24.3.18 - 16. Engelberglauf in Großheubach

Anthony Hildenbrand nimmt den 10 km Streckenrekord ins Visier...

...und verpasst ihn um eine Sekunde

Erneut fast 600 Teilnehmer auf dem Engelberg

von Reinhold Daab

Wenn der Veranstalter BSJ Bayerische Sportjugend e.V. Kreis Miltenberg alljährlich zum beliebten Engelberglauf einlädt, kann man getrost davon ausgehen, dass TSV und ELT Großheubach eine perfekt organisierte Veranstaltung präsentieren. So auch wieder am Samstagnachmittag bei sehr guten äußeren Bedingungen mit fast wolkenlosem Himmel und knapp 12 Grad Celsius. Nichts erinnerte mehr an das Schnee-Chaos vom vergangenen Wochenende, die Laufstrecke war in sehr gutem Zustand. Auch die Campingplätze am Main entlang waren aus dem Winterschlaf erwacht, was ein deutliches Indiz dafür ist, dass es der Frühling endlich ernst meint.

Vielleicht hilft auch der göttliche Beistand zum Gelingen der Veranstaltung beizutragen, der durch die unmittelbare Nähe des Veranstaltungsorts zum Kloster Engelberg gegeben ist. Auch am Samstag ließ es sich Franziskaner Pater Richard nicht nehmen, dem Spektakel vor seiner Haustür interessiert beizuwohnen. Das Kloster wird derzeit von vier "Franziskaner Brüdern" bewirtschaftet, die jährlich etwa 30 Wallfahrten auf dem Engelberg empfangen und die hungrigen Pilger nach deren Aufstieg über die 612 steinernen Stufen, genannt "Engelsstaffeln", in der Klosterschänke verköstigen.

 
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Direkt unterhalb der Veranstaltungsstätte befindet sich der bekannte Wallfahrtsort "Kloster Engelberg". Von der Aussichtsterrasse hat man einen herrlichen Blick auf den Main Der Halbmarathon ist traditionell der erste Start beim Engelberglauf, sieben weitere folgen innerhalb einer Stunde
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Der straffe Zeitplan mit acht Starts innerhalb von einer Stunde setzte eine gut durchdachte Organisation voraus. Es klappte alles wie am Schnürchen. Der bewährte Bustransfer zwischen der Guido-Kratschmer-Halle und dem Engelberg stand wieder zur Verfügung und brachte Teilnehmer und Zuschauer bequem zum Veranstaltungsort und wieder zurück. Der eine oder andere ließ es sich natürlich nicht nehmen, die Strecke zu Fuß zurückzulegen, zum Aufwärmen gerne auch über die "Engelsstaffeln".

Unmittelbar nach dem ersten Start des Tages, dem Halbmarathon um 14 Uhr, folgte traditionell der Handicap-Lauf über 8 km für Menschen mit Behinderung. Da kaum ein anderer Veranstalter eine derartige Möglichkeit zur Teilnahme an einer Sportveranstaltung anbietet, kann man das Angebot vom BSJ e.V. gar nicht hoch genug einschätzen.

 

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Es machte einfach Freude mit anzusehen, mit wie viel Engagement und Spaß die Teilnehmer bei der Sache waren. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter mit den Zwergen, Schülern, Nordic-Walkern und dem Hauptlauf über 10 km. Den Abschluss bildete dann der Start der Hobby-Läufer über 6,5 km um 15 Uhr.

Es ist eine große Freude mit anzusehen, mit welchem Spaß die Teilnehmer am Handicap-Lauf über 8 km bei der Sache sind Alleine oder an der Hand von Mama oder Papa haben die "Zwerge" großen Spaß auf ihrer Runde um den Parkplatz

Schülerlauf 900 m

Am Schülerlauf beteiligten sich 57 Kinder, 32 Mädchen und 25 Jungen. Vorjahressieger Oskar Deppisch vom TV Schweinheim ließ auch diesmal der Konkurrenz keine Chance und holte sich erneut den klaren Sieg beim Schülerlauf. Dabei war er in 3:17 min. (1. JM9) sogar 10 Sekunden schneller als bei seinem Vorjahreserfolg. Ihm folgten Maik Fritz (3:24 min., 2. JM9, Viktoria Aschaffenburg) und Luca Brosig (3:39 min., 1. JM8, TSV Großheubach). Direkt nach diesen drei Jungs erreichte Ida Rosa Langenstein in 3:40 min. (1. JF9, TV 1860 Aschaffenburg) als schnellstes Mädchen das Ziel. Die weiteren Plätze belegten Marie Belz (3:42 min., 2. JF9, TV Schweinheim) und Maya Wittler (3:52 min., 3. JF9, TV Weilbach).

