12.5.17 - 22. HVB CityLauf Aschaffenburg

Park Schöntal soll bleiben

Teilnehmen und es gut haben

von Constanze & Walter Wagner

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Sebastiano Ilardi, M60-Dritter und einer der "bunten Hunde" in der Laufszene der Region, ergriff bei der Siegerehrung spontan das Mikrophon und nutzte die Gelegenheit auf der Bühne zu einer Danksagung an Günter Guderley, sein Organisationsteam und die vielen Helfer. Im proppenvollen Festzelt brandete Applaus auf. Gefeiert werden ansonsten die Senioren und am meisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Schwelle zum oder bereits im Lebensabschnitt der Hochbetagten. Diejenigen, die ihre fünf Runden meistern, gilt der Respekt aller beim HVB CityLauf.

Ist schon Tradition: HVB Vorstandsmitglied Peter Buschbeck gibt den Startschuss für die Elite-Läufer. HVB CityLauf OK-Chef Günter Guderley hält rund um die Uhr das Mikrofon für Interviews und Streckenmoderation Kennen sich aus im Laufgeschäft: Co-Race-Director" Silke Zschirpe (li), selbst auf vielen Volksläufen unterwegs und die zwei Streckenmoderatoren Birgit Kraus, bayerische Marathonmeisterin von 2007, und Oliver Binz, der die ganz langen Strecken liebt und Initiator des seit zehn Jahren stattfindenden Inklusionslaufs für Kinder ist Dürfen beim HVB CityLauf nicht fehlen: HVB Direktor Leiter Regionalbereich West Markus Gröbel hält den Daumen für die gelungene Veranstaltung schon mal hoch. HVB Niederlassungsleiter Private Banking Christian Mangartz nimmt selbst am Lauf teil und finisht nach 38:57 Minuten auf der 8,4km langen Strecke
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Anerkennenden Beifall gab es auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Sieger aus den Reihen der afrikanischen Elite sowie jenen Läuferinnen und Läufern, die mit dem Lauftalent ihrer fremden Herkunft in Deutschland und in den DLV organisierten Vereinen eine neue Heimat gefunden haben. Für den HVB CityLauf reicht eine deutsche Vereinszugehörigkeit um auch in der Altersklassenwertung berücksichtigt zu werden. Eine verhältnismäßig hochdotierte Sonderwertung für Unterfranken sorgt zudem für eine starke Beteiligung aus der Region. Da der Aschaffenburger HVB CityLauf für einige hessische Laufhochburgen, die gleich an der Landesgrenze zu Bayern liegen, ein fester Termin in der Jahresplanung ist, wird der Wunsch einer erweiterten Sonderwertung immer wieder geäußert. Doch allein wegen des Prestiges und des Vergnügens vor der großen Zuschauerkulisse sich präsentieren zu können, kommen viele auch aus den an Unterfranken angrenzenden Gegenden.

Die Siegerehrungen übernahm dieses Jahr HVB Direktor Leiter Regionalbereich West Markus Gröbel Ex-Bankdirektor und OK-Chef Günter Guderley (li.) ist gerührt von den netten Worten des Jubiläumsläufers Sebastiano Ilardi, der als Dritter der M60 auf die Bühne zitiert, eine Danksagung für die Organisation dieses Laufs vorträgt und die ganze Festhalle zum Beifallssturm animiert

Hineinreden lassen braucht man sich in Aschaffenburg aber nicht, denn der Erfolg gibt der Organisation in allen Bereichen Recht. Weder die Bankenkrise noch andere Einflüsse haben die Beliebtheitskurve gedrückt, die in der rund 70.000 Einwohner zählenden kreisfreien Stadt auf unglaubliche rund 4.500 Finisher angestiegen ist. Dabei hat alles klein angefangen, genauer mit 488 Zieleinläufen im Jahr 1996. Schon im zweiten Jahr kamen Schülerläufe hinzu und sorgten für einen Kursanstieg um 66 Prozent. Bei der dritten Austragung wurde dieser neue Ausgangswert beinahe verdoppelt und 1584 Zieleinläufe gelistet. Der Boden war bereitet, der City-Lauf in aller Munde, die weitere Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Der Verlauf durch die Fußgängerzone mit den teils engen Gassen, aber auch das Fassungsvermögen der Räumlichkeiten etwa für den stimmungsvollen Ausklang, ja für den Aufenthalt an sich entlang der Strecke, stieß an seine Grenzen.

