3.6.17 - 6. Mattoni Ceské Budejovice Half Marathon, Budweis

Favoritensterben beim Goldlabelrennen in Budweis

Justus Kangogo (KEN) siegt "unter Niveau" im Glutofen von Budweis

Agnes Barsosio (KEN) mit persönlicher Bestzeit und Streckenrekord

von Michael Schardt

Bei der sechsten Auflage des Halbmarathons von Budweis kam es bei Männern und Frauen je zu einem kenianischen Doppelsieg. Bei den Männern siegte Justus Kangogo vor Paul Mwangi, während bei den Frauen Agnes Barsosio vor Rebecca Chesir triumphierte. Die jeweils dritten Plätze gingen überraschend an den Brasilianer Paulo Paula beziehungsweise die Ukrainerin Olga Skrypak.

Die eigentlichen Favoriten, Wilson Kipsang, einziger Läufer weltweit, der bei vier verschiedenen Rennen der Major-Marathonserie (New York, London, Tokio, Berlin) siegreich war und einst den Marathonweltrekord innehatte, und Lucy Kabuu, zweifache Olympiateilnehmerin für Kenia und ausgestattet mit einer HM-Bestzeit von 66:09min, traten zwar an, mussten aber schon nach wenigen Kilometern - wohl verletzungsbedingt - aufgeben.

Budweis ist eine schöne Stadt mit einem historischen Stadtkern und - wie hier zu sehen - mit der typischen, mehrere Epochen durchlaufenden Arkadenbauweise Die Stadt liegt in einer seenreichen Region am Zusammenfluss von Maltsch und Moldau. Ein anderes berühmtes "Wasser" ist das weltbekannte Budweiser Bier
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Bei äußerst schwierigen Witterungsbedingungen, sprich großer Hitze und drückender Schwüle, kamen von angemeldeten 3500 Halbmarathon- und Staffelläufern knapp 2800 ins Ziel. Unter denen, die aufgeben mussten, war auch der als schnellster Tscheche gehandelte Jan Kreisinger, während die favorisierte einheimische Frau, Radka Churánová, den Lauf ziemlich ermüdet nur joggend beenden konnte. Kurioserweise waren es gerade Kipsang, Kabuu sowie Kreisinger und Churánová, die bei der vortäglichen Pressekonferenz mit so großen Erwartungen präsentiert worden waren. Allein Kipsang sah sich selbst keineswegs als Favoriten an, sondern seinen Landsmann Geoffrey Ronoh. Dieser sei von beiden der bessere Halbmarathonläufer, während er, Kipsang, vielleicht das größere Potential im Marathon habe. Allein Ronoh kam auch nicht ins Ziel.

Orgachef Capalbo: Lob an alle Teilnehmer

Inwieweit Kabuu und der als Werbeträger bestens geeignete Kipsang vielleicht überhaupt geplant hatten, den Streckenrekord wirklich anzugreifen, ist schwer zu sagen, jedoch überrascht ihr frühes, verletzungsbedingtes Ausscheiden einigermaßen. Denkbar ist durchaus, dass beide kein allzu großes gesundheitliches Risiko eingehen wollten und sie aus dem Rennen gingen, als erste muskuläre Unregelmäßigkeiten auftraten. Bei Kipsang, der nach sechs Kilometern aufgab, hatte die Wade bereits nach wenigen Laufminuten Probleme gemacht. Zu diesem Zeitpunkt waren ihm einige seiner ärgsten Gegner schon enteilt. Auch Kabuu lag keinesfalls in Führung, als sie früh aus dem Rennen ging. Ihr hatte in den letzten Monaten ohnehin die Gesundheit nicht gut mitgespielt, so dass ihr Comeback zu einem späteren Termin nachzuholen ist.

Der Hauptplatz (Platz Ottokar II.) gilt als einer der größten und schönsten Mitteleuropas. Der Platz ist das logistische Zentrum der Veranstaltung Fast die ganze Stadt ist am Renntag auf den Beinen. Selbst die mürrischen Geschäftsleute, die durch diese Skulptur ironisiert werden, geben sich frohgelaunt

Angesichts der heißen Temperaturen (die Organisatoren sprachen vom "Glutofen Budweis"), sprach der Orgachef und Gründer der RunCzech-Serie, Dr. Carlo Capalbo, nicht nur den Eliteläufern, sondern allen, die ins Ziel gekommen waren, seine Hochachtung aus: "Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen", sagte er nach dem Rennen, "um allen zu gratulieren, die heute die Ziellinie erreichten. Die Bedingungen waren alles andere als leicht und jeder, der sich durchkämpfte, verdient meinen größten Respekt." Besonders hatte ihn auch der neue Streckenrekord bei den Frauen gefreut. "Ich bin wirklich sehr erfreut, dass Agnes Barsosio bewiesen hat, dass man sehr gute Zeiten in Ceské Budejovice laufen kann. Wenn sie auch nicht den Weltrekord lief wie Joyciline Jepkosgei im April in Prag, so war ihre Zeit doch fantastisch unter den gegebenen Wetterbedingungen."

