6.5.18 - 19. Gutenberg Marathon Mainz

Es war zu schön

Wer ist Nummer 1 in Mainz?

von Constanze & Walter Wagner 

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"Der 20. ist was ganz Besonderes, da lassen wir uns was einfallen", versprach Renndirektor Dieter Ebert und beendete damit gedanklich die 19. Austragung mit einem klaren Signal, dass es weiter geht in Sachen Marathon. Eine Zukunft, die im Organisationsteam mit Zweifeln behaftet ist. Dass sich trotz aller Mühen, die Entwicklung in kontinuierlich kleiner werdenden Finisher-Zahlen manifestiert, schlägt aufs Gemüt. Auf ein winziges Plus 2017 nun wieder neun Prozent weniger im Marathonziel, in Zahlen: 795, davon 134 Frauen, also ein Anteil von 17 Prozent. Der steigt auf 35 Prozent beim Halbmarathon, den 5.397 Läuferinnen und Läufer erfolgreich beendeten. Vollständig wird das Ganze mit rund 1000 Staffelläufern sowie rund 2000 Kindern beim Halbmarathon-Zehntel und den Ekiden-Staffeln.

Tradition hat die Athletenvorstellung am Tag vor dem Marathon auf der Marathonmesse durch Ralf Peterhanwahr von der Pressestelle der Stadt Mainz. Der engere Favoritenkreis bei den Männern v.l. Vorjahressieger Ivan Babaryka (Ukraine), Mohamed Hassi (Marokko), Jaouad Boualame Ben Bouchta (Spanien), Pawel Ochal (Polen) und Gutu Abdeta Oddee für LG Eintracht Frankfurt (Äthiopien). Die Favoritinnen bei den Frauen v.l. Aicha Bani (Marokko), Mauricia Cunico (Italien), Olga Ochal-Kalendarova (Polen), Sviatlana Kouhan (Weißrussland), Mohammad Hindiyaa (Äthiopien) und Iryina Masnyk (Ukraine)
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Bedenkt man dabei die hohen Temperaturen und bezieht die Möglichkeit des fliegenden Wechsels ins Halbmarathonziel mit ein, dürften schlimmere Befürchtungen ausgeblieben sein. Immerhin der harte Kern lief eisern durch den Transitkanal und weiter über die Theodor-Heuss-Brücke auf die Hessenschleife um das Vorhaben, Marathon, zu Ende zu bringen.

 
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Dass individuelle Zeitvorstellungen bei der Mischung aus Hitze und Wind verfehlt wurden, liegt auf der Hand. Hinzu kam die Einsamkeit des Langstreckenläufers im zweiten Teil. Ergebnis unterm Strich der Marathon-Analyse von der Marathonvierten Julia Bongiovanni: "Die erste Hälfte war super."

Zählten bereits im Vorfeld vor ihrem ersten Start in Mainz zum Kreis der Favoriten: das Ehepaar Olga Ochal-Kalendarova mit einer persönlichen Bestzeit von 2:31:33 und Pawel Ochal (pB 2:12:20) aus Polen angereist Das Ehepaar Julia und Luca Bongiovanni vom TV Schriesheim, ebenfalls das erste Mal in Mainz am Start. Julia mit einer noch recht frischen PB von 2:56:11 in Florenz im November gelaufen, erhofft sich in Mainz eine Verbesserung. Luca hat sich für den Halbmarathon entschieden, wo er Zweiter der M40 wurde

Zum 19. Mal fiel nun der Startschuss vor der Rheingoldhalle, die wie das Rathaus nebenan einer Grundrenovierung entgegen sieht. Das ideale Ensemble für alles rund um den Marathon sowie Start und Ziel auf einem Fleck wird vorrübergehende Einschränkungen erfahren, wobei man sich über die Details schon Gedanken macht und verträgliche Lösungen sich abzeichnen. Nach Regen im Vorjahr freuten sich die Sportler über die sonnige Terrasse und die Rheinpromenade, die vor und nach dem Lauf beliebter Treffpunkt sind.

