27.5.18 - 13. Brunnenfestlauf Oberursel

Läufer bringen historischen Marktplatz zum Kochen

von Helmut Serowy 

Dreh- und Angelpunkt des Brunnenfestlaufes in Oberursel ist der von prächtigen Fachwerkgebäuden umzingelte historische Marktplatz. Alte Häuser, winklige Gassen, kleine Weiher, das Vordertaunus-Museum laden zu einer Reise durch 1200 Jahre Stadtgeschichte am Fuße des Hochtaunus ein. Die Stadtkirche St. Ursula thront statt einer Burg oberhalb der Stadtmauer über den Dächern - verabschiedet die Läufer, wenn sie durch das benachbarte Tal in Richtung Stadtwald eilen und empfängt sie bei ihrer Rückkehr aus den hügeligen Taunuswäldern.

Brunnenfest-Königin Anna-Lena I. und ihr Brunnenmeister begrüßen die Läufer auf dem historischen Marktplatz Die Christuskirche entlässt die Brunnenfestläufer aus der Altstadt in Richtung Stadtwald
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Ein "historischer Stadtrundweg" stellt 20 besonders reizvolle Stationen vor - malerische Winkel und Bauwerke und die zahlreichen Brunnen der Altstadt. Namensgeber und Lebensquell von Oberursel ist der auch heute noch meist anmutig plätschernde Urselbach. Weber, Tuchmacher und Tuchhändler führten Oberursel im Mittelalter zu kultureller und wirtschaftlicher Blüte.

Durch die Mühlen am Urselbach gelangte die Stadt während der Industrialisierung erneut zu Wohlstand. Auf einer Länge von nur fünf Kilometern siedelten sich entlang des wasserreichen Urselbaches über 37 Wassertriebwerke an - darunter viele Korn-, Öl- und Walkmühlen sowie Eisenhämmer.

Vier der acht Altstadt-Mühlen befanden sich auf einer Länge von nur 60 Metern am Werkgraben hintereinander, bei einem Steilabfall des Wasserlaufes von 13 Metern. Der "Mühlgang" der Weilers-, Schallers- Herren- und Steinmetzmühle befindet sich direkt hinter dem Turm der St. Ursula-Kirche.

 
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Die wasserreiche "Brunnenstadt" Oberursel lädt jährlich eine Woche nach Pfingsten zum beliebten "Brunnenfest" in die engen Gassen rund um den historischen Marktplatz zum Klönen, Bummeln, Trinken und Feiern ein.

Nach einer Schleife durch die Stadt kommen in die Läufer in den Maasgrund und verschwinden in den Taunuswäldern

Im Rahmen des "Brunnenfestes" richtete die TSG Oberursel mit Unterstützung des "Kultur- und Sport-Fördervereins Oberursel KFSO" nun ihren inzwischen 13. Brunnenfestlauf mit Halbmarathon, 10-km- und 5-km-Läufen und Bambini-Rennen aus. Zünftig schickten die "Brunnenkönigin" Anna-Lena I. und der Brunnenmeister die Läufer auf die Strecke.

‚Auch wenn es der 13. Brunnenfestlauf war - Unglück gab es keins. Dafür viele glückliche Gesichter, sehr gute sportliche Leistungen und die erneute Bestätigung: der Brunnenfestlauf ist ein Familien-Event mit großem Spaßfaktor', freuten sich die Organisatoren über ein erneut gelungenes Läuferfest. 597 Langstreckler im Ziel auf dem historischen Marktplatz, zusätzlich wieder 80 Bambini beim umjubelten Abschluss-Wettbewerb bestätigten die ungebrochene Begeisterung für die Veranstaltung zum Auftakt des Brunnenfest-Sonntags in Oberursel.

 
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Halbmarathon- und 10-km-Läufer eröffnen mit dem gemeinsamen Start um 10 Uhr auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus von 1479 den Brunnenfestlauf. Die Strecke führte sie anfangs mit einem kurzen Schlenker an der mächtigen Christuskirche vorbei durch Oberursel bevor sie das Grün des am Stadtrand vorbeiführenden, idyllischen Naturschutzgebietes Maasgrund erwartete. Nach drei Kilometern nahm sie der Stadtwald mit seinem markanten Anstieg auf (zwischen Start und höchstem Streckenpunkt liegen auf dem abwechslungsreichen und vermessenen Kurs 120 Höhenmeter).

