5.5.19 - 20. Gutenberg Marathon Mainz

Der schnelle ‚Zuch' schreibt seine eigenen Geschichten

Unterschied zur Meenzer Fassenacht: Marathon ist eine Sportveranstaltung

von Constanze & Walter Wagner 

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Man sah nur zufriedene Gesichter. Die Jubiläumsausgabe war ein Erfolg. Sich mit den Hinweisen aus dem Teilnehmerkreis zu beschäftigen, ist Usus vor dem Setzen des Schlusspunkts. Erste Äußerungen - die aus den so genannten sozialen Netzwerken ließen nicht auf sich warten - beschäftigten den Führungsstab des Gutenberg Marathons schon bei der Abschlusspressekonferenz. Kritik über die Praxis wurde laut, Frauenstartnummern mit einem F zu kennzeichnen, während Männern dieser als Diskriminierung verstandene Zusatz erspart wird. Ein heikles Thema, dem der Mainzer Obermarathoni Sportdezernent Günter Beck mit dem Gebot höchster Vorsicht keinen Raum zu übereilter Diskussion gab.

Tradition hat die Athletenvorstellung am Tag vor dem Marathon auf der Marathonmesse durch Ralf Peterhanwahr von der Pressestelle der Stadt Mainz. Die Favoritinnen bei den Frauen v.l.: Iryna Masnyk (Ukraine), Remalda Kergyté-Dauskurdiené (Litauen), Valentina Kilyarskaya (Ukraine) und Ilham Elmouradi (Marokko) Der engere Favoritenkreis bei den Männern v.l. Abdelkabir Saji (Marokko), Ahmed Nasef, Aleksandr Babaryka (Ukraine), Roman Prodius (Moldawien), Pavlo Veretskyy (Ukraine) und Andrzej Rogiewicz (Polen). Maciek Miereczko (rechts), der verletzungsbedingt nicht antreten konnte, war als Betreuer von Andrzej Rogiewicz dabei
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Was sind die Erfolge? Der Gutenberg Marathon, als einmaliges Ereignis zum 600. Geburtstag von Johannes Gutenberg, berühmter Sohn der Stadt Mainz und Erfinder des Buchdrucks, im Millenniumjahr organisiert, hat nun schon zwei Jahrzehnte überdauert.

Bei allen 20 Austragungen blieb man von Todesfällen verschont. Nennenswerte Zuwächse der Finisherzahlen gab es beim Jubiläum auf etwa 8500 Läuferinnen und Läufer. Endlich kletterte der Marathon wieder über die 1000er-Marke, markierte die 795 Finisher des Vorjahres als Talsohle. Auch Rekordzeiten beim Halbmarathon sowie gute Ergebnisse beim Marathon werten die Macher mit Recht als Erfolg. An die Entwicklung, dass die Finisher des Marathons (1018) von denen des Halbmarathons (6014) beinahe um das Sechsfache übertroffen werden, hat man sich gewöhnt.

 
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OK-Chef und Rennleiter Dieter Ebert rund um die Wettbewerbe im Einsatz Sind immer dabei, die Schwellköpp des Mainzer Carneval-Verein. Diesmal mit Nachwuchs, passend zu den weiteren Programmpunkten Schüler-Ekiden Lauf und Kinder-Fun-Lauf Ohne ihn geht´s nicht: Moderator Klaus Hafner, der Stadionsprecher des FSV Mainz 05, hier im Interview mit Oberbürgermeister Michael Ebling und Sportdezernent Günter Beck (links)

Keinesfalls misslungen war die Lösung organisatorischer Probleme aufgrund der begonnenen Renovierungsmaßnahmen am Baudenkmal Rheingoldhalle, dem hocheffizienten Laufzentrum des Gutenberg Marathon. Leider kommt da noch weiteres Ungemach auf die Organisation zu, denn die Baumaßnahmen werden sich auf den gesamten Gebäudekomplex mit dem separat stehenden Rathaus ausweiten.

 

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Selbst eine vorübergehende Verlegung einschließlich des Start-Ziel-Bereichs ist nicht ausgeschlossen.