Inge Umbach, Organisatorin des Maare Mosel Lauf, der am 25. August bereits das 21. Mal ausgetragen wird, begleitete beim Schüler Ekiden-Lauf 8 Staffeln des Kinderheim Jugendhof Wolf Eine große Laufgruppe um den Altöttinger Manager Günther Vogel. Aus 6 verschiedenen Ländern zum Gutenberg Marathon Mainz angereist, nahmen 8 am Marathon und 2 am Halbmarathon teil. Der Marathonsieger Ivan Babaryka und die Halbmarathonsieger Roman Prodius und Maryna Nemchenko stehen hier mit auf der Bühne

Eingespielt sind die Abläufe und sollten einen reibungslosen Ablauf gewährleisten, wären da nicht die wichtigsten Akteure, die Läufer selbst. Zwei Tage feierte die Presse Katharina Matz, zuerst als Zweite des Halbmarathons, dann mutierte die Unbekannte gar zur Mainzer Marathonmeisterin und Fünfte des Fraueneinlaufs gesamt. Aufkommende Zweifel und zeitintensive Recherche erbrachten, die Frau hat einen Bart. An seiner "F"-Nummer störte sich niemand. Zwischenzeitlich sind fast zwei Dutzend weitere Ergebnisse korrigiert.

Im Internet brüstete sich ein Laufjunkie sogar damit, er habe sich das Ummelden erspart. Nicht allen mag die Ergebnisliste wichtig sein, doch ist es unsportlich, wenn durch einen Mangel an Disziplin diese unkorrekt ausfällt. Die wahre Siegerin der Sonderwertung wurde um die Anerkennung gebracht. Oft sind Führende in den Altersklassen betroffen. Übrigens, ein Unterschied zu durch Dopingsünder um ihren Platz gebrachten, erschließt sich mir nicht.

 
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Maskottchen MaraThoni fühlt sich gut aufgehoben bei Josef Pollauf, ist er doch u.a. zuständig für die Athletenbetreuung OK-Chef und Rennleiter Dieter Ebert (links), Reiner Pfeifer vom Organisationsteam und Ralf Peterhanwahr (re.) von der Pressestelle der Stadt Mainz kurz vor dem Start Begrüßung vor dem Start: Moderator Klaus Hafner, der Kult-Stadionsprecher des FSV Mainz 05, und die Leiterin der Golden Eagles Cheerleader des TSV Schott Mainz e.V. in Vorbereitung auf ihre jeweilige Tätigkeit

Dass sich die Siegerin und der Sieger des Vorjahres erneut der herausfordernden Strecke in zwei Bundesländern stellten, freute die Mainzer Organisatoren um Dieter Ebert besonders. Doch allzu leicht wollte man es ihnen nicht machen. Das versammelte Aufgebot bei der Athletenpräsentation zeigte sich durchaus kämpferisch eingestellt und Sieganwärter gab es einige. Dabei kommt den Veranstaltern entgegen, dass die Flüchtlingswelle auch Lauftalente anspült, die für deutsche Vereine starten und das Startfeld internationaler sowie schlagkräftiger gestalten.

30 große und 12 kleine Schwellköpp hat der Mainzer Carneval-Verein im Repertoire ... ... beim Aufstülpen eines 20 bis 24 Kilogramm schweren Schwellkopps ist tatkräftige Unterstützung von Nöten Einmal den Kopp auf den Schultern, wird Bürgermeister und Sportdezernent Günter Beck in die Mitte genommen. Er wird den Startschuss zum 19. Gutenberg Marathon Mainz geben

Aus dem Kreis der Vorjahressiegerin Aicha Bani (Marokko), der Vorjahresdritten Mauricia Cunico (Italien), Olga Ochal-Kalendarova (Polen), Sviatlana Kouhan (Weißrussland), Mohammad Hindiyaa (Äthiopien) und der jungen Iryina Masnyk (Ukraine) erwartete man den Sieg.

Bei den Männern kamen dafür vorrangig Vorjahressieger Ivan Babaryka (Ukraine), Mohamed Hassi (Marokko), Jaouad Boualame Ben Bouchta (Spanien), Pawel Ochal (Polen) und Gutu Abdeta Oddee (Eintracht Frankfurt - Äthiopien) infrage.

