4.5.18 - 23. HVB CityLauf Aschaffenburg

HVB CityLauf bleibt der Renner

Ganz Aschaffenburg war aus dem Häuschen

Es gab auch Neues beim 23. HVB CityLauf

von Constanze & Walter Wagner 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Mit 4364 Läuferinnen und Läufern im Ziel behauptet der Aschaffenburger Lauf mitten durch die Stadt seine Ausnahmestellung.

"Super Stimmung." "Einmalig." "Es war wieder spitze." "Top organisiert." "Wahnsinn, die Zuschauer." So lauteten die Aussagen nach dem Lauf. Und dabei war die Organisation einmal mehr besonders gefordert. Mit grob gemessenen 8.040 Metern kam man etwas über die klassische CityLauf-Distanz hinaus, sonst wäre wohl eine Streckenrekordprämie für den Sieger Emmanuel Kipchirchir Kiprono fällig geworden. Fate Tola erklomm zum dritten Mal das oberste Podest.

 
Banner anklicken - informieren
LR-Info Rotary-Benefizlauf in Mainaschaff HIER

HVB CityLauf OK-Chef Günter Guderley stellt die Prominenz an der Startpistole vor (v.l.): Andrea Lindholz (Bundestagsabgeordnete), Jürgen Herzing (Bürgermeister - er läuft später im C-Lauf mit), AOK Direktorin Daniela Bergmann (sie läuft mit im D-Lauf) und HVB Direktor Leiter Regionalbereich West Markus Gröbel Clara, Jolinchen und Sina. Alle Läufe wurden per Führungs- und Besenrad begleitet, Jolinchen übernahm zusätzlich die Motivation bei den sieben Kinderläufen Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog (rechts) gibt traditionell einen Startschuss für einen der sechs Schülerläufe, OK-Chef Günter Guderley hält rund um die Uhr das Mikrofon für Interviews und Streckenmoderation
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Was der Opernball für Wien ist, ein gesellschaftlicher Höhepunkt, das ist der HVB CityLauf für Aschaffenburg. Sicher, weder umstritten, noch von Übergriffen überschattet. Auftritte oben ohne, das gibt es auch in Aschaffenburg, meist sind es ältere Männern, nie wie in Wien junge Feministinnen. Bisher ohne Parkett, nun doch mit noblem Ausklang auch am Main. Vom beengten Festzelt war man in den großzügigen Saal der Stadthalle umgezogen. Ein würdiger Rahmen für die Ehrung der Tagesschnellsten, der Besten in den Altersklassen und der Unterfrankensieger. Letztmals wurde ein kurzer Abstecher in den Park Schöntal abverlangt, der eine Menge Staub aufwirbelte. 2019 geht es nach zwei Jahren des Improvisierens wieder zurück auf die Originalstrecke. Die innerstädtischen Baumaßnahmen sollen dann abgeschlossen sein.

Einen Start frei darf auch Bayerns Justizminister Prof. Dr. Bausback geben. Nach dem Einlagenlauf der Corneliusschule und dem Förderzentrum Schweinheim, einem Inklusionslauf für Kinder mit erschwerenden Voraussetzungen, werden getrennt nach Mädchen, Jungen und Altersklassen 2300 Kinder in 6 Schülerläufen auf eine Stadtlaufrunde von etwa 1600 Metern losgelassen

Es geht also weiter in Aschaffenburg. Allein dieses Signal freut die Laufsportler. In der neuen Rubrik "Durchgesickert", beeindruckt der Umfang von Hinweisen auf beerdigte Veranstaltungen. Helferflaute, dazu erhöhte Sicherheitsauflagen, überalterte Organisationsteams führen zur Aufgabe. Beim HVB CityLauf treten derlei Probleme nicht auf oder dringen zumindest nicht an die Oberfläche. Das Engagement ist immens, dazu gesellt sich die zunehmende Erfahrung in den einzelnen Bereichen.

