11.6.17 - 34. Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg

Karsten Kruck und Coco Wieland gewinnen den Marathon

Gute Stimmung an Rhein und Ruhr

Hohe Temperaturen verhindern schnelle Zeiten

von Michael Schardt

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Für Lokalmatador Karsten Kruck vom ASV Duisburg war der Sieg beim 34. Rhein-Ruhr-Marathon nach 2004 und 2015 bereits der dritte Erfolg über die Königsdistanz. Für Coco Wieland aus dem nahe bei München gelegenen Ismaning war es der erste Marathonerfolg überhaupt, nachdem sie beim München Marathon 2016 lange in Führung gelegen hatte, aber am Schluss noch von der mit Dopingvorwürfen belasteten Latifa Schuster abgefangen worden war. Im Halbmarathon konnte Dauergast Matthias Büchel von Tusem Essen den Sieg einfahren, nachdem er an der Startlinie entdeckt hatte, dass der eigentliche Favorit und Titelverteidiger Maciek Miereczko nicht dabei war. Auch der Frauensieg blieb im Revier. Nele Reike vom Laufwerk Ruhr konnte sich klar durchsetzen.

Als um 9:20 Uhr die ersten Läufer auf die Strecke geschickt wurden, herrschten noch angenehme zwanzig Grad, und es gab viel Schatten ... ... am Mittag hatte sich die Luft auf fast dreißig Grad aufgeheizt, und Schatten war zur Mangelware geworden
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Für schnelle Zeiten war es in Duisburg schlichtweg zu warm. Bis an die dreißig Grad reichte die Quecksilbersäule zur Hauptlaufzeit heran. Günstigere Bedingungen fanden allein die Inliner und Handbiker vor, denn deren Rennen wurden schon sehr früh am Sonntagmorgen angeschossen. So blieben die beiden Streckenrekorde des Tages zwei Männern auf Rädern vorbehalten. Der niederländische Spitzen-Handbiker Jetze Plat siegte in der neuen Streckenbestzeit von 1:01:36h, während der Deutsche Markus Pape den Inlinerwettbewerb mit neuem Bestwert in 1:08:39h gewann und sich damit die Landesmeisterschaft sicherte.

Bestnoten verdienten sich auch die Zuschauer und Anwohner an der Strecke. Sie hatten eine Vielzahl von Wasserduschen und private Getränkestände installiert, die den Läufern besonders in der zweiten Hälfte willkommene Abkühlung verschafften. Unter der warmen Witterung litten allerdings auch die Teilnehmerzahlen, die beim Marathon (außer im Premierejahr) noch nie so niedrig waren und im Halbmarathon deutlich hinter die Werte der Vorjahre fielen.

Leichte Verzögerungen

Alle Jahre wieder das gleiche Spiel. Trotz intensiver Anwohnerinformation durch Waschzettel und in unterschiedlichen Medien standen einige Autos ungünstig auf der Kruppstraße, auf der die Starts erfolgen, darunter auch ein Lastkraftwagen. Dieser musste aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgeschleppt werden, weshalb sich der Start der Rollies und Handbiker, der für 7:55 Uhr vorgesehen war, um zehn Minuten verzögerte. In der Folge wurden auch alle anderen Starts - vom Inlinermarathon bis zur Marathonstaffel - um diese Zeitspanne nach hinten verlegt.

Vor dem Marathon hielt Pfarrer Jürgen Muthmann, selbst passionierter Langstreckler, einen Läufergottesdienst ab, griff zur Gitarre und intonierte "Marmor, Stein und Eisen bricht, nur Gottes Liebe nicht" 100 Meter nach dem Start gab es heiße Sambarhythmen zu hören. Die Veranstaltung bezeichnet sich gerne als Sambamarathon

Vor dem Start des Halbmarathonrennens führte der evangelische Pfarrer Jürgen Muthmann einen Läufergottesdienst unter freiem Himmel durch, ziemlich genau unter dem Startbogen. Anspielungsreich und unter Rückgriff auf passende Bibelstellen konnte er verdeutlichen, worauf es nach christlicher Lehre für den Menschen im allgemeinen und für den Läufer im speziellen ankommt, auf einen langen Atem, auf Durchhaltevermögen und gegenseitige Rücksichtnahme. Ziele seien wichtig, aber längst nicht das wichtigste. Jürgen Muthmann, selbst vielfacher Marathon- und Halbmarathonstarter in Duisburg, weiß, wovon er spricht. Dass er diesmal verletzungsbedingt nicht mitlaufen konnte, bedauerte er nachdrücklich. Zum Schluss griff er zur Gitarre und sang den Drafi-Deutscher-Hit "Marmor, Stein und Eisen bricht", nicht aber ohne ihm eine theologische Deutung zu geben, denn weiter hieß es: "Nur Gottes Liebe nicht".