 
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Und los geht´s auf der Rheinstraße für Marathonis, Schwellköpp und den MaraThoni unterhalb des Mainzer Rathauses und an der Rheingoldhalle vorbei

Roman Prodius aus Moldawien, zweifacher Marathonzweiter in Mainz, plante eine Verbesserung des Halbmarathon-Streckenrekords von 1:06:09 h, den Michael Ngaseke aus Simbabwe 2002 aufstellte. Zuletzt hatten die Brüder Babaryka an dieser Zeit gekratzt, Ivan 2014 (1:07:46) und 2015 (1:06:48), Alexandr kam 2017 in 1:06:40 dem Rekord am nächsten. Bei den Frauen war die 21jährige Maryna Nemchenko aus der Ukraine die einzig genannte Halbmarathonläuferin aus dem Kreis der Eliteläufer. Bei gleichzeitigem Start entscheidet sich letztlich erst beim Zieleinlauf wer Halbmarathon und wer den ganzen Marathon läuft.

Versorgungsstand auf dem Gutenbergplatz unterhalb der Bronzestatue von Johannes Gutenberg, dem berühmten Sohn der Stadt und Namensgeber des Marathons: 2 von 12.000 Trinkbechern stehen schon bereit. Wenn die Läufer kommen werden sie von Betriebsratsvorstand Frank Vierkeller und Azubis der Stadtwerke Mainz mit viel Einsatz und Mainzer Trinkwasser versorgt

Aufgrund der Temperaturen schon beim Start, waren Rekorde kaum zu erwarten, so dass die 2:11:01 von Mohamed Msenduki Ikoki (Tansania) aus dem Jahr 2010 weiterhin Bestand haben sollten. Ivan Babaryka hatte bereits im Vorfeld geäußert, er will wieder gewinnen, die Zeit sei zweitrangig. Sein Bruder Alexendr ist derzeit verletzt. Seine Frau Tatjana Vilisova, die den Gutenberg Marathon 2012 (2:32:01) und 2014 (2:37:18) gewann, fällt als Russin unter das Startverbot. Ein Wechsel der Staatsangehörigkeit ist schwierig, so Ivan. Die Familie mit zwei Kindern lebt an der Demarkationslinie nahe Donezk und freut sich, dass es bei ihnen keine Kampfhandlungen gibt. Der Frauenrekord erinnert an die Hoch-Zeit des Marathons als in Mainz die deutschen Titel vergeben wurden und Susanne Hahn sich in nie mehr erreichten 2:29:35 h für die Olympischen Spiele in Peking qualifizierte.

Viel Trubel am Gutenbergplatz, im Hintergrund das Landesmuseum Am Staatstheater mit seiner gläsernen Kuppel biegt der Tross in Richtung Leichhof ab

Es war also zu erwarten, dass sich Roman Prodius weit vor den Marathonläufern und wahrscheinlich auf sich allein gestellt auf die Rekordjagd begeben würde. Doch ergab sich nach den ersten 15 Kilometern ein ganz anderes Bild. Die eritreischen Flüchtlinge Miebale Andemicale und mit etwas Abstand Selma Amariam Estopia (beide TV Alzey Laufteam) lagen klar vor dem Moldawier. Ein weiterer Gegner um die Podestplätze hätte nur noch aus dem Verfolgerpulk der Marathonführenden kommen können. Tatsächlich schloss Roman Prodius auf dem Wendepunktstück nach Mainz-Weisenau auf und ging Seite an Seite mit Selma Amariam Estopia auf den Schlusskilometer. Gefolgt von Miebale Andemicale, der etwas zurück hing.

Haben die Läufer den 1000-jährigen Mainzer Dom passiert, tauchen sie tiefer ein in die schmucke Mainzer Altstadt

Den entscheidenden Fehler machte nun Selma Amariam Estopia im Schlussspurt. Im Glauben gesiegt zu haben riss er die Arme hoch und drehte vor der Ziellinie ab. Es siegte Roman Prodius in 1:08:13 h gefolgt von Miebale Andemicale in 1:08:47 h. Selma bemerkte sein Missgeschick erst spät und passierte die Zielmatte nach 1:19:07 h auf Platz 26. Dritter wurde Tom Ring von der Uni Kassel in 1:12:10 h, der damit den Titel des Hochschulmeisters vor Michael Majewski, Uni Osnabrück, holte, Gesamtvierter in 1:12:24 h.