... und alle Startbänder fliegen hoch ... - fein säuberlich getrennt nach Mädchen, Jungen und Altersklassen werden über 2200 Kinder in 6 Schülerläufen losgelassen - viele weitere Bilder dazu in den LaufReport Foto-Impressionen HIER

Das Organisationsteam wuchs mit der Aufgabe und garantierte immer einen reibungslosen Verlauf, in manchen Jahren auch mit schmerzhaft früh geschlossener Anmeldung vor allem für den Einsteigerlauf mit einem Hauch Firmenlaufcharakter. Im Jahr 2014 erreichte die Finisherstatistik mit 4682 ihren Höchststand. Die Rückgänge seither sind marginal. 2017 nimmt mit 5580 abgegebenen Anmeldungen im Ranking der Finisher mit 4356 gesamt, davon 2284 Schülerinnen und Schüler, den fünften Platz ein. Die ausgewiesenen 2072 Erwachsenen im Ziel sind bereits die bereinigte Zahl, denn beim HVB CityLauf scheut man sich nicht aus den Ergebniseinträgen jene mit einem Makel behafteten zu entfernen.

Baumaßnahmen in der kreisfreien an Main und Aschaff angesiedelten Stadt zwangen das Organisationsteam um Günter Guderley und Silke Zschirpe die bewährte Innenstadtrunde etwas zu modifizieren. Der Rossmarkt, eine Einkaufsgasse, war unpassierbar und musste umlaufen werden. Dadurch änderte sich die Streckenlänge auf gesamt 8,4 km. Erste Reaktionen auf die Notstrecke: "Unbedingt beibehalten." Erkauft war diese nämlich mit einem Abstecher in den Park Schöntal, eine wunderschöne innerstädtische Oase der Erholung.

Tradition hat auch die Eröffung des HVB CityLauf Aschaffenburg mit dem seit zehn Jahren stattfindenen Einlagenlauf der Corneliusschule und dem Förderzentrum Schweinheim, einem Inklusionslauf für Kinder mit erschwerenden Voraussetzungen Mit den Schülerläufen wird der Wettkampfbetrieb eröffnet. Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog gibt traditionell einen Startschuss für einen den sechs Schülerläufe

Der im 18. Jahrhundert entstandene Landschaftsgarten nach englischem Muster bot eine wahrlich lohnende Entschädigung und war stets willkommener Abschnitt auf der ansonsten publikumsgesäumten Runde. Dass es sich beim Park Schöntal um jenen Teil des historischen, einzigartig über das gesamte Stadtgebiet verteilten Grünzugs handelt, der als melancholisch-nachdenklich ein Gleichgewicht zum heiteren Schönbusch darstellt, störte dabei nicht, ein wenig vielleicht der Zu- und Ausgang, mit eingangs einem schmalen Torbogen und ausgangs einer Stufe, die mit massiven Gegenmaßnahmen nicht zur Stolperfalle wurde.

Überhaupt blieb jedwede Hiobsbotschaft aus. Keine nennenswerten Rettungseinsätze wurden erforderlich und auch die Ordnungskräfte trafen auf willige Massen, die sich gern den Gegebenheiten an diesem besonderen Abend fügten. Ideal spielte zudem das Wetter mit. Es blieb trocken und damit hatten wohl nur wenige gerechnet. Der Himmel verfinsterte sich zusehends und Wind kam auf, doch es blieb alles nur Drohgebärde. Wieder hatte der Pakt mit Petrus gegriffen, der Wettergott öffnete seine Schleusen nur in den Nachbargemeinden.

Da passt nichts mehr dazwischen, wenn der Laufnachwuchs beim HVB Citylauf seinem Bewegungsdrang nachgibt Sturm ums Schloss. Für die Kinder geht es einmal am Schloss Johannisburg vorbei. Die Erwachsenen von D bis A passieren fünfmal den Renaissancebau aus Rotsandstein

Die Rennen

Inklusionslauf und Schülerläufe

Die 22. Auflage brachte von den äußeren Bedingungen begünstigt für Aktive und Zuschauer gleichermaßen einen perfekten HVB CityLauf Tag. Guter Brauch ist es mit dem Inklusionslauf den Rennbetrieb zu eröffnen. Die Freude und Aufregung der Teilnehmer mit den differenziertesten Förderbedürfnissen der Comeniusschule und des Förderzentrums Schweinheim überträgt sich sofort auf alle in der einer Arena gleichenden Luitpoldstraße, die vom Start, Ecke Weissenburger Straße, auf direktem Weg in den Zielkanal auf dem Schlossplatz führt.

