2.4.17 - 29. Internationaler Korschenbroicher City-Lauf

Keine Kompromisse - Citylauf bleibt eine Sportveranstaltung

Masse und Klasse in der Sportstadt Korschenbroich

von Constanze & Walter Wagner

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Hans-Peter Walther, stellvertretender Sportamtsleiter im 33.000 Einwohner zählenden Korschenbroich und Chef des Citylaufs im dritten Jahrzehnt, zeigt Emotionen, wenn es um die Leichtathletik geht. Er kennt die Probleme mit Managern, mit Berufsläufern, mit der Dopingproblematik…

Eine Abkehr von der tragenden Säule des Eliterennens kommt für ihn aber beim Citylauf nicht in Frage, das Kräftemessen der Besten, das macht für ihn den Sport aus. Das Geld für Berufsläufer anderweitig einzusetzen, ist für ihn kein Thema, wenngleich derlei Anregungen an ihn herangetragen werden. Dennoch, ein Wandel hat sich auch in Korschenbroich vollzogen und aus einem Versuch ist Usus geworden: die eingeladenen Spitzenleute kommen aus Europa oder sind zumindest dort in Vereinen und mit ihrem Wohnsitz integriert.

Mit diesem Konzept, das selbst deutschen Läufern eine Chance auf Treppchenplätze lässt, fährt man in Korschenbroich auf der Erfolgsspur. Jedenfalls war die Liste des Elitefeldes lang. 66 Männer und 45 Frauen hatten sich für die Preisgeldhatz eingetragen und einige davon hatten sogar bereits olympische Wettkampfluft geschnuppert. Ein Mangel an Qualität oder gar an Publikumsinteresse hatte der Höhepunkt am langen Citylauf-Sonntag also nicht zu befürchten. Große Elitefelder und spannende Rennverläufe bieten den Zuschauern zudem mehr, als ein halbes Dutzend Ostafrikaner aus der dritten Reihe, die konkurrenzlos ein mitunter abgekartetes Spiel vorführen.

Der K-Läufer, die Symbolfigur des Korschenbroicher City-Laufs und Doppelstarter Sascha Goitowski mit dem als Sammlerstück begehrten City-Lauf T-Shirt. Er nimmt für DJK Kleinenbroich am 10km langen City-Run und 3 Stunden später am finalen Volks-Lauf über 5 km teil Alles dreht sich - alles bewegt sich - beim Int. Korschenbroicher City-Lauf. Ein Karusell wird eigens für den City-Lauf neben der katholischen St.-Andreas-Kirche, im Stadtkern von Korschenbroich aufgebaut. Die Laufteilnehmer bevorzugen jedoch eher das Rundendrehen auf dem Straßenpflaster Auszeichungen gibt es für alle: neben T-Shirts und Funktionstüchern auch das beliebte Kuscheltier - dies allerdings nur für die ganz Kleinen - die Großen werden es verschmerzen
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Bis der Startschuss die den Elitemännern vorauseilenden Eliteläuferinnen auf den kurzen Stadtkurs entlässt, haben die auf 17.000 geschätzten Zuschauer bereits 14 (in Worten: vierzehn) Laufentscheidungen erlebt. Dazu später. Eine ausführliche Vorstellung der Elite, die 12 Nationen bei den Frauen und gar 14 bei den Männern versammelten, wäre verdient und interessant gewesen, hätte aber den Rahmen gesprengt. So bleibt zu hoffen, dass das ein und andere Gesicht, das bei manchem internationalen Meisterschaftsrennen via TV-Übertragung ins Wohnzimmer huscht, wiedererkannt wurde. Die Damen-Distanz von nur 5 Kilometern bringt Bahn- und Straßenläuferinnen gleichermaßen an den Start, denen je nach Neigung die Strecke gern auch schon zu lang oder noch zu kurz ist. Dabei verleiht dieses bei Saisonhöhepunkten ausgeschlossene direkte Aufeinandertreffen der verschiedenen Lager dem Citylauf besondere Würze. Auch bei den Männern, die mit einem Rückstand von 2 Minuten hinterherjagen, denen aber 10 km abverlangt werden, treffen Spezialisten von 3000m Hindernis und 5000m Mittelstrecke mit Langstreckenläufern zusammen, die einen schnellen Zehner als Marathonvorbereitung sehen.

