19.5.18 - Karlovy Vary Halbmarathon

Karlovy Vary Halbmarathon nur für europäische Läufer

Eine neue Tendenz oder nur ein Experiment?

von René van Zee 

Dieses Wochenende organisierte RunCzech im wunderschönen Kurort Karlovy Vary in Tschechien das dritte Rennen der diesjährigen Run Czech League. Karlovy Vary, zu Deutsch Karlsbad, liegt im westlichen Teil von Tschechien, 120 km von Prag entfernt.

Es ist der größte und bekannteste Kurort Tschechiens mit über 50.000 Einwohnern. Karlovy Vary / Karlsbad gehört zu den berühmtesten und traditionsreichsten Kurorten mit sehr vielen Kurgästen aus aller Welt. Zum sechsten Mal fand der Mattoni Karlovy Vary Halbmarathon in dieser historischen Stadt mit seinen viel besuchten Brunnen statt.

 
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Die Strecke führt entlang berühmter und wunderschöner Gebäude, wo auch Szenen zu James Bond Filmen gedreht wurden. In dieser Stadt findet auch ein berühmtes Filmfestival statt.

Kurort Karlovy Vary in Tschechien, dem Austragungsort des Karlovy Vary Halbmarathon, bei dem auch über eine kürzere Distanz im Family Run teilgenommen werden kann
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Carlo Capalbo, der Präsident von RunCzech, kam mit einer Erneuerung: EuroHeroes. Ein neues RunCzech-Projekt in Zusammenarbeit mit European Athletics.

Durch die Dominanz der afrikanischen Läufer traten die Leistungen der europäischen Läufer in den Hintergrund. RunCzech änderte zwei ihrer IAAF Gold Label Races - Mattoni Karlovy Vary Half Marathon und Mattoni Ceské Budejovice Half Marathon: afrikanische Läufer werden nicht mehr eingeladen. Das Ziel ist, europäische Athleten zu stimulieren, zu motivieren und den europäischen Athleten die Chance zu geben, sich dem Publikum zu präsentieren.

 

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"Dieses Konzept gab es bis jetzt noch nicht. Wir wollen auf diese Weise versuchen neue europäische Spitzenläufer weiter zu entwickeln", erzählte Carlo Capalbo, Präsident des RunCzech Organising Committee und Präsident der IAAF Road Running Commission.

Die europäische Spitzengruppe Das Verfolgerfeld

European Athletics unterstützt diese Initiative sehr und hofft, dass noch mehrere europäische Rennen diesen Schritt machen. EuroHeroes will nicht nur für Spitzenläufer da sein, sondern für die ganze Laufcommunity. Bewegen ist sehr wichtig und das Laufen trägt dazu bei, das Menschen gesünder leben. Alle Run Czech Rennen haben neben einem IAAF Gold Label auch ein fünf Sterne Qualitäts-Zertifikat von European Athletics "Running for All".

 
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Das Feld in Karlovy Vary war natürlich nicht so stark besetzt und Spitzenzeiten waren nicht zu erwarten. Unter den Teilnehmern war die tschechische Rekordhalterin Eva Vrabcova-Nyvltova (71:01). Sie ist im August Marathonteilnehmerin bei den Europameisterschaften in Berlin. Bei den Männern war Sergiy Lebid (Ukraine), der neunfache Cross-Europameister am Start. Am Anfang wurde skeptisch reagiert auf die neuen Pläne, aber das Rennen zeigte, dass EuroHeroes eine Chance hat, erfolgreich zu sein. Für sehr große Laufveranstaltungen ist dieses Projekt nicht geeignet, aber bei kleineren Läufe sicher. So können die Zuseher sich auch mehr mit den "heimischen" Läufern identifizieren.

