11.6.17 - Alsbach-Hähnlein Melibokuslauf

Der 48. Melibokuslauf: hinein ins Grün, hinauf zum Gipfel

von Markus Heidl

Der Melibokus (bzw. Melibocus; auch Malschen oder Malchen und früher Spitzberg genannt) ist ein 517,4 m ü. NHN hoher Berg im Odenwald bei Zwingenberg in Hessen und damit der höchste Berg an der südhessischen Bergstraße, weiß die Wikipedia. Etwas näher ausgeführt liegt der Melibokus unmittelbar östlich von Zwingenberg genau auf der Grenze zwischen Bensheim (Ortsteil Auerbach) und Alsbach-Hähnlein, womit wir der Materie schon näher kommen. Was die Wikipedia nämlich nicht weiß - oder zumindest nicht für erwähnenswert hält - ist, dass nicht nur Wanderwege bis zum Gipfel führen, sondern ebenso die Route eines erfolgreichen Laufs.

Dieser Lauf wird heute bereits zum 48. Mal ausgetragen. Zum Vergleich: der in anderthalb Wochen stattfindende Darmstädter Stadtlauf feiert erst sein 40. Jubiläum, der Frankfurt Marathon wird als ältester Stadtmarathon Deutschlands im Oktober zum 36. Mal gestartet.
Der Melibokuslauf ist anspruchsvoller und bietet drei verschiedene Streckenlängen an, die zeitgleich um 10 Uhr am Sonntagmorgen gestartet werden: die Läuferinnen und Läufer haben die Wahl zwischen 5, 10 und 20 Kilometern, wobei bis zu 450 Höhenmeter zu bewältigen sind. Parallel dazu wird auf flacherem Geläuf ein Kinderlauf ausgetragen.

Der Melibokuslauf bietet mit 5, 10 und 20 Kilometern drei verschiedene Streckenlängen an
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Auf dem Berggipfel des Melibokus, den es zu erklimmen gilt, stehen ein ehemals militärisch genutzter Richtfunkmast und ein Aussichtsturm. Der Weg dorthin besteht aus vielen Ecken und Kanten, meist aus Waldwegen und manchmal aus Pfaden, einmal sogar nur aus einem ehemaligen Flussbett. Zu finden ist er dennoch sehr leicht, bei der Streckenmarkierung leisten die Organisatoren hervorragende Arbeit. Kein Wunder also, dass die Läufer bereits zum 48. Mal gerne wiederkommen.

Die Wahl zwischen verschiedenen Strecken gab es freilich nicht von Anfang an. Auch gab es schon verschiedene Routen, über einige Jahre wurde gar im Ort gestartet. Schließlich aber beschloss man, dass ein Waldlauf in den Wald gehört. Mit Erfolg: noch kein einziges Jahr wurde bei einem der ältesten deutschen Volksläufe ausgesetzt. Etabliert hat sich der jetzige Start auf dem Parkplatz im Sperbergrund, von wo aus steil in den Wald gestartet wird. Die verschiedenen Streckenlängen entwickelten sich über die Jahre.

Markus Heidl (2057) und Guiseppe Toia, die Sieger über 20 und 10 km, laufen auf den ersten anderthalb Kilometern noch zusammen Valentin Ruser (2100), am Ende 5. über 20 km, und Velizer Kolev, 2., beginnen die erste Steigung gemeinsam

Während es im letzten Jahr wie aus Kübeln schüttete, war es vielen heuer nach einer vergleichsweise kühlen Woche eher zu warm, wobei kaum Gefahr für einen Sonnenbrand besteht: gleich mit dem Start geht es hinein in den grünen Wald, der auf dem langen Weg hinauf zum Gipfel ebenso wenig verlassen wird wie auf dem Weg hinab.

Genau wegen dieses Auf und Ab in Kombination mit der schönen Umgebung sind die Läufer hier: der Melibokuslauf steht sowohl für Anspruch aufgrund der Höhenmeter wie auch für eine sehr schöne Strecke. Den Dank für die Organisation zeigten die Teilnehmer anhand ihrer Teilnahme: 367 Läuferinnen und Läufer erreichten das Ziel der 48. Auflage.