Moderator Klaus Gaspers begrüßt gemeinsam mit Dietmar Mittelstädt, dem stellvertretenden Vorstand der Sparkasse Neuss, und Bürgermeister Marc Venten die große Lauffamilie vor dem 1. Lauf, dem Sempell Kids-Lauf für Kinder von 0-6 Jahren und Begleitpersonen ...
... sodann schwingt sich Bürgermeister Marc Venten aufs Rad um die Führung für die 1574 Kinder und Eltern zu übernehmen und gleichzeitig Werbung für die Tour de France zu machen, deren zweite Etappe am 2. Juli auf dem Weg von Düsseldorf nach Lüttich durch Korschenbroich rollt

Bei der städtischen Veranstaltung, die finanziell über die veranstaltende Citylauf-GmbH abgewickelt wird und allein knapp 50 Helferinnen und Helfer des Korschenbroicher LC den Großteil des geregelten Ablaufs stemmen, wobei sich gesamt etwa dreimal so viele Kräfte im Einsatz befinden, werden keine Reichtümer verteilt. Fahrtkosten, Unterbringung und ein gestaffeltes Preisgeld von maximal 700 Euro bis hinunter auf 50 Euro für den zehnten Platz, dazu eine Sonderbörse für Deutsche sind ausgelobt.

Gespart wird aber nicht bei den Kindern, die kostenfrei teilnehmen, sofern sie den Meldeschluss einhalten, und ein Geschenk im Ziel erhalten. Moderat ist das Startgeld auch für alle Erwachsenenläufe, die zudem mit einem Erinnerungspreis bedacht werden. Korschenbroicher Bürger und Sportvereine, die lange umsonst teilnahmen, zahlen immer noch nur jeweils die Hälfte! Die Ausgewogenheit dieses Vorgehens drückt sich in der Akzeptanz aus. Aus 4320 abgegebenen Meldungen ergaben sich 3888 in Finisherlisten geführte Namen.

Begeisterung bei den Begleitpersonen auf der Strecke und bei den 0- bis 6-Jährigen im Ziel - denn da gibt es einen Kuschel-Affen

Nicht antreten konnten beispielsweise Falk Cierpinski und Thea Heim, die man gern in Korschenbroich wiedergesehen hätte. Dass bei so vielen Spitzenläufern immer einige am Renntag nicht gesund oder doch nicht fit genug für die Teilnahme sind, damit muss man rechnen. Es lässt sich bei den großen Startfeldern leicht verschmerzen. Organisationsleiter Hans-Peter Walther stand ein wenig Stolz und viel Freude ins Gesicht geschrieben über die zahlreichen Eliteläufer, die den Weg ins beschauliche Städtchen, zwischen Neuss und Mönchengladbach gelegen, gefunden hatten.

Elite Frauen

Nicht nur gegeneinander treten die Frauen an, es gilt auch, sich den Männern zu erwehren, die bemüht sind, das Frauenfeld aufzurollen bevor sich die Damen ins Ziel retten. Dafür muss das Drehbuch aber eingehalten werden, was bei der 29. Auflage nicht gelungen war. Mit dem Start um 15.45 Uhr wird den Athletinnen und Athleten (15.47 Uhr) eine lange Wartezeit abverlangt. Umso unruhiger scharren die Füße dann vor dem Startschuss. Endlich haben die langen Stunden des Nichtstuns ein Ende. Im Übereifer kommt es prompt zum Sturz. Die einstige Korschenbroich-Siegerin und eine der beiden echten Seniorinnen im Elitefeld, Petra Kaminkova aus Tschechien, war die Leidtragende, die mit aufgeschlagenem Knie dem Feld hinterher eilte.