Zwei Minuten später, um 17.00 Uhr, hat auch das Hufescharren der Schülerinnen aus den Jahrgängen 2007 und jünger ein Ende. Endlich werden die Sekunden herunter gezählt und mit dem Startschuss forsch in der abschüssigen Luitpoldstraße Anlauf für die knapp 1700 Meter Runde genommen. Freilich können nicht alle Damen ihren ersten großen Sieg landen. So wird der HVB CityLauf auch zur Lebensschule und der Begriff Ausdauer bzw. der Mangel daran ganz neu erfahren. Die Kräfte richtig einzuteilen gelingt den in Sportvereinen geschulten Kindern dann meist doch schon viel besser.

Naomi Buchner (192) vom TV Bürgstadt gewinnt den 1. Schülerlauf für Mädchen der Jahrgänge 2007 und jünger in 6:42 und damit die W10. Auch letztes Jahr war sie vorn, da allerdings noch in der W9 Tom Sickenberger (286) von der Astrid-Lindgren-Volksschule Hösbach siegt in 6:33 beim Schülerlauf für Jungs (Jg. 07 und jünger) und ist damit auch M10-Erster Vanessa Mikitenko, vom SSC Hanau-Rodenbach gewinnt die W12 in 6:19 und den Lauf Jg. 2005-2006 Tristan Kaufhold vom SSC Hanau-Rodenbach, letztes Jahr noch M10-Sieger, gewinnt dieses Jahr in 5:56 die M11 im 4. Lauf (Jg. 05-06)

Kaum hat der Schlussradfahrer das Startfeld der Jungs passiert, obliegt es jenen es besser oder genauso gut zu machen wie die Mädchen, wobei der ungezügelte Ehrgeiz der Knaben noch mehr erahnen ließ, dass die eingeschlagene Pace der Distanz nicht angemessen war. Zurück aus der Runde kamen die Ersten dann doch ziemlich allein gestellt und so blieb es auch in den noch folgenden weiteren vier Schülerläufen zu beobachten. Talent und Trainingsfleiß führt vor dem Dicke-Arme-Machen und Sprüche-Klopfen zum Ziel. Wobei es eben auch glücklose Tage zu bewältigen gilt und eben alles was zum Reiz und zum Auf und Ab des Laufsports gehört. Das Trikot des SSC Hanau-Rodenbach war es eben nicht immer, das vorne weg ins Ziel getragen wurde. Doch demonstrierte der hessische Verein aus der Metropolregion Rhein-Main einmal mehr im Beisein von Sigrid und Harry A. Arndt die Früchte seiner großartigen Nachwuchsarbeit.

Johanna Uherek vom SSC Hanau-Rodenbach gewinnt in 5:54 den 5. Lauf der Mädchen Jahrgänge 2002-2004 und damit die W13 6. und letzter Lauf für Jungs der Jg. 02-04: das Duell zwischen den zwei Schülern vom Spessart-Gymnasium Alzenau entscheidet Felix Herrmann (2385) als 1. der M15 in 5:36 vor dem zeitgleich einlaufenden Linus Thöming (2. M15) für sich Attila Has vom SSC Hanau-Rodenbach wird im letzten und schnellsten Schülerlauf in 5:38 gesamt Dritter und Sieger der M13

Im Lauf der ältesten Schüler sorgten die zeitgleich nach 5:36 min einlaufenden Schulkameraden des Spessart-Gymnasiums Alzenau, Felix Herrmann und Linus Thöming, für eine Überraschung mit ihrem Doppelsieg, wobei Linus keine Zweifel hatte, dass Felix vor ihm war. Attila Has vom SSC H-R wurde zwei Sekunden dahinter Dritter, ist aber zwei Jahre jünger und wurde somit M13-Sieger.

Motivierende Anfeuerung für die letzten Meter, bevor ... ... im Schatten von Schloss Johannisburg mit reichhaltiger Getränkeverpflegung Energie für weitere Bewegungsaktivitäten getankt werden konnte

Auch bei den Mädchen waren die drei Schnellsten aus dem Lauf der Ältesten. Johanna Uherek (W13) war in 5:54 min Tagesschnellste, gefolgt von ihrer Teamkameradin beim SSC Hanau-Rodenbach Elena Taubel (1.W14 - 6:08) und Lea Brand vom ESV Gmünden (1.W15 - 6:14). Ein direktes Aufeinandertreffen mit Vanessa Mikitenko (SSC H-R) wäre interessant geworden.

 

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Die sicher mit idealen Läufergenen ausgestattete 12-Jährige siegte im Lauf der Jahrgänge 2005 und 2006 mit großen Vorsprung in 6:19 min und könnte einmal an die Erfolge der Eltern anschließen. Vater Alexander Mikitenko hatte 1999 den HVB CityLauf gewonnen und über die Erfolge von Mutter Irina sich hier auszulassen, würde den Rahmen sprengen. Erwähnt sei die Marathonbestzeit von 2:19:19 h, deutscher Rekord, den hält sie auch über 3000m, 5000m und 10 km.