 
Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info zum Marathon Eindhoven HIER

Günter Guderley, der aus seiner Position als Bankdirektor den HVB CityLauf 1996 begonnen hatte, ist auch im Ruhestand der verlässliche Krisenmanager. Lösungsorientiert fallen die nicht immer einfachen Entscheidungen: der Wegfall der großen HypoVereinsbank Schalterhalle, nun das nicht mehr verfügbare Areal für das Festzelt, die erforderlichen Streckenänderungen in der langanhaltenden Bauphase, dazu die Alltagsvorkommnisse wie z. B. Krankheitsausfälle und dergleichen. Alles im Griff, mit Einfallsreichtum und Fantasie meist sogar gewinnbringend gemeistert.

OK-Chef Günter Guderley stellt vor: Katrin Dörre-Heinig mit einer persönlichen Marathon Bestzeit von 2:24:35 ausgestattet. Sie nahm selbst schon 2x beim Elite-Lauf in Aschaffenburg teil, heute jedoch kam sie zum HVB CityLauf um ihre Tochter Katharina anzufeuern. Katrin Dörre-Heinig ist Marathon Bundestrainerin ... ... und Jürgen Herzing ist Bürgermeister von Aschaffenburg und leitet das Referat für Umwelt, Energie, Verbraucher-, Brand- und Katastrophenschutz. Der frühere Feuerwehrmann lief im C-Lauf für die SG Stadt Aschaffenburg in 47:15 über die ca. 8.040 Meter lange Strecke. Noch vor ihm läuft Tina Nagl vom Stadtbau Aschaffenburg

Zum sportlichen Höhepunkt entwickelte sich der HVB CityLauf rasant. 488 Finisher bei der Premiere. 1997 letztmals unter Tausend und erstmals mit Schülern, genau 299 im Ziel. Seit 2011 weist die Statistik jährlich weit über 4000 Finisher aus, mit 4682 im Jahr 2014 als Höchstwert. Dabei werden die Läufe gedeckelt. Während die Schülerinnen und Schüler eine große Runde von etwa 1600 Metern absolvieren, dürfen die Erwachsenen fünf Runden laufen. Trotz der Einsortierung in Leistungsgruppen kommt es zu vielen Überrundungen. Der Ansturm der nicht ganz so flotten Sportler für den D-Lauf ist groß und auch beim C-Lauf heißt es vorzeitig: Rien ne va plus!

Wer hat Angst vorm großen Hund?

Mehr noch als bei den Erwachsenen erstaunt die Entwicklung der Kinderläufe, die schon im zweiten Jahr mehr Finisher beisteuerten als der Hauptlauf. Seit Jahren geht etwa die Hälfte der Zieleinläufe auf das Konto der Schülerinnen und Schüler. Mit rund 70.000 Einwohnern ist Aschaffenburg hinter Würzburg die zweitgrößte Stadt im Regierungsbezirk Untermain. Die Anziehungskraft des HVB CityLaufs geht aber bereits beim Nachwuchs weit über die Grenzen hinaus.

Mohamed Gassem, Jugendtrainer des SSC Hanau-Rodenbach mit 6 seiner Schützlinge kurz vor ihrem Start des Schülerinnenlaufs der Jahrgänge 2003-2005 v.l: Vanessa Mikitenko, Nina Beidl, Elena Taubel, Constanze Paoli, Lisa Biaesch und Linda Habtemichael
Günter Guderley im Gespräche mit Alexander Mikitenko, der vor 10 Jahren den HVB CityLauf gewonnen hatte. Heute war er als Betreuer von Tochter Vanessa dabei Goofy, Schulhund in der 9. Klasse der Schule Waldaschaff führt Lehrerin Jenifer Geis als Nachhut beim letzten Schülerlauf mit über die Strecke. Im Schulalltag, unter dem Motto "Wer hat Angst vorm großen Hund? - Wie verhalte ich mich gegenüber Goofy richtig?", kommt er jede Woche in einer anderen Klasse zum Einsatz

Eröffnet wird der HVB CityLauf seit einigen Jahren mit dem Inklusionslauf. Erstmals nahmen auch zwei stark sehbehinderte Kinder teil. Dieses aufregende Ereignis hat längst seinen festen Platz im Kalender der Kinder und Eltern.

