20.5.17 - 14. KAPS-Marathon in Solms-Oberbiel

"Rund um Oberbiel": Familiärer Lauf bei herrlichem Sommerwetter

von Helmut Serowy

Heftiges Gedränge herrschte wieder neben dem Sporthaus Kaps in Solms-Oberbiel vor dem gemeinsamen Start zum Kaps-Marathon, der mit seinem familiären Charakter jährlich zahlreiche Langstreckler ins Lahntal lockt. Auch zur 14. Auflage der Rennen "Rund um Oberbiel" hatten wieder 315 Läuferinnen und Läufer für die Starts über die Distanzen Marathon, Halbmarathon und 10 Kilometer sowie Walker für die Märsche über Halbmarathon und 10 Kilometer ihre Meldungen abgegeben.

Laufen an den Ausläufern des Westerwaldes mit herrlichem Ausblick über das Lahntal zum Taunus Steil zieht sich die Strecke neben dem Kloster Altenberg hoch
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Hektisch wuselten bei strahlendem Sonnenschein die buntgekleideten Ausdauersportler durcheinander: Ausgefuchste Langstrecken-Spezialisten, ambitionierte Breitensportler, fröhliche Jogger und neugierige Einsteiger fieberten ihrem Start entgegen.

Sommerliche Temperaturen und blauer Himmel waren am Tag zuvor noch nicht abzusehen. Starkregen erschwerte den Aufbau noch am Starttag und hatte einige Streckenteile aufgeweicht. Am Veranstaltungstag allerdings optimale Laufbedingungen auf den abwechslungsreichen Strecken.

"Besser hätte es nicht sein können", freute sich daher Mitorganisator Marius Tomaszczyk, der auch mit dem Ablauf der Veranstaltung hochzufrieden war.

Die erste lange Steigung nach dem Start erklimmen v.li 10-km-Sieger Moritz Hief, Halbmarathon-Zweiter Dawit Geberemicahel, Halbmarathon-Sieger Moritz Weiß Die Siegerinnen über 10 km und Halbmarathon - Verena Repp und Franziska Rachowski (v.li) - führen die Frauen-Konkurrenz gemeinsam an Einträchtig zusammen sind auch noch Marathon-Sieger Marko Gränitz (re) und der Zweite Ralf Krause (li)

Sporthaus-Chefin Anke Kaps und Marius Tomaszczyk hatten über 40 Helfer eingespannt, um die Aufgaben vom Meldebüro über Streckenposten, Streckenverpflegung, Sanitätsdienst, Zeitnahme, Siegerehrung bis zur Versorgung der Finisher zu bewältigen und optimale Voraussetzungen für den Ablauf zu gewährleisten. "Unser Ziel ist eine tolle Laufveranstaltung, die Anfänger und Profis gleichermaßen anspricht, die entspannt Spaß macht und trotzdem sicher und durchdacht ist", erklärte Marius Tomaszczyk.

Um 10 Uhr schickte der Starter die scharrende Menge auf die Reise. Angefeuert von einem großen Publikum setzte sich die Riesenschlange anfangs noch stockend in Bewegung. Auf der langen Startgeraden entzerrte sich das Getümmel bis zur ersten Steigung am Michelsberg und alle Gruppen fanden ihren Rhythmus. Gelaufen wird bei "Rund um Oberbiel" eine große Halbmarathon-Schleife vorwiegend über Feld-, Wald- und Wiesenwege. Der abwechslungsreiche Landschaftslauf führt auf hügeligen Strecken durch das Lahntal und die Ausläufer des Westerwaldes. Herrliche Ausblicke über das Lahntal bieten sich den Läufern, wenn sie durch die wogenden Getreidefelder und die weiten, gelben Rapsflächen laufen. Ruhe finden sie zwischendurch in den Wäldern.

Lang zieht sich die Läuferschlange

Nach dem Anstieg zum Kloster Altenberg führte der Erlebnislauf zum Eulingsberg, vorbei am Besucherbergwerk "Grube Fortuna" zum Willberg, zur Schäfersburg und zur Grube Schlagkatz. Insgesamt 260 Höhenmeter waren auf dem anspruchsvollen Rundkurs zu bewältigen. Die Marathonläufer mussten sich, das Ziel vor Augen, ein zweites Mal auf diese Tour begeben und hatten dementsprechend 520 Höhenmeter zu überwinden. Die 10-Kilometer-Läufer verließen bereits nach 5 Kilometern die Strecke, um über eine langgezogene Talfahrt zurück Richtung Ziel vor dem Sport- und Modehaus Kaps in Oberbiel zu jagen - zwischendurch allerdings unterbrochen von einer kurzen, kraftraubenden Steigung, die viele zum Gehen zwang.