Strecke und Historie

Die Halbmarathon- und Marathonstrecke sind auf den ersten vier und letzten vierzehn Kilometern identisch. Nur drei Kilometer des Halbmarathons (km 5 bis 8) werden von den Marathonis nicht belaufen. Beide Strecken unterscheiden sich in einem Punkt jedoch gravierend. Den Halbmarathonis bleibt jeder Blick aufs Wasser, auf Rhein, Ruhr und den Hafen verwehrt, während die Marathonis die Ruhr einmal, den Rhein sogar zweimal queren und sehr lange im Hafengebiet unterwegs sind.

Als erste Läufer gingen die Halbmarathonis auf die Strecke Die 2-h-Tempomacher hatten schnell ihre richtige Pace gefunden

Große Höhenunterschiede bieten beide Strecken zwar nicht auf, aber einige Über- und Unterführungen (und im Marathon zusätzlich die beiden Rheinbrücken) sorgen für ein paar leichte Wellen. Ansonsten werden nicht nur typische Großstadtstraßen mit beidseitigen Häuserzeilen durchlaufen, sondern der Kurs bietet sehr viel Grün, viele Alleen mit dichtem Baumbestand, Kleingartenanlagen und hübsche Siedlungen mit Einfamilienhäusern. Dies insbesondere im letzten Streckendrittel. Imposanter Zielpunkt ist die "Schau-ins-Land-Arena", das Fußballstadion des aktuellen Zweitligaaufsteigers MSV Duisburg.

Die Sightseeingtour der Halbmarathonis begann mit einer Unterquerung der Bahntrasse Das Duisburger Casino wurde ebenso passiert wie ... ... die Philharmonie, wo klassische Musik im Livemodus erklang

Premiere feierte der Rhein-Ruhr-Marathon im Jahr 1981, ziemlich genau zwischen dem ersten Frankfurt Marathon, der im Frühjahr des gleichen Jahres an den Start ging, und dem Berlin Marathon, der im Herbst folgte. Damit gehört der Marathon an Rhein und Ruhr zu den drei ältesten deutschen City-Marathonläufen. Dass er damit, wie im Programmheft zu lesen ist, "die Mutter aller Marathonläufer in der Region" sei, dem wird man möglicherweise in Essen widersprechen, denn der Marathon rund um den Baldeneysee ist satte zwanzig Jahre älter und konnte ununterbrochen abgehalten werden.

Um den Duisburger Marathon hingegen sah es zwischenzeitlich nicht immer gut aus. Schon 1990 konnte er nicht durchgeführt werden, weil sich der veranstaltende Verein überfordert sah. Nach einem Neustart 1991 und 1992 fiel der Lauf 1993 und 1994 erneut zweimal aus. Seit 1995 allerdings ist die Veranstaltung stabil, seit der Stadtsportbund Duisburg und der LC Duisburg, einer der größten Laufsportvereine der Republik, das organisatorische Zepter schwingen. Dreimal wurde innerhalb des Rhein-Ruhr-Marathons schon die deutsche Meisterschaft durchgeführt; wobei bei den ersten Titelkämpfen 1987 mit über 3.100 Marathonfinishern der noch heute gültige Teilnehmerrekord aufgestellt wurde. 2000 wurde ein Inlinermarathon zusätzlich ins Programm genommen und 2002 der Halbmarathonlauf.

