19.5.18 - 15. KAPS-LAUF in Solms-Oberbiel

"Rund um Oberbiel" präsentierte sich als umjubelter Erlebnislauf

von Helmut Serowy 

Als reizvolles Landschaftserlebnis führt der KAPS-Lauf entlang des Lahntales und durch die Ausläufer des Westerwaldes. Weite Felder und bunte Wiesen bieten den Läufern zum Beginn und zum Ende der Halbmarathon-Schleife "Rund um Oberbiel" interessante Ausblicke über das Lahntal und die gegenüber liegenden Taunusausläufer. Blickfang am Horizont ist die märchenhafte Silhouette des Braunfelser Schlosses. Ruhe finden sie auf der abwechslungsreiche Strecke während der langen Passagen durch die schattigen Wälder.

Zum 15. Kaps-Lauf haben die Veranstalter vom Sport- und Modehaus Kaps in Solms-Oberbiel das Programm umgestellt. Der bisher namensgebende Marathon - zwei Halbmarathon-Runden - mit seinen anspruchsvollen 520 Höhenmetern wurde herausgenommen. "Dieser Schritt ist uns natürlich schwer gefallen", bestätigte Mitorganisatorin Annebell Müller vom Kaps-Team, "aber bei den rückläufigen Teilnehmerzahlen war der Organisationsaufwand für den Marathon einfach zu hoch." Hauptlauf ist jetzt der bereits in den letzten Jahren deutlich stärker besetzte Halbmarathon. Zeitgleich starten auf einem verkürzten, mit seinen 140 Höhenmetern aber ebenfalls kräftezehrenden Kurs, die 10-km-Läufer. Auf beiden Strecken werden Läufer und Walker getrennt gewertet.

Weite Ausblicke bietet die Strecke im Lahntal beim Lauf "Rund um Oberbiel" - hier mit dem Kirchturm des Kloster Altenberg und dem SchlossBraunfels in der Ferne Als reizvolles Landschaftserlebnis führt der KAPS-Lauf entlang des Lahntales und durch die Ausläufer des Westerwaldes
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Begeistert aufgenommene Ergänzung waren die erstmals angebotenen Läufe für Kinder über 1000 m und für Bambini über 300 m. Sie starteten 15 Minuten nach den Langstrecklern und überbrückten damit zusätzlich die Wartezeit bis zum Zieleinlauf der schnellsten 10-km-Läufer.

"Beim Kaps-Lauf geht es in erster Linie um die familiäre und entspannte Atmosphäre - weniger darum, als Erster im Ziel zu sein", zeigte sich der für die Strecke zuständige Marius Tomaszczyk vom Organisationsteam über den erneut starken Zuspruch erfreut. "Angefangen haben wir ganz ohne Ergebnislisten. Als die Nachfrage danach größer wurde, haben wir ein Ranking eingeführt", erinnert er sich an den Start der Laufveranstaltung. Eine große Helferschar war wieder eingespannt, um optimale Voraussetzungen für den Ablauf zu gewährleisten. Zudem unterstützte erneut das Team Naunheim mit der Zeiterfassung die Veranstaltung. Überraschungs-Präsente für alle Starter, wertvolle Preise für die jeweils drei schnellsten Männer und Frauen, Tombola-Preise für die Walker und Medaillen für die Kinder belohnten im Ziel die sportlichen Leistungen. Nach dem gemeinsamen Start vor dem Sport- und Modehaus KAPS können sich Halbmarathon- und 10-km-Läufer anfangs noch im flachen Lahntal "einrollen". Aber schon nach wenigen hundert Metern biegt die Strecke nach links in die erste, langgezogene Steigung über das freie Feld in Richtung der Wälder ab.