Mit Pauken und Trompeten geht es für die Einsteiger beim D-Lauf durch die Innenstadt von Aschaffenburg

D- und C-Läufe

Auch die Ergebnisse aller Hauptläufe für Erwachsene werden in einer gemeinsamen Liste erfasst. Nicht alle Finisher finden sich dort und dies liegt dann nicht an einem Fehler bei der elektronischen Zielerfassung, die auch nicht vom großen Cyberangriff betroffen war. Doch Chipzeit-Chef Ingo Morton und Orga-Chef Günter Guderley kontrollieren am Ende des Tages die Einlaufliste. Wer vermutlich nicht alle Runden geschafft hat wird genauso gestrichen, wie jene Strategen, die trotzt Zeitvorgaben im für sie falschen Lauf vorneweg gespurtet waren. So etwas mag weniger fachkundige Zuschauer aus der Nachbarschaft begeistern, doch derlei erschlichene Bewunderung bestraft das Schiedsgericht rigide und sofort. Immerhin, hinten funktioniert es einwandfrei, 134 D-Läufer waren dem schwächsten C-Läufer nicht gewachsen. Josef-Michael Etter hatte nach 1:25:40 h die virtuelle rote Laterne, doch mit Jahrgang 1935 war dies Platz 4 in der M80 und von viel Jubel begleitet.

Dank innerstädtischer Baumaßnahmen kam es dieses Jahr zu einer Streckenänderung und einer landschaftlichen Bereicherung mit einer Passage durch den Park Schöntal an der Kirchenruine zum Heiligen Grabe vorbei

Der etwas längeren Distanz war man mit einem gerafften Zeitplan begegnet und die düsteren Wolkengebilde mahnten zudem zur Eile. Da wird den langsamsten Teilnehmern schon auch mal zugemutet, einen kurzen Stopp einzulegen, um den nächsten Lauf nach Zeitplan zu starten, denn unmittelbar nach dem Start wird die Laufstrecke auf der Friedrichstraße gequert. Dies ist ein Akt, der nur wenige Sekunden kostet und kein Klagen aufkommen lässt.

Ein wenig irritiert war der Pfau, der auf der Kirchenruine zum Heiligen Grabe trohnte, ob der zahlreichen Cityläufer, die den Landschaftsgarten mitten in der Stadt als Zusatzschleife durchqueren durften. Auf der Friedrichstraße ging es wie gewohnt weiter

Ein Vergleich mit Vorjahreszeiten war mit der Streckenänderung nicht möglich, der längeren Biege im Park Schöntal war man zwar mit einer Verkürzung des Wendepunkt-Appendix in der Friedrichstraße begegnet, der bei den Schülerläufen in Gänze gestrichen war, doch es blieb bei einem Plus von etwa hundert Metern pro Runde bei den Erwachsenen.

Die D-Läuferinnen sind noch unterwegs, die erfahrenen C-Hobbyläufer warten geduldig auf ihre Startfreigabe Straße frei und Start: Los geht es für die erfahrenen Hobbyläufer im C-Lauf

Direktes Kräftemessen mit der Elite für A und B LäuferInnen

Hatte man sich schon an die Verfolgungsjagd gewöhnt, bei der es galt, die mit etwas Vorsprung gestarteten Elitefrauen noch vor der Ziellinie einzuholen, war dieses ‚Rennen im Rennen' mit dem gemeinsamen Start nun ad acta gelegt. Für regionale Spitzenkräfte kam es so zudem zum Vergleich mit den schnellen Damen. Dies mag nicht nur vorteilsbehaftet sein, doch so richtig den Überblick behalten sowieso nur wenige Zuschauer. An drei Stellen der kurzen Runde bemühen sich Moderatoren um Aufklärung. Noch beliebter sind bei den Zuschauern die Abschnitte, wo Musikcombos die Stimmung anheizen und Straßencafés, wo man gemütlich sitzend dem schweißtreibenden Ereignis zusehen und so mancher es sich nicht verkneifen kann, den schwitzenden Sportlern zuzuprosten oder demonstrativ einen leckeren Happen zu verschlingen.

