29.4.17 - 7. DAV Skinfit FrankensteinLauf Darmstadt-Eberstadt

Hatz zum Kultort der Gruselfreunde

von Thomas Guthmann

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Als nördlichste, die Bergstraße säumende Burg, thront die Burg Frankenstein in 370 m Höhe auf einem Ausläufer des Langenbergs in der Gemeinde Mühltal. Errichtet im 13. Jahrhundert ranken sich allerlei Sagen und Mythen um das alte Gemäuer, welches alljährlich viele Besucher anzieht. Egal ob Wanderer oder Mountainbiker, das Ausflugslokal bietet die Möglichkeit wieder Kräfte zu tanken und bei einer Führung mehr über die Burg zu erfahren oder eine weitschweifende Aussicht über die Rhein-Ebene zu genießen. Bei Hochzeitspaaren dient das Anwesen als schaurig schöne Kulisse für den Bund des Lebens und für Halloween-Fans entwickelte sich die Burg regelrecht zum Kultort: 2017 jährt sich das Horrorspektakel zum 40. Jubiläum, welches Gruselfans aus ganz Deutschland zu den berühmt berüchtigten Halloween-Partys auf der Burg Frankenstein anzieht.

Auf 370 m Höhe thront die Burg Frankenstein
Zum 7. Mal schnürten die Teilnehmer des FrankensteinLauf ihre Schuhe um die sagenumworbene Burg zu erobern
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
Berglauf & Trail-Run im LaufReport HIER

Zum siebten Mal ist die Burg Frankenstein Namensgeberin für den Frankensteinlauf, welcher mittlerweile zu einer festen Instanz im südhessischen Laufkalender geworden ist. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von der Sektion Darmstadt-Starkenburg des Deutschen Alpenvereins e.V. Start und Ziel befinden sich im Darmstädter Stadtteil Eberstadt am Mühltalbad. Mit dem Mühltalbad hat man die gesamte Infrastruktur, die für eine Laufveranstaltung benötigt wird, unter einem Dach. Strecken von 600 m und 1500 m für die jüngsten Starter und über 7 km bzw. 16 km für die Älteren führen durch das landschaftlich reizvolle Mühltal. Je länger die Strecke desto anspruchsvoller, denn nur die 16 km Runde führt bis hinauf zur Burg Frankenstein, so dass die Teilnehmer 360 Höhenmeter zu überwinden haben.

OK Chef Kay Kretzschmar eröffnet den FrankensteinLauf mit den Nachwuchsathleten Für diese gilt es eine 600m und 1500m lange Strecke zu absolvieren

Nachdem sich die gesamte Woche mit einem Mix aus Sonne und Wolken zeigte, mit deutlichen Tendenzen zu grauen Wolken, wurde es am Samstag mit jeder Stunde besser, bis am Nachmittag die Sonne aus einem strahlend blauen Himmel lachte. Wie geschaffen für einen Landschaftslauf. Der Wettkampftag begann um 15 Uhr mit den Schülerläufen über 1500 m und 600 m mit zusammen 50 Teilnehmern. Dies war fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Zuerst wurde für die 8- bis 13-jährigen die 1500 m, die auf einem kleinen Rundkurs Richtung Eberstädter Innenstadt führte, gestartet. Als Schnellste erreichte dabei ein Mädchen das Ziel: Elena Sigl von der SKG Ober-Ramstadt lief sich einen 20sekündigen Vorsprung heraus und siegte in 5:25 min. Als schnellster Junge erreichte Mika Krist in 5:48 min das Ziel im Mühltalbad.

Für die 6- und 7-jährigen gab es eine Wendepunktstrecke über 600 m auf der Mühltalstraße. Als Erster überquerte Andreas Knipper (TSV Pfungstadt) in 2:55 min die Ziellinie und als schnellstes Mädchen war Carlotta Kiesel in 3:03 min im Ziel.