Die Läufer des Mittelfeldes nehmen die Strecken über Halbmarathon und 10 km in Angriff Bereits nach 500 m wartet der erste heftige Anstieg

Die Läufer bemerken dabei kaum, dass sie nach knapp einem Kilometer das Kloster Altenberg passieren, dessen weitläufige Gebäude mit der Kirche von dem Michelsberg über das Lahntal blicken. Seine erste große Blütezeit erlebte das Kloster im 13. Jahrhundert. Unter der Tochter der heiligen Elisabeth von Marburg - Gertrud, der dritten Meisterin des Klosters (1248 - 1297) - wurde auch die Kirche erbaut. Das Grabdenkmal der Äbtissin Gertrud, die sich sehr um das Kloster verdient gemacht hatte, steht noch vor dem Hauptaltar der Kirche.

Nach fünf Kilometern biegt die 10-km-Strecke nach links ab und führt über eine lange Berg-Ab-Passage zum Start-Ziel-Bereich in Oberbiel zurück. Der Halbmarathon-Kurs zieht sich dagegen weiter durch den Forst zum Besucherbergwerk "Grube Fortuna" - einem weiteren, beachtenswerten Punkt neben der großen Lauf-Runde.

 

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Die Region an Lahn und Dill war bis weit ins 20. Jahrhundert durch den Eisenerz-Bergbau und die weiterverarbeitende Industrie geprägt. Mit der Schließung der Grube Fortuna bei Solms-Oberbiel endete im Jahr 1983 diese bis in die Keltenzeit zurück reichende Tradition. Heute ist es möglich, dieses letzte klassische Eisenerz-Bergwerk Deutschlands zu besichtigen. Auf der 150-m-Sohle führen erfahrene Bergwerksführer die Originalmaschinen vor und erklären Arbeitsabläufe sowie Besonderheiten des Gebirges. Das "Feld- und Grubenbahnmuseum Fortuna" auf dem Zechengelände bietet zudem mit seinen unzähligen Lokomotiven und Wagen einen interessanten Einblick in die fast vergangene Welt der früher weit verbreiteten Schmalspurbahnen, die über- und untertage Rohstoffe und Personen transportierten.

Vorbei am Willberg, über die Schäfersburg kommen die Läufer schließlich wieder ins freie Feld des Lahntales, wo sie den finalen Teil der Halbmarathon-Schleife in Angriff nehmen können.

Perfektes Laufwetter erfreute beim 15. Kaps-Lauf Veranstalter, Läufer und Zuschauer. Erfrischende Kühle sorgte dafür, dass die Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein moderat blieben und das Laufen zum reinen Vergnügen wurde.

 

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Da war es auch nicht verwunderlich, dass am frühen Pfingstsamstag rund um das Sport- und Modehaus Kaps der Teufel los war. Riesengedränge allenthalben, hektisches Gewusel einer bunten Läuferschar, eine lange und dennoch geduldige Schlange vor dem Meldeschalter.

Laufexperte und Moderator Markus Bourcarde vom Team Naunheim streute erste Informationen unter das Volk. Austausch aktueller Neuigkeiten und letzte Tipps für das anstehende Laufabenteuer. Neben den ausgefuchsten Spezialisten treffen sich gerade hier viele ambitionierte Freizeitsportler, Einsteiger und Walker.

Mit über 330 Finishern registrierten die Organisatoren eine deutliche Teilnehmer-Steigerung gegenüber den letzten Jahren. "Das war heute ein herrlicher Tag", schwärmte Annabell Müller - die im Start-Ziel-Bereich alles unter Kontrolle hatte - nach den Siegerehrungen. "Tolles Wetter, viele Nachmeldungen, reibungslose Organisation, schnelle Zeitauswertung. Wenn die Läufer so zufrieden sind wie wir als Veranstalter, dann war das ein rundum gelungenes Event."

Den Halbmarathon-Sieg vor Augen kann Patrick Brandenburger bereits strahlen Nils Wagner kämpft sich zu Rang zwei und gewinnt die M40 Christian Jonsson siegt als Dritter in der M30 Starker Sechster und Schnellster der M55 wird Kurt Herr

