23.4.17 - Wien Vienna City Marathon

Spannende Rennen beim 34. VCM - Marathon in Wien

Korir und Kiprop gewinnen

von René van Zee

Der 34. Vienna City Marathon 2017 ist das größte und innovativste Sportevent Österreichs. Eine Rekordmeldezahl von 42.766 Läufern aus 125 Länder hatte sich für den 34. VCM-Marathon angemeldet. Marathon: 8915, Halbmarathon: 14.014, Staffelmarathon: 15.100 (3775 Teams) und 3144 Teilnehmer bei den Kinderläufen über 2,2 km und 4 km. Neu in diesem Jahr war ein 10km Lauf (1532) mit Österreichischen Meisterschaften sowie Österreichische Meisterschaft U18 über 5km (63). Zum 5. Mal in Folge waren es mehr als 40.000 Teilnehmer. Es gab 400.000 Zuseher, 80.000 extra-Nächtigungen. Zum 6. Mal in Folge bekam der VCM-Marathon das IAAF Goldlabel. Die Wetterbedingungen: Es war kein gutes Wetter Sonntag in Wien. Der Wind war stark und es sollte schwierig werden Spitzenzeiten zu realisieren. Die Temperatur beim Start war 8°, am Ziel nur 10°C.

Über 40.000 Läuferinnen und Läufer aus 125 Nationen auf und viele Sehenswürdigkeiten an der Strecke beim Vienna City Marathon
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Männer

Es gab Probleme bei der Anreise des Favoriten Eliud Kiptanui. Der kenianische Verband blockierte seine Teilnahme in Wien, aber er bekam am Freitag doch noch eine Genehmigung. Das kostete Eliud Kiptanui viel Energie und es hatte sicher Einfluss auf sein Rennen am Sonntag. Vor zehn Jahren konnte er schon einmal nicht nach Wien kommen, damals wegen der Aschewolke aus Island… Diesmal stieg er nach 32 Kilometern enttäuscht aus. Sein Manager Volker Wagner war böse auf den kenianischen Verband: "Sie haben ihn kaputt gemacht. Es gab diese Woche zu viel Stress."

Deribe Robe, der voriges Jahr Zweiter war, wollte versuchen sein persönliche Bestzeit zu verbessern. Die war er 2015 in Eindhoven in 2:05:58 gelaufen. Es gelang ihm nicht. Er wurde 7. in 2:10:56. Der Streckenrekord ist seit 2014 in Besitz von Getu Feleke mit 2:05:14. Ausgemacht war eine Halbmarathon-Zwischenzeit von 63:20, aber es wurde schnell klar, dass unter den Bedingungen mit viel Wind, es eine fast unmögliche Aufgabe war, diese Zeit zu realisieren. Die Zwischenzeit beim Halbmarathon war 64:13. Eine Gruppe von acht Athleten lag in Führung mit allen Favoriten. Erst zwischen 35 km und 40km fiel die Spitzengruppe auseinander und es blieben nur noch zwei Athleten in Führung: Albert Korir und Ishmael Chemtan. Es wurde sehr spannend. Schließlich siegte Albert Korir mit zwei Sekunden Vorsprung. Korir gewann den Vienna City Marathon in 2:08:40. Ishamael Chemtai wurde Zweiter in 2:08:42 und Dritter Ezekiel Omullo (2:09:10).

Der Kenianer Albert Korir ließ erst 150 Meter vor dem Ziel seinen Landsmann Ishmael Bushendich Chemtan hinter sich und gewann in 2:08:40 mit zwei Sekunden Vorsprung
Der beste Österreicher Valentin Pfeil läuft in 2:14:50 auf Platz 11

Die Zwischzeiten des Siegers: 5km 15:06, 10km 30:12, 15km 45:21, 20km 1:00:57, HM 1:04:13, 25km 1:16:06, 30km 1:31:39, 35km 1:47:01, 40km: 2:01:59:, Endzeit: 2:08:40.

Schnellster Österreicher war Valentin Pfeil in 2:14:50. Er erfüllte die österreichische Norm von 2:15:00 !! für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London. Nach dem Rennen sagte Korir: "Das Feld war sehr stark. Ich konnte sehr gut mithalten. Ich war im richtigen Moment in Form."