Mit der Erwähnung des Weltrekords spielte er auf jene läuferische Großtat an, die der jungen Kenianerin Joyciline Jepkosgei vor ziemlich genau acht Wochen gelungen war, als sie gleich vier neue Weltrekorde in einem Rennen (10km, 15km, 20km, HM) erzielte. Diese waren erst zwei Tage vor dem HM in Budweis von der IAAF ratifiziert und damit offiziell geworden. Kein Wunder, dass das RunCzech-Team seinen besonderen Stolz darüber bei den Pressegesprächen in Budweis zeigte. Es seien die überhaupt ersten Freiluftweltrekorde gewesen, die je auf tschechischem Boden aufgestellt worden seien. Davon habe man vor zwanzig Jahren nur träumen können, als man die ersten Rennen aus der Taufe gehoben habe. Jetzt seien sie Realität und alle Läufe der Serie mit dem höchsten Premiumstatus der IAAF ausgestattet, dem Goldlabel für überragende Organisation.

Fast scheint es so, dass dieses fein restaurierte Gebäude am Hauptplatz eine Banderole verpasst bekommen hat, die den anstehenden Familienlauf ankündigt und dessen Hauptsponsor nennt Start des Familienlaufs mit 3000 Teilnehmern. Das Rennen über 3 km war wieder einmal ausgebucht

Budweis - Perle Südböhmens

Der Halbmarathon von Budweis, durchgeführt am Samstag vor Pfingsten, eignet sich zur Teilnahme nicht nur für Läufer aus der Region Südböhmen, sondern auch für solche, die von etwas weiter her anreisen, nicht zuletzt wegen dem verlängerten Wochenende. Beispielsweise aus Deutschland oder Österreich. Die Stadt ist Haltepunkt der Eisenbahnlinie von Linz nach Prag, ist aber auch von Bayern aus sehr günstig mit dem Zug zu erreichen.

Budweis, auch als Perle Südböhmens gerühmt, ist nicht nur bekannt wegen seinem Bier, sondern wegen der schönen Altstadt, in deren Zentrum der Hauptplatz Ausgangspunkt für eine beeindruckende Stadtführung sein kann. Die Innenstadt ist überschaubar und gut fußläufig zu durchqueren. Besonders interessant sind die architektonische Vielfalt der Bürgerhäuser, die Arkadenbauweise und die schachbrettartige Anlage der Straßenzüge. Es gibt zahlreiche Museen und Galerien sowie anerkannte Ballett- und Konzerthäuser. Ruhe findet man im Stromovkapark oder an den Ufern von Moldau und Maltsch, die nahe dem Altstadtkern zusammenfließen und eine Naherholungsinsel bilden.

Begeisterung bei den Läufern, Freude bei den Zuschauern. Der Familienlauf ist der gelungene Auftakt für den Hauptlauf Jubelsprünge im Ziel beim Sieger über 3km ... ... kontrollierte "Ausgelassenheit" bei der Siegerin

In Budweis spielt der Autoverkehr nicht eine so dominante Rolle wie in anderen tschechischen Städten. Die idyllische Metropole mit knapp 100.000 Einwohnern, darunter zehn Prozent Studenten, wirkt auf die Besucher entspannt, ja fast beschaulich. Hektik kommt hier jedenfalls kaum auf, selbst nicht am Tag des Laufes, obwohl die ganze Stadt auf den Beinen scheint.

Ein eingespieltes Ritual

Die RunCzech-Serie umfasst mehrere Läufe, einige davon in der Hauptstadt Prag (Marathon, HM, 10km Grand-Prix, Staffeltag), andere in der Provinz (Usti, Budweis, Olmütz, Karlsbad). Dabei laufen die Veranstaltungen in der Provinz nach einem ähnlichen Muster ab. Es gibt als Rennen einen Familienlauf (3-4 km), den Halbmarathon als Hauptlauf, sowie die in den Halbmarathon integrierten Staffelläufe für zwei (10+11,1km) und vier Läufer (3x5km, 1x6,1km).

