4.3.18 - 28. Internationaler Volkslauf in Rastatt

Rund um das Mercedes-Benz Werk Rastatt

Laufgebot statt Fahrverbot

In Rastatt weiterhin international unterwegs

von Hannes Blank

Der 28. Internationale Volkslauf ‚Rund um das Mercedes-Benz Werk Rastatt' am 4. März 2018 zeichnete sich vor allem durch zwei Dinge aus: Erstens war da der durchgehend vorhandene Nebel und zweitens die gezeigte Internationalität, getragen durch zahlreiche Podestplätze ausländischer Starter und insgesamt 19 Nationen in der Statistik, von Österreich (AUT) über Malaysia (MAS) bis zur Türkei (TUR). Dem Nebel zum Trotz starteten, alle drei Läufe zusammengezählt, mehr als 800 Läuferinnen und Läufer, von Liliah Wendt (6 Jahre alt) bis zu Elfriede Hodapp (83 Jahre).

 

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In Rastatt gibt es drei Wettbewerbe zur Wahl: Halbmarathon oder 10km-Lauf und einen 1km-Lauf für den läuferischen Nachwuchs. Zentrum des Laufs ist das Kundencenter des Automobilherstellers im badischen Rastatt, unweit von Baden-Baden. Wo normalerweise Kraftfahrzeuge mit Stern verkauft werden, zieht es an einem Tag ganz besonders viel Interessierte an: Nämlich dann, wenn der Internationale Volkslauf Rund um das Mercedes-Benz Werk Rastatt stattfindet. Ein Stück der Strecke geht auch über das Werksgelände, der Rest ist ein flacher Kurs durch die Rheinauenwälder und -felder der Gegend. Geparkt wird auf einem der großen Firmenparkplätzen, überhaupt sind die Platzverhältnisse angenehm weitläufig, ohne dass man zu Fuß allzu große Strecken überbrücken müsste, aber genau dafür kommen die Läufer einmal im Jahr im März nach Rastatt.

Das Foyer des Kundencenters, in dem Info-Theke,
(Nach-)Meldeschalter und ein Tisch mit Ausschreibungen für weitere Läufe Platz findet
Schon mal ein Gruppenfoto vor der Siegehrungstribüne - wer weiß was noch kommt ...
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Internationales Podest beim 10km-Lauf

Der Halbmarathon startet in Rastatt früher (9:45 Uhr), aber die schnellsten 10km-Läufer (Start 10:15 Uhr) sind schneller wieder zurück. Dieses Jahr fiel auf: Weder der Blick in die Liste der Vorangemeldeten noch ein Blick in die Gesichter derer, die vorne an der Startlinie standen, ließ irgendeinen Top-Favoriten erkennen, weder beim Zehner noch beim Halbmarathon. Gelegenheit für bisherige Unter-Dem-Radar-Laufende, auf sich aufmerksam zu machen.

Der 10km-Lauf entwickelte sich nach einigen hundert Metern zu einem Zweikampf zwischen dem Elsässer Romaric Communod und dem Italiener Michele Rossi. Der Erstgenannte führte zu Beginn des Wettkampfs mit nicht wenigen Metern Vorsprung, aber Rossi bewies den längeren Atem. Das war keine Überraschung, wenn man wusste, dass der 38-Jährige im Vorjahr den Halbmarathon in Aschaffenburg mit einer 1:11h gewann. Doch in Rastatt war er das erste Mal an der Startlinie gestanden.

 

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"Eine gute Strecke, flach und rutschig!", sagte er begeistert. Rutschig als Pluspunkt? Ja, der Gewinner, der in Ulm in der chemischen Industrie arbeitet, suchte nämlich einen letzten Test-Wettkampf, bevor er am 11. März an der italienischen Cross-Meisterschaft teilnimmt. Im Ziel vor dem Kundencenter blieb die Uhr für ihn bei 31:57min stehen, für den zweitplatzierten Communod bei 32:04min. Der dritte Rang ging in die Schweiz und komplettierte damit das internationale Podest des 10km-Laufs: Loris Hutterli aus Zürich wurde in 33:25min Dritter. Insgesamt nahmen fast gut 500 Läuferinnen und Läufer am Zehner teil, der damit der attraktivste Wettbewerb war.

Schon am Ende des ersten von zehn Kilometern zeichnete sich ab, dass es zu einem Zweikampf Romaric Communod (386) und Michele Rossi (hinten) kommen würde Die erste Verfolgergruppe beim 10er, hinter Romaric Communod (386) und Michele Rossi

Von diesen rund 500 erfolgreichen Teilnehmern waren knapp 150 weiblich. Und am schnellsten war Kristin Sander, die Vorjahreszweite, im Trikot des Running Team Ortenau, in 39:21min. Die 24jährige Zahnarzthelferin hielt damit den Sieg in der Region. "Ich hatte Angst, dass es glatt ist, aber dann waren die Temperaturen ideal für mich und die Strecke top!", berichtete Sander im Ziel. Ihr Ziel für die Saison 2018 soll sein, ihre 10km-Zeit nach diesem erfolgreichen Auftakt in Rastatt weiter zu verbessern.

Halbmarathon: Streckenposten machen Stimmung

Den "Startschuss" für den Halbmarathon gab übrigens Raphael Knoth ab, der zweite Bürgermeister der Stadt Rastatt, zuständig für Stadtplanung, Hoch- und Tiefbau. Der 36-Jährige gab sich mit der Startsignal-Tröte etwas schüchtern und absolvierte den 10km-Lauf erfolgreich. Es war auch nicht seine erste Teilnahme beim Volkslauf Rund um das Mercedes-Benz Werk, aber das erste Mal mit offizieller Funktion: "Das ist ein sehr angenehmer Termin, wenn man auch noch selbst mitlaufen kann", sagte er.

