25.5.19 - 18. Turmbergrennen in Karlsruhe-Durlach

Jagdstart mit Läufern

Der kürzeste Berglauf Deutschlands

von Hannes Blank 

"Der Berg ruft!" heißt der nicht ganz ernst gemeinte Slogan des Turmbergrennens in Karlsruhe-Durlach auf den Hausberg der Fächerstadt am Rhein. Das kleine, etablierte Radrennen hatte sich mit einem Staffel-Wettbewerb letztes Jahr auch den Läufern geöffnet. Dieses Jahr kamen vier verschiedene Staffelwertungen zusammen. Die Teilnehmerzahlen der Läufer bleiben weiterhin bescheiden. Dabei ist das Turmbergrennen ein Geheimtipp für alle diejenigen, die mal einen ganz kurzen Berglauf bestreiten möchten.

Der namensgebende, aber doch namenslose Turm auf dem Turmberg
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LG und LSG haben den Wettbewerb bereits für sich entdeckt

Die Laufclubs LG Region Karlsruhe und LSG Karlsruhe haben den Lauf bereits früh sich entdeckt: Letztes Jahr siegte die Staffel mit dem aktuellen Deutschen 10km-Straßenlaufmeister Jannik Arbogast (LG Region Karlsruhe) und das Duo mit LGR-Topläuferin Tanja Grießbaum. 2018 wie 2019 waren Staffeln der LSG Karlsruhe dabei, die LSG-Vereinsteilnehmer zeigten bekanntermaßen noch nie Berührungsängste mit ungewöhnlicheren Formen eines Laufwettbewerbs.

Heuer gewann LGR-Läufer Sebastian Pieczarek mit Radfahrer Pablo Schmid den Staffelwettkampf der Männer und war damit sogar schneller als das Vorjahresduo Jannik Arbogast und Mario Wild. Und dass, obwohl der amtierende DM-Marathonzweite mit der Mannschaft, Pieczarek, das Rennen taktisch lief. Er achtete darauf, den Abstand zum 8 Sekunden später gestarteten Verfolger Herbert Probst konstant zu halten, Probst wurde jedoch noch Harald Menzel vom "LSG Power Team" (Rad: Daniel Flöter) noch eingeholt.

 
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Drei Teilnehmer demonstrieren, wo es am Fuße des Turmberg losgehen wird mit dem Jagdstart der Staffelläufer Miriam Weishäupl war Teil der Mixed-Staffel der LSG Karlsruhe Der Läufer der schnellsten Staffel, Sebastian Pieczarek, nähert sich dem Ziel

Läufer jagen sich selbst

Tolle Besonderheit des Laufens hinauf zum Turmberg: Die Läufer starten im sog. Jagdstart, also gemäß der Zeitabstände, die die Radfahrer beim Einzelzeitfahren abgeliefert haben. Die Pedaleure können sich über das Einzelzeitfahren auch für die Finals im reinen Radsport-Turmbergrennen qualifizieren, wo dann Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau gekämpft wird. Schmid/Piezarek brauchten in Addition ihrer Zeiten übrigens nur 10:39min. Schnellste Frauenstaffel wurde das Duo Martina Wickenhäuser (Rad) und Verena Straßburg-Deimel (Laufen), die sich erst am Vortag für eine Teilnahme entschieden hatten. Läuferin Deimel war ebenso wie 100plus-Staffelsieger Stephan Kallauch mit der Radleistung seiner Staffelpartners (Dirk Fox) hochzufrieden.

In der 100plus-Kategorie, neu in diesem Jahr eingeführt, muss die Summe der Lebensalter des Duos 100 oder mehr betragen.

Radfahrerin Martina Wickenhäuser (links) und Läuferin Verena Straßburg-Deimel war die schnellste Frauen-Staffel Radfahrer Dirk Fox gewann die Trophäe der neuen 100plus-Staffel, zusammen mit Stephan Kallauch Dominik Schreiber (rechts) moderierte im Ziel für den Veranstalter Karlsruher Lemminge

Ein Laufwettbewerb mit viel Entwicklungspotential

Die Strecke ist nur etwa 1600m lang und die Steigungsprozente sind ordentlich, aber nicht exorbitant hoch. Auch als mittelmäßiger Hobbyläufer ist die Distanz ohne Gehpausen zu schaffen. Also eigentlich ein prima Einsteiger-Event für Läufer und Läuferinnen, die mal einen Berglauf ausprobieren wollen. Etwas "lästig" erscheint dabei derzeit nur, dass man sich einen Radfahrer dazu holen muss, um mitlaufen zu dürfen. Welche Stellschrauben beim Turmbergrennen gedreht werden müssen, damit der Lauf für Läufer richtig attraktiv wird, ist unklar. Es gibt viele Möglichkeiten.

Vor Ort kann man jedoch schon beobachten, dass die Läufer voll akzeptiert und 100%iges Mitglied der Turmbergrennen-Community geworden sind. Das kommt nicht von ungefähr: Der Veranstalterclub "Karlsruher Lemminge" ist ein Triathlonverein, Laufen gehört also per se dazu. Mit dem fest installierten "Turmbergomat", einer Zeitmessmaschine gleichermaßen für Läufer und Radfahrer auf der Turmbergrennenstrecke, hat der Verein die (für Autofahrer) leicht holprige Landstraße mir den zwei engen Kehren schon frühzeitig erschlossen. Der Automat ist von Frühjahr bis Spätherbst in Betrieb, mittels traditioneller Stechkarten kann man sich in eine Ergebnisliste eintragen lassen.

Das Kinderanhängerrennen ist der vergnügliche Klassiker beim Turmbergrennen
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Was weiterhin fehlt, ist ein abgetrennter, markierter Radfahr- und Laufstreifen auf der Straße. Während des Rennens ist die Strecke natürlich exklusiv nur für die Teilnehmer offen. Das Turmbergrennen in Karlsruhe-Durlach (nicht zu verwechseln mit dem Turmberglauf im Oktober) ist unter den Rennradfahrern der Region schon gut bekannt, um auch unter den Läufern eine bekannte Marke zu werden, dafür muss der Veranstalter noch mehr tun - dann steigen auch die Teilnehmerzahlen und man kann oben auf der beliebten Aussichtsplattform "Turmbergterrasse" eine tolle Siegerehrung veranstalten.

Bericht und Fotos von Hannes Blank

Ergebnisse turmbergrennen.de

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