28.4.18 - 8. DAV Skinfit FrankensteinLauf Darmstadt-Eberstadt

Katrin Herbrik und Tobias Zöller machen das Triple über 16 km perfekt

Über 7 km vereitelt Stefanie Wiesmair mit neuer Streckenbestzeit ein weiteres Triple

von Reinhold Daab

Es hätte der perfekte Tag mit gleich drei Triple-Siegern werden können. Alles war angerichtet. Mit Stefanie Hock, Katrin Herbrik und Tobias Zöller waren drei Teilnehmer am Start, die den FrankensteinLauf bereits zwei Mal gewonnen haben. Bei Katrin war sogar ein "Hattrick" möglich, denn sie gewann den 16 km Lauf in den beiden letzten Jahren in Folge. Die Anziehungskraft des FrankensteinLaufs war auch bei seiner 8. Austragung ungebrochen und lockte am Samstag Nachmittag wieder über 300 Läuferinnen und Läufer ins Mühltalbad nach Darmstadt-Eberstadt. 307 Teilnehmer waren vorangemeldet, 317 wurden schließlich in den Ergebnislisten erfasst, nur 11 weniger als 2017. Entsprechend zufrieden zeigte sich Kay Kretzschmar, der für die Organisation verantwortlich zeichnete und erneut die Funktion des Streckensprechers übernommen hatte. Dass er nebenbei auch noch die Siegerehrungen durchführte, war nur eine seiner vielen Aufgaben an diesem Tag.

Auf 370 m Höhe thront die Burg Frankenstein ... ... deren Anziehungskraft lockt neben Touristen auch Laufsportler nach Darmstadt-Eberstadt
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Die äußeren Bedingungen waren nahezu perfekt, mit 18 Grad war es nicht zu warm, die Sonne versteckte sich hinter dichten Wolken. Bei den profilierten Strecken mit 150 Höhenmetern über 7 km und sogar 362 Höhenmetern beim 16 km Lauf kamen diese Verhältnisse den Teilnehmern durchaus entgegen.

Damit hatten die Schüler bei ihren beiden Läufen zum Glück kein Problem, ihre Laufstrecken über 600 m und 1500 m führten in einer flachen Schleife durch Eberstadt zurück zum Ziel im Mühltalbad.

Schülerläufe

Am 600 m Lauf beteiligten sich diesmal nur zwei Mädchen und fünf Jungen im Alter von 6 und 7 Jahren. Elias Kaltwasser von der SKG Bickenbach war der Schnellste und schon nach 2:52 min. und damit als einziger unter drei Minuten im Ziel. Schnellstes Mädchen war Charlotte Hartland, die 3:07 min. für die 600 m lange Strecke benötigte.

Vor dem Start zum Schülerlauf über 600 m kümmert sich Orga-Chef Kay Kretzschmar noch schnell um den Zeitmess-Chip Den Schülerlauf über 1500 m gewinnen Jakob Pelzer (1. MKU12) und ... ... Julia Becker (1. WJU14)

Für die 8 bis 13 Jahre alten Schüler betrug die Streckenlänge 1500 m. 27 Schülerinnen und Schüler waren um 15 Uhr kurz vor den Jüngsten gestartet und wenige Augenblicke nach ihnen im Ziel. Jakob Pelzer gewann den Schülerlauf in 5:22 min. (1. MKU12, VC Darmstadt) vor Mika Krist (5:25 min., 2. MKU12, SV Eberstadt) und Hendrik Galahn (5:53 min., 1. MJU14, Löwen Frankfurt e.V.). Bei den Mädchen siegte Julia Becker in 5:45 min. (1. WJU14, TV 1876 Eberstadt). Zweite wurde Helena Dächert (6:02 min., 1. WKU12, TV Jugenheim), Platz drei ging in 6:17 min. an Lotte Schneider (2. WKU12, TV 1876 Eberstadt).

7 km Lauf

Um 16 Uhr gingen die Teilnehmer über 7 km und 16 km gemeinsam an den Start, wobei das Teilnehmerfeld über die lange Distanz mit 185 Startern doppelt so stark besetzt war wie der 7 km Lauf mit 98 Teilnehmern. Beim kürzeren Lauf war der höchste Punkt bereits nach etwa 4,3 km erreicht. Danach ging es talwärts Richtung Ziel. Vor dem Start sprach ich kurz mit Stefanie Hock, die den Lauf bereits 2014 und 2017 gewonnen hatte, im Vorjahr in der bislang schnellsten Zeit auf dieser Strecke von 32:24 min.. Sie war somit eine von drei Teilnehmern, die an diesem Tag das Triple schaffen konnte und das natürlich unbedingt auch wollte.

