13./14.5.17 - 33. Schluchseelauf

Über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt

May 10er erweitert die Programmvielfalt

von Thomas Guthmann

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Der Schluchsee liegt eingebettet in eine herrliche Landschaft im Südwesten von Baden-Württemberg im Naturpark Südschwarzwald knapp 50 km von Freiburg entfernt. Trotz seiner relativ kühlen Wassertemperatur, bedingt durch seine Lage in 950 m Höhe, ist der See bei Wassersportlern, vom Schwimmer, über Taucher bis hin zum Segler, äußerst beliebt. So auch am vergangenen Wochenende, als etliche Wassersportler, vor allem Standup-Paddler, ihrem Hobby nachgingen. Der See ist knapp 60 m tief, 7,3 km lang und 1,4 km breit. Die Dimensionen des Sees machen es möglich diesen auf einer attraktiven Runde von 18,2 km Länge zu umrunden. Zumindest war dies den Teilnehmern möglich, die bei der 33. Auflage des Schluchseelaufs auf der langen Strecke an den Start gingen, egal ob Nordic Walker oder Läufer.

Blick auf das Örtchen Schluchsee von der Amalienruhe Mit Freude beim 33. Schluchseelauf dabei
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Der Schluchseelauf wurde über zwei Tage zelebriert und es herrschte mehr sportliche Entspannung als die schnelle Hatz vom Auto, zur Startnummernabholung und weiter an die Startlinie. Am Samstag wurde das Laufereignis am Mittag an der Schluchseehalle im Ort Schluchsee mit einer Messe, Qi Gong und einem Vortrag eröffnet. Bereits ab 12 Uhr strömten die Nordic Walker zur Ausgabe der Startnummern und stimmten sich auf den bevorstehenden Start ein. Die Nordic Walker konnten zwischen zwei landschaftlich reizvollen Strecken wählen: die 18,2 km lange Strecke führte einmal komplett um den Schluchsee und die 11 km lange Strecke führte vornehmlich entlang des nördlichen Seeufers. Für knapp 500 begeisterte Nordic Walker fiel der Startschuss um 14 Uhr bei einem Mix aus Sonne und Wolken.

Blick auf den Schluchsee vom Blindstein

Die Nordic Walker waren noch mit ihrem Zieleinlauf beschäftigt, da wurde die Pasta-Party mit zwei Nudelvariationen, drei verschiedenen Soßen und Salat eröffnet: ausgepowerte Nordic Walker konnten hier ihre verlorenen Kohlenhydrate zurückgewinnen bzw. konnten die Läufer für den morgigen Tag ihre Speicher auffüllen. Wer den Sonntag etwas entspannter angehen lassen wollte hatte die Möglichkeit bereits am Samstagabend seine Startnummer für den anstehenden Lauf abzuholen bzw. sich nachzumelden.

Start der Nordic Walker am Samstag

Das Wetter zeigte sich am Sonntagmorgen, als die Bühne den mehr als 4000 Läufern gehörte, deutlich bedeckter als am Samstag. Viele begrüßten dieses läuferfreundliche Wetter und erinnerten sich noch an die Hitzeschlacht des vergangenen Jahres: "Ich lief 2016 jede Getränkestelle an und kam mir dennoch im Ziel wie Dörrobst vor", erinnerte sich eine Teilnehmerin.

Susi heizt beim Warm Up den Teilnehmern ein Start auf die 10,4 km lange Strecke

Erstmals im Programm gab es eine 10,4 km Distanz (May 10er), da für Laufeinsteiger die original Runde mit 18,2 km zu lang ist. Die Strecke war auf 400 Teilnehmer limitiert und bereits zwei Wochen im Voraus ausgebucht. Die Strecke führte vom Ort Schluchsee auf einem Radweg parallel zur Bundesstraße Richtung Aha bis nach 4 km in einer ausholenden Schleife die Teilnehmer auf die Strecke des Originalkurses gelenkt wurden und zurück zum Ziel liefen.

