21.5.18 - 32. Krofdorf-Gleiberg Pfingstlauf

Mit Schwung durch das Fohnbachtal

von Helmut Serowy 

Traditionell startet am Pfingstmontag der TSV Krofdorf-Gleiberg unterhalb der Burg Gleiberg seine Laufveranstaltung über 10 Kilometer. Vor dem Hauptlauf eröffnen Schülerinnen und Schüler auf einer Wendepunkt-Strecke zwischen der Eduard-David-Sporthalle und der Burg über 1000 m die Veranstaltung.

 

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Im Wettenberger Land prägen die auf zwei mächtigen Basaltkegeln errichteten Burgen Gleiberg und Vetzberg das Landschaftsbild.

Traditionell startet am Pfingstmontag der TSV Krofdorf-Gleiberg seinen Volkslauf unterhalb der Burg Gleiberg
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Um das Jahr 1000 erbaute Graf Friedrich I. von Luxemburg auf dem Gleiberg einen Wohnturm. Er und seine Nachkommen begründeten die Dynastie der Grafen von Gleiberg. Sie beherrschten von hier aus ein großes Gebiet. Der spätere deutsche Kaiser Heinrich V. zerstörte 1103 den Wohnturm. In den folgenden Jahrzehnten wurde daraufhin die Oberburg mit dem weithin sichtbaren Bergfried und den markanten Überresten eines riesigen Wohngebäudes errichtet. Kurhessische Truppen beschädigten 1649 - kurz vor dem Ende des 30-jährigen Krieges - die Oberburg und zerstörten sie teilweise. Auf den Wiederaufbau wurde verzichtet, da die Burg keine militärische Bedeutung mehr besaß. Zudem hatten die Grafen von Nassau-Weilburg schon im ausgehenden 16. Jahrhundert die Unterburg als repräsentativen Wohn- und Verwaltungssitz errichtet.

Seit 1879 ist der Gleiberg-Verein Eigentümer der Anlage und kümmert sich um deren Erhalt. Von dem 31 Meter hohen Bergfried bietet sich daher immer noch ein weiter Blick über das Gießener Becken, zum Vogelsberg, zum Westerwald und zum Taunus. Und auch zur benachbarten, nur zwei Kilometer entfernten Ruine Vetzberg, die den Gleiberger Grafen einst als Vogtburg diente.

 
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Beim Start kümmert die 10-km-Läufer die markante Burgsilhouette herzlich wenig. Sie lassen sie "links liegen", stürmen ins Tal hinunter und erreichen nach einem Kilometer das schmale, von Wäldern begrenzte Fohnbachtal. Die vermessene Wendepunkt-Strecke führt ständig leicht steigend durch das auch bei hochsommerlichen Bedingungen angenehm zu laufende Tälchen. Wer hier anfangs nicht überzieht, kann auf dem Rückweg noch zu flotten Zeiten rennen. Auf dem finalen Kilometer spornen nicht nur erfreuliche Zwischenzeiten sondern auch der in der Ferne das Ziel markierende Bergfried die Sportler an.

Nach 1000 m nimmt das idyllische Fohnbachtal die Läufer auf

Die aktuellen Streckenrekorde des 10-km-Laufes liegen bei 32:45 min durch Chunky Liston (TSV Krofdorf-Gleiberg, 2016) und bei 38:17 min durch Anna Starostzik (PSV Grün-Weiß Kassel, 2017).

Nach dem Frühjahrslauf in Gießen-Wieseck, dem 10-Meilen-Lauf durch den Licher Wald und der Laufveranstaltung in Großen-Buseck ist der Pfingstlauf des TSV Krofdorf-Gleiberg das vierte Wertungsrennen des Mittelhessen-Cups 2018.

 
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Das herrliche Pfingstwetter lockte wieder über 300 Läufer nach Krofdorf-Gleiberg. Hochzufrieden zeigte sich da auch Organisationsleiter Burghard Rinn, der im letzten Jahr vom langjährigen "Motor" der erfolgreichen Läufertruppe des TSV Krofdorf-Gleiberg Dr. Jürgen Leib dieses Amt übernommen hat: "Mit unserem eingespielten Team hat alles wieder wunderbar funktioniert. Besonders stolz sind wir darauf, dass die Zeitauswertung so schnell erfolgte und wir gerade bei den Schülern die Siegerehrungen zügig nach dem Zieleinlauf durchführen konnten."