Sowohl der Familienlauf als auch der Halbmarathon sind mit 3000 bzw. 3500 Teilnehmer gedeckelt und in der Regel ausgebucht. Die logistischen Zentren sind je die Hauptplätze der einzelnen Städte, wo anschließend noch die Läuferparty stattfinden. Die Expo mit Startunterlagenausgabe liegt in der Regel etwas außerhalb vom Stadtzentrum, in Budweis im E.O.N.-Gebäude auf der anderen Seite der Moldau.

Einlauf der Nationen. Läufer aus 44 Ländern waren in Budweis dabei, darunter auch zwei Dutzend Deutsche Start des Halbmarathons, der mit 3500 Läufern ausgebucht war

Die Veranstaltungen verstehen sich vornehmlich als Breitensportveranstaltung, die mit großem medialem Aufwand alle Bevölkerungsgruppen der Stadt ansprechen will - als Läufer und/oder Zuschauer. Um den sportlichen Wert des Laufs aufzuwerten, lädt man regelmäßig Eliteläufer aus Ostafrika, aus Ostasien, Südamerika, den USA und Osteuropa ein, deren Beste Weltniveau verkörpern. Neben den überregional gewonnenen Sponsoren werden lokale Unternehmen in die Veranstaltungen eingebunden, womit der Identifikationswert der Stadt mit der Veranstaltung erhöht wird. Auch die Politik, die Verwaltung und unterschiedliche Institutionen sind integriert, die teils auch als Gastgeber einer Abendgala auftreten. Damit avanciert ein Auftritt der RunCzech-Leute in der Stadt zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Nicht selten geben der Bürgermeister oder Senatoren die Startschüsse ab und/oder laufen selbst mit. Mit einem solchen Konzept wird die Angelegenheit auch zu einem interessanten Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde.

Der etwas andere Jedermannslauf

Beim überaus beliebten Familienlauf ist so ziemlich alles erlaubt, was Spaß macht. Da sind Teilnehmer aller Altersklassen dabei, Kinder mit Minifahrrad oder Tretroller, Eltern mit Kinderwagen oder Rollschuhen, Betreuer und Starter im Rollstuhl, große und kleine Hunde, Menschen mit Gehhilfen, ganze Gruppen unterschiedlichster Anbindung. Es ist ein kunterbuntes Miteinander, Kreuz-und quer-Kurven, Stehenbleiben und Weiterlaufen - und weit vorne auch ein ambitioniertes Wettrennen um Sieg und Ehre auf den kopfsteinlastigen Innenstadtgassen der Altstadt.

Der erste Kilometer ist geschafft, die Bedingungen allerdings waren extrem: 27 Grad im Schatten und drückende Luft Schatten allerdings gab es kaum

Der schnellste Junge, vielleicht sechzehn Jahre alt, beendete nach rund zehn Minuten den etwas mehr als drei Kilometer langen Lauf mit einem Siegsprung über die Ziellinie. Sehr kontrolliert mit gezieltem Drücken der Stoppuhr hingegen überquerte das schnellste Mädchen, etwa dreizehn Jahre alt, nach knapp zwölf Minuten den Lauf. Die Erwachsenen hatten in dem Feld der schnellen Jugendlichen keine Chance aufs Treppchen, bestenfalls konnten sie sich unter den besten zehn Läuferinnen oder Läufern platzieren. Bis zu 45 Minuten kann es dauern, bis die 3000 Teilnehmer komplett im Ziel sind. Als Lohn erwartet dort alle eine schöne Medaille, vielfältige Verpflegung und kalte Wasserbesprenkelung, die heuer angesichts der Hitze besonders oft in Anspruch genommen wurde.

Wichtiger als all das ist für viele Teilnehmer aber die Anerkennung, die durch die unermüdlich anfeuernden Zuschauer spürbar wird, die Stimmung, die aufkommt, wenn man sich auf einer großen Leinwand einlaufen sieht, der Moderator seinen Namen ruft. Es ist gut denkbar, dass durch ein solches Ereignis der Familienläufer von heute der stolze Halbmarathonfinisher von morgen wird. Ein Konzept mit Zukunft, eins, das mit dem Hauptmotto "All runners are beautyful" die Empfindung des Freizeitläufers anspricht.