Fast unbemerkt am Frauen Elitestart - die Isländerin Aníta Hinriksdóttir, aktuelle Bronzemedaillen-Gewinnerin über 800m bei der Hallen-Europameisterschaft in Belgrad Anfang März
Beim Start kam Petra Kaminkova zu Fall, rappelte sich aber gleich wieder auf und gewann trotz aufgeschürftem Knie und Handgelenk als 15. die Masterswertung. 2004 gewann sie den Elitelauf der Frauen gesamt in 16:12 Minuten

Ins Ziel kam Petra Kaminkova als 15. und siegte bei den Masters Frauen mit 17:06 min dennoch. Mit Jahrgang 1979 schaut sie zurück auf zahlreiche Meisterschaftsteilnahmen, war dreimal bei den Halbmarathonweltmeisterschaften für Tschechien am Start. Ihre Bestzeit über Halbmarathon lief sie 2004 in Paderborn in 1:12:19h, über 10 km vor beinahe 10 Jahren in 35:28 min. Christel Dörschel war die zweite Mastersläuferin im Rennen. Sie lief für SG Wenden in 18:09 min auf den 27. Platz. Auf den Rängen vor Petra Kaminkova waren auch drei deutsche Läuferinnen. 12. wurde Svenja Ojsterek für Art Düsseldorf in 16:55 min und lag damit einen Rang vor Elina Sujew (LG Eintracht Frankfurt) in 17:00 min. Ein sehr gutes Rennen zeigte Zwillingsschwester Diana Sujew, die in 16:20 min Fünfte wurde.

Eine Vierergruppe führt in der 2. Runde das Frauenelitefeld an. Jip Vastenburg aus den Niederlanden vor Izabela Trzaskalska aus Polen, Luliia Shamatenko aus der Ukraine und Kate Huls aus England
In der Verfolgung Diana Sujew von der LG Eintracht Frankfurt vor Ferahiwat Königs aus Belgien (im Ziel 10.) und Jasmijn Lau aus den Niederlanden (im Ziel 9.) Gruppe um Aníta Hinriksdóttir aus Island, die 11. wird. Lucie Sekanova (links) aus Tschechien (7.), die U23-Siegerin Roos Blokhuis (Nr. 90) aus den Niederlanden (6.), Elina Sujew (Nr. 70) von der LG Eintracht Frankfurt (13.) und Kristina Hendel aus Kroatien (2. U23 und 8.)

Vor Svenja Ojsterek finishte Aníta Hinriksdottir als Elfte. Die am 13.1.1996 geborene 800m-Läuferin schwamm eher unauffällig im Feld mit und wurde in 16:40 min Vierte der U23. Sie ist nicht nur die berühmteste, sondern auch die erfolgreichste Läuferin aus Island. Im Juli 2013 wurde sie Jugendweltmeisterin in ihrer Paradedisziplin über 800 Meter. Ihre Bestzeit hat sie bei den Olympischen Spielen in Rio auf 2:00,14 verbessert. Erst im März holte sie Bronze bei den Hallen-Europameisterschaften über 800 m und hat mit 21 Jahren den früh vollzogenen Wechsel aus der Jugend- und der Juniorenklasse bereits erfolgreich gemeistert. Die Gegnerinnen in Korschenbroich waren aber überrascht, ist Aníta dafür bekannt, ungewöhnlich forsch ins Rennen zu starten, über ihre Zurückhaltung. Beim Citylauf in Korschenbroich nahm sie gleich in der zweiten Reihe Startaufstellung.

Svenja Ojstersek (80) von Art Düsseldorf läuft als zweitbeste Deutsche auf Platz 12. Neben ihr Anna Hightower (93) aus den Niederlanden (14.) und hinter ihr Viktoria Brandt vom SCC Berlin (20.)
12 verschieden Nationen sind im Elitelauf der Frauen vertreten. Schnellste Schwedin wird Lisa Öhberg mit Platz 19 Stammgast Christel Dörschel von der SG Wenden läuft auf Platz 2 in der Masterswertung

Nach der ersten kleinen Runde von 1100 Metern hatten sich bereits fünf Frauen an der Spitze abgesetzt. Diese Gruppe hatte sich nach weiteren 1300 Metern, bzw. der ersten von drei großen Runden dezimiert. Ferahiwat Königs aus Belgien konnte dem hohen Tempo nicht mehr folgen und wurde schließlich Zehnte in 16:38 min. Das übrig geblieben Quartett blieb bis kurz vor der letzten Runde zusammen, dann musste auch die Engländerin Kate Huls abreißen lassen. Sie blieb Vierte in 16:08 min und verhinderte, dass die stark laufenden Olympiateilnehmerin Diana Sujew noch weiter vor rückte. Diana war sehr zufrieden, läuft eher selten so lange Strecken, erinnert sich an den Trierer Silvesterlauf in 16:08 min. Optimistisch ist sie, die Weltmeisterschaftsqualifikation für London von 4:07,00 zu schaffen.

