13.6.17 - J.P. Morgan Corporate Challenge in Frankfurt

Der weltweit größte Firmenlauf feiert das 25. Jubiläum in Frankfurt

von Reinhold Daab

J.P. Morgan Corporate Challenge® ist der größte Firmenlauf weltweit und damit gleichzeitig auch der größte Lauf in Europa.

Nach Angaben des Veranstalters nahmen in diesem Jahr 63.776 Läuferinnen und Läufer aus 2.419 Unternehmen daran teil. Startberechtigt waren fest angestellte Mitarbeiter mit einer Arbeitszeit von mindestens 20 Wochenstunden. Damit sollte vermieden werden, dass Lauf-Asse von Firmen nur für diese Veranstaltung angeheuert werden.

Überhaupt steht der rein sportliche Aspekt für die meisten Teilnehmer nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es bei dem Firmenlauf für die beteiligten Unternehmen in erster Linie darum, den Teamgeist, Kollegialität sowie Fairness untereinander zu fördern. Nicht selten laufen Chefs mit ihren Mitarbeitern gemeinsam, was sonst wohl eher selten vorkommt.

La Ola vor dem Start zum Firmenlauf über 5,6 km mit fast 64.000 Teilnehmern Start der Eliteläufer in der Hochstraße
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Außer für die Eliteläufer gab es bei diesem Firmenlauf auch keine Zeiterfassung. Jeder Teilnehmer meldete nach dem Lauf seine Zeit an den Teamkapitän, der dann die einzelnen Frauen-, Männer- und Mixed-Teams, jeweils bestehend aus 4 Mitarbeitern, zusammenstellt und die Zeiten an den Veranstalter weitergab. Schon daran konnte man erkennen, dass gerade hier die Fairness jedes Einzelnen eine große Rolle spielte.

 

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Durch ihre Teilnahme an dem Firmenlauf trugen die Läuferinnen und Läufer dazu bei, dass 4 Euro in die Förderung von Sportprojekten für junge Menschen mit Behinderung flossen, in diesem Jahr etwa 255.500 Euro.

Eine nicht endend wollende Läuferschlange auf dem Weg durch die Frankfurter Innenstadt

Einer der deutschen Vorzeigeathleten mit Behinderung war am Dienstag Ehrengast in Frankfurt. Markus Rehm hatte im Alter von 14 Jahren als Folge eines Sportunfalls sein rechtes Bein unterhalb des Knies verloren. Bei den Paralympics in Rio 2017 hat Rehm zwei Goldmedaillen in der 4x100m Staffel und im Weitsprung gewonnen. Im Rahmen einer Pressekonferenz vor dem Lauf erklärte er, dass seine Trainingsgruppe vom TSV Bayer 04 Leverkusen explizit von den Geldern aus dem Lauf profitiere, weil dadurch Kinder und Jugendliche mit Handicap an den Spitzensport herangeführt würden. Auf der Bühne im Zielbereich durften natürlich neben dem Frankfurter OB Frank Feldmann die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt und der Zehnkämpfer Frank Busemann nicht fehlen, der es sich nicht nehmen ließ, nach dem Startschuss von der Bühne zu flitzen und selbst mitzulaufen.

Vorbei an den Frankfurter Wolkenkratzern Die Stimmung an der Strecke ist prächtig

Die Strecke beim Firmenlauf ist 5,6 km lang. Um den vielen tausend Teilnehmern einen möglichst reibungslosen Start zu ermöglichen, wurde in zwei Startbereichen in der Hochstraße und in der Börsenstraße gestartet. Das Ziel lag in der Senckenberganlage. Von dort erreichten die Teilnehmer auf kurzem Weg über die Bockenheimer Landstraße wieder die Alte Oper, um die herum viele Firmen Standorte aufgebaut hatten und wo nach dem Lauf gegessen und noch lange gefeiert wurde.

Nach einer wunderbaren La-Ola, die vom Elite-Startbereich beginnend viele hundert Meter weit nach hinten weiterrollte, erfolgte der Start pünktlich um 19:30 Uhr.

