13.5.17 - 29. SWEN-Weinbergslauf in Grünstadt

Zwischen Burgdörfern und Industriekultur durch die Wingerte

von Constanze & Walter Wagner

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

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Als Laufveranstalter hat die TSG Grünstadt eine große Tradition. Mit dem 13. Stadtlauf im Juni 2002 begann auch LaufReport darüber zu berichten. Der Stadtlauf wechselte 2013 an den Stadtrand und führt seither in die angrenzende Natur, entsprechend erfolgte auch die Änderung des Namens. Gezählt wurde aber einfach weiter, so kam es nun bereits zum 29. SWEN Weinbergslauf. Unverändert ist der Lauf in Grünstadt pfälzische Station im Drei-Länder-Laufcup geblieben, einer Serie von vier Laufveranstaltungen, verteilt über Hessen, Pfalz und Baden. Baden hat zwei Wertungsläufe und diese haben zudem die meisten Läuferinnen und Läufer in ihrem unmittelbaren Umfeld.

Einst Stadtlauf, heute Landschaftslauf
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Drei Läufe müssen beendet werden, aus der Zeitaddition der schnellsten drei Ergebnisse wird das Drei-Länder-Laufcup-Ergebnis ermittelt. Wer im März in Brühl beim Heini-Langlotz-Lauf dabei war, konnte Grünstadt aussparen und für die weiteren Resultate die schnellen Wertungsläufe in Viernheim und St. Leon-Rot einplanen. Von jenen, die die Möglichkeit eine Meldung für alle vier Cupveranstaltungen zum Frühbucherpreis von nur 18 Euro nutzten, waren einige nicht nach Grünstadt gekommen.

 

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Unglücklich terminiert, aus Sicht der TSG Grünstadt, waren weitere Laufveranstaltungen. So fand tags darauf in St. Leon-Rot beim Frühlingslauf der zweite Wertungslauf zum PSD LaufCup statt. Der TSV Rot 05, mit seinem Golfparklauf im September auch Schlussveranstalter im Drei-Länder-Laufcup, dürfte über den Zusammenfall der Termine auch kaum begeistert gewesen sein. Mit dem wieder auferstandenen Brückenlauf des PSV Mannheim bot sich sogar am gleichen Tag eine Alternative direkt in Mannheim zum Grünstädter Weinbergslauf.

Noch Fragen? Leichtathletik Abteilungsleiter Ernst Dopp und Moderator "Vanman" Jochen Heringhaus geben rund um den Weinbergslauf Auskunft 10 junge Kampfsportler vom Sportscenter Taekwondo Kickboxen Fitness hatten kurzfristig für den Kinder- und Jugendlauf über 1 km gemeldet. "Das fördert den Zusammenhalt", so der Trainer

Baumaßnahmen auf der Rheinbrücke der A6 verursachten auch am Samstag Stau. Hinzu kam eine Gewitterneigung und örtlicher Starkregen unweit des Leininger Lands. Aus dem Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar war nicht absehbar, dass Grünstadt während des gesamten Ablaufs des Weinbergslaufs von Niederschlägen verschont blieb und der Lauf durch die sonnigen Weinberge vor dunkler Wolkenwand und schwachem Regenbogen über Wiesloch zum besonders reizvollen Naturschauspiel wurde.

Familie Matheis war wieder zahlreich vertreten: Elena holt eine Medaille für ihren 3. Platz im Kinderlauf in der U12, Mama Josefa ist bereit für den 10 km Lauf, Papa Ralf läuft 10 km nachdem er 27 "Zwerge" von der TSG Eisenberg an den Start zum Kinder- und Jugendlauf gebracht hat, Sohn Fabio wird 4. im 5 km Lauf

Worauf läuft diese Einleitung hinaus? Rundum zufrieden kann das Organisationsteam der TSG Grünstadt mit der Beteiligung nicht sein, die zwar nicht wesentlich von der der letzten Jahre abweicht, aber eben doch peu à peu geringer wird. Der Lauf geht solide organisiert über die Bühne. Der gesellige Ausklang - Duschen, Bewirtung und Siegerehrung - verfügt im Leininger Gymnasium über eine geeignete Räumlichkeit. Auch sonst ist kein Grund auszumachen, weshalb es beim Zehner mit 183 einen Finisher weniger gab als 2016, beim 5 km Lauf war ein Verlust von 10 auf 39 festzustellen, allein der Schülerlauf verzeichnete ein Plus um 2 Finisher auf 74.