Andreas Knipper gewinnt das Rennen über 600m Schnellste Läuferin über 600m ist Carlotta Kiesel Elena Sigl gewinnt das 1500m Rennen Der schnellste Schüler Mika Krist läuft auf Platz 2 über 1500m

Je näher der Start für die längeren Distanzen rückte, desto länger wurde die Schlange an der Anmeldung bis sie schließlich sogar aus dem Gelände des Mühltalbades hinaus reichte.

Kurzer Hand musste OK Chef Kay Kretzschmar den Start um 10 Minuten nach hinten verlegen. Als es dann gegen 16:10 Uhr so weit war, fiel zeitgleich der Startschuss für die 7 km und 16 km lange Strecke, wobei nur der 16 km Lauf bis hoch zur Burg Frankenstein führt. Zunächst verlief die Strecke durch den Ort, danach durch die an die Modau grenzenden Wiesen neben dem Hainweg bis schließlich nach den ersten Anstiegen der schattenspendende Wald erreicht wurde.

 

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Kurz darauf hatten die 7 km Läufer bereits ihren höchsten Punkt erreicht und bogen wieder Richtung Mühltalbad ab. Für die Teilnehmer des 16 km Laufs war von nun an ordentlich Muskelarbeit gefragt, denn es ging hinauf zur Frankenstein und vorbei an deren Burggemäuern. Dort waren, der Mühe Lohn, eine Erfrischung und wenig später der Wendepunkt mit einem grandiosen Blick in die Ausläufer des Odenwalds.

7 km und 16 km Frankensteinläufer starten gemeinsam Alsbald führt die Strecke durch das landschaftlich reizvolle Mühltal

Auf der 7 km Strecke hatte sich Jan Ascher vom TV Trebur einen ordentlichen Vorsprung herausgelaufen. Der 43-jährige distanzierte die Konkurrenz um 1 1/2 Minuten und siegte souverän in 26:22 min (1. M40). Der zweite Platz ging an den vereinslosen Michel Geißler in 27:54 min vor dem Dritten Keijo Bus (TuS Griesheim) in 28:54 min.

Erst am vergangenen Wochenende war Stefanie Hock 10 km nordwestlich von Eberstadt beim Griesheimer Straßenlauf am Start und belegte dort Rang drei im 5 km Rennen. Heute zeigte sie der deutlich jüngeren Konkurrenz die Fersen: Stefanie Hock (ASC Darmstadt) siegte in 32:24 min (1. W50). Den zweiten Platz erlief sich die 17 Jahre jüngere Miyuki Limura (Frankfurt Winners) in 32:57 min (1. W35) gefolgt von der vereinslosen Sandra Caspari in 34:31 (1. W40).

Den 7 km Lauf gewinnt Jan Ascher vom TV Trebur Michel Geißler wird 2. Stefanie Hock vom ASC Darmstadt gewinnt bei den Frauen vor ... Miyuki Limura

Auf der 16 km Strecke bröckelten die anfänglichen Grüppchen mit jedem Schritt auseinander, so dass wie beim 7 km Lauf die Athleten mit deutlichem Abstand zueinander das Ziel erreichten. Philipp Klaeren (PST Trier) klebte am Hinterrad des vorausfahrenden Radfahrers immer im Visier der montierten Actionkamera und pulverisierte mit langen Schritten den bestehenden Streckenrekord um über eine Minute. Mal schauen wir lange die neue Bestmarke von 56:54 min Bestand haben wird, denn für die Strecke mit ihren 360 Höhenmetern ist das eine Hausnummer. Wäre Philipp Klaeren nicht gewesen hätte Tobias Zöller seinen Hattrick mit dem dritten Sieg in Folge perfekt machen können, so musste sich der Triathlet mit Rang zwei in 58:49 min begnügen. Im Gesamtklassement belegte Michael Obst (TuS Griesheim) in 1:01:49 Std. Rang drei, siegte jedoch in der M45.