Im Ziel erwartete Moderator Markus Bourcarde und das Zeitmess-Team vom Team Naunheim die abgekämpften, aber durchweg glücklichen Läufer. "Eine herrliche Strecke, tolle Organisation mit optimaler Verpflegung", lobten die Teilnehmer einhellig während des Sturms auf die Kuchentheke.

Marathon

Die erste lange Steigung nach dem Start im Lahntal - vorbei am über dem Tal weithin sichtbar thronenden Kloster Altenberg - nahmen der Vorjahres-Sieger Ralf Krause vom Team Naunheim und Marko Gränitz vom Laufwerk Würzburg noch gemeinsam und locker in Angriff. Zum Ende der ersten von zwei zu laufenden Runden hatte sich Gränitz allerdings bereits deutlich abgesetzt.

Einen überlegenen Erfolg feiert Marathon-Sieger Marko Gränitz Vorjahressieger Ralf Krause holt sich als Zweiter erneut "Gold" in der M45 Den dritten Rang und Platz zwei in der M45 erreicht Kai Mengel Nach 2014 liegt Irina Zietlow erneut beim Kaps-Marathon in Front

Ungefährdet holte sich Marko Gränitz den Siegerpokal und lief für die anspruchsvolle Strecke zudem flotte 2:54:12 Stunden. Ralf Krause vergrößerte seine Medaillensammlung vom Kaps-Marathon als Zweiter weiter. Mit 3:07:51 Stunden blieb er noch um zwei Minuten unter seiner letztjährigen Siegerzeit. Zugleich verteidigte er seinen Erfolg in der M45. Auch der Dritte und der Vierte des Zieleinlaufes zählen bereits zur M45. Kai Mengel von der TGV Schotten sicherte sich "Bronze" nach 3:17:48 Stunden und blieb damit etwas über eine Minute vor Michael Scarabis von Stahl Altenberge (3:19:19 Std). Im Nacken blieb ihm der M40-Sieger Steffen Wieth (3:19:36 Std). Zehn Minuten schneller als bei seinem Vorjahres-Erfolg war der stärkste M55-Starter Klaus Neumeister, der nach 3:28:09 Stunden zum Sport- und Modehaus Kaps in Oberbiel zurückkehrte.

Irina Zietlow aus Offenbach hatte bereits 2014 den Kaps-Marathon in 3:57:39 Stunden gewonnen. An diese Leistung knüpfte die W45-Läuferin in diesem Jahr an. Nach 3:58:15 Stunden konnte sie Moderator Markus Bourcarde vom Team Naunheim mit seinem Zeitmess-Team im Ziel begrüßen. Auch bei den Frauen setzten in Oberbiel die Seniorinnen die Akzente. Renate Meinel vom Treiser LWT erreichte nach 4:06:07 Stunden die zweiten Plätze im Gesamteinlauf und in der W45. "Bronze" holte sich die W50-Läuferin Iris Henche vom SC Oberlahn in 4:07:11 Stunden - begleitet von der zeitgleichen Vereinskollegin Melanie Horn (W35).

Trotz 260 Höhenmetern siegt Moritz Weiß beim Halbmarathon mit 1:14:44 Stunden Als Zweiter steigert sich Dawit Geberemicahel auf 1:16:41 Stunden Der Dritte, Fateh Saleh, gewinnt die M40 Mit dem vierten Platz schafft Patrick Brandenburger den Erfolg in der M35

Halbmarathon

Bereits mehrfach hat sich Moritz Weiß vom LAZ Gießen in die Siegerlisten des Kaps-Marathon eingetragen. Den Halbmarathon gewann er zuletzt 2014 und 2016. Auf der langen Schleife mit ihren 260 Höhenmetern musste er sich diesmal allerdings mehr strecken als bei den vorhergehenden Rennen.

Sein anfänglicher Begleiter Davit Geberemicahel vom Team Naunheim schafft es allmählich, sein hohes Anfangstempo länger durchzuziehen. Das reichte zwar nicht, um dem Favoriten Moritz Weiß gefährlich zu werden. Gegenüber dem letzten Jahr steigerte sich dieser allerdings um über eine Minute auf für die Streckenführung doch beachtliche 1:14:44 Stunden. Weiter Aufwärtstendenz zeigte Dawit Geberemicael mit 1:16:41 Stunden und dem zweiten Rang.