Sieger Nikita Golovitsyn (127) und Zweiter Moritz Weiß duellieren sich bis zur letzten Steigung vor dem Ziel Als Dritter läuft Patrick Brandenburger der M35-Konkurrenz davon Verbissen kämpft sich Tobias Schulz auf den vierten Platz und zu "Gold" in der M30 vor Dmitry Rachko verliert als Fünfter auf dem Zielstrich noch den sicher geglaubten M30-Titel

10 Kilometer

Das Duo Nikita Golovitsyn von Spiridon Frankfurt und Moritz Weiß vom LAZ Gießen riss gleich nach dem Start das Feld der 10-km-Läufer auseinander. Bereits nach einem Kilometer waren sie der langgezogenen Läuferschlange weit enteilt. Das Quartett Tobias Schulz vom FV Wallau, Dmitry Rachko vom VC Frankfurt, Philip Scharck vom LT Biebertal und Felix Kern von der TSG Kleinostheim hatte sich zu diesem Zeitpunkt vor das weitere Feld gesetzt.

Die beiden Spitzenläufer blieben während des gesamten Rennens zusammen. Die Entscheidung um den Sieg musste auf dem knackigen Anstieg direkt vor dem Ziel fallen. Vorjahressieger Moritz Weiß versuchte hier, die Spitze zu übernehmen, musste Nikita Golovitsyn aber doch ziehen lassen. Dieser setzt sich mit 34:18 min an die Spitze und gewann zugleich die M35. Moritz Weiß lief mit 34:22 min als Zweiter durch das Ziel vor der Eduard-David-Sporthalle und zum Erfolg in der Männer-Hauptklasse.

Achim Baroth ist in der M50 wieder Spitze Klar in Front liegt Werner Weber in der M55 Gerhard Schulze-Velmede (224) setzt sich in der M60 durch Otto Jatsch feierte bereits den Gewinn der M70

Patrick Brandenburger vom Team LaufStil Sinn - zwei Tage zuvor bereits Halbmarathon-Sieger beim Kaps-Lauf in Oberbiel - ließ es auf der ersten, leicht steigenden Streckenhälfte ruhig angehen. Auf dem Rückweg schob er sich auf den dritten Rang nach vorne und baute anschließend seinen Vorsprung zu den Verfolgern immer weiter aus. Mit 37:35 min erreichte er als Dritter hinter dem Gesamtsieger erneut in der M35 den zweiten Rang.

Harte Fights erlebten die Zuschauer auf der Zielgeraden nicht nur bei den Spitzenreitern. Hinter Patrick Brandenburger kämpfte sich Tobias Schulz noch an den bereits enteilten Dmitry Rachko heran und holte sich mit 38:20,3 min neben dem vierten Platz den Erfolg in der M30 vor dem um lediglich 4 Zehntel-Sekunden geschlagenen Rachko (38:20,7 min). Jürgen Murmann (Schunk läuft) schob sich mit 38:43,3 min knapp an Marcus Dickel vom LLT Wallernhausen (38:43,5 min) vorbei auf den sechsten Platz. Diesem blieb immerhin der Trost, die M40 gewonnen zu haben. Dichtauf folgten Pascal Moos von der LG Asslar-Werdorf (38:46 min) und Philip Scharck (38:48 min).

In der M75 zeigt Manfred Kronsbein weiter Kampfgeist M80-Senior Bodo Heil holt sich wichtige Punkte für den Mittelhessen-Cup Beachtliche 46:26 min schafft die schnellste W60-Läuferin Monika Donges (276) - verfolgt von der W50-Siegerin Elke Frank Immer wieder schnell unterwegs ist in der W65 Marianne Domes

Hinter Felix Kern (39:02 min) lief Achim Baroth vom Team Naunheim mit 39:13 min eine Minute vor dem zweiten M50-Starter - Jörg Suhl vom LLT Wallernhausen (40:18 min) - ins Ziel. Der ebenfalls lange verletzte Werner Weber vom Team Naunheim freute sich, endlich wieder schmerzfrei nach 39:45 min die M55 vor Heiko Sichau von der LGV Marathon Gießen (41:56 min) anzuführen.

Eng wurde der Zieleinlauf auch in der M60. Gerhard Schulze-Velmede vom TSF Heuchelheim hatte hier mit 44:15 min die Nase vor Hans-Peter Schäfer vom MTV Gießen (44:27 min). In der M65 glänzte Günter Lowak von der LGV Marathon Gießen mit 43:46 min. Otto Jatsch vom Team Naunheim (49:16 min) und Manfred Kronsbein von der LGV Marathon Gießen (52:30 min) beeindruckten in der M70 und der M75. Bodo Heil vom Lauf-Treff Butzbach gewann erneut nach 1:02:53 Stunden die M80.

