer in Krofdorf-Gleiberg durch. Die Hessische Straßenlaufmeisterin von Eschwege über 10 Kilometer in 36:40 min und Achte der Deutschen Marathon-Meisterschaften in 2:47:36 Stunden steigerte ihren Streckenrekord um 1:03 Minuten auf 38:17 min und lief der Vorjahressiegerin Franziska Rachowski vom LAZ Gießen auf und davon. Aber auch diese unterbot die alte Bestmarke nach 39:12 min noch um acht Sekunden.

"Pink Panther" Bodo Heil zeigt in der M80 sein Können Bei ihrem erneuten Erfolg in der W50 verbessert sich Michaela Wolf (re) mit Begleittross auf 45:00 min Eine klare Angelegenheit wird das Rennen in der W55 für Hedwig Riehl

Zum dritten Mal in Folge sicherte sich Silke Laun vom ASC Licher Wald den dritten Rang. Mit 41:59 min lag sie zudem in der W45 klar in Front vor Anke Konnertz (Sparkasse Marburg-Biedenkopf, 45:29 min). Schnellste Starterin der W40 war die Gesamt-Vierte Karin Hahnfeld vom MTV Gießen in 42:26 m vor der zweiten W30-Läuferin Kristina Jago aus Wetzlar (42:38 min). Mona Winter von Spiridon Frankfurt freute sich nach 42:56 min über Platz sechs und "Silber" in der Frauen-Hauptklasse.

Bereits auf den achten Platz feierte Michaela Wolf vom Team Naunheim ihre Titelverteidigung in der W50 mit einer Verbesserung auf 45:00 min vor der erneut Zweiten, Christina Dintelmann vom LC Diabü Eschenburg (49:28 min). Weitere Erfolge fuhren die Seniorinnen Hedwig Riehl vom SV Erfurtshausen mit 49:33 min in der W55, Ursula Eisenhauer-Horst vom SV Hundsangen mit 57:52 min in der W60, Angelika Lohr vom SV Staufenberg mit 56:31 min in der W65 und Charlotte Kraushaar vom ASC Licher Wald mit beachtlichen 55:56 min in der W70 ein.

Schnellste Schülerin war Sophie Schindler vom TuS Eberstadt in 49:59 min, schnellste Jugendliche Lilly Teßmer von der LG Wettenberg in 52:32 min.

Wenn die Burg auftaucht, ist das Ziel nicht mehr weit Markus Bourcarde begrüßt im Ziel die Läufer und informiert die Zuschauer Für Schüler gab es einen 1000m Lauf
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Schüler-Rennen

Die zwei Mal zu durchlaufende Wendepunkt-Strecke zwischen der Eduard-David-Sporthalle und der Burg Gleiberg nahmen 30 Schülerinnen und Schüler in Angriff. Organisationsleiter Burkhard Rinn hätte sich da aufgrund der Werbung - insbesondere in den Schulen - allerdings noch mehr Resonanz gewünscht. Spannung und Begeisterung beim Publikum kam dennoch auf.

Den packenden Kampf an der Spitze entschied über die 1000 m Rico Seider vom SV Gelnhausen als Schnellster der U14 in 3:07 min vor dem U12-Läufer David Werner vom ASC Licher Wald (3:12 min) und dem Zweiten der U14, Nils Rücker von den Aarsee-Runners (3:28 min) für sich.

Bei den Mädchen lag erneut die Gesamt-Dritte Klara Hedler vom MTV Gießen vorne. Mit 3:24 min sicherte sie sich auch den Sieg in der U14. Gesamt-Zweite und Schnellste der U10-Wertung war Hannah Hedler vom MTV Gießen in 3:35 min vor der U12-Siegerin Isabell Jakob von der LG Wettenberg (3:37 min).

Bericht und Fotos von Helmut Serowy

Ergebnisse tsv-krofdorf-gleiberg.de

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