Schnellster des ersten Kinder- und Jugendlaufs wird U16-Läufer Oliver Quartz von der TSG Eisenberg Schnellstes Mädchen ist Sarah Jalloh (U12) von der TSG Grünstadt Beim zweiten Kinder- und Jugendlauf startet die jüngere Generation

Neu war, dass der Schüler- und Jugendlauf in zwei Läufe aufgeteilt wurde, zuerst gingen die Älteren auf die Wendepunktstrecke, es folgten die jüngeren Jahrgänge. Im Ziel moderierte Jochen Heringhaus informativ, aber auch humorvoll den sportlichen Ausflug in die hügeligen Weinanbauflächen. Schon nach 3:23 min konnte er den U16er Oliver Quartz als Sieger verkünden, der seinen Vereinskameraden bei der TSG Eisenberg und U14-Sieger Elias Kunkel auf Distanz halten konnte (3:29 min). Im Jahr 2004, zwischen diesen beiden geboren, ist Philipp Neu von der TSG Grünstadt, der in 3:34 min Dritter wurde. Auffallend noch vom gleichen Verein lief Julian Schreiner, Jahrgang 2008, in 3:44 min auf Gesamtrang 5. Schnellstes Mädchen war Sarah Jalloh, ebenfalls TSG Grünstadt (U12 -Jg. 2006) in 3:56 min. Ihr folgten die ein Jahr jüngeren Läuferinnen der TSG Eisenberg, Lara Sophie Noll (4:09) und Elena Matheis (4:14) ins Ziel.

Die Nachwuchsathleten tangieren nur kurz die Weinberge auf ihrem 1 km langen Wendepunktkurs Die 5- und 10km Teilnehmer dagegen erfahren schon nach wenigen Metern und für länger warum der Lauf Weinbergslauf heißt

Gemeinsam starteten die Läufe über 5 und 10 Kilometer

Die Strecke, zweimal 5 Kilometer, lässt zu, dass man als angemeldeter 10 km Läufer bereits nach einer Runde den Zielkanal ansteuert und gewertet wird. Beim Hitzerennen im letzten Jahr eine gute Möglichkeit sich nicht zu überfordern. Nun waren die Bedingungen aber viel besser. Die Runde führt vom südlichen Stadtrand durch die Weinberge. Eine Steigung im ersten Drittel wird mit einem Gefälle bis zum Stadtrand wieder ausgeglichen. 70 Prozent der GPS-vermessenen Strecke sind asphaltiert. Eindrucksvoll der Blick auf die nahen Burgdörfer Neuleiningen und Battenberg oder über den Oberrheingraben und auf die Industrieregion Mannheim/Ludwigshafen.

Kibrom Issac von der LG Kurpfalz gewinnt den 10km Lauf Maximilian Walter vom TV Eppelheim liegt in der ersten Runde noch auf Platz 2 Diesen Platz wird sich Hendrik Schmidinger vom LT Uni Mannheim im Verlauf des Rennens sichern Andreas Nickenig vom VT Zweibrücken gewinnt als 4. die M50

Die Muße für derlei Augenschmaus hatten die sportlichen Akteure freilich nicht, wenngleich der Sieger rasch auszumachen und alsbald auch uneinholbar entschwunden war. Dem Vorjahressieger Kibrom Issac von der LG Kurpfalz, gut integrierter Asylant mit eritreischen Wurzeln und für die LG Kurpfalz am Start, war auch in diesem Jahr kein adäquater Gegner zur Seite gestellt. Im Vorjahr nach 33:26 min im Ziel, klagte er nun über eine Verletzung, die er sich auf den Bergab-Passagen des Heidelberger Stadtlaufs zugezogen hatte, und dadurch bedingten Trainingsausfall. Mit diesen Erklärungsansätzen verwunderte er nun Streckenmoderator Vanman Heringhaus und die Presse, war er jetzt in 33:21 min noch schneller. Relativieren muss man die Zeit aber mit den laufsportgeeigneteren Bedingungen in diesem Jahr.