Mit viel Wissen und Fingerspitzengefühl wird die Teilnahme selbst mit größeren Einschränkungen ermöglicht, etwa durch die kurze Distanz. Ein Miteinander, das von der Freude der Akteure und vom tosenden Applaus der Zuschauer getragen wird. Ein Startkommando ersetzt den obligatorischen Startschuss, auch Goofy kam hier noch nicht zum Einsatz.

 
Banner anklicken - informieren
LR-Info zum Franklin Meilenlauf in Mannheim HIER

Den 3. Lauf der Mädchen gewinnt Charlotte Uherek vom SSC Hanau-Rodenbach und damit die W12 Naomi Buchner vom TV Bürgstadt wird schnellste der W11 Tristan Kaufhold vom SSC Hanau-Rodenbach gewinnt den 4. Schülerlauf der Jungen überlegen und die M12 Jan Zöller vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg läuft auf Platz 1 in der M11

745 Kinder allein in einem von mehreren Schülerläufen, die das Zentrum Aschaffenburgs im Laufschritt erobern. Das muss man einmal miterleben. Ein Erdbeben. Da geht auch mal ein Kind verloren, kann sich vor Aufregung kaum erinnern, ob der begleitende Opa noch einen anderen Namen hat und wird letztendlich doch nicht allein zurückbleiben. Um solche Vorfälle kümmert sich Günter Guderley, das ist Chefsache. Da gibt es auch mal spontan eine Bratwurst um Kindertränen nach einem Sturz zu trocknen. Familiär ist sein Lauf geblieben, den er auf jeden Fall noch zwei Jahre organisieren will.

Wie verhält man sich gegenüber einem großen Hund?

Der Medienpartner Main-Echo ist auf vielfältige Weise beim HVB City-Lauf dabei, nicht nur, dass aktiv mitgelaufen wird. Für das traditionell angebotene HVB-Laufforum stellt das Medienhaus den geeigneten Veranstaltungsraum, zum CityLauf gibt es jährlich eine Sonderveröffentlichung und umfassende Berichterstattungen. In der Veranstaltungszeitung bekam der Schulhund Goofy zwei Seiten, nun begleitete der ausgebildete Rettungshund gar die Schüler der Volksschule Waldaschaff zum HVB CityLauf.

Das 5. Rennen der Mädchen gewinnt W15-Läuferin Elena Taubel vom SSC Hanau-Rodenbach vor ... ... Vereinskameradin Vanessa Mikitenko, die in der W13 die Schnellste ist Weiter geht es mit dem SSC Hanau-Rodenbach: Constanze Paoli (2400) wird Zweite in der W15, Linda Habtemichael (2402) siegt in der W14. Angefeuert werden sie u.a. von Sigrid und Harry A. Arndt (ganz links mit Kappe), jahrelanger Erfolgstrainer des SSC Hanau-Rodenbach und nun im Ruhestand, siehe Portrait im LaufReport

Ab 17 Uhr gehört der Rundkurs ganz allein den Schülerinnen und Schülern, die in 6 Läufen, getrennt in Jungs und Mädchen, und zunehmenden Alter mal fixer, mal weniger fix die Distanz abspulen. Keine Frage, manchmal erwischt man eben einfach nicht den richtigen Tag und die geplante Demonstration der überragenden Sportlichkeit ist einfach nicht abrufbar. Über Seitenstechen und Bauchschmerzen hilft das neue Laufkostüm eben auch nicht hinweg. Doch selbst diejenigen, die erkennbar immer zu den Radiergummis zählen werden und nie zu den schnellen Bleistiften aufsteigen, gebührt eine besondere Anerkennung für ihren Eifer und jeder gelaufene Schritt wird hinten vom hysterischen Jubel des Publikums lautstark begleitet.