Luca Hauser gewinnt den 10,4 km Lauf Tamis Kleinn wird 2. Albert Kuchler läuft auf Rang 3

Für den Schnellsten beim Premierenlauf über 10,4 km ist der Schluchseelauf keine unbekannte Veranstaltung: sieben Mal startete Luca Hauser bereits über die volle Distanz, doch diesmal wollte er die 10,4 km ausprobieren. Bis Kilometer sieben lief er zusammen mit Tamis Kleinn, der die Tempoverschärfung jedoch nicht mitgehen konnte. So siegte der Tübinger Psychologiestudent Luca Hauser (TSV Glems/run2gether) in 38:20 min und lobte im Ziel die Strecke, welche genauso wie die Originaldistanz ihren Reiz hat. Der in der männlichen Jugend startende Tamis Kleinn vom Droste Running Team Freiburg ist wettkampftechnisch mehr auf den 3000 m Zuhause, hatte jedoch einfach Spaß den 10er in Angriff zu nehmen. Dies wurde mit dem zweiten Platz in 38:27 min belohnt. Das Podium komplettierte der vereinslose Albert Kuchler in 39:34 min auf Rang drei.

Bei den Frauen gewinnt den 10,4 km Lauf Daniela Fichter vor ... ... Ronja Bader ... ... und Hanna Bächle

Das Rennen der Frauen war fest in der Hand der weiblichen Jugend: allen voran erlief sich Daniela Fichter vom LT Unterkirnach mit einem mehr als 1-minütigen Vorsprung in 45:49 min den Sieg. Rang zwei sicherte sich Ronja Bader von der ausrichtenden LG Hohenfels in 46:53 min gefolgt von einer weiteren Läuferin des LT Unterkirchnach: Hanna Bächle belegte in 47:22 min den dritten Platz.

Vorbei am Schluchsee mit kleinen Booten zum Leihen Julia Siehler am Ortsrand auf den letzten Metern zum Ziel

30 Minuten nach dem Start des May 10er wurden die Teilnehmer des 18,2 km langen Laufs mit einer Zielzeit von unter 1:40 Std. auf die Strecke geschickt. Der Startschuss erfolgte durch Bürgermeister Jürgen Kaiser und führte vom Eisplatz neben der Grundschule Richtung Kohlgrube und von dort ans Seeufer. Nach einem kurzen Stück auf der Bundesstraße und dem Überlaufen der Schluchsee-Staumauer ging es in Ufernähe einmal um den See. In Aha, 5 km vor dem Ziel, erwartete die Teilnehmer ein kleines Stimmungsnest mit Musikgruppe.

Bürgermeister Jürgen Kaiser bereitet sich auf den Startschuss zum Schluchseelauf vor ... und los geht es zum Schluchseelauf über 18,2 km

Mit klaren Ambitionen auf den Streckenrekord reihte sich der Vorjahressieger Benedikt Hoffmann ins Starterfeld und nachdem ihm bei Kilometer 13 einer seiner Schüler zurief "Auf geht's, den packen Sie" übernahm er souverän das Rennzepter. Die letzten fünf Kilometer klebte er am Hinterrad des vorausfahrenden Radfahrers und gab noch mal alles. Der Mühe Lohn war nicht nur der Tagessieg, sondern auch ein neuer Streckenrekord für Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn) in 59:13 min. Rang Zwei ging an den Schweizer Patrick Wieser (Run Fit Thurgau) in 59:55 min, der den bisherigen Streckenrekord (59:51 min) aus dem Jahre 2013 inne hatte. Den dritten Platz erlief sich der 33-jährige Nordbadener Jochen Uhrig (TSG Weinheim) in 1:01:10 Stunden.

Immer wieder gab es an der Strecke Applaus und Anfeuerung, wie hier für ... Benedikt Hoffmann, dem Sieger des 33. Schluchseelauf

Genauso hochkarätig wie das Rennen der Männer war auch das der Frauen. Vergangenes Wochenende startete Katrin Köngeter noch 300 km nördlich bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften über die Halbmarathondistanz in Mainz und wurde in 1:21:24 Std. Vize-Hochschulmeisterin. Trotz dieser Vorbelastung distanzierte Katrin Köngeter (LT Unterkirnach) ihre Konkurrentinnen um über eine Minute und siegte in 1:10:14 Std. Den zweiten Platz erlief sich Ingalena Heuck (May Running Team) in 1:11:20 Std., die noch immer den aktuellen Streckenrekord aus dem Jahre 2015 von 1:09:02 Std. hält.