Den 16 km Lauf gewinnt Philipp Klaeren vom Post-Sport-Verein Trier Tobias Zöller läuft auf Platz 2
Michael Obst (TuS Griesheim) gewinnt als Drittplatzierter die M45

Im vergangenen Jahr lief Katrin Herbrik noch völlig überraschend zum ersten Gesamtsieg ihrer Laufkarriere. Auch in diesem Jahr konnte die für den TV Hergershausen startende Läuferin den Sieg für sich entscheiden: in 1:08:08 Std. erreichte sie als erste Frau das Ziel. Die zweite, Alexandra Rechel, spürte ihre Teilnahme am vergangenen Sonntag bei Griesheimer Straßenlauf noch in den Oberschenkeln. Nichtsdestotrotz ging Rang zwei und der Sieg in der W45 in 1:09:24 Std. an sie. Das Podium wurde mit Astrid Gelsema (Spiridon Frankfurt) in 1:13:46 Std. (1. W50) komplettiert.

Katrin Herbrik vom TV Hergershausen läuft auf Platz 1 bei den Frauen über 16 km W45-Siegerin Alexandra Rechel (BSK Sparkasse Darmstadt) wird 2. Astrid Gelsema (Spiridon Frankfurt) gewinnt als 3. die W50

Das zauberhafte Wetter lockte viele Kleingartenbesitzer zu ihren Gärten an den Wiesen parallel zur Modau oder zum Naturfreundehaus, so dass immer wieder PKWs auf dem Hainweg den Läufern entgegen fuhren. Zum Glück zeigten sich die Fahrer besonnen und steuerten ihr Gefährt vorsichtig. Viele Spaziergänger wurden durch die vorausfahrenden Mountainbiker über die nun kommenden Läufer informiert und zeigten sich äußert erstaunt wer bei solch schweißtreibenden Temperaturen rund um die Burg Frankenstein läuft. Manche Spaziergängerin versuchte mit den Läufern mitzuhalten merkte aber schnell, dass es mit zu viel Klamotten und unpassendem Schuhwerk ein aussichtsloses Unterfangen ist.

Aufgrund des strahlenden Sonnenscheins hatten die netten Damen in der Zielverpflegung allerhand zu tun: nicht nur, dass die Läufer sich wie ausgetrocknet auf die Getränke stürzten, auch die kleinen Obsthäppchen in Form von Äpfeln und Bananen wurden gerne genommen. Im Ziel herrschte nach den Wettkampfstrapazen entspannte Stimmung: es wurde sich über die Strecke ausgetauscht, wer wo am meisten zu kämpfen hatte, die Wasserstellen auf der Strecke gelobt und viele streckten sich auf der äußerst einladenden grünen Liegewiese - über die die wenigsten Laufveranstaltungen verfügen - des Mühltalbades lang, um die sonnige Zeit bis zur Siegerehrung zu genießen. Mancher einer kam sogar in den Luxus einer Wadenmassage durch den Sohnemann und noch immer nicht müde scheinende Bewegungshungrige spielten Frisbee.

Und nach getaner Laufarbeit ein interessierter Blick auf die Ergebnislisten ... ... und ein lohnender Blick über die Rheinebene
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Die siebte Auflage des Frankensteinlaufs wurde für die Veranstaltung zur Glückszahl: der Wettergott sorgte für hervorragendes Wetter und bescherte dem Veranstalter deutlich mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr, was vor allem an dem guten Zuspruch der Schülerläufe lag: 328 Läufer wurden von der Zeitmessung im Ziel registriert. Wenn das Lob und die Anerkennung für Kay Kretzschmar und sein Team weiter die Runde macht und sich die Horrorschmiede Burg Frankenstein eher läuferfreundlich zeigt als mit Blitz und Donner aufzuwarten, wird sicherlich bald ein neuer Teilnehmerrekord verzeichnet werden.

Bericht und Fotos von Thomas Guthmann
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