Den Zielsprint gewann schließlich Izabela Trzaskalska aus Polen hauchdünn und zeitgleich in 15:49 min vor Jip Vastenburg aus den Niederlanden. Dritte wurde Luliia Shamatenko aus der Ukraine in 15:56 min. Izabela Trzaskalska ist 29 Jahre alt und wird mit einer Bestzeit über 5000m aus dem Jahr 2006 von 16:30,16 min geführt. Aktuell ist ihre Halbmarathon-Bestzeit von 1:11:33 h vom Oktober 2016. Passender ist die 5000m-Bestzeit von Jip Vastenburg. 2014 ist sie 15:27,30 min gelaufen. Bei den Olympischen Spielen in Rio wurde sie 28. über 10.000m in 32:08,92, hat aber eine Bestzeit über die 25 Runden von 31:35,48 min aus dem Jahr 2015.

Izabela Trzaskalska aus Polen gewinnt knapp vor Jip Vastenburg (NL) das Eliterennen der Frauen
Luliia Shamatenko aus der Ukraine läuft auf Rang 3 Der 4. Rang geht an die Britin Kate Huls Schnellste Deutsche wird Diana Sujew von der LG Eintracht Frankfurt mit Platz 5

Schon auf dem sechsten Rang lief Roos Blokhuis aus den Niederlanden als U23-Siegerin nach 16:30 min ins Ziel. Hinter Lucie Sekanova aus Tschechien in 16:31 min folgten die nächsten U23-Läuferinnen, Kristina Hendel aus Kroatien als Achte in 16:35 eine Sekunde vor Jasmijn Lau aus den Niederlanden, die Dritte der U23 in 16:36 min. Aus deutscher Sicht interessant ist die Kroatin, die noch mit ihrem Mädchennamen Bociz gemeldet war. Als nächstes Rennen plant sie die kroatische 10.000m Meisterschaft. Es war das erste Rennen nach der Geburt ihres Sohnes. Verheiratet ist sie mit Sebastian Hendel. Die Wege des jungen Glücks kreuzten sich beim gemeinsamen Sportstipendium in den USA.

Elite 10 km Männer

Nicht ganz planmäßig wurde das Männerfeld auf die große Runde geführt. Dies war im weiteren Verlauf des Rennens zu korrigieren, denn mit zwei kurzen Runden zum Schluss, war die Distanz wieder genau 10 Kilometer, allerdings die Frauen einzuholen, das gelang so nicht.

Das Männer Elitefeld wird lange vom Orientierungsläufer Yannick Michiels (Nr. 7) aus Belgien angeführt. Neben ihm der Weißrusse Wladislav Pramau (1407), der am Ende mit Platz 11 aus den Geldrängen fällt Im Verlauf des Rennens orientiert sich Yannick Michiels, wie sieht es hinter ihm aus. Mit der Nr. 29 Roman Prodius aus Moldavien, der letztjährige 4.

Lange war es Yannick Michiels aus Belgien, der für eine flotte Pace an der Spitze sorgte. Mit einer Bestzeit von 29:20 min rechnete der sich gute Chancen bei seiner ersten Teilnahme in Korschenbroich aus. Absetzen konnte er sich aber nie und in der sechsten großen Runde erhöhten seine Gegner den Druck und lösten ihn an der Spitze ab. In genau 30:00 Minuten wurde er Neunter, war enttäuscht, dass es nicht wie erwartet gelaufen war. Sogar Landsmann Lukas van Assche bescherte ihm zeitgleich eine Niederlage und wurde Achter. Nun wird er sich erst einmal wieder dem Orientierungslauf zuwenden, wo er bei Weltmeisterschaften schon einen fünften Rang erreichen konnte. Der 26-Jährige mit einer 5000m Bestzeit von 13:47,60 min lebt in der Nähe von Antwerpen, bevorzugt im Training aber finnisches Terrain.