 

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Vereinskollege Fateh Saleh (M40) - Marathon-Zweiter 2015 und Halbmarathon-Zweiter 2016 - hielt mit 1:21:41 Stunden Patrick Brandenburger vom Team LaufStil Sinn (1:22:32 Stunden) in Schach und dominierte die M40. Patrick Brandenburger, der im Lahntal immer wieder vorne mitmischt und am Vorabend bereits ein 10-Kilometer-Rennen in Rennerod absolvierte, hatte seinerseits die M35-Konkurrenz unter Kontrolle. Hinter dem Zweiten der M40, Tino Lehniger (1:24:37 Std), gewann Thomas Grell von der BSG Sparkasse Siegen (1:28:44 Std) die M50. Im letzten Jahr hatte er noch "Silber" beim Marathon erlaufen.

Erneut liegt Franziska Rachowski überlegen beim Halbmarathon in Front Nach ihrem Marathon-Sieg 2015 läuft Julia Rosenthal diesmal als Halbmarathon-Zweite ins Ziel Den dritten Rang erläuft sich wieder Martina Geismar-Steidl

Wie Moritz Weiß bei den Männern, so verteidigte auch Franziska Rachowski vom LAZ Gießen bei den Frauen ihren Halbmarathon-Titel beim Rennen "Rund um Oberbiel". Mit 1:31:03 Stunden erreichte sie fast neun Minuten vor Julia Rosenthal vom TV Büschergrund das Ziel. Die Marathon-Siegerin 2016 lag mit 1:39:56 Stunden in der W35 in Front. Martina Geismar-Steidl vom SC Oberlahn sicherte sich erneut den dritten Rang und siegte mit 1:42:08 Stunden in der W40. Die W55 dominierte als Gesamt-Siebte Rosi Hausner vom Treiser LWT in 1:53:52 Stunden.

10 Kilometer

Über 10 Kilometer trumpfte der Jugendliche Moritz Hief vom Team Naunheim mit 38:38 min auf. Marco Dohle (Triathlon Wetterau), der mit einer Minute Rückstand in 39:35 min folgte, ließ er damit keine Chance. Matthias Raff vom Team Naunheim sicherte sich als Dritter in 40:36 min den Sieg in der M35 vor dem Gewinner der M45, Olaf Behrens ("run happy" Weilburg), der nach 43:22 min folgte.

Die 10-Kilometer-Konkurrenz führt der Jugendliche Moritz Hief an Triathlet Marco Dohle sichert sich den zweiten Rang Matthias Raff läßt sich den dritten Platz nicht mehr nehmen

Die schnell gestartete Verena Repp vom Team Naunheim ließ auf der zweiten Streckenhälfte ihre Verfolgerinnen nicht mehr aufkommen und lag mit 43:33 min in der Frauen-Konkurrenz deutlich vorne. Ein packendes Duell lieferten sich allerdings hinter ihr die Siegerinnen der Jahre 2015 und 2016, Kristina Jago aus Dutenhofen und Susanne Heinbach vom TSV Krofdorf-Gleiberg. Mit 44:46 min hatte die W30-Siegerin Kristina Jago im Finish schließlich die Nase vorn. Susanne Heinbach durfte sich nach 44:50 min über Rang drei und ihren Erfolg in der W45 freuen.

Beachtlich hielten sich die B-Schülerinnen Lisa Heinbach von der LG Langgöns-Oberkleen (53:21 min) und Johanna Senzel vom Team Naunheim (54:09 min) als Achte und Neunte im Frauenfeld.

Die Frauen-Konkurrenz über 10 Kilometer hat Verena Repp im Griff Im Finish erkämpft sich Kristina Jago den zweiten Rang Vorjahressiegerin Susanne Heinbach gewinnt erneut die W45
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Walker

Viele Walker und Nordic-Walker nutzen den Landschaftslauf durch die Felder und Wälder im Lahntal, um über 10 Kilometer und Halbmarathon zu starten. Die Geherin Susanne Rosemann - die im letzten Jahr den Halbmarathon mit starken 2:29:21 Stunden anführte - setzte diesmal über 10 Kilometer mit 1:10:03 Stunden das Ausrufezeichen. Dichtauf hielt die Nordic-Walkerin Claudia Schmidt mit ebenfalls glänzenden 1:10:59 Stunden Anschluss. Bei den Männern führte Andreas Rolshausen mit 1:17:22 Stunden das Feld an.

Den Halbmarathon dominierten Uwe Grünert in 2:29:46 Stunden und Ortwin Lauterbach von der SG Quembach in 2:30:58 Stunden. Schnellste Walkerin war Alexandra Eisen mit 2:33:16 Stunden.

Bericht und Fotos von Helmut Serowy

Ergebnisse www.sporthaus-kaps.de

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