B-Lauf für ambitionierte LäuferInnen und A-Lauf mit Elite wurden dieses Jahr zusammen gelegt. Im linken Startblock nahmen die B-Läufer Aufstellung, im rechten Block die Elite-A-Läufer

Es ist Stadtlauf-Atmosphäre pur und so soll es ja auch in der größten Stadt der Region Bayerischer Untermain sein. Das Erlebnis hat seinen Stellenwert und wird nicht in Gänze dem rein Sportlichen untergeordnet. Wollte man vorne dabei sein, mussten gerade auch im letzten der drei Hauptläufe unzählige Überholvorgänge absolviert werden, die nicht ausschließlich ungehindert erfolgten. Da gehört auch etwas Geschick dazu und Glück, die richtige Lücke zu finden. Vor allem, wenn man nicht an der Spitze liegend, in den Genuss eines Radvorausfahrers kommt.

Im B-Block starten zudem die für die Sonderwertung der Unterfranken favorisierten Läuferinnen Die Elite-Damen, die bisher mit 3 Minuten Vorsprung vor den Männern ins Rennen gegangen waren, starteten dieses Jahr gemeinsam mit den A-Läufern

Jedenfalls erfolgte um 20.30 Uhr der letzte Startschuss und die Hatz um die Preisgeldränge begann. War es bis jetzt kurzweilig, wurde es nun richtig rasant und bald waren die Schnellsten hinten wieder aufs Feld aufgelaufen und in der Folge nicht mehr immer gut auszumachen. Immerhin gilt es auch für die Eliteläufer die Runden im Auge zu behalten um nicht zu früh den Zielspurt anzusetzen oder gar in eine sechste Runde abzubiegen, sich aus den Preisgeldrängen zu katapultieren und zum Schaden noch den Hohn zu ernten. Es sind nicht nur die ersten zehn Ränge bei den Frauen und Männern dotiert, auch in der Unterfrankenwertung gibt es bis Rang 10 eines der begehrten Kuverts mit dem Sachpreis der Bank: Bargeld. Echte Sachpreise gab es für die jeweils ersten Drei in den Altersklassen und wer auch dort nicht zu den Begünstigten zählte, hatte eine gute Chance auf einen Gewinn bei der Tombola, bis hin zum begehrten Sportfahrrad.

Mit dem schnellsten Rennen des Tages wird der 9. und letzte Wettbewerb des 22. HVB CityLauf Aschaffenburg gestartet

Der Kenia-Express dominierte

Bei den Männern zeigte sich Emmanuel Kiprono als klar stärkster Teilnehmer. Er siegte in 23:43 min überlegen und konnte sich schon zu einem frühen Zeitpunkt des Rennens von seinen kenianischen Landsleuten absetzen. Mit einer Bestzeit von 28:18 min über 10 km wurde er beim Paderborner Osterlauf Dritter. Zweiter war er beim Würzburger Residenzlauf. Einen Streckenrekord stellte er im niederländischen Roermond über 10 Englische Meilen in 46:15 min am 23. April auf. Eine eindrucksvolle Serie in den Fußstapfen seines Bruders Allan Kiprono, der im April den HAJ Marathon Hannover gewann. In Aschaffenburg folgten ihm seine Landsleute Alfred Mukche (24:12) und Nicholas Mulinge Makau (24:13 min) ins Ziel. Mit etwas Abstand kamen Lawrence Kiprono Rotich (24:28), Joseph Dapal (24:34) und Daniel Kemoi (24:45) auf die nächsten Plätze.

Eine kenianische Läufergruppe führt das Elitefeld an mit von links Daniel Kemoi, der 6. wird, Joseph Dapal aus Kenia (5.), Emmanuel Kiprono, Nicholas Mulinge Makau, Tom Mwenda Mutie (am Ende 9.) und Alfred Mukche Die Verfolger mit Degen Ayele von der LG OVAG Friedberg-Fauerbach an der Spitze, er wird am Ende 16., Gutu Abdeta von der LG Eintracht Frankfurt (in Rot) wird 10., Miebale Andemicale von der LG Seligenstadt (in Lila) wird 8. und Abdi Uya Hundessa (in Gelb) vom Diezer TSK Oranien läuft auf Rang 7 Der Spanier Abdelkabir Zaroual (vorne) läuft für die LG Eintracht Frankfurt auf Platz 11. Mit der Nr. 8 Simion Sang aus Kenia, der 12. wird und dahinter halb verdeckt Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim, er wird 13.