Die Laufstrecke ist topfeben und für schnelle Zeiten gut Passiert wird auch die Marienkirche

Strecke und Bedingungen

Mehr noch als die Strecke von Olmütz, Prag oder Karlsbad eignet sich die von Budweis für schnelle Zeiten. Der Kurs ist superflach und sehr gut zu belaufen. Einige Meter Kopfsteinpflaster schmälern diesen Eindruck nicht und auch kaum, dass es ein paar Ecken und bei km 10 und 19 zwei Wendepunkte gibt. Die Strecke ist zuschauerfreundlich, da die Läufer mehrfach über den Hauptplatz laufen und sich nicht übermäßig weit vom Stadtzentrum entfernen. An mehreren Stellen bekommt man sie gleich zwei- oder gar dreimal zu sehen, da es mehrere Gegenlaufpassagen gibt. Das ist auch für Läufer interessant wegen der Kontrolle der Platzierung. Anfangs werden einige Kilometer an der Moldau gelaufen, dann wird die Maltsch zweimal gequert, später passiert man den Bahnhof und zwei kleine Seen, um dann ins Zentrum zurückzukehren.

Dass der Halbmarathon samstags erst um 18:30 Uhr gestartet wurde, wirkte sich nicht günstig auf die Witterungsverhältnisse aus. Es war zum Startzeitpunkt genau so heiß wie zur Mittagszeit, nämlich 27 Grad Celsius. Schlimmer aber war, dass die Luft inzwischen sehr drückend geworden war und die Laufstrecke kaum Schatten bietet. Vornehmlich diesen Bedingungen dürfte es zu "verdanken" sein, dass fast ein Viertel aller HM- und Staffelläufer nicht antraten oder nicht ins Ziel kamen. Über 3500 Läufer hatten sich angemeldet, hinzu kamen noch einige Dutzend Gäste. Ins Ziel kamen 2784 Teilnehmer, darunter 2230 Halbmarathonis und 554 Staffelteilnehmer.

Mehrfach kommen sich die Läufer auf Pendelstrecken entgegen Pacemaker werden von 1:30h, hier im Bild, bis 2:30h eingesetzt

Auch dem Sieger Justus Kangogo aus Kenia hatte das Wetter zugesetzt. Es sei eines seiner schwersten Rennen gewesen, gab er nach dem Lauf zu Protokoll. Seine Siegzeit liege weit weg von seiner persönlichen Bestzeit, analysierte er. "Aber mit Blick auf die große Hitze bin ich damit sehr zufrieden."

Agnes Barsosio läuft Streckenrekord

Ein wenig auf der Rechnung hätte man sie schon haben sollen, die Kenianerin Agnes Jeruto Barsosio. Hatte sie doch beim Paris Marathon 2017 einen beachtlichen zweiten Platz erlangt in herausragenden 2:20:59h und davor, 2016, vier weitere Marathonläufe (u. a. in Istanbul, im chinesischen Jilin und in Kigali in Rwanda) gewonnen. Ihre HM-Bestzeit lag bisher "nur" bei 70:25min, beinahe die Durchschnittszeit beim Pariser Lauf. Höher eingestuft wurden in Budweis allerdings ihre Landsfrauen Rebecca Chesir, die eine persönliche Bestzeit von 68:21min (Mailand, 2015) hat, und Lucy Kabuu, die sogar 66:09min zu Buche stehen hat.

Neuer Streckenrekord und neue persönliche Bestzeit für Agnes Barsosio aus Kenia Rang 2 für die Kenianerin Rebecca Chesir Spannendes Rennen um Bronze zwischen der 3., Olga Skrypak aus der Ukraine (hinten), und Joy Loyce aus Kenia, die im Ziel nur eine Sekunde trennen

Nachdem ihre stärkste Konkurrentin Kabuu bereits früh zurückgefallen und dann ausgeschieden war, lag Barsosio bei km fünf mit Chesir gemeinsam in Front. Sie gingen bei 16:06min durch. Dann ergriff Barsosio die Initiative und brachte bis zur nächsten Zwischenzeit fünfzig Sekunden zwischen sich und Chesir. Zu diesem Zeitpunkt lag die Ukrainerin Olga Skrypak hinter fünf Kenianerinnen auf Rang sechs. Angetrieben von dem Gedanken an einen neuen Streckenrekord nebst neuer persönlicher Bestzeit als Dreingabe blieb Barsosio kämpferisch, dabei lange alleine laufend. Schließlich schaffte sie in 69:53min, beide Ziele zu realisieren und ein ordentliches Preisgeld einzustreichen. Sie verbesserte die eigene PB um 32 Sekunden und den alten Streckenrekord (Ashete Bekere, 2016, 70:40min) gleich um 47 Sekunden. Zweite wurde Rebecca Chesir in 73:05min vor der am Schluss stark aufkommenden und im Spurt die Kenianerin Joy Loyce (4. in 74:14min) niederringenden Olga Skrypak in 74:12min. Nicht ganz überzeugen konnten die höher eingeschätzten jungen Japanerinnen, von denen Maki Ashi auf Rang neun (80:17min) noch die beste war.