Wer nicht genau hinschaute, wird es kaum gesehen haben. Oben an der Galerie wird schon die bevorstehende Streckenteilung für HM und Marathon angezeigt Vor diesen beiden Kirchen biegen die Halben nach links und die Vollmarathonis nach rechts ab

HM: Matthias Büchel und Nele Reike

Wie andere Läufer auch, die Chancen auf einen Platz auf dem Treppchen haben, hatte sich Matthias Büchel vor dem Rennen die Teilnehmerliste angesehen, wer denn zu seinen Hauptkonkurrenten gehören und wem er wohlmöglich unterlegen bleiben würde. Da war ihm vor allem der Name Maciek Miereczko aufgefallen, der Titelverteidiger, der 2016 in der Zeit von 1:13:18h gewonnen hatte. Das war zwar etwas langsamer als die eigene Bestzeit von 1:12:48h, welche er allerdings bei deutlich günstigeren Witterungsbedingungen erzielt hatte, aber normalerweise war der aus Polen stammende Langstreckler ihm überlegen.

Ein fein verschnürtes Stadthaus Heiß ersehnt: die Labestationen

Als sich Büchel an der Startlinie umsah, war Miereczko nirgends zu sehen. Da schwante ihm, dass er selbst möglicherweise Chancen auf den Sieg haben würde. So lief der Mann von Tusem Essen recht forsch los ("vielleicht etwas zu schnell") und sah sich gleich an der Spitze. Umgedreht, so Büchel, habe er sich nicht, nur manchmal in einer Kurve zur Seite nach der Konkurrenz geschielt. Genau gewusst habe er aber nicht, was sich hinter ihm abspielte und wie eng ihm die Mitstreiter möglicherweise auf den Fersen waren.

Die Straßenbahn zu nehmen, war auch keine Lösung, denn die biegt nach links von der Laufstrecke ab Diese Pacer für 2:45h markierten längst nicht den Schluss des HM-Feldes

Ab der Hälfte der Halbmarathonstrecke sei es richtig schwer geworden, räumt der M35er ein. "Da bin ich pro Kilometer um zirka acht Sekunden langsamer geworden. Die Beine wollten einfach nicht mehr so richtig." Dennoch reichte es für ihn erstmals zum Sieg in Duisburg in 1:16:44h, nachdem er seit 2012 ununterbrochen hier gestartet und im letzten Jahr - hinter Sieger Miereczko - dritter geworden war. Im Marathon habe er eine Bestzeit von 2:36h, und besonders gerne starte er bei seinem Lieblingslauf in Monschau, sagte er, wo er letztes Jahr ebenfalls den 3. Rang belegt habe, "denn ich mag bergige Landschaftsprofile". Mit knapp einer Minute Rückstand folgte auf Platz zwei Murat Celik (M30) vom Ayyo Team Essen in 1:17:39h und auf dem dritten Treppchenplatz Dennis Breuer (MH) vom ASV Duisburg in 1:20:30h. Der Streckenrekord wird seit 2006 von Oliver Mintzlaff in 1:05:06h gehalten.

Matthias Büchel von Tusem Essen gewann den Halbmarathon. Er ist Dauergast beim Rhein-Ruhr-Marathon Haben gut lachen: Nele Reike (links) vom Laufwerk Ruhr gewann den Halbmarathon; Melina Bull aus Kleve holte Rang 3

Eine klare Angelegenheit wurde der Halbmarathon für Nele Reike (WHK) vom Laufwerk Ruhr. Die Blondine konnte sich in einem Schnitt von recht genau vier Minuten pro Kilometer in 1:24:56h mit rund anderthalb Minuten Vorsprung durchsetzen. Um Platz zwei fand ein harter Fight statt zwischen der Juniorin Katharina Wehr (U23) vom TV Wanheimerort und Melina Bull (WHK) vom Runners Point Club Cleve. Beide trennte im Ziel nur die Winzigkeit von sechs Sekunden. Wehr wurde in 1:26:24h Zweite; Bull brauchte 1:26:30h. Den Streckenrekord hält seit vorletztem Jahr Annika Gomell in 1:18:02h. Von den 2010 Finishern im Halbmarathon war recht genau ein Drittel weiblich. Es war die geringste Beteiligung seit 2003. Den Höhepunkt hatte der HM 2010 mit knapp 3.500 Teilnehmern.