Eine Gruppe mit vier Läufern liegt bei der Hälfte des Rennens in Führung, die Pace macht Nico Sonnenberg Bei den Frauen liegt die 3-malige Firmenlauf-Siegerin Tinka Uphoff in Führung Anna Starostzik (Mitte) passiert als zweite Frau die Alte Oper

Noch kurz vor dem Lauf hatte mir Jost Wiebelhaus, Inhaber vom "Frankfurter LaufShop", einen Läufer vorgestellt mit der Vorhersage, dieser könne den Firmenlauf in diesem Jahr gewinnen. Es war Nico Sonnenberg, Langstreckenläufer von Eintracht Frankfurt. Meine Frage nach seiner 5.000m Bestzeit beantwortete er leicht verschmitzt mit 13:55 min. (2012). Das machte ihn in der Tat zu einem Favoriten. Sonnenberg war es dann auch, der bei Hälfte der Strecke eine 4-köpfige Führungsgruppe anführte. Bei den Frauen lag zu diesem Zeitpunkt die 3-malige Firmenlauf-Siegerin Tinka Uphoff bereits klar in Führung.

Siegerehrung der drei schnellsten Männer: Mario Wernsdörfer (3.), Marcus Lorbach (2.) und Sieger Nico Sonnenberg, dazwischen OB Feldmann (v.l.) Die drei schnellsten Frauen und Männer gemeinsam mit Katarina Witt und Frank Busemann auf der Bühne

Jost Wiebelhaus sollte mit seinem Tipp Recht behalten, aber es war eine äußerst knappe Angelegenheit, sozusagen ein Rennausgang auf Messers Schneide. "Etwa 500 Meter vor dem Ziel wollte ich mich von meinen beiden Kontrahenten lösen, weil ich wusste, dass ich ein starkes Finish habe. Das klappte zunächst auch gut, aber dann bemerkte ich, dass sie wieder herankamen. Daher war ich glücklich, den knappen Vorsprung ins Ziel retten zu können", erzählte Sonnenberg später bei der Siegerehrung. Nico Sonnenberg gewann den J.P. Morgan Corporate Challenge in 16:41 min. (Bright Solutions GmbH) mit gerade mal einer Sekunde Vorsprung vor Marcus Lorbach (16:42 min., BNP Paribas S.A.). Nur zwei Sekunden später war Mario Wernsdörfer für die Polizei Bayern als Dritter im Ziel.

"In diesem Jahr feiert mein Arbeitgeber, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, sein 15-jähriges Bestehen. Ein geeigneter Anlass für mich, dies auch auf meinem Trikot zu zeigen", erzählte die 3-malige Firmenlauf-Siegerin Tinka Uphoff (2013-2015). Und sie machte ihrem Arbeitgeber, bei dem sie als Juristin tätig ist, auch gleich noch ein ganz besonderes Jubiläumsgeschenk, indem sie den Firmenlauf zum vierten Mal und dazu auch noch in neuer Streckenrekordzeit von 18:47 min. gewann. "2016 war einfach nicht mein Jahr, aber 2017 könnte es wieder werden", sagte sie freudestrahlend auf dem Weg zur Siegerehrung. Mit fast einer Minute Rückstand wurde Anna Starostzik Zweite (19:38 min., VW Werk Kassel). Der dritte Platz ging an Monika Fischer (20:29 min., Allianz Deutschland AG).

Siegerehrung der drei schnellsten Frauen: Anna Starostzik (2.), Siegerin Tinka Uphoff und Monika Fischer (3.) v.l. Nico Sonnenberg und Tinka Uphoff haben allen Grund zum Strahlen, sie sind die Sieger der J.P. Morgan Corporate Challenge 2017 Mit einem Fingerzeig auf Nico Sonnenberg deutete Jost Wiebelhaus vom Frankfurter LaufShop schon vor dem Rennen an: Der kann den Lauf gewinnen - siehe auch Beitrag zum Weltfinale mit dem Frankfurter Laufshop Team HIER
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Noch während der Siegerehrung war auf der auf dem Opernplatz aufgebauten Leinwand zu sehen, dass immer noch viele Läufer auf der Strecke unterwegs waren, während andere längst in den Feiermodus übergegangen waren.

Es wurde eine sehr lange Nacht in Frankfurt. Die Veranstaltung ging glücklicherweise ohne jeden Zwischenfall über die Bühne, was in den heutigen, von schlimmen Schlagzeilen bestimmten Zeiten, eine besondere und abschließende Erwähnung wert ist.

Bericht und Fotos von Reinhold Daab
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