Gib acht MaraThoni ... ... es läuft beim 20. Gutenberg Marathon Mainz - auch für Halbmarathonis

Die Streckenführung konnte beibehalten werden, nachdem einzelne Straßenbauarbeiten mit einem Kraftakt zum Abschluss gebracht wurden. Auf der zweiten Schleife, die über die Theodor-Heuss-Brücke nach Hessen führt, wurde es deutlich einsamer. Organisations- und Rennleiter Dieter Ebert steuert mit zunehmender Belebung durch Staffeln gegen, doch kann damit kaum der Trend zur kürzeren Distanz kaschiert werden. Würde der Gutenberg-Marathon einen 10km-Lauf anbieten, wäre dieser vermutlich auf Anhieb teilnehmerstärkste Disziplin. Geschätzte 50.000 Zuschauer scheint eine realistische Angabe und ist verträglich zu den erbrachten Sicherheitsmaßnahmen, die im Wesentlichen auf die Größe des Starterfeldes abgestimmt wird.

 

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MaraThoni und Schwellköpp begleiten die Laufathletinnen und -athleten auf den ersten Metern in der Rheinstraße an der Rheingoldhalle vorbei

Aufgewertet wurde der 20. Gutenberg Marathon durch die nationalen Hochschulmeisterschaften. Ermittelt werden zudem die Mainzer Stadtmeister. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr Mainz als viermaliger Ausrichter der Deutschen Marathonmeisterschaften in den Jahren 2007 bis 2010. Zum absoluten Highlight muss man zurückblicken auf das Jahr 2008, als sich Susanne Hahn mit der noch immer bestehenden Streckenrekordzeit von 2:29:35 für die Olympische Spiele in Peking qualifizierte.

 
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Mohamed Msenduki Ikoki aus Tansania verbesserte 2010 mit 2:11:01 die Männerbestzeit um neun Sekunden. 2015 schafften es gleich drei Männer und eine Frau in die ewige Top Ten einzudringen, seither ging man es in Mainz etwas gemächlicher an. Ganz anspruchslos ist man aber seitens des Organisationsteam nicht, lockt noch immer mit Preisgeld ausländische Marathonläufer an den Start.

Versorgungsstand der Stadtwerke Mainz auf dem Gutenbergplatz unterhalb der Bronzestatue von Johannes Gutenberg, dem berühmten Sohn der Stadt und Namensgeber des Marathons

So waren die Sieganwärter 2019 Osteuropäer oder Afrikaner, letztere teils mit europäischem Wohnort, teils sogar mittlerweile mit deutschem Pass.

Mit gemeinsamer Startaufstellung über Marathon und Halbmarathon ging es um 9.30 Uhr pünktlich auf die Strecke. Keinesfalls will man ein Fastnachtsumzug sein, doch 100 Prozent loslassen kann der Mainzer einfach nicht. Irgendwie ist immer fünfte Jahreszeit, so würde man die überdimensionalen Schwellköpp vermissen und auch die Gardemädchen gehören in Mainz einfach ins Stadtbild. Das zeigte sich auf der Strecke zunächst fast gänzlich von Publikum verwaist. Doch mit den ersten Läufern änderte sich das Bild schlagartig, beim gefühlt kältesten Marathon in der Geschichte, so Sportdezernent Beck, wartete man mit dem Aufbruch bis zur letzten Sekunde ab.

 
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Am Staatstheater mit seiner gläsernen Kuppel biegt der Tross in Richtung Leichhof ab ... .... den 1000-jährigen Mainzer Dom im Blick, der seit 2001 umfassend renoviert wird

Nach 15 Kilometern, hinaus nach Weisenau, zeichneten sich die ersten Schicksale ab, das Favoritensterben hatte schon eingesetzt, doch noch waren beim Marathon Führungsgruppen zusammen. Allein beim Halbmarathon hatten Selama Testamariam und Anke Esser bereits eine vorentscheidende Lücke gerissen und lagen auch ein beträchtliches Stück vor der jeweiligen Marathonkonkurrenz. Unverändert besteht die Möglichkeit fliegend zum Halbmarathon zu wechseln und vor der Rheingoldhalle die Zielmatte zu überqueren, weshalb man als Halbmarathonteilnehmer gut beraten ist, auch die Marathonläufer im Auge zu haben.