Mit einem zweiten Sieg schloss Franziska Rachowski vom LAZ Gießen ihr Pfingstwochenend-Training ab. Nach dem Halbmarathon-Sieg am Samstag in Oberbiel ließ sie auch am Pfingstmontag über 10 Kilometer nichts anbrennen. Die frühe Führung gab sie nicht mehr ab und lief schließlich auf der inzwischen amtlich vermessenen Wendepunkt-Strecke durch das Fohnbachtal mit 39:02 min die bisher zweitschnellste Zeit. Die Vorjahres-Zweite verbesserte sich damit um zehn Sekunden.

Auch mit einem flotten Trainingslauf bleibt Franziska Rachowski in der Erfolgsspur Begleitet von Oliver Ott läuft die Deutsche Halbmarathon-Meisterin der W35 - Stephanie Weiß (Mitte) - auf den zweiten Rang - rechts folgt Hendrick Wallwaey Das Duell um Rang drei gewinnt Kristina Jago (re) vor der W45-Läuferin Silke Schulz-Laun

Anschluss hielt die Lokalmatadorin Stephanie Weiß vom TSV Krofdorf-Gleiberg, die sich in Hannover mit 1:24:16 Stunden in der W35 den Titel bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften holte. Als Zweite sicherte sich mit 39:27 min den Siegerpokal in der W35. Das Duell um "Bronze" konnte Kristina Jago aus Wetzlar am Anstieg vor dem Ziel vor Silke Schulz-Laun vom ASC Licher Wald für sich umbiegen. "Das Rennen hätte keine zehn Meter weiter gehen dürfen", freute sich die schnellste W30-Starterin über ihre Steigerung auf 41:14 min. Silke Schulz-Laun - Zweite von 2015 sowie Dritte 2016 und 2017 - verteidigte mit 41:20 min als Vierte ihren Vorjahres-Titel in der W45 erfolgreich. Auf Platz fünf folgte die Zweite der W35, Ekaterina Moiseeva von Spiridon Frankfurt in 42:47 min).

Weitere Klassensiege erreichten in der W40 die Gesamt-Sechste Friederike Lendeckel aus Schlangenzahl (44:28 min), in der W50 Elke Frank vom TSV Niederkleen (46:42 min) und in der W55 Inge Koch vom TSV Bellersheim (49:19 min). Monika Donges von den Aarsee-Runners - zwei Tage zuvor Gesamt-Dritte vom Kaps-Halbmarathon in Oberbiel - trumpfte in der W60 über 10 Kilometer mit 46:26 min auf. Auch Marianne Domes vom SV Dodenhausen überzeugte mit 48:48 min in der W65. Ebenso wieder Charlotte Kraushaar vom ASC Licher Wald mit 55:28 min in der W70.

Die Burg Gleiberg zeigt den Läufern den Weg zum Ziel Große Bühne in Krofdorf-Gleiberg für die Schüler bei ihrem 1000-m-Lauf
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Schüler-Rennen

Eine große Bühne haben in Krofdorf-Gleiberg die Schüler bei ihrem 1000-m-Lauf. Dieser wird 30 Minuten vor dem 10-km-Lauf gestartet. Damit ist dafür gesorgt, dass im Start-Ziel-Bereich vor der Eduard-David-Sporthalle viele Zuschauer das Rennen der eifrigen Läuferinnen und Läufer verfolgen. Da die in Richtung Burg Gleiberg führende Wendepunkt-Strecke zwei Mal zu durchlaufen ist, wird die Stimmung zusätzlich aufgeheizt und das Publikum verteilt sich entlang des gesamten Kurses.

Von allen Seiten angefeuert, erkämpfte sich schließlich nach mehreren Führungswechseln Emil Stach vom TSV Klein-Linden (U14) den Gesamtsieg in 3:43 min. Zweiter wurde bei den Jungs Till Lendeckel aus Schlangenzahl (U12) mit 4:02 min vor Frederik von Heemskerck vom VfL Marburg (U10) mit 4:03 min.

Die beiden schnellsten Mädels erreichten bereits als Gesamt-Zweite und -Dritte das Ziel. Lene Teßmer von der LG Wettenberg (U16) setze sich mit 3:49 min hauchdünn gegen Paula Lendeckel aus Schlangenzahl (U14) mit ebenfalls 3:49 min durch. Dritte und Zweite der U16 wurde Lisa Heinbach von der LG Langgöns-Oberkleen in 4:02 min.

Bericht und Fotos von Helmut Serowy

Ergebnisse tsv-krofdorf-gleiberg.de

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