Halbmarathon

"Der Halbmarathon "Rund um Oberbiel" ist zwar sehr anspruchsvoll, aber höchst abwechslungsreich und zählt zu meinen Lieblingsläufen", freute sich Patrick Brandenburger vom Team LaufStil Sinn bereits vor dem Start des Landschafts- und Erlebnislaufes und lag damit auf gleicher Wellenlänge wie viele seiner Mitläufer. Obwohl der Dauergast in Oberbiel - der zuletzt 2015 den Halbmarathon gewann - das Rennen locker angehen und genießen wollte, musste er sich strecken. An seine Fersen heftete sich Nils Wagner vom TuS Naunheim, so dass das Rennen schneller als erwartet wurde. Mit 1:20:24 Stunden hatte Patrick Brandenburger letztlich doch freudestrahlend die Nase vorn und konnte sich im Ziel feiern lassen. Dichtauf sicherte sich Nils Wagner mit 1:21:09 Stunden den Erfolg in der M40. Als Dritter lief der "Alte Schwede" Christian Jonsson mit 1:27:26 Stunden in der M30 zum Sieg vor Jan Werner von der LG Asslar-Werdorf (1:28:33 Stunden).

Geballte Senioren-Power folgte. Paul Riha vom Laufteam Ober-Mörlen (1:29:04 Stunden) gewann die M45 in 1:29:46 Stunden. Vereinskollege Kurt Herr trumpfte als Schnellster der M55 in 1:29:46 Stunden auf. Hinter dem M50-Sieger Johannes Hafer (1:30:07 Stunden) folgte mit Thomas Steinebach vom LC Mengerskirchen (1:30:38 Stunden) bereits der zweite M55-Starter. Die M60 führte Lothar Hannes in 1:41:06 Stunden an. Friedhelm Homberg von den MoMi-Läufern Limburg lag nach 2:09:58 Stunden in der M70 in Front - fröhlich begleitet von seinen Kameraden Peter Zimmermann und Christian Noack.

Zum dritten Mal in Folge siegt Franziska Rachowski beim Halbmarathon Anne-Katrin Müller feiert neben "Silber" den W45-Erfolg Glänzend unterwegs ist Monika Donges. Die W60-Siegerin schafft einen beachtlichen dritten Rang im Gesamt-Klassement

"Eigentlich wollte ich hier nur einen schnellen Trainingslauf im Bereich von 1:30 Stunden absolvieren", berichtete Franziska Rachowski vom LAZ Gießen von ihrer Zielsetzung beim Halbmarathon. Anne-Katrin Müller vom Team Naunheim blieb allerdings an ihrer Seite und gemeinsam wurde das Tempo doch um einiges schneller. Zum Schluss setzte sich Franziska Rachowski mit 1:28:31 Stunden etwas ab und gewann zum dritten Mal in Folge das Rennen. 19 Sekunden zurück glänzte Anne-Katrin Müller mit 1:28:52 Stunden und dem Sieg in der W45.

Ein Ausrufezeichen setzte einmal mehr die Dritte - Monika Donges von den Aarsee-Runners. Die stärkste W60-Läuferin glänzte mit 1:40:39 Stunden und jagte den jüngeren Läuferinnen fröhlich davon. Nach zwei dritten Plätzen erreichte Martina Geismar-Steidl vom SC Oberlahn diesmal nach 1:41:07 Stunden als Vierte und Zweite der W45 das Ziel.

 
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Ihr folgten die Klassensiegerinnen der W35, der W50 und der W40 - Ann-Christin Weis vom Team Naunheim (1:45:00 Stunden), Bettina Zenelji vom Team Naunheim (1:45:02 Stunden) und Eva Brandl von der TSG Leihgestern (1:45:56 Stunden). Rosi Hausner vom Treiser LWT lief nach 1:51:35 Stunden in der W60 auf den zweiten Rang. Die W55 gewann Doris Geissler (2:13:06 Stunden).