Den Schülerlauf über 900 m entscheiden Oskar Deppisch (1. JM9) und Ida Rosa Langenstein (Startnummer 624, 1. JF9) für sich

Jugendlauf 1,8 km (48 Teilnehmer)

Zwei Runden mussten die Jugendlichen der Jahrgänge 1999 bis 2008 zurücklegen und da galt es, sich die Kräfte ordentlich einzuteilen. Am besten gelang dies Franz-Xaver Brunner vom TV Schweinheim, der sich im vergangenen Jahr noch mit dem zweiten Platz zufrieden geben musste. Obwohl er am Samstag sogar etwas langsamer war, reichte seine Zeit von 6:29 min. (1. MU16) zum Sieg beim Jugendlauf. Vier Sekunden hinter dem Sieger lief Valentin Angerer auf Platz zwei (6:33 min., 2. JU16, TSG Kleinostheim). Dritter wurde Leonhard Wegner (6:46 min., 1. MU18, DJK Aschaffenburg).

Den Jugendlauf über 1,8 km gewinnen Franz-Xaver Brunner (1. MU16) und Eliese Hohmann (Startnummer 418, 1. FU16)

Wie schon bei den Jungen holte sich auch hier die Vorjahreszweite den Sieg. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem Vorjahr und fast einer Minute Vorsprung war Eliese Hohmann von LAZ Obernburg-Miltenberg nicht zu schlagen und nach 6:51 min. (1. FU16) als erstes Mädchen im Ziel. Als Zweite konnte Vanessa Rudolph in 7:48 min. (1. FU18, TSG Münsingen) gerade noch eine Sekunde Vorsprung auf die wesentlich jüngere Hannah Jacoby (1. FU12) ins Ziel retten.

Christian Haas (Startnummer 379, 1. M30) und Stefan Lindner (1. M35) kämpfen erbittert um den Sieg beim Hobbylauf. Erst auf den letzten Metern kann Lindner das Rennen für sich entscheiden Julius Jakob wird im Hobbylauf Dritter (1. U20) Birgit Busch freut sich über ihren Sieg beim Hobbylauf (1. W45) In Begleitung von Ehemann Harald läuft Andrea Linke beim Hobbylauf auf den zweiten Platz (1. W40)

Hobbylauf 6,5 km

Mit 69 Teilnehmern war der Hobbylauf gegenüber dem Vorjahr mit 92 Läuferinnen und Läufern deutlich schwächer besetzt. Da inzwischen bereits die schnellsten 10 km Läufer im Ziel und viele weitere auf dem Weg dorthin waren und auch schon die ersten Halbmarathonteilnehmer eintrafen, war es gar nicht so einfach, darunter die schnellsten Hobbyläufer auszumachen.

Auf der Bergab-Passage kurz vor dem letzten, knackigen Anstieg ins Ziel, kämpften zwei Hobbyläufer, erkennbar an den gelben Startnummern, verbissen um dem Sieg. Vorne weg lief Christian Haas (Intersport Profimarkt Wolfstetter), in seinem Windschatten Stefan Lindner (Elisabethenstift). Erst auf den letzten Metern konnte Lindner seinen Sieg beim Hobbylauf in 27:27 min. (1. M35) eintüten, seinem Konkurrenten am Anstieg noch 11 Sekunden abnehmen und Haas am Ende doch noch recht deutlich auf Platz zwei (27:38 min., 1. M30) verweisen. Mit fast zwei Minuten Rückstand wurde Julius Jakob von TUS Röllbach Dritter (29:29 min., 1. MU20).