Dauernebel begleitete die ganze diesjährige Veranstaltung; richtig schlechte Sichtverhältnisse waren es jedoch nicht Halbmarathon-Startaufstellung zum 28. Internationaler Volkslauf "Rund um das Mercedes-Benz Werk Rastatt"

In der ersten Startlinie des Halbmarathons standen auch Patrick Hilpert (LG Region Karlsruhe), der schon einige Male in die Top 3 gelaufen war, und Vielstarter Dominique Marquedant, der ebenfalls oft für die Top 3 der Läufe in der Region gut ist. Obwohl man die beiden nicht unbedingt vorab als Topfavoriten auf dem Zettel haben musste, dominierten sie das Renngeschehen auf der 21,1km-Strecke. Hilpert legte einen Start-Ziel-Sieg in 1:16:31h hin. "Ich bin ein bisschen schnell losgelaufen, danach fiel mir das Laufen etwas schwer", berichtete er. "Doch die Streckenposten waren hochmotiviert, haben richtig Party gemacht", erzählte der 35-Jährige begeistert von seinen unterwegs gemachten Erfahrungen. LT Rheinhessen-Pfalz Starter Dominic Marquedant wurde in 1:19:28h Zweiter, dahinter tat sich bis 1:22:21h eine weitere Lücke auf, nämlich zu dem Drittplatzierten Ulrich Reber vom PTSV Jahn Freiburg.

Nach etwa einem halben Kilometer verlassen die Läufer das Werksgelände bei "Tor 3", um sich rund um das Werk zu bewegen

Der Sieg bei den Frauen war wieder international: Es gewann die Lettin Zane Grike, die in Mainz für die Deutsche Bahn arbeitet. Die 34-Jährige war einfach auf der Suche nach einem geeigneten Halbmarathonwettbewerb gewesen und hatte Rastatt, Rund um das Mercedes-Benz Werk, gefunden. "Es war kalt heute, aber der Lauf ist sehr gut organisiert", so die Siegerin, für die die Uhr schon nach 1:28:27min stehenblieb. Zweite wurde Jule Hedwig von der SG Baden-Baden in 1:29:18h vor der vereinslosen Simone Braun, die die 21,1km in 1:37:47h als Drittschnellste absolvierte.

Wieder gab es eine gute Trennung zwischen Läufern und Zuschauern auf dem Zuweg zum großen Parkplatz
Das Teilnehmerfeld des 1km-Schülerlaufs war dieses Jahr übersichtlich... ...dennoch ergab es eine gute Zeit für den jungen Sieger, dem Südpfälzer Moritz Götten, hier mit dem Führungsfahrrad seines Laufs

Junger Südpfälzer ist schnellster Jugendläufer

Der 1000m lange Schülerlauf findet ausschließlich auf Firmengelände statt und war heuer mit knapp 40 Teilnehmern sehr übersichtlich besetzt - das graue-neblige Wetter hatte offenbar einige der U12-Läufer der Region abgeschreckt. Davon unbeeindruckt rannte Moritz Götten (ASV Landau) zum Sieg. "Ich möchte dieses Jahr die 800m unter 2:35min laufen können", so der ambitionierte, 10jährige Leichtathlet. Schnellste Läuferin des Schülerlaufs war Leonie Tschierske vom nahen TV Rastatt.

Der Italiener Michele Rossi gewann den 10km-Lauf
Kristin Sander war nach ihrem Vorjahres-2.Platz dieses Mal Siegerin auf der 10km-Strecke Mit Patrik Hilpert gewann ein langjähriger Fan der Rastatter Veranstaltung den Halbmarathon-Wettbewerb Die gebürtige Lettin Zane Grike verlieh mit ihrem Sieg über 21,1km dem Lauf internationales Flair
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Fazit: Läufer-Laune konträr zum trüb-nebligen Wetter

Von den vier Lauf-Veranstaltungen, die die "Laufwelt" aus Rastatt-Wintersdorf im Jahr stemmt, ist " Rund um das Mercedes-Benz Werk Rastatt" mit Abstand das mit dem größten Organisationsaufwand. "Vor allem die Straßenquerungen machen viel Arbeit" berichtet Axel Hansert-Berger aus dem Laufwelt-Organisationsteam. Auch der Automobilhersteller legt sich Jahr für Jahr ins Zeug und legt in der Schlussphase Wert auf wöchentliche Besprechungen. Das führt zu einer sehr gut organisierten Veranstaltung, die nur sehr wenig Verbesserungspotential hat: Die Schlange vor der Getränkeausgabe im Ziel ist zuweilen recht lang, wenn auch nicht für lange. Der Wunsch nach mehr Schließfächern (sowieso ein ungewöhnliches Angebot auf Volksläufen) kann voraussichtlich nicht entsprochen werden, da müsste dann eine "normale" Gepäckaufbewahrung her. Sehr positiv ist die Nachricht, dass der Internationale Volkslauf Rund um das Mercedes-Benz Werk Rastatt auch nächstes Jahr stattfinden wird, der Termin steht schon fest - 10. März 2019.

Bericht und Fotos von Hannes Blank

Ergebnisse volkslauf-rastatt.com

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