Schülerläufe - alle gegen SSC Hanau Rodenbach

Nicht ganz zutreffend ist diese Überschrift, dennoch ging der renommierte Sportclub mit 46 Kindern an den Start. Dass die gern gleich vorne im Feld Aufstellung nehmen, hat einen Grund. Trainer Mohamed Gassem (39 Jahre), seit 30 Jahren beim SSC H-R im Verein, war schon als Schüler aktiv. Die Vereinsaufgaben erfüllt der gebürtige Palästinenser um Harry A. Arndt etwas davon zurückzugeben, was er und andere junge Flüchtlinge beim SSC Hanau-Rodenbach bekommen haben. Und zur Taktik seiner Schützlinge: "Sie würden sonst unnötig die langsamen Mitstreiter mit ihrem schnellen Antritt gefährden."

Im 6. und letzten Rennen liegt Xavier Roullet vom Spessart-Gymnasium Alzenau vorn und gewinnt die M15 Robin Petzold vom SSC Hanau-Rodenbach siegt als 2. in diesem Rennen in der M14 Tom Zukrowski vom SSC Hanau-Rodenbach gewinnt die M13

Dass die Schülerinnen und Schüler im auffallenden Leibchen durch die Vereinsschule gehen, das zeigt sich dann in vielen Schülerklassen durch ihre Überlegenheit. Dennoch, Xavier Roullet, Tagesschnellster und für das Spessart-Gymnasium Alzenau M15-Sieger in 5:19 min, zeigte M14-Sieger Robin Petzold vom SSC Hanau-Rodenbach die Hacken (2. in 5:25 min) vor Kai Philipp vom Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach, 2. M15 in 5:26 min. In der Altersklasse M12 war Tristan Kaufhold in 5:31 min und in der M13 Tom Zukrowski in 5:39 min vorn, beide vom SSC Hanau-Rodenbach.

Bei den Mädchen setzte Elena Taubel in 5:41 min die Bestzeit. Die W15-Siegerin konnte aber den Atem der jungen Verfolgerin schon spüren. Vanessa Mikitenko, mit den schnellen Genen der erfolgreichen Eltern ausgestattet, folgte in 5:46 min als Zweite und W13-Siegerin. Rang drei ging an Constanze Paoli, W15-Zweite in 5:54 min. Alle drei laufen für den SSC Hanau-Rodenbach, wie auch die Siegerinnen in den Klassen W14, Linda Habtemichael (5:59), und W12, Charlotte Uherek in 6:04 min.

 

Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info zum Wolfgangseelauf HIER

Nach den Kinderläufen führt der D-Lauf für Einsteiger und der C-Lauf für erfahrene Hobbyläufer die Teilnehmer über 5 Runden durch die Innenstadt von Aschaffenburg vorbei am Schloss Johannisburg und landschaftlich geprägt mit einer Passage durch den Park Schöntal an der Kirchenruine zum Heiligen Grabe vorbei

Für unglaubliche 2.281 Schülerinnen und Schüler im Ziel konnte Organisationsleiter Günter Guderley ein dickes Lob von Marathon-Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig entgegen nehmen, die den HVB CityLauf Aschaffenburg für diese tolle Nachwuchsförderung lobte. Denn manche langanhaltende Laufkarriere, die hier im Kindesalter ihren Anfang nahm, führte bis ins Nationaltrikot.

Hauptsache vorn

Nicht immer werden die Vorgaben der Einteilung in die vier ausstehenden Gruppierungen des Hauptlaufs eingehalten. Wer aber auffallend zu schnell ist, der begegnet mitunter der virtuellen roten Kelle und sucht sich im Anschluss vergeblich in der Ergebnisliste. Wenig Sinn macht es zudem die eigenen Fähigkeiten zu hoch einzuschätzen. Doch sind Ausreißer über die Jahre selten geworden, so dass es 2018 keine Disqualifikationen geben musste. Nach dem D-Lauf für Einsteiger folgte der C-Lauf für erfahrene Hobbyläufer.