Stefan Schuetz gewinnt den 7 km Lauf (1. M55) und wird dabei vom Radbegleiter gefilmt Wie im Vorjahr läuft Michel Geißler über 7 km auf den zweiten Platz (1. M) Vorjahressieger Jan Ascher wird diesmal Dritter über 7 km (1. M40) Platz vier über 7 km und der Sieg in der M45 gehen an Martin Fitzhum

Dass Alter nicht vor Siegen schützt, bewies einmal mehr der sehr erfolgreiche Altersklassenathlet und Triathlet Stefan Schuetz vom DSW Darmstadt. Er ließ der wesentlich jüngeren Konkurrenz keine Chance und gewann den 7 km Lauf in genau 27 min. (1. M55). Damit blieb für Michel Geißler wie im Vorjahr nur Platz zwei (27:32 min., 1. M, ASC Darmstadt), aber mit dem wesentlichen Unterschied, dass er diesmal den Vorjahressieger Jan Ascher vom TV Trebur (27:53 min., 1. M40) hinter sich lassen und auf den dritten Platz verweisen konne.

Die erste Frau trug zwar auch ein rotes Shirt und schwarze Shorts und sie hieß ebenfalls Stefanie. Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn ihr Nachname lautete nicht Hock sondern Wiesmair. Mit der neuen Streckenbestzeit von 30:14 min. vereitelte Stefanie Wiesmair (1. W35) vom RSV Seeheim das erhoffte Triple von Stefanie Hock, die mit gut zwei Minuten Rückstand in 32:29 min. (1. W55, ASC Darmstadt) am Samstag nur Zweite wurde. "Wenigstens hat eine Stefanie gewonnen", sagte Wiesmair später im Ziel, ein schwacher Trost für die Geschlagene.

 

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Die Siegerin wohnt in Eberstadt und ist vor etwa zwei Jahren Mutter geworden. "So ambitioniert wie früher werde ich nicht mehr laufen, dafür fehlt mir aufgrund von Familie und Job einfach die Zeit", erzählte sie mir, bevor sie ihre kleine Tochter in die Arme nahm. Im letzten Jahr gewann Elena Sigl noch klar den 1500 m Schülerlauf vor den schnellsten Jungs, am Samstag startete die 14-Jährige über 7 km und wurde in 34:34 min. auf Anhieb Dritte. "Ich habe in diesem Jahr den Verein gewechselt und starte jetzt für die TG Traisa. Dort habe ich bessere Trainingsbedingungen und einen guten Trainer". Diese Aussage von Elena lässt vermuten, dass wir in Zukunft noch viel von dem jungen Talent hören werden.

Mit neuer Streckenbestzeit gewinnt Stefanie Wiesmair den 7 km Lauf (1. W35) Stefanie Hock wird Zweite über 7 km (1. W55) und verpasst damit den dritten Sieg in Folge Die 14-jährige Elena Sigl hat im vergangenen Jahr noch den Schülerlauf dominiert und wird Dritte über 7 km (1. WJ) Diese Läuferinnen machen die Plätze 4-6 beim 7 km Lauf unter sich aus, W40-Siegerin Sandra Caspari (St.Nr. 1031) wird 4., Charlotte Mewes (St.Nr. 1018) wird 5. und gewinnt die Hauptklasse und W50-Siegerin Marion Bünger läuft auf Rang 6

16 km Lauf

Er ist die Königsdisziplin beim FrankensteinLauf und lockt trotz seiner 362 Höhenmeter jedes Jahr fast zweihundert Teilnehmer nach Eberstadt. Wenn die 7 km Lauf Teilnehmer bereits wieder nach links abbiegen dürfen und sich auf den Rückweg machen, beginnt auf der langen Distanz der 3 km lange Anstieg zur auf 370 m ü. NHN gelegenen Burg Frankenstein. Danach folgt eine Schleife Richtung Nieder-Beerbach bis zum Wendepunkt, von dort geht es auf der gleichen Strecke zurück und nach der Burg endlich abwärts zum Ziel im Mühltalbad.