 

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Nicht ganz so eng ging es bei den Frauen zu, hier war Birgit Busch vom TV Schweinheim der Sieg bereits vor dem letzten Anstieg sicher. Sie gewann den Hobbylauf in 31:40 min. (1. W45) vor Andrea Linke (32:13 min., 1. W40, TSV Buchen). Erst über vier Minuten später war mit Simone Kern in 36:51 min. (2. W45, SC Freudenberg) die dritte Frau im Ziel.

Start zum Hauptlauf über 10 km Nordic-Walker machen sich auf den Weg, die 8 km legt Pitor Grzybala als Schnellster zurück

10 km Hauptlauf

Um 14:30 Uhr erfolgte der Start zum Hauptlauf mit genau 200 Teilnehmern. Kurz vor dem Start erblickte ich den Vorjahressieger Anthony Hildenbrand in der ersten Startreihe und nutzte die Gelegenheit, ihn nach seinen Ambitionen zu fragen. Im vergangenen Jahr hatte er bei seinem Sieg mit 35:59 min. die bislang zweitschnellste Zeit erzielt. "Streckenrekord, zumindest aber in die Nähe davon", war seine knapp wie auch eindeutige Antwort.

Im Jahre 2015 war Aaron Bienenfeld genau mit diesem Ziel zum Engelberglauf gekommen und konnte sein Vorhaben damals tatsächlich mit dem aktuellen Streckenrekord von 35:06 min. verwirklichen. Eine bärenstarke Zeit auf dieser anspruchsvollen Strecke, umso spannender also war der Rennausgang durch die klare Ansage von Hildenbrand.

 

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Anthony Hildenbrand gewinnt den 10 km Lauf und verpasst den Streckenrekord nur um eine einzige Sekunde Zweiter über 10 km wird Benjamin Veltum (1. M30) Der mehrfache Engelberglauf-Sieger Ingbert Reinke kämpft sich die letzte Steigung hoch und wird Dritter über 10 km (1. M40) Robert Schuch, M50-Sieger über 10 km Herbert Breunig gewinnt die M55 über 10 km M60-Sieger über 10 km Hans Schweitzer

Zum Glück lagen Start- und Zielbereich nur wenige Meter voneinander entfernt, denn nach dem letzten Start der Hobbyläufer um 15 Uhr blieb nicht viel Zeit bis zum 10 km Zieleinlauf. Ich war gerade am letzten Anstieg vorm Ziel angekommen, da stürmte Anthony Hildenbrand auch schon den Buckel hinauf ins Ziel.

Von dort konnte ich den Streckensprecher über Lautsprecher hören, der die Zeit verkündete: 36:06 Minuten. Das durfte doch nicht wahr sein! Um die Winzigkeit von nur einer einzigen Sekunde hatte Hildenbrand (1. MU20, FC Dörlesberg) den Streckenrekord verpasst. Klar dass er sich darüber ärgerte und sauer war. Aber er bekam viel Trost und Zuspruch und es ist nach diesem Wahnsinnsergebnis nur eine Frage der Zeit, wann er den Rekord einstellt.

 

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Mit ebenfalls guten Zeiten liefen Benjamin Veltum (36:45 min., 1. M30, E.O.S.C. Offenbach) und der mehrfache Engelberglauf-Sieger Ingbert Reinke (36:50 min., 1. M40, Clever Fit Wörth) aufs Podest.

10 km Siegerin Paulina Wolf Knapp geschlagen wird die letztjährige Cordenka-Laufcup-Siegerin Mona Winter Zweite über 10 km 10 km Vorjahressiegerin Erna Hemberger gewinnt die W45 und wird Dritte Sandra Berardo holt sich mit einem freundlichen Gruß den W50-Sieg über 10 km

Sehr spannend verlief das Frauenrennen. Wenige hundert Meter vorm Ziel lagen zwischen den beiden schnellsten Frauen nur wenige Sekunden und am letzten Anstieg war noch alles möglich. Aber Paulina Wolf von E.O.S.C. Offenbach konnte ihren knappen Vorsprung ins Ziel retten und holte sich in 44:26 min. den Sieg (1. WHK) vor der letztjährigen Cordenka-Laufcup-Siegerin Mona Winter, die nach 44:37 min. als Zweite (2. WHK) im Ziel war.