Hinter dem Startbogen warten bereits die Teilnehmer des C-Laufs während Birgit Kraus, bayerische Marathonmeisterin von 2007, und OK-Chef Günter Guderley pausenlos das große Feld des D-Laufs mit Ansagen und Kommentaren motivieren

Der Zeitplan war hinten raus durch die Zusammenlegung von B-Lauf, ambitionierte Läuferinnen, und A-Lauf, ambitionierte Läufer sowie Eliteläufer, zudem wenig unter Druck. Vorteil des Doppelstartfeldes ist, dass die Unterfrankenwertung hier in einem Rutsch entschieden wird. Allerdings verliert das Ganze auch an Übersichtlichkeit. Was für Rennbeobachter gilt, scheint für Aktive nicht unbedeutend zu sein, immerhin drei Eliteläufer schossen sich durch eine sechste Runde aus den Geldrängen.

An Prominenz fehlt es nicht an der Strecke, Oberbürgermeister Klaus Herzog zählt zum Inventar, Bayern Justizminister Prof. Dr. Bausback gab sich die Ehre, wie auch Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz. Referatsleiter, Direktoren und Sponsorenvertreter wurden auf sowie an der Strecke begrüßt, durften teils gar einen Startschuss abfeuern. Als oberster Banker der HVB war auch Direktor Markus Gröbel fest eingebunden und unterstütze die Siegerehrungen im Anschluss persönlich.

B-Lauf für ambitionierte LäuferInnen und A-Lauf mit Elite starteten auch dieses Jahr wieder gemeinsam. Hier die Favoritinnen der Unterfrankenwertung mit v.l.: Julia Roth, Carmen Förster, Laura Zimmermann und Nadja Heininger Die internationalen Favoritinnen mit v.l.: Brenda Kebeya, Janet Kuguru Gichumbi und Hellen Mueni Die nationalen Favoritinnen mit Fate Tola (links) und Katharina Heinig

Bevor die bewundernden Zuschauerblicke den meist afrikanischen Eliteläuferinnen und Läufern folgen, gelten sie jenen, die in hohen Altersklassen die Fitness demonstrieren, die man sich im Zuschauerspalier selbst wünscht. In der M80 siegte Hans Metzelder in 53:39 min vor Erich Weiher in 1:01:31 h. Josef-Michael Ettner, mit Jahrgang 1934 der älteste Teilnehmer, schnappte in 1:22:38 h Otto Schultes um eine Minute den dritten Podestplatz weg. Mit Jahrgang 1942, W75, war Erika Kempny älteste Teilnehmerin und Klassensiegerin in 57:15 min. In der W70 siegte Elisabeth Hugo in 53:57 min vor Gudrun Kurtz 55:54 min.

Speziell für die Elite-Männer gibt es nochmal eine Unterweisung in Sachen Streckenführung von Günter Guderley, denn in der Vergangenheit hatte sich der ein oder andere Athlet schon mal beim Rundenlaufen verzählt - "5 Runden sind zu laufen - 4 rounds, no money" Mit dem schnellsten Rennen des Tages wird der 9. und letzte Wettbewerb des 23. HVB CityLauf Aschaffenburg mit A- und B-Läuferinnen und Läufern gestartet

Fate Tola im Alleingang

Die Nationalteamläuferin von Hannover Athletics suchte ein Erfolgserlebnis. Beim Hannover Marathon als Favoritin aufgrund einer Erkältung früh zur Aufgabe gezwungen, sollte der Vergleich in Aschaffenburg auch Motivationshilfe werden. Gefreut hatte man sich schon über die Zusage von Katharina Heinig von der LG Eintracht Frankfurt, die schon als Schülerin beim HVB CityLauf gestartet war.

Emmanuel Kiprono (Nr. 1) und Nicholas Mulinge Makau haben die Führung übernommen. Hinter den Beiden sind Tom Mwenda Mutie (in gelb, wird eine Runde zu viel laufen und 33. werden) und Charles Wachira Maina die ersten Verfolger Aus der nächsten Verfolgergruppe wird nur Tilahun Babsa (Nr. 8) von Spiridon Frankfurt mit Platz 6 in die Top 10 laufen. Auch Patrick Kiprono Kimeli (Nr. 18) und Rotich Kiprono (Nr.4) laufen eine Runde zuviel und landen auf den Plätzen 32 und 35 Solomon Merne Eshete vom SSC Hanau-Rodenbach wird 5.