Tobias Zöller hat sich 2014 zunächst mit der kurzen Strecke vertraut gemacht und diesen Lauf auch gewonnen. In den beiden folgenden Jahren dominierte er den 16 km Lauf, blieb 2015 als erster Läufer unter einer Stunde und verbesserte 2016 sogar den eigenen Streckenrekord auf 58:11 min.. Folgerichtig hätte er sich im Vorjahr den dritten Sieg in Folge holen können. Wäre da nicht Philipp Klaeren gewesen, der bei seinem überraschenden Gastspiel alle in Grund und Boden lief und Zöllers Bestzeit um fast zwei Minuten unterbot. Sein Rekord steht jetzt bei 56:54 min., eine super Zeit auf dieser anspruchsvollen Strecke. "Ist der heute auch wieder da?", fragte mich Tobias, als wir uns bei seinen Startvorbereitungen unterhielten. Ich verneinte und konnte auch sonst keinen ernsthaften Konkurrenten im Starterfeld ausmachen.

Drei Finger in der Luft und drei Einser auf der Startnummer, Tobias Zöller gewinnt den 16 km Lauf zum dritten Mal M45-Sieger Michael Obst wird Zweiter über 16 km Daumen hoch von Velizar Kolev, er wird Dritter über 16 km und gewinnt die M35

Der Weg schien also frei für Zöllers dritten Erfolg beim FrankensteinLauf. Nachdem fast alle 7 km Teilnehmer das Ziel erreicht hatten dauerte es auch nicht mehr lange, bis der 16 km Lauf Sieger das Ziel erreichte. Es war Tobias Zöller, der freudestrahlend drei Finger zum Zeichen seines dritten Sieges in die Luft streckte und die Ziellinie in neuer, persönlicher Bestzeit von 57:16 min. (1. M30, ENTEGA) überquerte.

Der Veranstalter hatte ihn mit der Startnummer 111 ausgestattet, in weiser Voraussicht auf drei erste Plätze. "Das war mein erster Wettkampf in diesem Jahr, demnächst beginnt die Triathlon-Saison und da ist es gut zu wissen, was die Beine hergeben", so sein Resümee nach seinem fulminanten dritten Sieg. Eine starke Leistung zeigte auch der zweimalige FrankensteinLauf-Sieger (2012 und 2014) Michael Obst, der in 1:01:41 Std. Zweiter wurde (1. M45, TuS Griesheim). In 1:03:23 Std. belegte M35-Sieger Velizar Kolev den dritten Platz.

Katrin Herbrik gewinnt den 16 km Lauf zum dritten Mal in Folge und schafft damit sowohl das Triple als auch einen Hattrick 2W50-Siegerin Astrid Gelsema wird Zweite über 16 km Der dritte Platz über 16 km geht an Irene Woyna (2. W35)

Katrin Herbrik blieb es schließlich auch noch vorbehalten, das ersehnte Triple perfekt zu machen und mit ihrem dritten Sieg in Folge sogar einen "Hattrick" zu schaffen. Das hat vor ihr beim FrankensteinLauf noch niemand erreicht. Für Katrin ist die Teilnahme ein absolutes Muss, sie mag diesen Lauf, obwohl sie vor dem Start noch leichte Zweifel hegte. "Mit 1:15 Std. wäre ich ganz zufrieden". Von wegen. Bei ihrem Alleingang lief sie mit 1:07:07 Std. (1. W35) ihre bislang schnellste Zeit auf dieser Strecke und hat sich das Triple redlich verdient. Wie dominant die Siegerin am Samstag war, zeigt ihr Vorsprung von fast zehn Minuten auf die Zweitplatzierte Astrid Gelsema von Spiridon Frankfurt, die als W50-Siegerin nach 1:16:35 Std. die Ziellinie überquerte. Irene Woyna verteidigte den dritten Platz in 1:17:03 Std. (2. W35) knapp vor der heranstürmenden Claudia Fiebig-Keller, die nur eine halbe Minute nach ihr als Vierte im Ziel war (1:17:36 Std., 2. W50, TV Hergershausen).

Den W45-Sieg über 16 km holt sich Renata Baum Die 370 m ü.NHN gelegene Burg Frankenstein ist Namensgeberin und Fixpunkt des FrankensteinLaufs, von hier oben hat man einen tollen Blick ins Rhein-Main-Gebiet M40-Sieger über 16 km wird Stephen McGowan
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Zwei Triple-Sieger an einem Tag, so etwas kommt nicht oft vor. Im nächsten Jahr hat auch Stefanie Hock wieder die Gelegenheit, sich beim 9. FrankensteinLauf in die Gesellschaft der Triple-Sieger einzureihen, wenn eine andere Stefanie nicht wieder etwas dagegen hat.

Bericht und Fotos von Reinhold Daab
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