Souverän führt Henrik Apel die 10-km-Konkurrenz an Marc Dohle läuft erneut auf den zweiten Rang Mit dem dritten Rang holt sich Marc Mühl die Krone der M40 Gesamt-Fünfter und stärkster M50-Starter ist Stefan Spranger In der M70 ist Wolfgang Betz nicht zu schlagen

10 Kilometer

Mit 135 Finishern zog die Zahl der 10-km-Läufer beim Kaps-Lauf am stärksten an. Die für den ASC Marathon Friedberg startenden Triathleten hatten sich gleich nach dem gemeinsamen Start der Halbmarathon- und 10-km-Läufer abgesetzt und nahmen als Duo die erste lange Steigung am Kloster Altenberg in Angriff. Auf dem zähen Kurs lief Henrik Apel anschließend mit 37:12 min allerdings einen Riesenvorsprung heraus. Marco Dohle - Sieger von 2015 - erreichte wie im Vorjahr nach 40:31 min als Zweiter die Ziellinie.

Hinter dem Bronzemedaillen-Gewinner und schnellsten M40-Läufer Marc Mühl vom ASC Dillenburg (42:53 min) holten sich Christoph Gläser vom Spotscampus.com (43:44 min) und Stefan Spranger vom SC Oberlahn (44:53 min) die Klassensiege in der M45 und der M50. Herbert Klein vom CVJM SG Dillenburg (49:32) lag in der M60, Norbert Keiner von der LG Dill (52:22 min) in der M55 vorne. Die M70 gewann Wolfgang Betz vom TV Sinn (60:13 min).

Kristina Jago setzt sich bei den Frauen über 10 km durch Die hessische 10.000-m-Meisterin der W45, Susanne Heinbach, glänzt mit dem zweiten Rang Lisa Schmitt läuft unangefochten zu "Bronze" In der W50 überzeugt Simone Maikranz

Immer wieder zu Siegen und Medaillen laufen in Oberbiel Kristina Jago aus Wetzlar, Susanne Heinbach vom TSV Krofdorf-Gleiberg und Lisa Schmitt aus Lahnau. Die Vorjahres-Zweite und Siegerin von 2015 - Kristina Jago - war diesmal am schnellsten unterwegs und sicherte sich das oberste Podest mit 43:31 min. Susanne Heinbach - bei den hessischen 10.000-m-Meisterschaften trotz Hitzeschlacht in 41:07 min Titelträgerin der W45 - folgte erneut kurz dahinter in 43:47 min.

Lisa Schmitt, die Marathon-Dritte von 2015, lief nach 45:17 min auf den dritten Rang. Seniorinnen-Erfolge feierten in der W40 Bianca Roos vom SC Oberlahn (49:48 min), in der W50 Simone Maikranz von der LG Asslar-Werdorf (55:18 min) und in der W55 Emilia Baum (59:21 min). Schnellste Schülerin war wieder Lisa Heinbach von der LG Langgöns-Oberkleen mit 56:03 min.

Walker/Nordic-Walker

Traditionell stark vertreten sind beim Kaps-Lauf in Oberbiel die Walker und Nordic-Walker. Für sie werden Wertungen sowohl über 10 Kilometer wie über Halbmarathon angeboten.

Das Feld der 35 Walker über 10 Kilometer führten Ralf Zimmermann (Star Naildesign) in 1:08:59 Stunden und Claudia Schmidt (Former 1) in 1:15:07 Stunden an. Halbmarathon-Walking nahmen 23 Teilnehmer in Angriff. Hier setzten sich Nick Morschek in 2:17:06 Stunden und Bianca Wohlrab vom FC Niederroßbach in 2:40:23 Stunden an die Spitze.

Traditionell stark besetzt sind in Oberbiel die Walking-Wettbewerbe Eine erfreuliche Bereicherung des Kaps-Laufes sind die Rennen für Kinder
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Kinder- und Bambini-Läufe

Eine erfreuliche Bereicherung des Kaps-Laufes sind die Rennen für Bambini über 300 m und die Kinder ab sieben Jahre über 1000 m. Fünfzehn Minuten nach dem Start der Langstrecken starteten die Bambini über eine Runde und die älteren Kinder über drei Runden ohne Zeitmessung um das Gelände des Sport- und Modehaus Kaps. Riesenbegeisterung begleitete die Wettbewerbe und glückliche Kinder nahmen ihre wohlverdienten Medaillen in Empfang.

Bericht und Fotos von Helmut Serowy

Ergebnisse www.sporthaus-kaps.de/events/15-kaps-lauf-2018

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