Im Männereliterennen tummeln sich 14 verschiedene Nationen, schnellster Finne wird Ilari Piiponen als 16., hier noch hinter Leif Gunkel von der LG Olympia Dortmund, der 17. wird. Dahinter Geart Jorritsma (48) aus den Niederlanden (24.) und Fincioen Stijn aus Belgien, der 13. wird
Stammgast aus Italien. Der Bergläufer Gerd Frick (27) aus Südtirol lief heute bereits zum 6. Mal beim City-Lauf in Korschenbroich und wurde 3. Master. Stefan van Den Broeck (41) aus Belgien holt sich in dieser Wertung den 2. Rang Der Schwede Frederic Uhrbom (24) gewinnt die Masterswertung als gesamt 18.

Ebenfalls 30:00 min wurde für Thorben Dietz von der LG Vulkaneifel gestoppt. Für ihn geht es jetzt zur Deutschen Halbmarathon-Meisterschaft nach Hannover, danach bereitet er sich gezielt auf den Berlin-Marathon vor. Vor ihm lief der Pole Matusz Demczyszak als Sechster in 29:58 min ins Ziel. Ein sehr gutes Rennen lief Joseph Katib im Trikot der LAC Quelle Fürth. Der 34-jährige ließ sich vom Anfangstempo nicht beirren, hangelte sich in einem eindrucksvollen Rennen auf den fünften Rang in 29:55 min vor und verbesserte sich von 29:57 min auf die neue persönliche Bestzeit von netto 29:53 min. "Das war für mich ein optimales Rennen", analysierte er und räumte seine Grenzen ein bei einer Grundschnelligkeit von PB über 5000m 14:15 min. Joseph Katib fand für den Lapsus nicht wie geplant auf die kleine Runde geschickt zu werden, lobende Worte für die Organisation: "Die haben die Runden fliegend umgestellt, das haben sie sehr gut gemacht." Nun überlegt der Deutsche Berglaufmeister von 2015 eventuell doch mal wieder eine Berglaufsaison einzustreuen.

Ein Trio geht in die letzten 2 Runden des Männer Eliterennens mit Graham Rush (GBR) vor Roman Prodius und Ibrahim Ezzaydouni (FC Barcelona)
Die beiden Deutschen Läufer Joseph Katib und Thorben Dietz (33), vor dem Belgier Lukas van Assche, der 8. wird Der schnellste U23-Läufer Sebastian Hendel (LG Vogtland) läuft auf Rang 10, der Pole Matusz Demczyszak (Nr. 3) wird 6. Der zweifache Dt. Marathonmeister (2011 und 2009) Stefan Koch wird 12. in 30:42

Eine Vorentscheidung war auch eingangs der letzten kurzen 1100 Meter Runde nicht gefallen. Einen starken Eindruck machten alle aus dem Quartett. Der Marokkaner Mostafa Benslimane war in 29:46 min aber klar schwächer als die ersten Drei und wurde Vierter. Ibrahim Ezzaydouni lief für FC Barcelona in 29:35 min auf den dritten Rang. Auch der Brite Graham Rush schaffte es in 29:31 min nicht den Moldavier Roman Prodius vom Sockel zu stoßen, der in 29:28 min ein bärenstarkes Finish hinlegte. Beinahe schien es, er wolle eine Scharte auswetzen, denn 2016 war er an gleicher Stelle in 29:58 min Vierter geworden.

Roman Prodius aus Moldavien fliegt als Erster über die Ziellinie beim Eliterennen des 29. Internationaler Korschenbroicher City-Laufs Der Brite Graham Rush ringt auf der Zielgeraden den Spanier Ibrahim Ezzaydouni nieder und wird Zweiter Bester Deutscher Joseph Katib vom LAC Quelle Fürth als 5. im Ziel

Als drittbester Deutscher siegte Sebastian Hendel für die LG Vogtland in der U23. Ganz glücklich war er dennoch nicht. Zwar hatte er sich erst Mitte März beim Citylauf in Dresden auf 30:18 min verbessert, doch wollte er in Korschenbroich die letzte Möglichkeit nutzen unter 30 Minuten zu bleiben. Daran scheiterte er in 30:11 min (netto 30:09) knapp. Ganz optimal war das Rennen für ihn auch nicht verlaufen, eine homogen arbeitende Gruppe bildete sich um ihn nicht. Nun beginnt für den Wirtschaftsingenieurstudenten wieder das Bahntraining, wo er die 5000m bevorzugt. Die weiteren Plätze der U23 gingen an Gutu Abdeta (LG Eintracht Frankfurt) in 30:52 min und an Leif Gunkel (LG Olympia Dortmund) in 31:15 min.