Während um 10 Uhr die 5, 10 und 20 km gleichzeitig gestartet wurden, kristallisierten sich insbesondere nach den Abzweigungen, an denen sich die Strecken trennten, nach und nach die Sieganwärter heraus, während vorher meist gemeinsame Sache gemacht wurde.

Lena Berg gewinnt die 20 km bei den Frauen Christina Erdbrink wird 2. über 20 km Alexandra Rechel (3.), frisch gebackene Deutsche Meisterin im Berglauf (gestern) erfreut die Organisatoren durch ihre Teilnahme

Schnellste über die 20 km war Lena Berg (Engelhorn sports team/ TV Schriesheim), die mit überzeugenden 1:23:24 Stunden Vierte im Gesamteinlauf wurde und den ebenso stark laufenden Christina Erdbrink (1:25:45 h) und Alexandra Rechel (1:26:54 h) keine Chance ließ. Während Alexandra gestern bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften überzeugen konnte und sowohl in ihrer Altersklasse als auch mit der W40/45-Mannschaft des ASC den Titel holte, bereitet sich Lena auf einen Halbmarathon in der Schweiz vor. Dafür wären ihr sogar noch mehr Höhenmeter Recht gewesen.

Ähnliche Ziele hatte der Gesamtsieger Markus Heidl (www.laufenhilft.de, 1:19:27 h) im letzten Jahr, als er sich mit dem Melibokuslauf auf einen Trail in Österreich vorbereiten wollte. In diesem Jahr kam er ohne solche Hintergedanken, nur, weil ihm die Strecke so gut gefallen hatte. Ihm folgten Velizer Kolev (1h20'39) und Björn Wittig (1h22'43) auf den Plätzen, bevor wie erwähnt bereits Lena einlief.

Lukas Rink auf den letzten Metern des 5 km Laufs Lucas Schmitt hat ein Lächeln für die Kamera auf der 10km Strecke Nach fast 20 km noch voller Elan: Bastian Hassunger

Die 10 km dominierte Guiseppe Troia, der mit seiner Zeit von 39'25 drei Minuten Vorsprung auf die nächsten Verfolger hatte. Jürgen Weber (Niederrodenbach, 42'24) und Michael Waraus (42'37) trugen dort ihr Duell bis fast zum Schluss aus und machten den Kampf um Rang zwei spannend.

Die schnellste Frau über 10 km hieß am heutigen Tag Irene Bell. Die für die LG BSN startende Athletin siegte mit einer Zeit von 49:03 Minuten. Auf Rang zwei folgte Magdalena Baumann (Tim-Wiese-Taubenzuchtverein, 49'56), auf Rang drei Ute Stamm (51'29).

Dr. Hansjörg Droescher gewinnt die M80 über 10km in 1:26:17 08 Nico (543) und Andreas Heeb (544) laufen die 5 km gemeinsam. Mit dabei: Vincent Kiefer (512) Daumen hoch für den Melibokuslauf: Martina Schmidt
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Den 5 km Lauf dominierten die einheimischen Felix Fahlbusch (20'45) und Luc Chatelais (21'14) vom TV Alsbach. Ihnen folgte Dr. Olaf Pickenäcker (BSG Laufen Evonik, 22'11) auf Rang drei. Die schnellsten Frauen waren Elisa Ohrem (TV Alsbach, 24'23), Beatriz Casas (25'59) und Cecilia Montilla Litters (26'44).

Zeitgleich zum Spektakel am, auf und um den Melibokus wurden Kinderläufe über 880 und 440 m im Park ausgetragen. Für den Nachwuchs ist also gesorgt - und das nicht nur läuferisch: auch im Organisationsteam sind schon "junge" involviert. Um den Melibokuslauf muss sich also keine Sorgen gemacht werden. Wer im nächsten Jahr nicht dabei sein kann, muss spätestens zur übernächsten Auflage kommen. Die 50. Auflage wird etwas ganz Besonderes.

Bericht von Markus Heidl - Fotos von Svenja Heidl

Ergebnisse www.melibokuslauf.de

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