Frauen

Wie im vorigen Jahr gab es auch in diesem Jahr ein starkes Frauenfeld. Sechs Frauen waren schon eine Zeit gelaufen von 2:28 Stunden und schneller. Mit dabei auch die Vorjahressiegerin, die Äthiopierin Shuko Genemo und ihre Landsfrau Meseret Mengistu, die schnellste Läuferin des Feldes mit einem PB von 2:23:26.

Mit 2:08:40 der schellste Marathonmann des VCM 2017 Albert Korir (rechts) aus Kenia und sein Landsmann Ezekiel Omullo, der in 2:09:10 auf Platz 3 lief

Lange Zeit blieben die Frauen zusammen. Der Halbmarathonpunkt wurde in 1:12:37 erreicht. Zwischen 30km und 35km lagen noch drei Läuferinnen in Führung: Nancy Kiprop, Rebecca Chesir (beide Kenia) und Roza Dereje (Äthiopien). Auf den letzten sechs Kilometern gab es einen harten Zweikampf zwischen Nancy Kiprop und Rebecca Chesir. Nancy Kiprop, geboren 1979, gewann in persönlicher Bestzeit von 2:24:20 vor Rebecca Chesir in 2:24:25. Dritte wurde Roza Dereje in 2:25:17.

Die Zwischzeiten von Nancy Kiprop: 5km 17:25, 10km 34:40, 15km 51:40, 20km 1:08:55, HM 1:12:37, 25km 1:25:40, 30km 1:42:24, 35km 1:59:28., 40km 2:16:38, Endzeit: 2:24:20.
Beste Österreicherin wurde Katharina Zipser in 2:47:23, aber sie kam nicht in die Nähe der österreichischen WM-Norm für London (2:35:00).

Am Vortag des Marathon gab es mit dem Vienna 10K eine Premiere. Illustre Laufgäste waren dabei die estnischen Drillinge Leila, Liina und Lily Luik
Die österreichischen Straßenlauf-Meisterschaften über 10km gewannen Andrea Mayr (34:57) und Andreas Vojta (29:54)

Österreichische Meisterschaften 10km

Der starke Österreichische 1500m-Meister Andreas Vojta bei den Männer und "Bergkönigin" Andrea Mayr bei den Frauen, gewannen am Samstag die Österreichische Meisterschaft über 10km. Beide brachten bei nassen Bedingungen den Sieg souverän nach Hause: 29:54 für Andreas Vojta und 34:57 für Andrea Mayr.

Andrea Mayr, selbst Ärztin, wurde kurz vor dem Start mit einem Herzstillstand einer Frau in der Nähe der Strecke konfrontiert. Mayr leistete sofort erste Hilfe bis die Sanitäter die Behandlung übernahmen.

Die Drillinge aus Estland Leila, Lily und Liina Luiken, die auf Einladung der Organisation außer Wertung teilnahmen, beendeten das Rennen in 36:19, 36:43 und 37:07. Österreichischer U18-Meister über 5km wurde der talentierte Albert Kokaly in 18:01. Bei den Mädchen gewann Cornelia Wohlfahrt in 18:11. Diese 10km- und 5km-Meisterschaften waren ein Erfolg. Man sollte diese auch in den nächsten Jahren beim VCM-Marathon weiter durchführen.

Die schnellsten Frauen des VCM 2017: 1. Nancy Kiprop (KEN) 2:24:20, 2. Rebecca Chesir (KEN) 2:24:25, 3. Roza Dereje (ETH) 2:25:17 Die schnellsten Männer des VCM 2017: 1. Albert Korir (KEN) 2:08:40,
2. Ishmael Chemtan (KEN) 2:08:42, 3. Ezekiel Omullo (KEN) 2:09:10
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Resümee

Der VCM in Wien ist ein sehr interessanter Marathon in einer wunderschönen Stadt. Die Wetterbedingungen waren nicht ideal für schnelle Zeiten. Doch es gab sehr spannenden Rennen und vielleicht braucht der Marathon das in der Zukunft immer mehr. Der VCM-Marathon hat sich sehr stark entwickelt. Die Organisation ist sehr professionell.

Bericht und Fotos von René van Zee

Ergebnisse www.vienna-marathon.com

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