Gemeinsam starten Halbmarathon- und 10-km-Läufer durch die Oberurseler Altstadt Nach 11 km müssen die Halbmarathon-Läufer nach links in die zweite Runde, die 10-km-Starter dürfen bereits geradeaus ins Ziel

Eine lange Gefällstrecke auf der Königsteiner Straße - die vor dem Zieleinlauf einen herrlichen Blick auf Oberursel und die St. Ursula-Kirche bietet - erleichtert dafür die Schlussphase des Rennens. Zumindest für die 10-km-Läufer. Die Halbmarathon-Starter müssen nochmals nach links in den Maasgrund abbiegen und die Runde durch die Wälder erneut in Angriff nehmen bevor auch sie zum Marktplatz durchlaufen dürfen.

Halbmarathon

Als die Läufer nach einem Kilometer die Stadt verließen und im Maasgrund das Weite suchten, hatte sich Temam Said bereits aus dem Feld verabschiedet. Die Verfolger führte 10-km-Starter Christian Weis vor dem Duo Micha Thomas und Johannes Steinbach an. Halbmarathon-Vorjahres-Sieger Marco Diehl folgte vor einem weiteren Trio.

 

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Der leichtgewichtige Temam Said spulte seine beiden Runden weiter unbeirrt herunter - auch wenn er die schnellsten 10-km-Läufer passieren ließ. Begeistert feierten ihn die Zuschauer beim Zieleinlauf auf dem Marktplatz. Trotz hochsommerlicher Temperaturen steigerte er auf der anspruchsvollen Strecke durch die Taunusausläufer den Streckenrekord auf ausgezeichnete 1:14:38 Stunden.

Einen neuen Streckenrekord schafft über Halbmarathon Temam Said Vorjahres-Sieger und Lokalmatador Marco Diehl gewinnt als Zweiter die M45 Erneut Dritter wird der zweite M45-Starter Harald Horstkotte

Der für das DVAG-Marathon-Team startende Lokalmatador Marco Diehl blieb als Zweiter ebenfalls noch um eine Minute unter seiner Siegerzeit aus dem letzten Jahr. Mit 1:21:57 Stunden führte er zugleich die M45 an. Den dritten Rang und "Silber" in der M45 erkämpfte sich ein weiterer Haudegen auf den längeren Strecken. Harald Horstkotte aus Schmitten - Halbmarathon-Sieger von 2014 - verteidigte mit 1:24:57 Stunden seinen dritten Platz aus dem Vorjahr erfolgreich.

 

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Hinter den M30-Läufern Anton Pashenko aus Freiburg (1:27:17 Stunden) und Benjamin Fuchs vom OCR Frankfurt (1:28:11 Stunden) gewann Martin Gilb (SGE) die M50 in 1:31:28 Stunden. Nach M35-Sieger Norman Hertlein vom benachbarten MTV Kronberg (1:32:11 Stunden) finishte bereits der schnellste M55-Starter Lothar Köhler vom SC Oberursel in 1:33:02 Stunden.

Die M50 gewinnt Martin Gilb Lothar Köhler führt die M55 an Bart Smet (vorne) liegt in der M60 in Front, gefolgt vom Dritten der M55, Dieter Gentzchke

Einmal mehr in der M60 erfolgreich und noch locker drauf war auf der langen Zielgeraden Richtung Oberursel Bart Smet vom LT Reifenberg mit 1:41:40 Stunden. Die M65 führte Valentin Wiedemann aus Frankfurt in 1:58:24 Stunden an.

Seit Jahren befindet sich Prisca Lepper-Schwarz vom RFC Oberstedten schon auf der Siegerinnen-Straße. Den Oberurseler Halbmarathon gewann sie zuletzt 2016 in 1:34:00 Stunden. Bei der 13. Auflage des Rennens übernahm sie erneut die Spitze des Frauenfeldes. Mit 1:41:43 Stunden führte sie zugleich die starken W45-Läuferinnen an.

