22.4.17 - 20. Münstertäler Panoramalauf

Jubiläumslauf auf neuer Strecke

von Karl-Hermann Murst

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Die Talgemeinde des "Tals der hundert Täler" versammelt gut 5.000 Einwohner auf fast 70 Quadratkilometer Fläche. Hervorgegangen aus der ehemaligen Stadt Münster zu Füßen des Klosters St. Trudpert, bestimmen heute weit verstreute Siedlungskerne das Bild der Gemeinde. Ein neues Zentrum hat sich rund um den Bahnhof gebildet. Außerhalb der Talsiedlungen bestimmen schmucke Schwarzwaldhöfe inmitten ihrer Wiesen und Weiden das Bild.

Mit Kinderläufen für Bambini und Schüler startet der Münstertäler Panoramalauf
Viel Panorama durften auch die Teilnehmer des 10 km Hauptlauf genießen
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
Berglauf & Trail-Run im LaufReport HIER

Im Münstertal bestimmt der Belchen (1414m) das Landschaftsbild. Nirgendwo tritt ein so hoher Schwarzwaldberg näher an die Rheinebene heran. Das verspricht erlebnisreiche Bergtouren. Aber man muss nicht gleich so hoch steigen, um faszinierende Talblicke genießen zu können. Mit der Münstertalbahn gelang man bis in die späten Abendstunden nach Staufen, Bad Krozingen oder auch nach Freiburg.

Schon seit einem Jahrtausend der Mittelpunkt des Münstertals - das Kloster St. Trudpert. Atemtherapie im Heilstollen des Besuchsbergwerks Teufelsgrund. Bereits während des Zweiten Weltkriegs wurde festgestellt, dass die Luft im Berg für Asthmatiker und Allergiker besonders wohltuend ist. Die nahezu hundertprozentige Luftfeuchtigkeit und die staub-, keim- und pollenfreie Luft ist sehr gut für Allergiker, Asthmatiker und heuschnupfengeplagte Menschen geeignet.

Filmon Teklebrhan nach3 Kilometern bereits in Führung, die Mountainbikerfahrer hatten zu kämpfen mitzukommen Bei Kilometer 3 erwartete die Panoramaläufer eine langgezogene Steigung

Eckhard Geiger hatte die Idee in den 1990 Jahren

Die magische Landschaft des Münstertals veranlasste Eckhard Geiger als Initiator Ende der1990er Jahre auch im Münstertal einen Volkslauf zu etablieren. Nach kurzer Zeit schloss man sich dem Laufverbund des "Markgräfler Cup" mit 6 Wertungsläufen an. Benedikt Hoffmann und Stephanie Schmitz-Weckauf halten seither den Streckenrekord auf der Originalstrecke, die bis auf 2 Ausnahmen seit 1998 gelaufen wurde. Im letzten Jahr konzipierte das ORGA-Team eine kürzere, weniger anspruchsvolle, dafür umso schönere Strecke, die von den Läufern begeistert angenommen wurde. Blicke zum 1414m hohen Belchen, dem Kloster St. Trudpert, sowie zu den Vogesen sorgen für ein ganz besonderes Lauferlebnis. Auch mit neuer Strecke bleibt der Panoramalauf ein echter Volkslauf. Bei dem die regionalen Spitzenläufer, wie auch die vielen Freizeitläufer sich wohlfühlen und bei der stimmungsvollen Siegerehrung gemeinsam das reichhaltige Küchenbuffet leer räumen.

Stephanie Morath ist schnellste Frau Bettina Joa führt das 65 starke Fraunenfeld zwei Kilometer vor dem Ziel noch an. Am Ende wurde sie Zweite Dritte Frau im Ziel und 2. der HK Annika Stoll

Filmon Teklebrhan (LAC Freiburg) mit Start - Ziel-Sieg

Viel vorgenommen hatte sich Filmon Teklebrhan vom neuen Freiburger Verein Leichtathletikclub Freiburg. Gleich nach dem Startschuss lief er dem großen Feld auf und davon. Denn die Sprintprämie nach gut einem Kilometer wollte der in Freiburg lebende Afrikaner schon gerne mit nach Hause nehmen und dies gelang ihm auch souverän. Bereits auf den ersten drei Kilometern baute der leichtgewichtige und sehr locker laufende Wahl-Freiburger die Führung vor dem Auftaktsieger der Markgräfler Cup Serie in Sulzburg, Robert Kringe (TV Tiengen), und Max Lallemang (AHS Freiburg) deutlich aus.

Nach drei Kilometern, an einer giftigen Steigung, hatten die beiden Mountainbike-Fahrer, die den führenden Läufern den Weg wiesen, mächtig zu kämpfen, um das Tempo von Teklebrhan zu halten. Danach war es ein einsames Rennen, ohne Druck von hinten, für den jungen Läufer aus Freiburg. Im Ziel blieben die Uhren bei 34:38 Minuten stehen. Damit konnte er die starke Zeit (33:50 Minuten) des Vorjahressiegers Fritz Koch (Freiburg/Münster) nicht unterbieten. "Es war wunderschön hier zu laufen. Die Strecke hat mir bis auf das Trailstück sehr gut gefallen. Das Trailstück hat mich sehr viel Kraft gekostet, aber danach lief es wieder sehr gut. Ich freue mich riesig über den Sieg", sagte der Sieger im Zielbereich.