Die Siegerin äußerte sich später dahingehend, dass es ein Riesenerfolg für sie sei, das Rennen gewonnen und neue Bestwerte aufgestellt zu haben. Sie wolle gerne wiederkommen und noch schneller laufen. Schnellste Tschechin wurde Ivana Sekyrová auf Rang zehn in 81:17min. Als flotteste einer Handvoll deutscher Läuferinnen kam Alexandra Heckberger-Dichtl auf eine Laufzeit von 2:16:21h.

Sieger Justus Kangogo aus Kenia Rang 2 für den Kenianer Paul Mwangi Überraschungsdritter Paulo Paula aus Brasilien Gelungenes Europadebüt für den Japaner Hideto Yamanaka, der 4. wird. Damit platzierten sich Läufer aus drei Kontinenten unter den ersten 4.

Justus Kangogo souverän

Es passiert also auch Eliteläufern. Während einer noch nicht entscheidenden Phase des Rennens löste sich bei Mitfavorit Abraham Akopesha das Schuhband, was ihn zum unfreiwilligen Anhalten zwang. Ob das allerdings für den Sieg von Justus Kangogo eine Bedeutung hatte, wie in einer Pressemitteilung vermutet wird, kann man bezweifeln. Denn Kangogos Renngestaltung erwies sich als souverän und Akopesha stieg vorzeitig aus. Schon vor der Halbzeitmarke war Kangogo der Konkurrenz enteilt, auch auf das Risiko hin, dass er den Rest des Rennens alleine laufen müsse. Er hat sich offensichtlich gut gefühlt, zumindest aber der Konkurrenz überlegen. Dass er am Ende über drei Minuten hinter seiner Bestzeit (59:31min) und hinter dem Streckenrekord (Daniel Chebii, 2012, 59:49min) zurückbleiben sollte, spielt dabei keine Rolle.

Kangogo siegte in für diese Verhältnisse sehr guten 62:47min mit fast zwei Minuten Vorsprung vor Paul Mwangi (64:33min), dem überraschend starken Brasilianer Paulo Paula (65:25min) und dem japanischen Europadebütanten Hedito Yamanaka in 66:19min. Damit kamen Läufer aus drei verschiedenen Kontinenten unter die ersten vier. Schnellster Europäer wurde als siebter der Ukrainer Oleksandr Sitkovsky, der 69:27min brauchte und damit unmittelbar vor der ersten Frau lag.

Klarer Sieger der Journalistenwertung und schnellster Österreicher: Werner Schrittwieser aus Mang Auf der Laufstrecke: Ein Schotte mit tschechischer Fahne?? Die Zweier- und Viererstaffel starten zusammen mit den HM-Läufern. Hier rechts der Schlussläufer des siegreichen Zweierstaffelrennens, Jan Pernica, der mit seiner Frau Dana Pernicova ein Team bildete
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Den Kampf um den ersten Platz bei der tschechischen Meisterschaft entschied überraschend nicht Jan Kreisinger für sich, sondern David Vas. Er kam auf Rang zehn in 71:53min. Schnellster Mann aus dem deutschsprachigen Raum und erster der Journalistenwertung wurde Werner Schrittwieser, der in Melk als selbstständiger Lauftrainer und "rasender Reporter" arbeitet. Er hatte sich eine Zeit von 80 Minuten vorgenommen, wie er in einem Zufallsinterview vor dem Start dem Moderator sagte. Für ihn lief es durchaus ansprechend, doch machte sein Magen nicht mehr recht mit. Nach einem unfreiwilligen Boxenstopp und guter kämpferischer Einstellung kam er in 86:59min ins Ziel, womit er schnellster Österreicher war. Flottester Deutscher wurde Manfred Schmelz vom SC Arnring. Der M45er beendete sein Rennen knapp unter 100 Minuten auf Rang 286.

Bericht und Fotos von Michael Schardt

Ergebnisse www.runczech.com

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