 
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Alsbald in der Mainzer Altstadt wartet der Kurs neben Sehenswürdigkeiten auch mit verziertem Kopfsteinpflaster auf

Auf der Weisenauer Straße, die übergangslos zur Wormser Straße wird, bleibt über mehr als fünf Kilometer die Konkurrenz gut überschaubar, denn überwiegend gerade und auf dem 17. Kilometer mit einer Wende, geht es zurück zur Rheingoldhalle. Selama Testamariam ließ nicht locker und erreichte in Streckenrekordzeit (1:06:03 netto) das Ziel, löste Michael Ngaseke aus Zimbabwe ab, der 2002 den alten Rekord von 1:06:09 gelaufen war. Eigentlich wäre für Selama (TV Alzey) der Sieg auch im Vorjahr erreichbar gewesen, jedoch verwechselte der Eritreer die Matte, die den Moderatoren die Einlaufenden ankündigt, mit dem Ziel, feierte seinen vermeintlichen Sieg und wurde von fast zwei Dutzend Läufern passiert.

Selama Testamariam auf der Rheinstraße kurz vor dem Halbmarathonziel Tom Thurley (TU Berlin) folgt als Zweiter und wird Deutscher Hochschulmeister Abdi Uya Hundessa vom TSV SCHOTT Mainz folgt als 3. kurz vor Fabian Fiedler vom TV Waldstraße Wiesbaden

Zweiter wurde Tom Thurley, der in 1:07:27 für die TU Berlin die Hochschulmeisterschaft gewann. Der 25jährige Student für Luft- und Raumfahrttechnik vom Potsdamer Laufclub verbesserte seine persönliche Bestzeit um eine knappe halbe Minute. Dritter wurde Lokalmatador Abdi Uya Hundessa vom TSV Schott Mainz in 1:10:26 knapp vor Fabian Fiedler vom TV Waldstraße/Wiesbaden in 1:10:29. Weiter unter 1:11 bleiben nur noch die Platzierten der Hochschulmeisterschaften, Malik Farhat (TU Berlin) in 1:10:44 und Benedict Behrmann (HSBA Hamburg) in 1:10:55.

Für Ivan Babaryka (Nr. 1) war es die 9. Teilnahme. Nach Siegen beim Marathon 2017 und 2018 startete er nach einer Menikusoperation über Halbmarathon und erreichte als 17. in 1:15:04 das Ziel. Neben ihm der 4. der Deutschen Hochschulmeisterschaften Tobias Middendorf (DHBW Lörrach) nach 1:12:29 als Siebter im Ziel und der Brite Dr. James Donald, der nach 1:13:32 als Neunter das HM-Ziel erreicht Tim Lipecki gewinnt in 1:20:12 die M45 und hat bei 20 Gutenberg Marathons nur zweimal den Halbmarathon vorgezogen Noch schneller ist der M50-Sieger Bernd Hipp vom Verein RC Michelin in 1:18:41 Stunden

Jedwede Logik fehlt bei der durchgehend ausgewiesenen besseren Nettozeit von mindestens 2 bis 3 Sekunden aller Spitzenleute, so war auch die Bruttozeit des Siegers um drei Sekunden langsamer, immerhin eine Distanz von ca. 10 bis 15 Metern, die unterstellt, selbst die Favoriten seien nicht in den beiden ersten Reihen gestartet. Da dies aber nicht der Fall war, sind entweder die in Deutschland in Bestenlisten verwendeten Nettozeiten oder die international geltenden Bruttozeiten falsch. Ein auch andernorts wiederkehrendes Problem, was der Zeitnehmer anscheinend nicht in den Griff zu bekommen scheint.