Patrick Wieser wird 2. auf der 18,2 km langen Schluchseelauf Strecke
Jochen Uhrig läuft auf Rang 3

Auch wenn Stefanie Doll, die Siegerin des Freiburg Marathons (2:55:18 Std), der Anfang April stattfand, im Ziel beklagte, dass sie so gar nicht in einen Rennrhythmus fand und sich müde fühlte, ließ sie trotz allem das Gros der Frauenkonkurrenz hinter sich und belegte in 1:12:14 Std. Rang drei. Begleitet wurde sie von ihrem Bruder Benedikt Doll, dem Biathlon-Weltmeister, und mit Frederike bzw. Charly Doll, der bisher keinen Start beim Schluchseelauf versäumte, auch nicht bei der 33. Auflage, war die komplette Familie am Start.

Die Siegerin des 33. Schluchseelauf Katrin Köngeter beim Zieleinlauf Ingalena Heuck wird 2. Frau über die 18,2 km Strecke
Stefanie Doll läuft auf Rang 3, neben ihr Bruder Benedikt Doll, der gemeinsam mit ihr einläuft

Im Ziel hatten die Helfer alle Hände voll zu tun, die Läufer mit frischem Obst und Getränken zu versorgen, aber auch den Bereich unmittelbar unter dem Zielbogen vor begeisterten Zuschauern frei zu halten: zwischenzeitlich wurde es verdammt eng und die Finisher hatten kaum noch die Möglichkeit nach Überquerung der Ziellinie ihre Geschwindigkeit zu drosseln. Das freundliche, aber bestimmte Eingreifen des THWs sorgte für Abhilfe.

Der frühere K78 Swissalpine Sieger Peter Gschwend läuft mit einem Lächeln zum Sieg in der AK65 Andreas Tietzmann (153) und Klaus Stübinger liefern sich ein Sprintduell bis ins Ziel

Zwischen den zwei Startfeldern des 18,2 km langen Laufs fand der Junior Cup über 2,1 km statt. Knapp 250 laufbegeisterte Schüler und Schülerinnen zwischen 10 und 15 Jahren erreichten das Ziel. Allen voran finishte Maximillian Federer (Droste Running Team Freiburg) in 7:20 min. Als schnellste Schülerin erreichte Alina Herr (TV Neustadt) in 7:59 min das Ziel. Im Anschluss an den Wettbewerb der Schüler erfolgte der Startschuss für den zweiten Block über 18,2 km. Hier mussten die Teilnehmer leider eine Wetterkapriole über sicher gehen lassen: um kurz vor 13 Uhr öffnete der Himmel seine Schleusen und ein sintflutartiger Regen, der zwischenzeitlich sogar in einen Hagelschauer umschlug, prasselte auf die Läufer hernieder.

Im Ziel gab es frisches Obst und Riegel als Erstverpflegung Bis zum nächsten Jahr bei der 34. Auflage des Schluchseelaufs
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Trotz der Einführung des May 10er wurden auf der Originalstrecke des Schluchseelaufs fast 3400 Teilnehmer im Ziel registriert und damit das Vorjahresniveau übertroffen. Aufgrund der grenznahen Lage waren unter den Teilnehmern wie immer viele Schweizer und Franzosen. Dies verdeutlicht, dass der Schluchseelauf nicht nur eine namhafte Veranstaltung in Deutschland ist, sondern über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen hat, der Läufer anlockt. Es dürfte somit nur eine Frage der Zeit sein bis die magische Marke von 5000 Finishern erreicht wird.

Bericht und Fotos von Thomas Guthmann
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Ergebnisse www.schluchseelauf.com
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