Das Duell um den besten Platz eines für einen deutschen Verein startenden Athleten entschied Abdi Uya Hundessa für sich und den Diezer TSK Oranien in 25:10 min, drei Sekunden vor Miebale Andemicale (LG Seligenstadt) und Gutu Abdeta, der hinter einem weiteren Kenianer (Tom Mwenda Mutie 25:16) in 25:17 h den dritten Rang in der M20 für die LG Eintracht Frankfurt und zudem den zehnten Gesamtrang erzielte. Pech für seinen Vereinskameraden Abdelkabir Zaroual, der 28-jährige Spanier mit marokkanischen Wurzeln ging dahinter leer ausging. 2016 reichte es ihm zum 10. Platz, im letzten Jahr war er verletzt. Bevorzugt läuft Abdelkabir, der eine Ausbildung in Spanien absolviert hat und in der Automobilbranche beschäftigt ist, auf der Bahn 800 m oder als nächstes bei der Karlsruher Laufnacht am 4. Mai 5000 m. Seine Bestzeit über 10 km, 29:49 min, stammt vom Frankfurter Lauf für mehr Zeit.

Energie aus der Region: Sven Perleth (in Rot) vom SC Ostheim/Rhön führt mit Felix Alfen (142; 15. im Ziel) vom LT DSHS Köln vor Patrick Fiederling (in Gelb; 14. im Ziel) von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Die Brüder Mark (100) und Steven Scheuring (dahinter) von der TSG Kleinostheim und Felix Hohm (mit Stirnband) vom TriTeam Kunzmann SSKC belegen die Plätze 2, 4 und 3 in der Unterfrankenwertung hinter Perleth Lorenz Rau (117) von der LG Fulda gewinnt als 24. die U20, Anthony Hildenbrand vom FC Dörlesberg als 27. die U18 CarstenSchmidt (122 ) von der LG Haßberge gewinnt als 28. die M50, Jürgen Zehnder vom TSV Pfungstadt direkt dahinter siegt in der M40 und läuft zwei Plätze vor Schmidt auf Rang 26. Mit der Nr. 72 David Kunkel von der LG Landkreis Aschaffenburg, er läuft als 30. auf den 2. U20 Rang

Frauenrennen profitierte von neuer DLV Meisterschaftsregel

Denkbar knapp war die Entscheidung bei den Frauen. Am Start war Melat Yisak Kejeta (PSV Grün-Weiß Kassel), die amtierende Deutsche Meisterin über 10 km. Gern wäre sie mit ihrem Trainer Winfried Aufenanger nach Bautzen gefahren und hätte an den Deutschen Meisterschaften über 10.000 m teilgenommen, doch nun hat der Leichtathletikverband das Reglement mal wieder geändert und verlangt einen deutschen Pass. Für die 24-jährige Spitzenläuferin mit einer 10km-Bestzeit von 33:09 min, die im April beim Berliner Halbmarathon in 1:11:00 h Vierte wurde, ist dies eine enorme Einschränkung. Sie kann nicht einmal ihren Titel verteidigen. Die Gründe, Integration geflüchteter Menschen in den Vereinen zu erschweren und teils kaum beachtete Titelrennen nur noch für deutsche Staatsbürger auszuschreiben, sollten die Verantwortlichen nochmals auf den Prüfstand stellen, dies nicht unter Ausschluss einer breiteren Öffentlichkeit um temporären Vereinsinteressen einen Riegel vorzuschieben.

Das Führungsfeld der Frauen mit Melat Yisak Kejeta (vorn) vom PSV Grün-Weiß Kassel, die beiden Kenianerinnen Betty Chepkwony rechts dahinter und Mary Wanjiku (20), die 4. wird sowie Brenda Kebeya (145) vom LAC Quelle Fürth, die 3. wird Schon auf Platz 5 im Frauenfeld folgt mit Laura Zimmermann vom SV Würzburg 05 Lauftreff die schnellste Unterfränkin. Vor ihr Christian Albert von Spiridon Frankfurt, der - wie passend - als 35. die M35 gewinnen wird

Melat Yisak Kejeta lief auch in Aschaffenburg ein starkes Rennen, haderte aber mit dem großen Starterfeld. Dies war 2014 bei ihrer ersten Teilnahme in der Stadt am Untermain noch einfacher. Das A und B Feld wurde zwar früher bereits einmal zusammengelegt, als ein Unwetter über Aschaffenburg gezogen war und den Zeitplan aushebelte. Damals waren alle froh, dass es überhaupt noch zu einem Start kam. Nun war die Zusammenlegung der Baustellenumgehung geschuldet. Im Dunkeln wollte man den Parkabschnitt meiden.

"Man konnte nicht überholen und musste immer stoppen", so Melat Yisak Kejeta. Diese Erschwernis hatte selbstverständlich auch Betty Chepkwony, die diese um einen Tick besser meisterte. In 27:43 min setzte sie die Serie ihrer Schwester fort, die 2007, 2009 und 2010 in der HVB CityLauf Chronik als Siegerin eingetragen ist. Zwei Sekunden später überquerte Melat Yisak Kejeta die Ziellinie auf Rang 2. Dritte wurde Brenda Kebeya (LAC Quelle Fürth) in 28:09 min vor Mary Wanjiku aus Kenia in 29:40 min.