Beim Halbmarathon hat sich zunächst Miebale Andermicale vor Selma Amariam Estopia (TV Alzey Laufteam) an die Spitze gesetzt Roman Prodius (Nr. 2) aus Moldawien hat nach der Wende in Mainz-Weisenau zu Selma Amariam Estopia aufgeschlossen Tom Ring (Uni Kassel im Trikot von GW Kassel) wird als 3. über Halbmarathon Deutscher Hochschulmeister. Hinter ihm Marathonläufer Taras Telkovsky (BLR) und der 4. Halbmarathonläufer und 2. der deutschen Hochschulmeisterschaften Michael Majewski (Uni Osnabrück)

Bei den Frauen wurde es eine klare Angelegenheit für Maryna Nemchenko, die in 1:16:49 h eine Klasse für sich war, aber am Streckenrekord von Fabienne Amrhein von 1:13:11 h scheiterte. Amrhein von der MTG Mannheim hatte 2017 in Mainz den Grundstein einer Erfolgsserie gelegt, qualifizierte sich für die Universiade, wo sie Sechste wurde. Im September dann ihr Marathon-Debüt in Berlin, wo sie sich mit der B-Norm für die EM-Teilnahme empfahl. Nun folgte im April mit ihrem Titelgewinn bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in Düsseldorf der nächste Paukenschlag.

Der Mainzer Marathon-Meister Robert Wilms (Mainz / SG Wenden) vor der Halbmarathonführenden Maryna Nemchenko aus der Ukraine Sabine Schmitt aus Udenheim läuft auf Platz 2 im Halbmarathonrennen der Frauen Jasmin Beer (FHSM Potsdam) holt sich als 6. im HM den Titel der Hochschulmeisterschaften

Hochschulmeisterin wurde jetzt Jasmin Beer von der FHSM Potsdam in 1:30:16 h. Den zweiten Platz über Halbmarathon sicherte sich in 1:27:37 h Sabine Schmitt aus Udenheim vom TV Alzey, die im April den Marathon Deutsche Weinstraße gewonnen hat. Dritte wurde Stephanie Gilfrich-Schneider vom USC Mainz in 1:28:11 h.

Im Marathonrennen hat sich eine sechsköpfige Spitzengruppe mit v.l. Gutu Abdeta Oddee für LG Eintracht Frankfurt (Äthiopien), Vorjahresieger Ivan Babaryka (Ukraine), Mohamed Hassi (Marokko), Pawel Ochal (Polen), Demeke Wosene (LG Rüsselsheim) und Jaouad Boualame Ben Bouchta (Spanien) gebildet Angeführt von ihrem persönlichen Tempomacher Maciek Miereczko hat sich Olga Ochal-Kalendarova aus Polen schon früh vor der Vorjahressiegerin Aicha Bani aus Marokko positioniert, die keinen guten Tag erwischt hatte (rote Kappe)

Über den Rhein führte die Marathonstrecke in die Außenbezirke von Wiesbaden, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim. Bei Kilometer 28 war man wieder auf dem Buckel der Theodor-Heuss-Brücke und zurück in Rheinland-Pfalz. Noch immer lag eine 5-köpfige Führungsgruppe bei den Männern mit Ivan Babaryka vorn. Eine Vorentscheidung war in diesem Jahr längst nicht gefallen. Dabei noch Gutu Abdeta Oddee von der LG Eintracht Frankfurt und Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim. Anders bei den Frauen, die waren längst solo, wobei Olga Ochal-Kalendarova noch ihrem Tempomacher Maciek Miereczko folgte, der 2017 auf eigene Faust Fünfter war.

Betreuerin Tamara Koba (links), Europameisterin von 1980 über 1500m, freut sich mit ihrem Schützling Maryna Nemchenko über deren Halbmarathonsieg Auf der Rheinstraße geht es für Marathonis in die 2. Runde, die Halben biegen ab ins Ziel Halbmarathonsieger Roman Prodius ist nach seinem Zieleinlauf durchgestartet um seine marathonlaufenden Kollegen auf der Theodor-Heuss-Brücke anzufeuern

Unablässig wurde vor dem Rathaus gefinished, die Moderatoren hatten ebenso wenig Pause wie die Staubwedel wirbelnden Cheerleader. Und bei aller Ausgelassenheit wurde doch mit Spannung dem Marathonrennausgang entgegen gefiebert. Bilder von der Strecke lieferte ein Livestream, eine Vorentscheidung aber immer noch nicht. Stark lief der junge Gutu Abdeta Oddee, aber nach 39 Kilometern bekam er Muskelschmerzen. Seine Marathon-Bestzeit von Frankfurt aus dem Jahr 2016 bleibt bestehen: 2:23:41 h. Er wird es am Main im Oktober erneut versuchen.