Die schnellsten deutschen Eliteläufer: Thorben Dietz von der LG Vulkaneifel (7.), Diana Sujew von der LG Eintracht Frankfurt (5.) und Joseph Katib vom LAC Quelle Fürth (5.) Die schnellsten Eliteläufer des 29. Internationalen Korschenbroicher City-Laufs: Roman Prodius aus Moldavien und Izabela Trzaskalska aus Polen Das schnellste Elite-Ehepaar: Sebastian Hendel von der LG Vogtland (10. und 1. U23) und Kristina Hendel aus Kroatien (8. und 2. U23)

Masterssieger wurde der Schwede Frederic Uhrbom in 31:24 min vor dem Belgier Stefan van Den Broeck (32:01). Berglaufspezialist Gerd Frick aus Italien wurde in 32:26 min Dritter der Masterswertung. Für ihn war es die 6. Teilnahme in Korschenbroich seit 2012. "Es ist wichtig, auch schnell und flach zu laufen, um kein Tempo zu verlieren", weiß der Lehrer für Deutsch und Latein in seiner 28. Laufsaison. Dabei räumt er ein, dass es mit 42 Jahren zunehmend schwerer wird. Aber der Meraner ist längst Fan des Korschenbroicher Citylaufs, bei dem er in 30:43 min, nur drei Sekunden über seiner 10.000m Bestzeit, vor vier Jahren seine beste Zeit gelaufen war. Seine Marathon-Bestzeit ist 2:23:18 h. In den Bergen hat er seine größten Erfolge erzielt, wurde 2007 Dritter der Berglauf-Langdistanz Weltmeisterschaften und siegte bei etlichen Berglaufklassikern.

Neben dem Sempell Kids-Lauf und dem Bambini-Lauf gibt es noch 8 weitere Kinderläufe aufgeteilt in diverse Schüler-Altersklassen - da ist lautstarkes Anfeuern garantiert

Bambini - Kinder - Schülerklassen und Staffelrennen

Der Korschenbroicher Citylauf ist etwas für die ganze Familie. Hier kann auch rein nach gesundheitlichen Beweggründen gestartet werden, die Gaudi dabei zu sein oder noch ambitionierte Herangehensweise zelebriert werden. Wenn um 11.45 der Sempell Kids-Lauf mit unvorstellbaren 1574 Teilnehmern auf die 1100 Meter lange Distanz startet, dann freut sich der DLV Kampfrichter auf den großen Nachwuchs und lässt auch zu, dass die Allerjüngsten ein Stück getragen werden oder auch mal ein Knirps mit Laufrad angesaust kommt. Im Ziel gibt es einen Kuschelaffen, das ist wichtig - und dabei gewesen zu sein. Bei 20 Grad hätte man eh nicht daheim bleiben wollen. Erst zwei Regentage hat der Korschenbroicher Citylauf erlebt und Hans-Peter Walther rät: "Wenn sie mal einen schönen Apriltag erleben wollen, kommen sie zu uns."

Das Rennen mit der jüngsten Klasse W8/W7 über 1,1 km gewinnt Martha Goldmann (W8) vom Städtischen GGS Glehn in 4:36 min Im Rennen der M8/M7 gewinnt Tom Rolink (Städt. GGS Maternus Schule) in 4:19 mit einer Sekunde Vorsprung vor Julius Ellbracht (2441) vom TV Jahn Kapellen (beide M8) Im Rennen der ältesten Klasse W12-W15 ist W13-Läuferin Maxine Brune (LAV Bayer Uerdingen Dormagen) in 3:44 min die Schnellste Bei den "großen" Jungs läuft David Rajter (M14) von der LG Mönchengladbach in 3:24 min allen davon