Zum Kräftemessen der beiden deutschen WM-Teilnehmerinnen gesellten sich weitere aussichtsreiche Eliteläuferinnen, besonders Afrikanerinnen. Während ‚Katha' Heinig ihren Saisonhöhepunkt mit den Europameisterschaften in Berlin fixiert hat, wo sie Marathon laufen wird, ist Fate Tola, die beim HVB Citylauf bereits 2012 und 2015 den Frauengesamtsieg erringen konnte, noch unentschlossen. Sie würde gern bei der EM in Berlin über 10.000m starten, benötigt dazu aber noch die Qualifikation (32:55 min).

Fate Tola führt schon früh das Frauenfeld an, neben ihr Sven Perleth, 4. der Unterfrankenwertung Janet Kuguru Gichumbi folgt auf Platz 2 Brenda Kebeya auf Platz 3, neben ihr Manuel Fößel, 7. der Unterfrankenwertung Hellen Mueni zunächst auf Platz 4, die gerade B-Läufer Arthur Poremba, vom Running Team Alcon Großwallstadt überrundet

Der Rennverlauf war für Katharina Heinig nicht wie erwartet. Durch Stürze vor ihr, gleich in der ersten Runde ausgebremst, holte sie Platz um Platz auf und hätte um ein Haar noch den dritten Rang wie vor zwei Jahren erreicht. In 26:33 min wurde sie eine Sekunde hinter Brendah Kebeya Vierte. Beide kannten sich vom Würzburger Residenzlauf, wo Katharina eine knappe Woche zuvor als Siebte 61 Sekunden vor Brendah lag (10.), die bei Hitze nicht gut klar kommt. An den Reigen kürzerer Renndistanzen, Katharina siegte über 5 km beim Korschenbroicher Citylauf und wird noch in St. Gallen starten, schließt ein vierwöchiges Trainingslager im norditalienischen Livigno an, letzter Schliff für den EM-Marathon.

Katharina Heinig zunächst auf Platz 7 bei ihrer Aufholjagd Jenny Schulz läuft auf Rang 7 als 3. nationale Läuferin Viertbeste nationale Läuferin wird Kerstin Bertsch als 8. im Elitefeld der Frauen

Im Frauenrennen kristallisierte sich die Überlegenheit von Fate Tola von Runde zu Runde deutlicher heraus. Bereits auf den beiden letzten der fünf Runden war sie praktisch nicht mehr zu gefährden und siegte in 25:43 min. Zweite wurde Janet Ruguru Gichumbi aus Kenia in 26:20 min. Brendah Kebeya, mit einem Startpass bei der LG Bamberg, wurde in 26:32 min Dritte vor Katharina Heinig.

Unterfrankenläufer Dominik Karl (links) wird diese Wertung gewinnen, Felix Hohm (123) wird 5. und Steven Scheuring (114) 6. Laura Zimmermann läuft als Unterfrankensiegerin auf Rang 9 im Elitefeld der Frauen Nadja Heininger, die 2. der Unterfrankenwertung wird 10.

Hinter Hellen Mueni (Kenia), Fünfte in 27:12 min, und Sintayehu Kibebo (Äthiopien), Sechste in 27:14 min, komplettierten vier deutsche Läuferinnen die Top10. Jenny Schulz von Skills 04 Frankfurt lief in 28:21 min auf Rang 7 gefolgt von Kerstin Bertsch (Asics Frontrunner / SSC Hanau-Rodenbach) in 28:59 min und Laura Zimmermann vom SV Würzburg 05 Lauftreff, die in 29:33 min die Sonderwertung für Unterfranken vor Nadja Heininger von der TSG Kleinostheim gewann, die in 29:56 min Zehnte wurde.