Sabine Schmitt aus Udenheim hat sich im Frauenrennen über 10km an die Spitze gesetzt Dichtauf folgt Josefa Matheis von der TSG Eisenberg Laura Gieser von der LG VfL SSG Bensheim hat sich auf Rang 3 positioniert

Sogleich schloss er auch nicht aus, mit Griff an das schmerzende Bein, am nächsten Morgen zu entscheiden, ob er nicht auch beim PSD LaufCup Wertungslauf in St. Leon-Rot teilnehmen würde. Er tat es, das sei verraten und dürfte nach seinem 17. Rang beim 10-km-Lauf der Rheinzaberner Winterlaufserie, dem Auftakt zum PSD LaufCup 2017, weiter eine mitentscheidende Rolle bei dieser Cupvergabe einnehmen. Dass sich diesen Doppelstart auch Erwin Hube gönnte, dürfte nur Szenenfremde wundern, beide tauchen bevorzugt zusammen auf, gehen leistungsorientiert, aber nicht mit überzogener Ernsthaftigkeit ihrem Hobby nach. Dabei fungiert der 1939 geborene Erwin Hube als Mentor, Fahrer, Freund und Berater des 30jährigen, der derzeit ein Praktikum bei der BASF absolviert. Nach dem Sieg und dem zweiten Platz hinter Tobias Zöller beim ersten Wertungslauf ist Kibrom Issac auf einem kaum mehr gefährdeten Weg zur Verteidigung des Drei-Länder-Laufcups.

Meist ist ein Lauf zwischen Weinreben mit Wellen verbunden. Dieses Jahr raubte noch die Schwüle die Luft zum Atem

Zurück zum Weinbergslauf. Knapper ging es bei der weiteren Vergabe der ausstehenden Podiumsplätze zu, um die sich drei Kandidaten bewarben. Über acht Kilometer lag Maximilian Walter vom TV Eppelheim auf dem zweiten Rang, dann passierte ihn Hendrik Schmidinger und holte für den LT Uni Mannheim in 37:05 min Rang zwei. Der zwei Jahre jüngere Eppelheimer, Jahrgang 1996, folgte in 37:30 min vor M50-Sieger Andreas Nickenig (37:53 - VT Zweibrücken). Für Maximilian Walter lief das Rennen auf den ersten 5 Kilometern perfekt, dann kam Hendrik Schmidlinger näher und ging anderthalb Kilometer vor dem Ziel vorbei.

5km- und 10km Läufer bewältigen auf der 1. Runde noch gemeinsam die Weinbergsstrecke Auf Gesamtplatz 9 läuft die 5km Siegerin Alexandra Roth vom Nordpfalzgymnasium Kirchheimbolanden René Kriegel von Tria Basilea gewinnt den 5km Lauf bei den Männern

Hendrik Schmidlinger will beim Viernheimer Eine-Welt Citylauf im Juni das dritte Cup-Resultat erbringen, dann geht er zurück in die Wachau. Der 23-jährige Österreicher schließt gerade sein Bachelorstudium Kultur und Wirtschaft in Mannheim ab, wo er die interessante Kombination Philosophie und Betriebswirtschaftslehre belegt hat. Seit September 2013 dauert sein Aufenthalt in der multikulturellen Hochburg am Zusammenfluss von Neckar und Rhein. "Der Weinbergslauf in Grünstadt ist mein Lieblingslauf beim Drei-Länder-Laufcup", so Hendrik. Kaum verwunderlich, dürften ihn die Weinreben doch an zuhause erinnern. Ambitionen auf einen vorderen Platz im Cup hat er aber nicht. In Brühl hatte er seine Freundin begleitet und seine Möglichkeiten nicht ausgeschöpft.

Am Ende der Runde geht es bergab ... ... und für 5km Läufer zur Endstation Ziel, für 10km Läufer nach einer Schleife durch einen Ortsteil Grünstadts zurück auf Runde Zwei

Bei den Frauen entwickelte sich aus der anfänglich Überlegenheit demonstrierenden Rolle, mit der Sabine Schmitt aus Udenheim sich nach kurzer Orientierungsphase absetzte, doch noch ein spannendes Rennen, denn Josefa Matheis, TSG Eisenberg, kam in Lauflaune, behielt die W30erin im Fokus und verkürzte mit langjähriger Lauferfahrung den Abstand im weiteren Rennverlauf. Mit 41:33 siegte Sabine Schmitt am Ende doch, direkt gefolgt von Josefa Matheis in 41:46 min, die auch den Sieg in der W50 feiern durfte. Auf den dritten Rang kam Laura Gieser von der LG VfL SSG Bensheim, 28 Jahre jünger als Josefa und in 42:30 min nicht mehr weit zurück.