Aus der Spitzengruppe geht der Ukrainer Roman Romanenko als Sieger hervor. Der neunfache Cross-Europameister Serhiy Lebid rechts im rosa Trikot Bei den Frauen gewinnt mit großem Vorsprung die Tschechin Eva Vrabcová-Nývltová

In Karlovy Vary gingen Läuferinnen und Läufer aus neun europäischen Ländern an den Start. Bei den Frauen gewann zur Begeisterung des tschechischen Publikums die Tschechin Eva Vrabcová-Nývltová. Sie kam auf der nicht so einfachen Strecke im Alleingang nach 1:11:54 h ins Ziel. Sie war eine Minute langsamer als vor einem Monat, als sie beim Sportisimo Prag Halb Marathon den tschechischen Rekord auf 1:11:01 h verbesserte. Eva Vrabcová-Nývltová bereitet sich auf die Europameisterschaften im August in Berlin vor. In Berlin startet sie beim EM-Marathon. Es war 18 Jahre her, dass ein tschechischer Athlet(in) ein RunCzech-Event gewann.

Bei den Männern gab es ein spannendes Rennen. Am Anfang bildete sich eine Spitzengruppe mit u.a. Roman Romanenko (Ukraine), Houssame Bennabou (Spanien) und Serhiy Lebid. Nach 9 Kilometern lagen nur noch Romanenko und Bennabou in Führung. Romanenko attackierte nach 14 Kilometern und holte sich einen entscheidenden Vorsprung. Er gewann in 1:03:58 h. Zweiter wurde Houssame Bennabou in 1:04:16 h und Dritter Serhiy Lebid in 1:05:08 h. Es war für Lebid (Ukraine) ein bemerkenswertes Ergebnis mit 43 Jahren.

Die schnellsten Männer mit dem Sieger Roman Romanenko (UKR | 1:03:58), dem 2. Houssame Benabbou (ESP | 1:04:16) und dem 3. Serhiy Lebid (UKR | 1:05:08) Die schnellsten Frauen mit der Siegerin Eva Vrabcová-Nývltová (CZE | 1:11:54), der 2. Olha Kotovska (UKR | 1:16:16) und der 3. Kristýna Dvoráková (CZE | 1:17:46) Die tschechische Halbmarathon Rekordhalterin Eva Vrabcová-Nývltová begeisterte mit ihrem Sieg das heimische Publikum
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Es ist offenbar (noch) nicht einfach, europäische Läufer um 1:03 Stunden zu verpflichten. Das kostet Zeit, aber ich bin davon überzeugt, wenn es gelingt, Läufer aus mehr Ländern zu interessieren und zu verpflichten, dass dieses Projekt EuroHeroes ein Erfolg wird. Das Publikum war auf jeden Fall begeistert und empfing entsprechend eine tschechische Siegerin im Ziel...

Beim 6. Mattoni Karlovy Vary Half Marathon nahmen 4000 LäuferInnen am Halbmarathon teil. Der DM Family Run über drei Kilometer hatte 2700 Teilnehmer, davon sehr viele Kinder. Der Karlovy Vary Halbmarathon hatte das IAAF Gold Label. Dafür gibt es bestimmte Kriterien. Da es keine Elite-Läufer aus Afrika gab, bekommt Karlovy Vary das Gold Label im nächsten Jahr nicht mehr. Im Herbst entscheidet die IAAF, ob es für Läufe wie in Karlovy Vary ein anderes Label geben wird.

 
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Das Rennen in Karlovy Vary war interessant und wie immer gut organisiert. Es war sehr gutes Laufwetter. Karlsbad ist nicht weit entfernt von der deutschen Grenze. Ein Lauf in Karlovy Vary (Karlsbad) ist zu empfehlen.

Ergebnisse

 

Männer

Frauen

1. Roman Romanenko | UKR | 1:03:58 Eva Vrabcová-Nývltová | CZE | 1:11:54
2. Houssame Benabbou | ESP | 1:04:16 Olha Kotovska | UKR | 1:16:16
3. Serhiy Lebid | UKR | 1:05:08 Kristýna Dvoráková | CZE | 1:17:46
4. Ricardo Serrano | ESP | 1:05:49 Vaida Zusinaite | LTU | 1:18:03
5. Ihor Olefirenko | UKR | 1:06:55 Jenny Spink | GBR | 1:18:10

Bericht und Fotos von René van Zee

Ergebnisse www.runczech.com/de

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