Ulrich Amborn von der LG Offenbach gewinnt die M60 Karin Lenk (F10) vom TV Haibach siegt in der W55 Jürgen Zehnder (M167) vom TSV Pfungstadt gewinnt als 22. im Elitefeld der Männer die M40

Für Jenny Schulz geht es beim Lanzarote Ironman weiter. Ziel: Aufs Podium! "Das war heute wieder spitze - und im Park staubig." Ganz so sehr anfreunden wollte sich die einstige Fußballerin aus Frankfurt/Oder, wohnhaft im hessischen Friedrichsdorf mit den Streckenführungen um die Baustellen herum also nicht, die jetzt Geschichte sind. Laura Zimmermann ist ebenfalls eine erfahrene Triathletin, deren nächste Starts auf der Mitteldistanz in Luxembourg und am Chiemsee geplant sind. Ein Triathlon auf der Langdistanz könnte 2019 erfolgen. Reine Laufstarts macht sie nur wenige, aber Aschaffenburg steht immer fest: "Wegen der Stimmung und der vielen Leute an der Strecke. Obendrein ist es gut organisiert." Sieben Mal hat sie teilgenommen und konnte nun zum fünften Mal die Unterfrankenwertung gewinnen.

Bis in die letzte Runde und ins Ziel hält der Vorsprung von Emmanuel Kiprono vor Nicholas Mulinge Makau Charles Wachira Maina (Nr. 17) und Dominic Kipngeno Mibei kämpfen bis auf die Ziellinie um Platz 3

Für Nadja Heininger blieb der zweite Platz bei den Unterfranken. Die 29jährige: "Meine bisher beste Platzierung. Vor drei Jahren war ich Unterfrankensechste." Sie hat ein Sportstudium auf Lehramt absolviert, arbeitet jedoch in der Physiotherapiepraxis ihres Lebensgefährten. Geplant hat sie für dieses Jahr ihren ersten Marathon. Ausgesucht hat sie sich den Mainova Frankfurt Marathon. Trotz Bestzeiten von 1:24:52 h über Halbmarathon (2017) und in diesem Jahr aufgestellten 38:14 min über 10 km sowie 18:14 über 5000m auf der Bahn, wollte sie sich hinsichtlich der angestrebten Marathonzeit nicht festlegen.

Fate Tola und Emmanuel Kipchirchir Kiprono heißen die Sieger des 23. HVB CityLauf Aschaffenburg

Sieg mit Ansage: Wer sollte Emmanuel Kiprono schlagen?

Vorjahressieger Emmanuel Kipchirchir Kiprono galt als Favorit und klarer Sieganwärter. Der Kenianer aus Eldoret mit einer 10km-Bestzeit von 27:26 min (Paderborner Osterlauf) nahm das Heft des Handelns sogleich in seine Hände und zerlegte das Elitefeld vom ersten Meter an. Auch zu seinen ärgsten Widersachern konnte er früh einen Abstand herstellen und in 22:17 min ohne Schlussspurt zum Sieg laufen. Nicht wirklich überraschend nach seiner Vorstellung beim Residenzlauf in Würzburg, wo er ebenfalls gewann. Über Halbmarathon hat er eine Bestzeit von 60:29 min, Marathon ist er noch nie gelaufen. Bereits anderthalb Tage später dominierte er den Halbmarathon beim profilierten Trollinger Marathon in Heilbronn in 1:05 Stunden.

Zielkulisse vor der Stadthalle ... ... in der sich dieses Jahr das Logistikzenrum des 23. HVB CityLauf Aschaffenburg von der Anmeldung bis zur Siegerehrung befand. Frank Keller www.acoustic-lounge.de sorgte mit Akustikgitarre und Gesang für musikalische Stimmung

Mit Nicholas Mulinge Makau in 22:37 min und Charles Wachira Maina in 22:43 min sowie Dominic Kipngeno Mibei in 22:44 min gingen auch die folgenden Plätze an Läufer aus Kenia. Es folgten Athleten aus deutschen Vereinen. Solomon Merne Eshete vom SSC Hanau-Rodenbach in 23:34 vor Tilahun Babsa (Spirdion Frankfurt) in 23:38 min. Hinter John Mulu Maweu aus Kenia in 24:16 min kam Abdelkabir Zaroual von der LG Eintracht Frankfurt in 24:39 min vor Noureddine Mansouri vom TuS Köln rrh 1874 ins Ziel (25:00 min). Auf Rang 10 lief mit Dominik Karl vom TV Ochsenfurt der Unterfrankensieger in 25:21 min über die Ziellinie.