Mona hat in diesem Jahr den Verein gewechselt und trägt nun das Trikot des SSC Hanau-Rodenbach. "Ich werde jetzt von Sascha Arndt trainiert und erhoffe mir, dass ich durch die besseren Trainingsbedingungen und den größeren Konkurrenzkampf schneller werde", erzählte sie mir vor dem Start. Vorjahressiegerin Erna Hemberger aus Balsbach musste sich diesmal mit Platz drei begnügen (46:09 min., 1. W45).

 

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Halbmarathonsieger Mathias Krah Moritz Milch wird 2. beim Halbmarathon Dritter über Halbmarathon wird Thomas Sämann Die ziemlich besten Lauffreunde Marco Schneider (links, 1. M45) und Holger Finkelmann (2. M45) bewältigen den Halbmarathon gemeinsam und laufen auch zusammen ins Ziel Beim Halbmarathon ist Ulrich Amborn in der AK M60 schier unbezwingbar

Halbmarathon

Auch beim Halbmarathon gab es die klare Ansage eines Läufers, auch wenn der Streckenrekord hier keine Rolle spielte. Bei den Startvorbereitungen sprach ich mit dem Vorjahreszweiten Matthias Krah und er sagte zu mir: "Ich will auf jeden Fall wieder um den Sieg mitlaufen". Im letzten Jahr musste er mit nur 7 Sekunden Rückstand Jürgen Reiser den Sieg überlassen. Seine Konkurrenten waren ihm und mir nicht bekannt und somit schwer einzuschätzen. Ebenso schwierig war es bei den Frauen, wo ich keine klare Favoritin ausmachen konnte.

Am Ende konnte Matthias Krah sein Vorhaben leichter als erwartet umsetzen und sich in 1:21:29 Std. (1. M30, MainAusdauerShop Niedernberg) erstmals in der Siegerliste beim Engelberglauf verewigen. Moritz Milch wurde mit drei Minuten Rückstand in 1:24:33 Std. Zweiter (2. M30, Eintracht Frankfurt Triathlon). Der dritte Platz ging an Thomas Sämann vom Ausrichter ELT Großheubach (1:25:24 Std., 1. MHK).

Strahlend zum Sieg, Simone Kafurke gewinnt den Halbmarathon (1. W45) W50-Siegerin Barbara Ries wird Zweite beim Halbmarathon Beim Halbmarathon wird Christine Schick Dritte und gewinnt die W40 Die W55 beim Halbmarathon gewinnt Sigrid Stemmer, hinter ihr wird Ursula Demuth 2. W45

Ich dachte fast schon, dass ich die schnellste Frau verpasst hatte, weil es ziemlich lange dauerte, bis die Siegerin auftauchte. Mit einem Strahlen im Gesicht legte Simone Kafurke vom TV Schweinheim die letzten, kräfteraubenden Meter zurück und stand nach 1:46:41 Std. als Halbmarathonsiegerin (1. W45) fest. "Ich bin zunächst mit Barbara zusammen gelaufen, konnte mich dann aber zur Mitte des Rennens von ihr absetzen", so das Resümee der Siegerin. Gemeint war Barbara Ries (LuT Aschaffenburg), die in 1:49:37 Std. als W50-Siegerin Zweite wurde. W40-Siegerin Christine Schick (Janusz-Korczak-Schule Elsenfeld) lief in 1:50:13 Std. auf Platz drei.

Namensgeberin und Austragungsort des Engelberglaufs ist das hoch über Großheubach gelegene Kloster Engelberg, zu dem 612 Stufen führen. Nach vollbrachter Laufarbeit schmeckt diesen Teilnehmern das Elektrolytgetränk auf den so genannten "Engelsstaffeln" besonders gut
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Nachdem die Teilnehmer entweder zu Fuß über die 612 "Engelsstaffeln" oder per Bustransfer wieder in der Guido-Kratschmer-Halle angekommen waren, wurde hier die Siegerehrung durchgeführt und die Erstplatzierten erhielten ihre verdienten Urkunden und Sachpreise.

Bericht und Fotos von Reinhold Daab
Weitere Fotos unter www.laufsportfotos.de

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Ergebnisse www.engelberglauf.de
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