Franziska Krull von der LG Karlstadt-Gambach-Lohr läuft als 6. Frau auf Platz 2 in der Unterfrankenwertung Auf Platz 7 folgt die drittschnellste Unterfränkin Eleisa Haag, vom SV Würzburg 05 Triathlon Sabine Hock vom TV Haibach gewinnt die W50, holt sich als 9. Frau und 4. der Unterfrankenwertung auch noch zweimal eine Prämie

Unterfrankenwertung und weitere Resultate

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unterfranken gibt es beim HVB CityLauf eine beliebte und gutdotierte Sonderwertung. Bis Platz 10 der Unterfrankenwertung sind Geldpreise ausgelobt, doch ist es auch eine Prestigeangelegenheit sich beim HVB CityLauf zu zeigen und sich bestens zu verkaufen. Schon auf dem fünften Frauengesamtrang ebnete sich Laura Zimmermann zum vierten Mal in Folge den Gang aufs oberste Unterfranken-Podest. Für den SV Würzburg 05 startend beendete sie die neue Strecke in 29:43 min. Ihr folgten direkt Franziska Krull (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) in 30:58 min und Eleisa Haag, die in Coburg studiert und ebenfalls für den SV Würzburg 05 startete, in 31:20 min, die beide gleichfalls in der Unterfrankenwertung Berücksichtigung fanden.

"Es wird nicht leichter", meint Regina Blatz vom TuS Griesheim und gewinnt die W55 Uwe Bernd von der LG Rüsselsheim siegt lächelnd in der M55 Schnellster M60er wird Ulrich Amborn (ELT Großheubach) Ein weiterer Stammgast ist Veronika Ulrich von der TSG Ehingen, sie gewinnt die W45

Laura Zimmermann ist Zahnärztin in Neustadt an der Saale, aber ihrem Verein treu geblieben, dem sie seit ihrem 6jährigen Zahnmedizinstudium in Würzburg angehört. Sie ist Triathletin, Schwerpunkt Mitteldistanz, und kommt ursprünglich aus dem Allgäu. Interessant ist ihr derzeitiger Selbstversuch eine Zahnspange zu tragen. Zwischen Zahnfehlstellungen und Verspannungen gibt es wohl einen Zusammenhang. Ein Jahr wird sie die Spange tragen, hat aber bereits jetzt Verbesserungen feststellen können und weniger Nackenverspannungen beim Radfahren als zuvor. Sicher werden diese Erkenntnisse sich auch in ihrer Doktorarbeit niederschlagen. Ihre nächsten sportlichen Termine sind die Duathlon Europameisterschaften in St. Wendel und der Kraichgau Ironman 70.3. Reine Laufwettbewerbe haben für die Profi-Triathletin Trainingscharakter. Über 10 Kilometer verfügt sie dennoch über eine Bestzeit von 36:42 min.

Weit dem Männerfeld enteilt ist in der letzten Runde Emmanuel Kiprono Auf Platz 2 und 3 folgen Alfred Mukche und Nicholas Mulinge Makau (mitte), bei der Überrundung von Frank Jacobs von der SG Stadt Aschaffenburg B-Läufer Stefan Trachternach vom Laufteam Raiffeisenbank Aschaffenburg hat die Führungsspitze der Frauen mit Melat Yisak Kejeta vor Betty Chepkwony, die in die letzte Runde als Duo gehen, im Blick

Herausragende Altersklassensiege bei den 'jungen Alten' komplettierten die Top-ten: Dr. Nina Kuhn aus Mainz in 32:10 (W30), Sabine Hock für den TV Haibach bisher bei allen HVB City-Läufen dabei in 32:33 (W50) sowie Veronika Ulrich, die als Gesamtzehnte für die TSG Ehingen in 32:49 min die W45 gewann.

Bandenspruch für den echten HVB City-Läufer ... ... und Rosen im Ziel, da freut frau sich - und wie !