Ohne Nikotin zum Marathonsieg: Coco Wieland

Das ist schon eine außergewöhnliche Lauflebensgeschichte, die Coco Wieland da zu erzählen hat. Erst mit 39 Jahren habe sie das Laufen angefangen, sei zuvor allerdings schon eine Zeitlang Mountainbike gefahren. Dann habe sie das Laufen intensiviert, ohne sich aber einem Laufverein anzuschließen. 2016 hatte die inzwischen 46-Jährige dann, bereits bestens trainiert, am München Marathon teilgenommen und mit einem Freund aus Duisburg einen Deal verabredet. Wenn sie dort unter drei Stunden bleiben würde, dann würde dieser ihr einen Freistart beim Rhein Ruhr Marathon schenken. In 2:57h schafft sie nicht nur das Limit, sondern erreichte einen tollen dritten Platz, hatte lange sogar in Führung gelegen. Nur zwei Jahre vor diesem Erfolg hatte sie das Rauchen aufgehört. Der Freund hielt Wort, und so stand Wieland mit knapp 600 Mitstreitern im Sportpark Wedau an der Startlinie.

Die Marathonis, zwanzig Minuten nach den Halben gestartet, freuten sich über viele Wasserduschen, die Privatleute aufgestellt hatten Ein inspirierendes "Faxen machen erwünscht" hatte dieser Fotograf auf sein Schild geschrieben

Sie habe von Anfang an die Führung innegehabt und sie bis zum Schluss behalten, erklärte die zierliche Mitvierzigerin nach dem Rennen den Rennverlauf. Was sich hinter ihr abgespielt habe, habe sie nicht gewusst. Schon viele hundert Meter vor dem Einlauf ins Stadion strahlte Wieland mit der Sonne um die Wette und warf dem Publikum Handküsse zu, so als wenn ihr die große Hitze nichts ausgemacht habe. Sie siegte in 3:08:06h und verwies die Siegerin von 2013, Vanessa Rösler (W35) vom Lauftreff Bittermark, in 3:09:52h auf Platz zwei.

 

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Gladys Just (W40) vom TuS 08 Lintorf hatte sich von Platz sechs auf Platz drei vorgekämpft und am Schluss sogar die Siegerin von 2015, Birgit Schönherr-Hölscher vom PV Triathlon Witten, abgefangen. Just wurde dritte in 3:11:26h, Schönherr-Hölscher brauchte als vierte 3:12:03h.

Überraschungssieg im Marathon für die vereinslose Coco Wieland Platz zwei für Vanessa Rösler Wurde auf den letzten Kilometern noch abgefangen und landete auf Rang vier: Birgit Schönherr-Hölscher Legte einen Marathon-Doppelstart hin. Erst auf Inlinern, wo sie Rang 2 erreichte, dann laufend, wo sie 9. wurde: Claudia Maria Henneken

Sehr eng war der Zeitplan für die beste deutsche Inliner-Fahrerin, Claudia Maria Henneken, gestrickt. Sie hatte ab 8:10 Uhr den Inlinermarathon bestritten, wo sie zweite gesamt und neue NRW-Landesmeisterin wurde, und wollte um 9:40 Uhr die Königsdistanz laufend unter die Füße nehmen. Jedoch erreichte sie das Ziel des Inlinerlaufs erst zu einem Zeitpunkt, als die Marathonis schon zehn Minuten auf der Strecke waren. Das wird in einer Pressemitteilung so vermeldet. Danach ging sie mit Verspätung in ihr zweites Rennen und kam nicht ganz so gut über die Runden wie beispielsweise bei ihrem Doppelstart im Herbst in Köln. Sie beendete den Marathon als 9. in einer Zeit von 3:27:31h. Eine Differenz von zehn Minuten weist ihre Brutto- bzw. Nettozeit allerdings nicht auf, sondern nur vier Sekunden.

Zieleinlauf vor der Haupttribüne Rosenbeschenkt: Die drei schnellsten Marathonfrauen v.l.: Gladys Just (3.), Coco Wieland (1.) und Vanessa Rösler (2.)

Karsten Kruck zum Dritten

Die beiden Streckenrekorde in Duisburg sind fast dreißig Jahre alt und stammen aus dem Jahr 1989, gehalten vom Ungar Tibor Baier (2:14:33h) und von der Russin Irina Bogacheva (2:39:09h). Gab es in den Anfangsjahren einige Sieger und Siegerinnen aus Osteuropa, so stammen sie seit Mitte der neunziger Jahre allesamt aus Deutschland. Mit der Verpflichtung ostafrikanischer Eliteläufer hatte es Duisburg noch nie, was bei den einheimischen Startern und dem Publikum überaus gut ankommt. Auch der Sieger der jüngsten Auflage, Karsten Kruck, stammt aus der Region, ist Lokalmatador als Starter für den ASV Duisburg. Und auch die Platzierten stammen durchweg aus dem "Revier" - eine echte Ruhrpottgala also.

