30.5.19 - 38. Fischbachtal-Lauf in Niedernhausen

TuS Griesheim dominiert beim Lauf durchs landschaftlich reizvolle Fischbachtal

von Thomas Guthmann 

Auch beim 38. Fischbachtal-Lauf war der Waldsportplatz des 1. FC Niedernhausen wieder Dreh- und Angelpunkt. Bereits die Anfahrt zum Waldsportplatz am Nonroder Hang ließ erahnen welches Auf und Ab die Teilnehmer noch erwarten würde, bescherte aber auch gleichzeitig einen ersten herrlichen Blick über das malerische Fischbachtal mit dem Schloss Lichtenberg und der St. Johannes der Täufer Kirche.

Bergauf, bergab führt die Strecke die Fischbachtal-Läufer durch die Mittelgebirgslandschaft des Odenwalds und auch schöne Fernsichten lassen das Herz höher schlagen
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Das Fischbachtal liegt im vorderen Odenwald von Südhessen und setzt sich aus den Gemeinden Niedernhausen, Nonrod, Meßbach, Steinau, Lichtenberg und Billings zusammen. Diese romantischen Dörfer sind gespickt mit alten Fachwerkhäusern und erinnern an längst vergangene Zeiten. Eben durch bzw. an diesen Dörfern vorbei führt auf asphaltierten Straßen bzw. Feld- und Waldwegen der 12,6 km lange Rundkurs des Fischbachtal-Laufs. Die Strecke schlängelt sich über - mal mehr mal weniger - sanfte Hügel zwischen saftig grünen Wiesen in denen am Veranstaltungstag Grillen zirpten und hindurch unter mächtig aufragenden Bäumen. Das landschaftlich reizvolle Laufvergnügen kostete in der Voranmeldung schlanke 9,00 €. Bis vor zwei Jahren, als es noch keine Voranmeldung über einen externen Dienstleister gab, waren es sogar nur 6,00 €.

Andernorts werden ganz andere Preise aufgerufen und es ist fast schon zur Regel geworden, dass pro Streckenkilometer ein Euro verlangt wird. Die Möglichkeit der Voranmeldung nutzten 139 Interessierte. Eine deutlichere Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Bereits am Ortsausgang von Nonrod hat Björn Kuttich einen ordentlichen Vorsprung Die Verfolgergruppe mit Michael Obst, Keijo Buss und Jürgen Weber

Am Veranstaltungsmorgen, als um 08:45 Uhr die Walker und Wanderer als erstes auf die Strecke geschickt wurden, lachte die Sonne vom Himmel und das Thermometer zeigte bereits 13 Grad Celsius. 30 Minuten später - um 09:15 Uhr - fiel der Startschuss für die Läufer, welche die identische 12,6 km Runde in Angriff nahmen. Vom Start weg am Waldsportplatz schlängelt sich die Strecke auf Asphalt stetig bergauf bis kurz nach Verlassen von Nonrod, wo der höchste Punkt der Strecke erreicht ist.

Bereits hier hatte sich Björn Kuttich vom Rest des Feldes etwas absetzen können. Gejagt wurde er von einer vierköpfigen Verfolgergruppe. Von nun an ging es im weiteren Verlauf der Strecke stetig hoch und runter. Über saftig grüne Wiesen hinweg konnten die Läufer ihren Blick durch das Fischbachtal schweifen lassen. Kurz hinter Steinau, nach Querung der Landstraße, lief es dann durch den Wald beständig dem tiefsten Punkt der Strecke am Fuße des Schlosses Lichtenberg entgegen. Nach Querung der Hauptstraße in Niedernhausen ging es die letzten 1,5 Kilometer zum Ziel kontinuierlich bergauf.

Bei KM 2 ist der höchste Punkt der Strecke erreicht Ausblick über das malerische Fischbachtal

Bis zu Kilometer drei hatte auch Rolf Ciesielski zu der Verfolgergruppe aufgeschlossen und konnte sich sogar von dieser absetzen. Als die Verfolgergruppe auseinanderbrach hefteten sich Michael Obst und Keijo Buss an die Fersen von Ralf Ciesielski. In der Zwischenzeit hatte Björn Kuttich (TuS Griesheim), der sich gut in Form zeigte, seinen Vorsprung weiter ausbauen können, sodass er in 45:38 min souverän siegte.

Nachdem sich Ralf Ciesielski (Team Main-Lauf-Cup) von der Verfolgergruppe lösen konnte lief er ein einsames Rennen. Er schaffte es seinen Vorsprung auf 1:30 min auszubauen und belegte in 47:20 min Rang zwei.

 
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Beim Verlassen von Niedernhausen konnte Michael Obst den Atmen von Keijo Buss in seinem Nacken spüren, denn dieser klebte derart dicht hinter ihm, dass der M45-Läufer Angst haben musste, dass ihm Keijo Buss in die Hacken treten würde. Auf dem letzten langen Anstieg zum Ziel machte Michael Obst Druck, sodass er sich ein paar Schritte von Keijo Buss absetzen konnte, denn er wusste, dass er gegen den deutlich jüngeren Athleten im Schlussprint auf dem flachen Sportplatz keine Chance haben würde. Seine Taktik ging auf, sodass Michael Obst (TuS Griesheim) mit vier Sekunden Vorsprung in 48:57 min Platz drei belegte.