Vortritt dem Alter, geehrt werden zuerst die "erfahrenen" Läufer und Läuferinnen. Hier die W75-Siegerin Erika Kempny mit den schnellsten der M80 Hans Metzelder (1.), Erich Weiher (2.) und Josef-Michael Ettner (3.) auf dem Treppchen, rechts daneben Otto Schultes Blumen für die schnellste Frau. HVB Direktor Leiter Regionalbereich West Markus Gröbel überreicht diese Fate Tola Das Siegerpaar der hochdotierten Sonderwertung für Unterfranken Laura Zimmermann und Dominik Karl

Dominik Karl konnte drei Jahre in Folge nicht teilnehmen, der Einsatzplan des in Würzburg eingesetzten Bereitschaftspolizisten verhinderte es. Nun siegte der 26-Jährige erstmals in der begehrten Unterfrankenwertung. "Es ist die inoffizielle Unterfrankenmeisterschaft", bestätigte Dominik Karl, der vier oder fünf Mal am HVB CityLauf teilgenommen hat, dass die Besten des Bezirks dabei sind. Er wusste, diesmal war der Unterfrankensieg möglich, aber auch, dass mit Filimon Habtemikael von der LG Karlstadt-Gambach-Lohr ein starker Gegner im Rennen war. Filimon wurde am Ende Zweiter bei den Unterfranken in 25:24 min. Dominik Karl wird 2018 sein Triathlon-Debüt geben und in Gemünden starten. Radfahren und Laufen sind seine Stärken und das Schwimmen wird auch immer besser, verrät er seine Schwäche.

Stellen sich immer gern im Elitefeld den schnellen Frauen, Jenny Schulz (F100) von Skills 04 Frankfurt lief auf Rang 7, Kerstin Bertsch vom SSC Hanau-Rodenbach wurde 8. Auch das Ehepaar Zehnder ist schon lange dabei, Tanja lief nach langer Pause wieder ihr erstes Rennen beim HVB CityLauf und wurde 4. der W40, Jürgen gewann die M40 Katrin Dörre-Heinig und Tochter Katharina kamen einmal mehr zum HVB CityLauf nach Aschaffenburg. Katrin nahm früher selbst schon 2x am Elite-Lauf teil, Katharina lief bereits bei den Schülerläufen mit. Bei ihrem letzten HVB CityLauf-Rennen vor 2 Jahren lief sie allerdings schon im Elitefeld
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Einige der Genannten dürften vom Missgeschick der drei Kenia-Athleten profitiert haben, die nach fünf Runden nicht in den Zielkanal abbogen, sondern eine weitere Runde durch Aschaffenburg absolvierten. "Fünf Runden sind zu laufen, sonst gibt es kein Geld", wiederholte Günter Guderley kurz vor dem Startkommando. Allein, fand er wieder nicht bei allen Gehör. Aus der Abteilung der Rettungskräfte und Ordnungshüter wurden dem OK gemeldet: "Ein ruhiger Tag." Grünes Licht also für eine ausgelassene Siegesfeier nach der grandiosen 23. Austragung des HVB Citylaufs Aschaffenburg, nun quasi wie beim Opernball auf Parkett und unter einem richtigen Dach. Das kam alles sehr gut an. Nur Flaschen durften nicht in die Stadthalle, das fand mancher Weißbier-Anhänger befremdlich. Doch dabei ging es nur ums Glas und nicht um Laufzeiten. Denn bei aller Klasse, es überwiegt die Freude an der Bewegung beim HVB CityLauf.

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

 unter Sportonline-Foto.de
Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Ergebnisse www.hvb-citylauf.de
Historie zu den HVB CityLäufen im LaufReport HIER
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

Der HypoVereinsbank CityLauf Aschaffenburg mit der Unterstützung von

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.

Datenschutzerklärung