Zum dritten Mal gewann Karsten Kruck den Duisburg Marathon Björn Tertünte wurde 2. Dritter wurde Robert Jäkel Bester Ausländer war der Japaner Masaru Abe auf Platz 7

2004 und 2015 hatte Kruck den Marathon schon zweimal gewonnen in Zeiten von 2:35h und 2:33h. Ein solcher Wert sei diesmal nicht drin gewesen, sagte Kruck nach dem Rennen, er sei nicht sonderlich gut vorbereitet gewesen und habe sich auf die 10.000-Meter-DM in Bautzen konzentriert, wo er die M35 gewinnen konnte. Zum Duisburg Marathon habe er sich mehr oder weniger überreden lassen, was er unterwegs bereut habe. Denn schon nach der Hälfte habe ihm die Hitze große Probleme gemacht, und die Beine hätten nicht mehr so gewollt wie er. Abgekämpft aber glücklich kam er dennoch als erster ins Ziel. Seine Zeit: 2:40:37h, die bisher langsamste Siegzeit überhaupt. Dahinter hatte Björn Tertünte (M40) vom Ayyo Team Essen am Schluss Boden gutgemacht, konnte den Führenden aber nicht mehr einholen. Mit einer knappen halben Minute Rückstand kam er in 2:41:04h auf Rang zwei vor Robert Jäkel (M50, TuS 08 Lintorf, 2:45:27h) und Magnus Kreth (M40, ASV Duisburg, 2:48:44h). Als bester Ausländer kam der Japaner Masaru Abe (MHK, o.V.) in 2:54:21h auf den 7. Rang.

Inliner-LM und andere Rahmenwettbewerbe

Wenn Staffelläufe bei einem Marathon vorgesehen sind, dann starten die Teams oft zeitgleich mit den Individualisten. In Duisburg wird die Ekiden-Staffel, bestehend aus Schülern, zwei Minuten vor den Hauptläufern auf die Strecke geschickt, die Erwachsenenteams hingegen zwanzig Minuten später. Bei den Schülern bilden sechs Läufer eine Mannschaft, bei den Erwachsenen vier.

Das schnellste Männerquartett stellte die Ausdauerschule Bunert mit Alexander Lubina, Roman Schulte Zurhausen, Christoph Prunsche und Sören Riecher. Sie brauchten 2:32:32h. Im Vorfeld war ein heiteres Siegzeitraten für die Männerstaffel ausgelobt worden. Welcher Ratefuchs die Zeit exakt treffen bzw. am nächsten dran sein würde, konnte eine einwöchige Urlaubsreise für zwei Personen nach Mallorca gewinnen. Das schnellste Frauenteam waren die LC Duisburg Mädels mit Verena Nass, Annette Hausmann, Sonja Bohmann und Alina Scholz in 3:20:50h. Flotteste Mixedstaffel mit mindestens zwei Frauen wurde das Team Laufsport Bunert Duisburg mit Riccarda Schlimnat, Tim Groß, Marc Böhme und Theresa Lippert in 3:03:14h. Insgesamt hatten 100 Staffeln teilgenommen. Bei den Ekiden siegten die Gesamtschule Meiderich (3:42:23h, Männer), die Waldorfschule Mülheim (3:58:41h, Mixed) und das Gertrud-Bäumer-Berufskolleg (4:58:57h, Frauen).

Beim Inliner-Marathon der Männer gab es einen neuen Streckenrekord durch Markus Pape. Thomas hatte es nicht so eilig und wollte mehr von der Stadt sehen Schlussläufer der siegreichen Staffel: Sören Riechers von der Ausdauerschule Bunert Ein anderes Team der Ausdauerschule, das 3. wird, beim gemeinsamen Zieleinlauf