Anschluss hielt auf dem zweiten Platz Katharina Reitershan aus Oberursel. Die stärkste W30-Teilnehmerin ließ sich nach 1:42:33 Stunden auf dem Markplatz vom heimischen Publikum feiern. "Bronze" holte sich Doris Rizzello aus Steinbach (W45) mit 1:50:28 Stunden vor der dritten W45-Starterin Michaela Scherr aus Hemmingen (1:57:35 Stunden) - die im letzten Jahr noch beim Paarlauf startete - und W35-Siegerin Anika Schenk von der TG Bornheim (1:58:00 Stunden).

Die Frauen-Konkurrenz über Halbmarathon hat Prisca Lepper-Schwarzer unter Kontrolle In Sichtweite bleibt die Zweite Katharina Reitershan Überlegen setzen sich Sonja Lenz und Jens Hoffmann beim Paarlauf durch

Gemeinsam durchliefen die Gewinnerinnen der W50 und der W55 die zwei Runden des Halbmarathons. Britta Boltz und Christine McGuire vom TSV Bonames beendeten ihren morgentlichen Ausflug durch den Taunus nach 2:12:25 Stunden.

Eine interessante Wertung haben die Veranstalter des Brunnenfestlaufes für Ehegatten oder Lebensgemeinschaften ausgeschrieben: den Paarlauf über die Halbmarathon-Distanz. Zum dritten Mal konnten sich diese die Strecke teilen und ein gemeinsames Erfolgserlebnis feiern. Zum Auftakt der zweiten Runde - bei Kilometer 11 - erfolgte der Wechsel.

Die fünf Paare führten Sonja Lenz und Jens Hoffbauer vom SC Güttersbach in 1:44:43 Stunden an. Den Sprung auf das Podest schafften dahinter Markus Weigand und Maria Elena Mico de Lera aus Oberursel (1:52.14 Stunden) sowie Gerrit und Annette Rudolph aus Oberursel (1:53:40 Stunden).

10 Kilometer

Vor zwei Jahren hatte Micha Thomas von der LG Eder mit einem Intervall-Rennen zum Aufbau für eine 5000-m-Bestzeit den 10-km-Lauf in Oberursel mit 35:48 min gewonnen. Diesmal legte der mehrfache hessische Seniorenmeister noch eine Schippe drauf und steigerte mit 34:15 min seinen Streckenrekord erheblich. "Das hat mich schon überrascht", gestand Micha Thomas (M30) nach dem Zieleinlauf, "ich bin eigentlich locker losgelaufen und hatte mir hier nichts vorgenommen. Aber dann rollte es. Und im Wald war es trotz der Hitze noch recht angenehm."

Micha Thomas steigert seinen Streckenrekord über 10 km um weit über eine Minute Christian Weis bleibt als Zweiter gleichfalls unter der alten Bestmarke Johannes Steinbach komplettiert das Siegerpodest Carsten Wenzek setzt sich in der M45 durch

Ein starkes Rennen zeigte in der Verfolgung auch Christian Weis von der Meesko GmbH mit 34:38 min. Dahinter sicherte sich Johannes Steinbach aus Eschborn mit 37:46 min den dritten Rang vor dem Halbmarathon-Zweiten von 2015 und 2016, Olaf Wickenhöfer von der LG Eder. Mit 38:05 min lief dieser seinen Mitstreitern aus der M40 um über fünf Minuten davon.

Auf den Plätzen sieben und acht fochten Carsten Wenzek vom SSC Hanau-Rodenbach (39:05 min) und Jochen Nieratschke (39:16 min) ihr Duell um die Krone der M45 aus. Als Zehnter und Elfter folgten mit Paul Riha vom Lauf-Team Ober-Mörlen (40:41 min) und Dirk Lösel vom TV Weißkirchen (41:00 min) die beiden nächsten M45er.