Erika Regitz läuft auf Platz 1 in der W70 Walter Blessing gewinnt souverän die M75 Gerhard Kelter ist Schnellster der M50

Mit Abstand folgten während des ganzen Laufes Robert Kringe und Max Lallemang, die bis kurz vor dem Ziel zusammen liefen. Auf dem letzten Kilometer hatte dann Max Lallemang die meisten Körner und wurde gut eine Minute hinter dem Sieger Zweiter vor Robert Kringe, der den dritten Podestplatz nicht mehr abgab.

Robert Kringe nach dem Lauf: "Es war heute einfach zu wenig, was ich auf die Laufstrecke bringen konnte, um eine ernste Konkurrenz für Filmon zu sein. Nach dem Freiburg Marathon, bei dem ich stürzte und mir eine Verletzung zuzog, konnte ich nur bedingt trainieren. Langsame Dauerläufe waren angesagt. An Tempoläufe war nicht zu denken. Die einzige Chance Filmon einzuholen wäre gewesen, wenn ich berghoch so stark wie Max Lallemang gelaufen wäre, er bergab so schnell gewesen wäre wie ich und wir zusammengearbeitet hätten. Dies hat aber so nicht geklappt. Somit hat Filmon hoch verdient gewonnen". Auf den vierten Platz lief Raffael Schafrick vor Balthasar Larisch (beide SV Waldkirch) und Dominic Liebisch (TV Staufen).

Zwei Kilometer vor dem Ziel feiert Filmon Teklebrhan schon den Sieg Robert Krinke und Max Lallemang (201) liefen lange Zeit zusammen. Im Ziel belegte Max Lallemang den zweiten Platz Robert Krinke wurde Dritter
Charly Müllers, Veranstalter des Biengener Mitternachtslauf, fand die Strecke sehr schön. Er wurde 6. der M60

Stephanie Morath sichert sich den Sieg auf den letzten Metern

Das Läuferfeld der Frauen war mit 65 Läuferinnen im Ziel gut besetzt. Der Rennverlauf sollte auf dem letzten Metern nochmals sehr spannend verlaufen. Bei Kilometer drei hatte die Triathletin Bettina Joa (Tri Team Freiburg) einen kleinen Vorsprung auf die Dritte des Sulzburger Frühjahrslaus, Auftaktveranstaltung des Markräfler Laufcups, Stephanie Morath (Freier Lauftreff Attila) und Annika Stoll (TuS Schönau) herausgelaufen.

In dieser Reihenfolge verlief das Frauenrennen auch noch bei Kilometer acht. Doch der Vorsprung von Bettina Joa, die mit einer Männergruppe dem Ziel entgegenlief, schmolz allmählich dahin. Auf den letzten Metern konnte Stephanie Morath an der Triathletin vorbeiziehen und in 44.02 Minuten den Sieg für sich verbuchen. Neun Sekunden dahinter folgte Bettina Joa vor Annika Stoll mit zwanzig Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Auf den nächsten Plätzen kamen Linda Becker (TV Britzingen), Nadja Becker (WSC Breisgau-Staufen) und Christine Ambs (DaBo-Runners) ins Ziel.

Das Kloster St. Trudpert im Rücken mit zahlreichen Ausblicken ins Münstertal führte die Strecke auf leichten Trailpassagen durchs Markgräflerland und bot zudem bei optimalen Bedingungen viel Laufvergnügen
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Marco Geiger vom Organisationsteam zog folgendes Fazit der Veranstaltung: Wir wurden bereits im letzten Jahr von vielen Läufern angesprochen, die sich begeistert von der neuen Strecke zeigten. Mit der kürzeren (von 11,4 auf 10 Km) Strecke und knapp der Hälfte an Höhenmetern konnten wir deutlich mehr Teilnehmer gewinnen als früher. Im Hauptlauf hatten wir mit 242 Teilnehmern einen neuen Teilnehmerrekord. Die neuen Passagen bieten wunderschöne Ausblicke, wenn auch man sich durch den Trail-Charakter gut konzentrieren muss. Die Sprintwertung nach gut einem Kilometer brachte einen zusätzlichen Spannungseffekt für die Zuschauer im Start-/ Zielbereich.

Wir waren sehr erfreut und auch etwas überrumpelt durch die hohe Zahl der Nachmeldungen von 80 Stück im Hauptlauf. Die Verarbeitung brachte uns etwas mehr unter Druck, tat der Auswertung aber keinen Abbruch. Es konnte bis 2 Tage vor dem Lauf gemeldet werden. Handgeschriebene Meldungen bergen da natürlich immer die Gefahr von Schreib- und Übertragungsfehlern, die dann auch auf der Urkunde stehen - und das ist etwas schade. Der Trend geht aber leider zu kurzfristig entschlossenen Starts. Seit Jahren rückläufig ist leider die Zahl der Schüler- und Jugendlichen. Die teilnehmenden Kinder freuten sich dafür über die Gewinnchancen bei der in diesem Jahr besonders großzügig ausgefallenen Tombola.

Bericht und Fotos von Karl-Hermann Murst

Ergebnisse www.markgraefler-cup.de

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