Nur 9 Männer kamen vor Anke Esser ins Halbmarathonziel Julia Kümpers (RWTH Aachen) wurde Zweite und Deutsche Hochschulmeisterin Auf Platz 3 läuft Nora Kusterer vom TuS Griesheim

Eine Klasse für sich war Anke Esser aus Ostbevern NRW, die in netto 1:13:11 h den Streckenrekord von Fabienne Amrhein egalisierte und brutto in 1:13:14 ausgewiesen wird. Sie ist mit einer Marathonzeit von 2:43 h beim Berlin-Marathon 2017 ins Rampenlicht gelaufen, 2018 wurde sie in Berlin beste Deutsche und siegte in Duisburg beim Rhein-Ruhr-Marathon. Zum Trainieren ging sie nach Kenia und fand selbstredend das Interesse der Medien. Nur einen Verein fand sie bisher nicht und findet entsprechend keinen Einzug in die Bestenlisten. In Mainz war ihr Vorsprung so groß, dass der Streckensprecher bei Kilometer 15, als einige Minuten hinter ihr die Frauenspitzengruppe mit Begleitfahrzeugen folgte, vermutete, er hätte sich getäuscht, es sei wohl vorhin ein Mann mit langen Haaren gewesen.

Julia Kümpers wurde in 1:18:56 Zweite und Hochschulmeisterin für RWTH Aachen. Nora Kusterer vom TuS Griesheim wurde Dritte in 1:21:05 vor Anna Herzberg aus Frankfurt in 1:21:31. Das Podium der Hochschulmeisterinnen komplettierten Karolin Alicia Klumb von der Uni Gießen in 1:29:15 und Franziska Althaus für die Uni Mainz in 1:29:30.

Eine kompakte Marathonspitze bleibt lange zusammen. Abdelkabir Saji aus Marokko (5), Andrzej Rogiewicz aus Polen (14), Eyob Solomon von der SG Wenden (5731), direkt dahinter Ahmed Nasef aus Italien, Abdeta Oddee Gutu von der LG Eintracht Frankfurt und Pavlo Veretskyy aus der Ukraine (9) Bei den Frauen bestimmten vier Marathonläuferinnen das Rennen. Vl.n.r. Remalda Kergyté-Dauskurdiené (Litauen), Valentina Kilyarskaya (Ukraine), Hindiyaa Mohamed (TV Alzey) und Ilham Elmouradi (Marokko)

Das Frauenspitzenquartett im Marathon ging auf der Parallelspur nach 1:20:20 auf die zweite Runde, bei den Männern war die Durchgangszeit 1:10:34. Schon die Recherche erbrachte, dass sich die Berufsläufer nicht immer nach Vernunft richten und mitunter in hoher Frequenz bei Marathonläufen starten, die lukrative Verdienstmöglichkeiten offerieren. Auch in Mainz gingen einige nicht frisch ins Rennen und bemühten sich nach einer Verletzung darum, wieder Anschluss zu finden. Auch wird nicht wie bei manchen anderen Stadtmarathons zielorientiert auf eine gute Zeit hinaus zusammen gearbeitet unter der Regie eines Rennleiters. Dies lässt viel Raum für Taktik, die bekanntlich einiges an Zeit verschlingen kann.

Samba-Rhythmen an der Theodor-Heuss-Brücke und Mainzpanorama begleiten nur die Langdistanzler über den Rhein

Ganz zufrieden kann man mit einem verschleppten Rennverlauf nicht sein. Andrzej Rogiewicz hatte sich jedenfalls eine Zeit unter 2:20 vorgenommen. Als er die Initiative ergriff war der Zug abgefahren. Auf die letzten 10 Kilometer ging er mit einem kleinen Vorsprung von sechs Sekunden und konnte diesen nur gering ausbauen, aber gerade auf den Gegenwindpassagen hätte eine gute Zusammenarbeit Vorteile gebracht. Der 25jährige IT-Angestellte aus dem polnischen Thorn (Torun), auf halber Strecke zwischen Warschau und Danzig gelegen, war enttäuscht: "Keiner wollte mitlaufen." Seine Marathonbestzeit von 2:18:30 ist er erst am 7. April in Lodz gelaufen. Einen neuerlichen Angriff auf seine Bestzeit plant er bei einem Herbstmarathon. "Alles andere wäre unvernünftig", so sein Betreuer Maciek Miereczko schmunzelnd. Der im September 40 wird und selbst eine Marathonbestzeit von 2:14:16 hat.