Einem weiteren Bambinilauf folgen acht Schülerläufe, alle über 1100 Meter, von W7 und jünger bis W12-15 und das Gleiche für die Jungs. Im 11. Lauf ändert sich so einiges, denn nun folgen zwei Staffelrennen. Je 6 mal 231 Meter können eine enorme Herausforderung sein und im Ziel werden die Sportler in der Erholungsphase zunehmend kurzatmiger. Zunächst gilt es bei der sportlicheren Variante auch die ausgelobte Kreismeisterschaft zu gewinnen, was die kreisferne Staffel der LAZ Mönchengladbach nicht hindert in 3:06 min vor der Mannschaft des Korschenbroicher LC einzulaufen, die mit 3:21 min zeitgleich vor LAV Bayer Uerdingen/TSV Bayer Dormagen Zweiter wird.

Wem es bisher zu langsam war, die Sport-Staffeln und Spaß-Staffeln bringen in Hochgeschwindigkeit den 29. Internationaler Korschenbroicher City-Lauf weiter auf Touren

Gar nicht langsam wurde im Rennen der Spaßstaffeln gelaufen, die ein Neusser Sextett in 3:01 min vor den ‚beschlipsten' Black an White in 3:06 min und der Edeka Handich Staffel (3:08) gewann.

Das LAZ Mönchengladbach war mit 2 Leistungsstaffeln am Start und läuft in 3:06 min für 6x231m auf Platz 1 und 4 (3:24)
Die schnellste Jugendstaffel stellt der Korschenbroicher LC mit Platz 6 in 3:30 min Die Staffelstäbe sind wieder eingefangen, weiter geht es im Tagesprogramm mit dem 10km langen City-Run

10 km City-Run

Ambitionierte Hobbyläufer aller Altersklassen und ehemalige Eliteläufer messen sich mit den ausdauernden Freizeitläufern. 477 schafften es hierbei bis ins Ziel. Allein schlängelte sich Habtom Tedros von der TG Neuss in 33:53 über die Runden und siegte wie im Vorjahr. Er läuft erst seit 14 Monaten, war über den 19Jährigen zu erfahren und für den Elitelauf reiche es noch nicht. Das sollte für das nächste Jahr aber überprüft werden. Jürgen Brauckmann (AS Neukirchen-Vluyn) folgte als Zweiter und M50-Sieger in 36:27 min vor Guido Kemp vom Korschenbroicher LC, M40-Sieger in 36:50 min und eine Sekunde vor M45-Sieger Marko Hetzel aus Korschenbroich. Vor dem Zweiten M50er Bernd Czarnietzki (DJK Novesia Neuss) in 37:41 min finishte auf Gesamtrang 5 der Zweite der U23, Tobias Müller für DJK Kleinenbroich in 37:21 min.

Start zum Lauf 13, dem City-Run über 10 Kilometer
In 2 kleine und 6 großen Runden führt die Strecke durch den Ortskern von Korschenbroich

Schon auf dem siebten Rang kam Silke Optekamp (LG Mönchengladbach) in 37:49 min ins Ziel. Seit ihrem Titelgewinn in 2:41:53 h bei den Deutschen Meisterschaften 2013 in München lässt es die 38jährige ruhiger angehen, die vor zwei Jahren noch beim Elitelauf gestartet war. Zwei Wochen vor dem Korschenbroicher Citylauf ist sie in Barcelona Marathon in 3:09:43 gelaufen, eine Woche später 10 km in Venlo. Ihre Bestzeiten ("alles schon eine Weile her") sind 34:48 min über 10 km, 1:16:17 h über Halbmarathon und 2:37:17 h über Marathon. Daniela Bach (FC Grevenbroich) wurde als zweitschnellste Frau W40-Siegerin in 39:56h und Theresa Lippert von der TG Neuss, Dritte in 41:56 min war die W30-Beste.