Sieg im achten Anlauf

Allein dies hat als Ausdauerleistung eine Würdigung verdient. Erst bei seiner achten Teilnahme landete Sven Perleth vom SC Ostheim/Rhön auf den ersten Rang der Unterfrankenwertung. Nach 26:54 min betrug sein Vorsprung auf Mark Scheuring von der TSG Kleinostheim 9 Sekunden. Die Seriensieger Manuel Stöckert, er trainiert immerhin schon wieder, und Solomon Merne Eshete, Allzeit-Spitzenreiter der schnellsten Deutschen beim HVB CityLauf, seit seinem Vereinswechsel vom TV Wasserlos zum SSC Hanau-Rodenbach nicht mehr unterfrankenwertungstauglich, fielen aus. Zudem laborierte Solomon an einer beim Mainzer Gutenberg Marathon aufgetretenen Verletzung. Er war aber unter den Zuschauern. Den dritten Unterfrankenrang sicherte sich Felix Hohm (SSKC Aschaffenburg) in 27:18 min.

Emmanuel Kiprono gewinnt unangefochten den 22. HVB CityLauf Aschaffenburg Betty Chepkwony läuft knapp vor Melat Yisak Kejeta als schnellste Frau durchs Ziel Patrick Fiederling von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt wird als 14. schnellster Deutscher

Als schnellsten Deutschen und vermeintlichen Sieger der Unterfrankenwertung sahen nicht nur einige Zuseher, den für die Hochschule Würzburg-Schweinfurt startenden Patrick Fiederling. Der Gesamtvierzehnte in 26:28 min und M20-Sechste war mangels Startpass aber aus allen Preiskategorien gefallen. Er freute sich dennoch über sein sehr gelungenes Rennen: "Ich habe auf der letzten Runde noch mal richtig Gas geben können. Es war mein bisher bester Lauf in Aschaffenburg." Sogleich stellte der Student für Vermessung und Geoinformatik seine Zeit ins Verhältnis zur Normaldistanz. Im Sommer schließt er sein Studium ab. Bei nur 70 Trainingskilometern in der Woche lief er beim 10 km Residenzlauf in Würzburg in 33:20 min auf Platz 30.

Die schnellsten Männer des 22. HVB CityLauf Aschaffenburg (v.l.): Alfred Mukche (2.), Emmanuel Kiprono (1.) und Nicholas Mulinge Makau (3.) Lieferten sich ein knappes Rennen um den Sieg: Betty Chepkwony (rechts) und Melat Yisak Kejeta

Unter den Altersklassensiegern, der Gewinner des 1. HVB City-Laufs. 1996 war Carsten Schmidt Gesamtsieger und heute M50-Sieger in 28:25 min, immerhin noch auf Rang 28. Da musste sich Jürgen Zehnder, um den M40-Sieg davor einzufahren (28:15), ziemlich lang machen. Genau zwischen den Beiden landete Anthony Hildenbrand seinen MU18-Sieg in 28:17 min. Doch wie eingangs erwähnt, den tosenden Beifall gab es für die hohen Altersklassen, denn das sind Vorbilder für die Lebensziele der Jungen, fit bis ins hohe Alter bleiben.

Prämierte Zusatzehrung der 10 schnellsten Unterfranken. Dies gab es gleichwertig auch bei den schnellsten Unterfränkinnen Für die Schnellsten in den Altersklassen, hier die AK 60, die Gisela Lammers und Ulrich Amborn gewannen, gab es echte Sachpreise

Viel zu schnell war das kurzweilige Spektakel zu Ende gegangen, bei dem es die Zeitmessung für alle Teilnehmenden gibt und die Finisherzahlen nicht mit unkontrollierbaren ‚zeitlosen' Teilnehmern aufgehübscht werden. Eine Unsitte, die vor allem bei manchen Firmenläufen dadurch gefördert wird, dass für die Zeiterfassung zur an sich üppigen Startgebühr z.B. € 7,00 Aufschlag hinzukommen.

Die meisten "Mäuse" verdienten sich Laura Zimmermann und Sven Perleth mit ihrem Gewinn in der Unterfrankenwertung sowie Betty Chepkwony und Emmanuel Kiprono mit ihrem Sieg beim 22. HVB CityLauf Aschaffenburg
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Der 22. HVB CityLauf erfüllte viele Wünsche und die erfüllten sind bekanntlich die besten. Ob ein im dritten Schülerlauf verloren gegangener Laufschuh noch auffindbar war, ist zu vermuten. Gesichert ist, dass ein verloren geglaubtes Kind - verloren im Hinblick auf die Ergebnisliste - sich dann doch fand. Es hatte eben nur für die dritte Seite gereicht und nicht wie vermutet die erste. Aber das kann sich schon am 4. Mai 2018 ändern, wenn der nächste HVB CityLauf in Aschaffenburg stattfinden wird. Ob sich der vielfach geäußerte Wunsch, die Parkschleife beizubehalten erfüllen wird? Man wird sehen, Hauptsache es geht weiter…

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

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