Markus Pape (M30) heißt der Dominator beim Inlinermarathon. Der Mann vom LC Solbad Ravensberg siegte mit neuem Streckenrekord in 1:08:39h, zeitgleich vor Sören Lindner (M30) von "der rollenshop.de Powerslide". Pape verbesserte den alten Streckenrekord um gleich 37 Sekunden. Er sei so schnell unterwegs gewesen, dass er von der Stadt nichts gesehen habe, sagte er später: "Außer den beiden Rheinbrücken". Bei den Frauen siegte die Kolumbianerin Dominique Lommers (WHK) von Jaguares Skate in 1:24:20h vor der Rheinländerin Claudia Maria Henneken (W30) vom SSC Köln, die acht Sekunden länger brauchte. Pape und Henneken sind damit neue Landesmeister (NRW). Die Handbiker-Trophy sicherten sich Katrin Möller vom Team Race Stoff (1:25:10h) vor Kerstin Abele vom Adviva Handbikerteam (1:36:08h) und der "fliegende Holländer" Jetze Plat (Wolturnus pro handbiker team) in neuer Streckenbestzeit von 1:01:38h vor dem zeitgleichen Dänen Michael Joergensen (o.V.).

Die baumgesäumte Zielgeraden vor der Schau-ins-Land-Arena kann lang werden Aber irgendwann ist das Fußballstadion erreicht

Marathonis auf den Spuren des Kultkommissars Horst Schimanski

Der Rhein-Ruhr-Marathon ist nicht nur auf den Sonntag festgelegt, sondern bietet ein dreitägiges Programm. Anders als anderswo finden die AOK-Schülerläufe bereits freitags statt, und zwar morgens, wenn die Kinder eigentlich zur Schule gehen sollten. Das ist freilich volle Absicht. In Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund veranstaltet das Schulsportreferat die Schülerläufe mit großem Erfolg unter Beteiligung von 22 örtlichen Schulen, die in 12 Rennen 1122 Jungen und Mädchen an die Startlinie brachten, immerhin rund 25 Prozent der 4414 Gesamtfinisher. Neben einem Minimarathon (4,2km) und einem 800-Meter-Lauf war ein halber Minimarathon (2,1km) neu im Programm.

Am Samstagmorgen lädt dann der Mitveranstalter LC Duisburg ohne Anmeldezwang formlos zu einem Frühstückslauf um die Regattastrecke ein. Nach rund fünf Kilometern wird schon mal der Stadioneinlauf geprobt, wo Kaffee und Gebäck dargereicht werden. Wen es am Nachmittag nicht zur Pastaparty zieht, der kann ein neues Veranstaltungsformat ausprobieren, das seit einiger Zeit existiert und nun auch für Marathonstarter angeboten wird, nämlich auf den Spuren des Duisburger Tarortkommissars Horst Schimanskis zu wandeln, das von DU-Tours angeboten wird.

Ein neues Programmformat für Marathonläufer. Am Vortag wandeln sie bei einer Führung im Hafen auf den Spuren des Duisburger Kult-Ermittlers Horst Schimanski Die letzten Meter im Heiligtum des Fußballclubs MSV Duisburg waren auf Asphalt zurückzulegen, denn über eine Tartanbahn verfügt die Arena nicht
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Wort- und bildreich verrät Reiseführer Henry Lehmann so manches Geheimnis über die Dreharbeiten, erklärt manche Nettigkeiten, die dem Kultermittler zu eigen waren und führt im Duisburger Hafen an die originalen Drehorte. Wo verspeiste Schimi seine erste Currywurst? wann schrie er - Premiere im deutschen Fernsehen - erstmals das Wort Schei...? in welchen Kneipen verkehrte er und wo verführte er regelmäßig die Wirtsfrau?, das sind so die Fragen, die es zu beantworten gilt. Auch wurde erklärt, wie es zu Zeiten ohne Handy für Schimanski möglich war, immer und allerorts telefonieren zu können, selbst auf einem abgelegenen Waldweg. Ganz einfach. Die Produzenten waren irgendwann auf die Idee gekommen, eine gelbe Telefonzelle immer auf dem Laster mitzuführen. Und wo immer Schimi ein dringendes Ferngespräch führen musste, da wurde es flugs abgeladen. Dass Götz George während der Dreharbeiten regelmäßig zu Spielen des Meidericher SV ging und echter Fan der Elf war, erfreute vor allem die Duisburger Zuhörer.

Die Marathonis jedenfalls fühlten sich bei der ausgebuchten Führung durch die alten Schimi-Storys sehr gut unterhalten - eine rechte Entspannung vor den sonntäglichen Marathonstrapazen in brütender Hitze ...

Bericht und Fotos von Michael Schardt

unter

go4it-foto.de

Ergebnisse www.rhein-ruhr-marathon.de

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