Die Marathonspitze zurück aus Hessen: bei km 28 noch immer ein Fünferfeld. Ivan Babaryka hat sich schon für die am Ende der Theodor-Heuss-Brücke führende Rechtskurve eingeordnet. Demeke Wosene (rotes Trikot) und Gutu Abdeta Oddee (grünes Trikot) vor Pawel Ochal und Mohamed Hassi. Der Spanier Jaouad Boualame Ben Bouchta ist nicht mehr dabei

Das Duo Ivan Babaryka und Pawel Ochal blieb weiter auf Tuchfühlung. Erst im Anblick der Zuschauermassen setzte Ivan Babaryka die entscheidende Attacke und siegte in 2:24:36 h drei Sekunden vor dem Polen Pawel Ochal, der sagte: "Den letzten Kilometer sind wir in 2:52 Minuten gelaufen." Ochal konnte sich bei der Siegesfete seiner Frau trösten und hatte allen Grund seinen zweiten Platz in 2:24:39 h feiern. Die Familienausbeute blieb exorbitant. Gutu Abdeta Oddee, seit fünf Jahren in Deutschland, wollte unter 2:20h bleiben, folgte als Dritter in 2:25:32 vor Demeke Wosene in 2:26:14 h. Ivan Babaryka gestand: "Dieses Jahr war es viel härter. Ich bekam Knieschmerzen und musste deshalb die erste Hälfte etwas langsamer laufen."

Raoul Jankowski (Uni Hannover) wird mit Gesamtplatz 7 Deutscher Hochschulmeister über die Königsdistanz Karsten Fischer (HS Darmstadt) folgt auf Rang 8 und wird 2. der Deutschen Hochschulmeisterschaft Tim Lipecki gewinnt als 12. in 2:45:35 die M45 und hat bei 19 Gutenberg Marathons nur einmal den Halbmarathon vorgezogen Die Staffel des TSV Schott Mainz Leichtathletik 1 ist in 2:22:49 als schnellstes Quartett im Marathonziel

Der Marokkaner Mohamed Hassi lieferte als Fünfter in 2:29:50 h das letzte Ergebnis unter zweieinhalb Stunden. Hinter Taras Telkovsky (Weißrussland), der in London Theologie studiert hat, und in Mainz in 2:32:39 h Sechster wurde, folgte Raoul Jankowski als Hochschulmeister, für die Uni Hannover am Start, nach 2:34:16 im Ziel. Für Karsten Fischer vom SSC Hanau-Rodenbach blieb für die HS Darmstadt der Vizetitel in 2:37:15 h. Auf Rang 9 finishte Robert Wilms in 2:39:42 für die SG Wenden, wurde als Mainzer damit Stadtmeister.

Olga Ochal-Kalendarova führt auch noch auf der Theodor-Heuss-Brücke bei km 28 das Marathonfeld der Frauen an Auf Platz 2 hat sich die Ukrainerin Iryna Masnyk positioniert Sviatlana Kouhan aus Weißrussland ist auf Platz 3 zurück gefallen

Aicha Bani war mit einer Bestzeit von 2:40:56 h, gelaufen 2016 in Rabat, zurückgekommen um ihren Sieg von 2017 (2:44:46) zu wiederholen. Die Marokkanerin lebt in Spanien. Auch ihr Mann Jaouad Boualame Ben Bouchta war am Start, aber er lief auf eigene Rechnung mit einer Bestzeit von 2:25:59 h. Nach der Papierform hatte sie gegen Olga Ochal-Kalendarova kaum eine Chance, die Polin hat nach eigenen Angaben eine Bestzeit von 2:31:33 h und war 2014 in Eindhoven in 2:32:06 Zweite geworden. Entsprechend setzte Ochal die Marokkanerin unter Druck, die nach der Halbmarathonzwischenzeit aus dem Rennen ging.