Weit vorne im Feld der 238 Finisher landeten zudem mit Stefan Blomen vom MTV Kronberg (42:23 min), Erik Wörner vom Team Taunus Therme (43:45 min) und Hans-Georg Gutbier aus Oberursel (44:25 min) die Gewinner der M55, der M50 und der M60. Bester der M65 war Helmut Schöbel vom Schnauftreff Oberursel (56:26 min). M70-Sieger Roland Streit von der TSG Oberursel bewies in 53:24 min, dass er noch immer die schnelleren Beine hat.

10km-Gesamtsieg der Frauen und W40-Erfolg winken Ria Bohrer Irene Bell rennt als Zweite auch den W50-Läuferinnen davon Mit dem vierten Platz sichert sich Cecilia Llaò Cid "Gold" in der Frauen-Hauptklasse

Bei den Frauen übernahm über 10 Kilometer Ria Bohrer aus Oberursel mit 45:50 min die Führung und setzte sich zudem in der W40 an die Spitze. Kurz dahinter jagte die W50-Siegerin Irene Bell in 46:52 min über die Ziellinie vor dem historischen Rathaus der Stadt. "Bronze" erlief sich die Jugendliche Mira Schwarzer aus Oberursel in 49:05 min vor der Hauptklassen-Siegerin Cecilia Llaò Cid aus Frankfurt (49:49 min).

Andrea Wagner von der IGS Stierstadt freute sich nach 51:30 min über ihren Erfolg in der W55 vor der schnellsten W45-Läuferin Christine Jahn aus Friedrichsdorf (Netto 51:26 min).

5 Kilometer

Um erfreuliche 40 Finisher stieg die Teilnehmerzahl bei 5-km-Lauf auf 192 Läuferinnen und Läufer.

Auf der verhältnismäßig flachen Strecke mit der Schleife durch die Altstadt und durch den Maasgrund ließ Oliver Hoffmann vom LAZ Obernburg-Miltenberg nichts anbrennen. Mit 17:29 min feierte er einen sicheren Start-Ziel-Sieg. Dahinter schob sich Benjamin Hartmann von der Feldbergschule mit 18:02 min noch an Kevin Linke aus Frankfurt vorbei. Der letztjährige Sieger sprang als Dritter mit 18:22 min erneut auf das Siegerpodest. Auf dem vierten Platz folgte der schnellste A-Schüler, Marlon John von der TSG Friedrichsdorf (20:11 min).

Die W55-Konkurrenz hält Andrea Wagner über 10km in Schach Stärkster M60-Läufer im 10km Rennen ist Hans-Georg Gutbier Über 5 km siegt Oliver Hoffmann Schnellste Hauptklassen-Läuferin ist Anke Kracke mit Platz 5 bei den Frauen
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Eine erfreuliche Serie setzte die U12-Schülerin Hannah Lösel von der TSG Oberursel logisch fort. Die Dritte von 2016 und Zweite von 2017 strahlte diesmal über ihren Gesamtsieg in der Frauen-Konkurrenz. Mit 21:31 min steigerte sie sich gleich um gewaltige zwei Minuten. Sie verwies damit die A-Schülerin Malin Klappenbach vom TV Oberstedten mit 22:32 min und die zweite U12-Starterin Naomi Franz aus Oberursel mit 22:58 min auf die weiteren Medaillen-Ränge.

Bambini

Ein besonderes Erlebnis ist beim Brunnnenfestlauf in Oberursel immer wieder das Bambini-Rennen. Die 500-m-Wendepunktstrecke vom Start-Ziel-Gelände auf dem Marktplatz zum grünen Maasgrund brennt während dieses Wettbewerbes. Stimmungsmäßig ist dieser abschließende Wettbewerb immer wieder das Highlight der Veranstaltung. Auch beim 13. Brunnenfestlauf stürmten wieder 80 Bambini mit Spaß und Ehrgeiz um die Wette über die Strecke. Beim Rennen ohne Zeiterfassung waren alle Finisher Gewinner.

Bericht und Fotos von Helmut Serowy

Ergebnisse www.volkslauf.de - Info: www.brunnenfestlauf.de

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