Zahlreiche Helfer und jede Menge Flüssigkeit stellte die Verpflegungstelle der Stadtwerke Grünstadt im Sart-Zielbereich

Nach einem Ermüdungsbruch im Spätherbst kann Sabine Schmitt wieder beschwerdefrei Laufen, dies sieht bei Josefa Matheis leider schlechter aus. Noch hofft sie an einer Knie-Operation vorbei zu kommen, doch das Scharniergelenk macht immer wieder Probleme. Die aktuellen Marathonbestzeiten der beiden liegen nah beieinander, mit 2:56:26 h zu 2:58:36 zugunsten von Sabine Schmitt. Allerdings ist die persönliche Bestzeit von Josefa Matheis aus dem Jahr 2009 mit 2:50:22 die bessere. Schmitt, ist als Kriminalhauptkommissarin nochmals ins Masterstudium eingestiegen und auf dem Weg zur Kriminalrätin. Beim Rodgauer 50 km Ultramarathon siegte sie im Januar und bei den Deutschen Polizeimeisterschaften beim Haspa Marathon Hamburg wurde sie im April in 3:05:26 h Vierte. "Es war hart", zog die Siegerin ein Fazit, sie war vor Jahren schon einmal in Grünstadt gestartet, damals ging es aber noch durch die Stadt.

Erwin Hube (57) vom TV Schwetzingen gewinnt die M70 über 10km in 50:59. Am nächsten Tag wird man ihn wieder beim Frühlingslauf in St.-Leon Rot sehen Kopej Tokpetova von der DJK Käfertal-Waldhof siegt in der W60 mit 52:59 Und der 83 jährige Heinz Zech von der LG MuLi gewinnt seine Altersklasse auf der anspruchsvollen 10km Runde in 1:31:02

Hält das Knie, will Josefa Matheis bei Meisterschaften auf Medaillenjagd gehen. Sie würde gern Anfang September in Bad Liebenzell die Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften über 10 km mitlaufen und Ende Oktober beim Mainova Frankfurt Marathon die Deutsche Meisterschaft. An gleicher Stelle holte sie 2015 DM-Bronze in der W45.

Halbe Strecke, halbe Freud´

Drei Ergebnisse unter 20 Minuten führen die Einlaufliste an. René Kriegel siegte in 19:07 min vor Pascal Schnaidt (19:43) und Timm Rubert (19:52). Fabio Matheis - genau Josefa brachte ihren beiden Kinder und Ehemann Ralf zum Laufen mit - verpasste in 20:01 min als Vierter diese Schwelle äußerst knapp.

Lieferten ein spannendes Rennen: W50-Siegerin Josefa Matheis und W30-Siegerin Sabine Schmitt (373) Josefa Matheis und Kibrom Issac, die 3-Länder-Laufcup Sieger 2017? Kibrom wurde beim ersten Lauf in Brühl Zweiter, Josefa Dritte. Ein Aufeinandertreffen in Viernheim mit den Siegern von Brühl Tobias Zöller und Lea Düppe könnte interessant werden
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Bei den Frauen siegte Alexandra Roth in 21:40 min über 5 Kilometer vor Dorothea Bemsch (22:21) und Katrin Neumeister in 23:26 min. In diesem Lauf wurden keine Altersklassen gewertet, ein Blick auf jene über 10 km ist über den folgenden Ergebnislink bequem und aufschlussreich.

Die 30. Austragung folgt 2018. Guter Anlass sich den runden Geburtstag schon mal vorzumerken und bei dieser Gelegenheit gleich die Teilnahme am Drei-Länder-Laufcup zu bedenken.

Drei-Länder-Laufcup 2018
11. Heini-Langlotz-Lauf in Brüh u. Rohrhof (19. März 2017)
29. SWEN-Weinbergslauf in Grünstadt (13. Mai 2017)
20. Eine-Welt Citylauf-Viernheim läuft fair (10. Juni 2017)
38. Golfparklauf in St. Leon-Rot (10. September 2017)

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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Ergebnisse www.laufinfo.eu - Info www.tsg-gruenstadt.de
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