Julia Bongiovanni vom TV Schriesheim hat sich auf Platz 4 im Marathonrennen der Frauen vorgearbeitet Rebecca Werking verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um einen Platz auf Rang 5 Der Titel der Mainzer Marathon Meisterin geht in diesem Jahr an die sechstplatzierte Kerstin Hötte

Olga Ochal-Kalendarova lief ihren Marathon auch nach dem Ausstieg von Maciek Miereczko nach 33 Kilometern ziemlich konstant zu Ende, scheiterte aber knapp an einer Zeit unter 2:40 h. Mit 2:41:21 h zeigte sie eine sehr gute Leistung in Anbetracht der Bedingungen. Es war ihr erster Sieg überhaupt. "Es war sehr schwer bei dem Wetter", so Olga Ochal-Kalendarova, die sicher war, dass sie gewinnt.

Das Deutschhaus, Sitz des rheinland-pfälzischen Landtags, lassen die Läufer auf ihrem Weg über die Theodor-Heuss-Brücke nach Hessen hinter sich

Platz zwei ging an Iryna Masnyk aus der Ukraine, die in 2:52:14 h nur unweit über ihrer Bestzeit von 2:48:13 h blieb. Sviatlana Kouhan aus Weißrussland, Zweite in Mainz 2010 in 2:34:08 und mit einer Bestzeit aus dem Jahr 2012 von 2:29:37 h angetreten, wurde in 2:53:44 h Dritte. Wehrte sich gegen die näher kommende Julia Bongiovanni vom TV Schriesheim.

Während Zuschauer und Presse nach gut 2 Stunden Laufzeit auf die ersten Marathonläufer warten, lassen sich die Genussläufer von MaraThoni für die zweite Hälfte motivieren

Julia Bongiovanni lief bei ihrem ersten Gutenberg Marathon 2:57:04 h und damit nahe an ihre Bestzeit von Florenz (2:56:11 - November 2017) heran. Die 34jährige Ärztin für Anästhesie und Intensivmedizin ist auch zweifache Mutter und mit ihren Aufgaben ziemlich ausgelastet, dennoch lief sie nach achtjähriger Marathonpause in Florenez Bestzeit und war hochmotiviert für Mainz. "

Erst auf den letzten Metern kann sich Ivan Babaryka von Pavel Ochal absetzen und siegt erneut beim Gutenberg Marathon Mainz

Josef Pollauf war sehr nett und hat mir erlaubt im Elitefeld zu starten. Toll wie man sich in Mainz um Athleten bemüht", so Julia Bongiovanni. Dabei hatte sie sich erst eine Woche vor dem Lauf angemeldet. Ihr Resümee: Die erste Runde war super, aber die zweite Hälfte musste ich alles alleine im Wind laufen. Es ergab sich keine Gruppe, der sie sich hätte anschließen können. Viel trainieren kann sie neben Beruf und Kinder nicht, 60 bis 80 km/Woche. Aber vor dem Marathon hat sie 30km-Läufe mit Endsteigerung eingebaut. Jetzt stehen 6 Tage mit Nachtschicht im Arbeitsplan.

Olga Ochal-Kalendarowa gewinnt zum ersten Mal beim Gutenberg Marathon Mainz Auch für Julia Bongiovanni ist es eine Premiere in Mainz, die sie mit dem 4. Platz als beste Deutsche abschließt

Der Marathonzirkus setzt sich fort. Das Überangebot wird es auch in Zukunft schwer machen, die Zahlen zu halten oder gar zu steigern. Mannheim, Würzburg und Luxemburg stehen nun an. Maciek Miereczko startet in Mannheim über 10 Kilometer und der erklärten Absicht, eine 32er Zeit zu laufen, aber auf jeden Fall zu gewinnen. Im Herbst will er in Münster Marathon laufen, vielleicht auch Köln oder Essen. Die Qual der Wahl.

Ivan Babaryka ist die Nummer 1 von Mainz !!! Sportdezernent Günter Beck freut sich mit Olga Ochal-Kalendarowa über ihren Marathonsieg in Mainz Ohne fleißige Helfer kein Marathon - vom Start bis zur Medaillenvergabe präsent
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Dieter Ebert zog ein erstes Fazit: "Die Stimmung war gut. Das Wetter trägt aber dazu bei, dass bei der Hitze mehr auf Halbmarathon wechseln." So betrachtet stieg Mainz unbeschadet aus dem Ring. Auf den runden Geburtstag und die 20. Austragung freut sich das Organisationsteam, an Motivation scheint es nicht zu fehlen und auf die angekündigten Einfälle besonderer Geburtsüberraschungen wird man neugierig.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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