U23-Läufer Habtom Tedros von der TG Neuss ist beim City-Lauf von Beginn an der Verfolgte
Das Verfolgertrio bilden Bernd Czarnietzki (189) von DJK Novesia Neuss (im Ziel 6. und 2. der M50), der schnellste der M50 Jürgen Brauckmann (AS Neukirchen-Vluyn) und Guido Kamp (540) vom Korschenbroicher LC Bei den Frauen hat sich die Marathonmeisterin von 2013 Silke Optekamp von der LG Mönchengladbach an die Spitze gesetzt

Nichts bleibt wie es ist - ein Jahr ohne Handbiker

Ohne Sponsoren war dies nicht mehr zu machen, gestand Hans-Peter Walther und nutzte das entstandene Zeitfenster um einen zweiten 5-km-Lauf einzuflechten. Der war mit maximal 25 Minuten Laufzeit ausgeschrieben und sollte als 5km-Run den gleichlangen Volkslauf entlasten. Es war ein Anfang, jedoch ließen sich zunächst kaum 100 sportlichere Fünfer vom Volkslaufspektakel abwerben. Dies wird zu analysieren sein und muss eventuell wie in anderen Städten mit sanfter Gewalt korrigiert werden.

City-Lauf Siegerin Silke Optekamp und Sieger Habtom Tedros umrahmt von 2. Jürgen Brauckmann (106) und 3.Guido Kamp (540)
Mit Hinweistafeln werden die Teilnehmer in die richtigen Bahnen gelenkt ... ... und vom Moderatorenduo Volker Koch und Klaus Gaspers redegewandt ins Ziel begleitet

5km Run

Mit 16:44 min erfüllte Daniel Laps lässig die Vorgabe unter 25 Minuten zu bleiben und lancierte für den ASC Düsseldorf einen Gesamtsieg. Kaum weniger ambitioniert folgte U23-Sieger Joshua Nisius in 17:08 vor U18-Starter Justus Kaufmann in 17:22. Michelangelo Schaus wurde in 17:30 Vierter.

Bei den Frauen siegt Stephanie Mühl vom TuS Köln rrh in 20:34 vor Emmy Wichelhaus (21:59), U18-Läuferin Louisa Fischermann (22:07) und Kirsten Fontes (W50) in 22:08 min direkt dahinter folgend. 66 schafften das Zeitlimit, insgesamt 72 kamen in die Wertung.

Neu und schnell, der 5km-Run für Läufer mit einer Bestzeit unter 25 Minuten
Diesen gewinnt Daniel Laps vom ASC Düsseldorf mit 16:44 deutlich unter der geforderten Norm Und auch die schnellste Frau Stephanie Mühl vom TuS Köln ist mit 20:34 im richtigen Rennen

Volks-Lauf

Unterbrochen von den Eliterennen schloss der gemächlichere zweite 5 km Lauf den Rennsonntag ab. 136 Ergebnisse hätten in den 5 km Run gehört und den Abschlusslauf mit allein 685 Finishern etwas entlastet. Vorne weg stürmte Carlos Pulido Jimenez in 17:34 zum Tagessieg, gefolgt von Christian Prpitsch in 19:43. Für Nina Wimmer, in 19:50 min Dritte im Einlauf, hätte die Zeit locker zum Sieg im 5km-Run gereicht. Bleibt vielleicht ein größerer Spaßfaktor im großen Gedränge, wer weiß?

Nach einem langen Renntag mit 17 Läufen geht der 29. Int. Korschenbroicher City-Lauf mit dem Volks-Lauf über 5km für "Genießer" zu Ende. Nun kann das 30-jährige Jubiläum am 15. April 2018 eingeläutet werden
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Fazit

Der 29. Korschenbroicher City-Lauf war die gelungene Generalprobe für den anstehenden runden Geburtstag, wobei eine nochmalige Steigerung kaum vonnöten ist. Es ist bestens, so wie es ist. Die gemütliche Atmosphäre am Rande, die lange Schlange vor dem Eiscafé, die Currywurstbuden und Kinderkarussells. Der City-Lauf wird eben zelebriert und der Sonntag zum verkaufsoffenen. Während in anderen Städten der Einzelhandel tobt und sich entschieden gegen eine Laufveranstaltung wehrt, klingelt in Korschenbroich im gegenseitigen Einvernehmen die Kasse. Ein Lehrstück bzw. Meisterstück von der Stadtverwaltung und zur Nachahmung empfohlen.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.volkslauf.de - Info www.citylauf-korschenbroich.de
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.