Mainz und Schloss hinter sich lassen die Läufer auf ihrem Weg über die Theodor-Heuss-Brücke nach Hessen Gegenverkehr mit den Rückkehrern aus Hessen und Blick auf das Deutschhaus,Sitz des rheinland-pfälzischen Landtags

Dass Pavlo Veretskyy, 34jähriger Ukrainer, am verschärften Tempo kein Interesse hatte, könnte seine Bestzeit von 2:21:19 erklären. Mit 2:21:47 war er als Zweiter im Bereich seiner Möglichkeiten und hätte eine Chance zum Sieg sicher zu nutzen gewusst, sofern sich diese ergeben hätte. Dritter wurde in 2:22:33 Ahmed Nasef, Italiener mit marokkanischen Wurzeln und einer PB von in 2:10:59, 2012 gelaufen im chinesischen Chongqing. Ebenfalls am 7. April lief er in Rom Marathon 2:16:57. Mit Abelkabir Saji folgte ein 43jähriger Marokkaner auf Rang 4 in 2:23:44. In Florenz ist er 2011 seine PB von 2:12:11 gelaufen. Und auch für ihn lag der letzte Marathon nur einen Monat zurück, den er in Pyongyang (Nordkorea) in 2:16:08 lief.

Andrzej Rogiewicz aus Polen siegt beim 20. Gutenberg Marathon Mainz mit 2:21:27 h Schnellste Marathonfrau ist Remalda Kergyté-Dauskurdiené aus Litauen nach 2:41:42 h

Gutu Abdeta Oddee (2:25:46, LG Eintracht Frankfurt), Demeke Wosene (2:29:03, LG Rüsselsheim) und Eyob Solomon (2:30:48, SG Wenden) folgten auf den Plätzen 5 bis 7. Auf Rang 9 kam mit Lukas Döbereiner von der HS Coburg der Hochschulmeister in 2:39:17 ins Ziel, gefolgt vom schnellsten Mainzer, Michael Chromik in 2:40:34. Roman Prodius und Alexandr Babaryka kamen nicht ins Ziel.

Die Staffel "191 reloaded" ist nach 2:31:05 als schnellstes Quartett im Marathonziel Lukas Döbereiner HS Coburg gewinnt als Neuntplatzierter die Deutschen Hochschulmeister in 2:39:17 Der Titel des Mainzer Marathon Meisters holt sich der 10. im Marathoneinlauf Michael Chromik in 2:40:34

Spannend und ohne erkennbare Vorteile ging das führende Frauenquartett auf die zweite Hälfte, das auch nach 33 Kilometern zusammen lag. Erst auf den letzten Kilometern setzte sich die Litauerin Remalda Kergyté-Dauskurdiené ab und siegte in 2:41:42. Die 35jährige hatte mit 2:35:13 auch die beste Vorleistung und war zuletzt 2016 beim Wien Marathon in 2:36:46 Sechste geworden. Ilham Elmouradi aus Marokko beendete ihren ersten Start in Deutschland auf Rang 2. Die 24jährige war erst am 31. März Dritte in 2:49:02 beim Stara Zagora Marathon in Bulgarien geworden und verbesserte in Mainz ihre 2018 in Casablanca gelaufene bisherige Bestzeit von 2:44:37. Bei ihrem Marathondebüt wurde die 28jährige Valentina Kilyarskaya aus der Ukraine in 2:43:23 Dritte.