Schnellster des 38. Fischbachtal-Lauf: Björn Kuttich (M30) vom TuS Griesheim M50-Sieger Ralf Ciesielski vom Team Main-Lauf-Cup wird 2. Michael Obst vom TuS Griesheim gewinnt als 3 die M45, den Atem seines Vereinskollegen Keijo Buss im Nacken, der mit Rang 4 schnellste Hauptklassenläufer

Bei den Frauen war das Renngeschehen eine klare Sache für Sarah Overington. Denn bereits beim Ortsausgang von Nonrod kurz vor Kilometer zwei hatte die 30-jährige Athletin des TuS Griesheim einen ordentlichen Vorsprung und war für ihre Konkurrentinnen außer Sicht. Diesen Vorsprung baute die Britin noch auf 2:30 min aus, sodass sie konkurrenzlos in 54:33 min siegte. Im vergangenen Jahr belegte Lara Große-Lüdinghaus vom SF Tria Rossdorf noch Rang Vier im Gesamtklassement. In diesem Jahr lief sie jedoch 25 Sekunden schneller, sodass sie sich diesmal in 57:05 min den zweiten Podestplatz (1. Frauen Hauptklasse) sicherte. Der dritte Platz ging an Kathrin Witteborg vom TuS Griesheim in 59:44 min, die damit erste in der W35 wurde.

Auch bei den Frauen ist TuS Griesheim erfolgreich und stellt mit Sarah Overington die Siegerin Lara Große-Lüdinghaus vom SF Tria Rossdorf läuft auf Rang 2 Kathrin Witteborg, wiederum TuS Griesheim, wird 3.

Schaut man sich die Ergebnisliste an erkennt man, dass nur wenig Hauptklasseathleten ihren Weg zum Fischbachtal-Lauf fanden. Dafür gab es umso mehr Läufer der Altersklassen 40 und älter. Auch in den ganz hohen Altersklassen sind noch immer etliche Laufenthusiasten vertreten: So erlief sich Karin Risch den Sieg in der W70, Axel Seipel war Erster der M70, Dieter Meixner belegte Rang 1 der M75 und gefeierter Altstar war Heinz Langmaack als Sieger der M80 und ältester Teilnehmer. Gerade die Älteren halten seit vielen Jahren, nicht selten sogar seit Jahrzehnten, dem Fischbachtal-Lauf die Treue. Entsprechend familiär war die Atmosphäre am Waldsportplatz und die Veranstaltung erweckte mehr den Anschein eines landschaftlichen Genusslaufes unter (alten) Freunden, anstatt eines Wettkampfes.

Egon Swarowsky vom LT Rheinhessen-Pfalz gewinnt die M65 Gisela Lammers (Weiterleben.de) ist in der W65 erfolgreich Karin Risch vom algemarin Team SV Traisa hat die W70 im Griff ... ... und Axel Seipel vom TuS Griesheim die M70

Der Fischbachtal-Lauf gehört zum Lang-Lauf-Cup und war dort die zweite Veranstaltung, welche in die Cupwertung einfließt. Bereits seit 1998 hat der Lang-Lauf-Cup bestand und vereint verschiedene Laufveranstaltungen der Region mit Strecken von 5 bis 13 km zu einer Serie. Den Auftakt bildete im März der Frühjahrslauf in Groß-Gerau (LaufReport berichtete).

Der finale Aufstieg mit Schloss Lichtenberg im Hintergrund

Letztendlich ließen sich an Christi Himmelfahrt 172 Finisher zur 38. Auflage des Fischbachtal-Laufs locken. Eine Zahl, die seit Jahren beständig erreicht wird. Je weiter der Vormittag voranschritt und je höher die Sonne stieg, desto wärmer wurde es. Auf durchgeschwitzte Athleten warteten kühle Erfrischungen, die tatkräftig von den Jungs des Fußballclubs ausgeschenkt wurden. Wer nach einer erfrischenden Dusche die Lebensgeister wieder reaktiviert hatte kam in Entscheidungsnot, denn die 5 m lange Kuchentheke bot viele Köstlichkeiten. Wer den süßen Leckereien weniger zugetan war, konnte etwas Herzhaftes vom Grill genießen. Zufrieden und entspannt saßen die Läufer in der Sonne und ließen es sich gut gehen, beobachteten in der Zuschauerrolle die Schülerläufe auf dem Sportgelände, welche in bewährter Tradition nach dem Hauptlauf und kostenlos stattfanden.

Die einen laufen sich bereits aus da müssen die anderen noch den letzten langen Anstieg hinauf Burkhard Scheumann, Walter Klein und Martina Kron (von links) begleiten Heinz Langmaack (rechts, Nr. 55) ihren Teamkollegen und ältesten Teilnehmer ins Ziel
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So endete mit einem Genuss für die Gaumenfreuden beim gemütlichen Beisammensitzen eine gelungene Laufveranstaltung durch das landschaftlich reizvolle Fischbachtal. Beste Voraussetzungen also auf dem Weg zum großen Jubiläum, wenn der Fischbachtal-Lauf in zwei Jahren Geschichte schreibt.

Bericht und Fotos von Thomas Guthmann
weitere Fotos von Thomas Guthmann unter www.lauf-fotos.de

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