Schnellste Deutsche wird Katrin Vogler von der LG Filder mit Platz 6 und dem letzten Netto-Einlauf unter 3 Stunden (2:59:54). Ihre Bruttozeit 3:00 h. Zudem gewinnt sie die W45 Deutsche Hochschulmeisterin auf der Königsdistanz wird Maria Schmidt von der UNI Gießen in 3:05:53 Timea Ponya wird in 3:08:44 Mainzer Stadtmeisterin

Hindiyaa Mohamed (Äthiopien) vom Gasser-Team des TV Alzey verlor auf den letzten Kilometern einiges an Boden und wurde Vierte in 2:48:33 vor der Vorjahreszweiten Iryna Masnyk, die in 2:51:46 Fünfte wurde. Die Ukrainerin hatte bereits bei Halbmarathon einen Rückstand von über vier Minuten auf die Spitze. Die beste Deutsche war Karin Vogler von der LG Filder, die in genau 3 Stunden die W45 gewann. Auf Rang sieben folgte Rebecca Werking aus Stuttgart in 3:04:40 vor der Hochschulmeisterin Maria Schmidt (Uni Gießen) in 3:05:53. Mainzer Stadtmeisterin wurde Timea Ponya in 3:08:44 auf Rang neun.

Macht seinem Namen alle Ehre - stundenlang tanzt und motiviert MaraThoni auf der Strecke im Start/Zielbereich

Aufgrund der lauffreundlichen Temperaturen konnte Sportdezernent Günter Beck ein erstes Fazit ziehen: "Alles ruhig und gut gelaufen." Er war mit Recht zufrieden mit der Leistung des Marathonteams und läutete die Zukunft ein: "Der Marathon gehört zu Mainz." Mit Dieter Ebert verfügt die Veranstaltung über einen Leiter, der als Hans Dampf in allen Gassen einen Kampfeinsatz leistet, der Respekt zollt. Bei der Nudelparty hat er ein offenes Ohr für die eingesetzten Helfer, sitzt im Führungsfahrzeug und führt später mit dem Megaphon die Siegerehrung beim Kinder-Fun-Lauf durch. Da bleiben natürlich mal wieder all jene unerwähnt, die teils seit der Premiere ihre Aufgaben schultern und mitunter auch in die Jahre gekommen sind. Mit nur 56 Hilfsleistungen waren die 140 Rettungskräfte nicht alle zum Einsatz gekommen, 12 Transporte ins Krankenhaus waren nicht mit dramatischem Hintergrund. Herz-Kreislauf-Geschichten traten bei den Bedingungen sowieso statistisch in den Hintergrund.

Rüdiger Schaller bei seinem 2. Start in Mainz. Heute lief er für das Bildungsnetzwerk Mainz (BINE), ein eingetragener Verein, der kostenfreie Unterstützung beim Lernen in Schulen, Jugendzentren und Flüchtlingsunterkünften bietet Waren mit Begeisterung beim 20. Gutenberg Marathon dabei. Von links: Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim (6. in 2:29:03), Lokalmatador Abdi Uya Hundessa vom TSV SCHOTT Mainz (HM 3. in 1:10:26), Abdeta Oddee Gutu von der LG Eintracht Frankfurt (5. in 2:25:46) und Eyob Solomon von der SG Wenden (7. in 2:30:48) Locker und gut gelaunt trug Barbara Enderle vom LT Murr das Shirt mit der Goldenen 20 viereinhalb Stunden lang über die Marathonstrecke
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Einige der erdachten "Notlösungen", wie etwa die Siegerehrungen direkt am Rhein, entpuppten sich als Verbesserung, ebenso fand die Messe guten Anklang. Es geht also auch in den Jahren des Umbaus voran. Für 2020 wäre da noch zu klären, ob neben F-Nummern, M-Nummern ausgegeben werden und I-Nummern für die Intersexuellen. Doch für diese Entscheidungen sollten die Meenzer erst einmal ihren Jubiläumswein trinken und in sich gehen. Ein paar Flaschen waren nämlich übrig, leider sah dass bei den Medaillen anders aus, die gingen schon beim Aufteilen falsche Wege. Einige Marathonis standen dann ohne im Ziel. Wie auch immer, eigentlich waren genug da, aber wo? "Fehlende Medaillen werden nachgereicht", das versprach Dieter Ebert, dem dieser Lapsus als Marathonläufer besonders an die Nieren ging.

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

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