4.3.17 - 23. Schriesheimer Mathaisemarkt-Lauf

Laufspektakel unterhalb der Strahlenburg

Favoritensiege beim Elitelauf durch Fabienne Amrhein und Marcel Fehr

von Reinhold Daab

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Wie bestellt war das Wetter beim Mathaisemarkt-Lauf in Schriesheim am Samstag. Die Laufveranstaltung ist in den achttägigen Mathaisemarkt eingebunden, der jedes Jahr Anfang März stattfindet und das erste Weinfest der Region ist. Die etwa 15.000 Einwohner zählende Stadt liegt an der Bergstraße, nur wenige Kilometer von Heidelberg entfernt. Über Schriesheim thront die weithin sichtbare Burgruine Strahlenburg aus dem 13. Jahrhundert.

Die Innenstadt war wegen des Mathaisemarktes und des gleichnamigen Laufs nahezu völlig vom Autoverkehr abgeriegelt. Obwohl die beiden Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe nur wenige hundert Meter voneinander entfernt stattfanden, gab es keine direkten Berührungspunkte. Die Laufstrecke führte zwar mit einem Rundkurs ausschließlich mitten durch die Altstadt, tangierte dabei aber nicht das Festgelände. So verhielt es sich auch mit den Zuschauern. Die einen interessierten sich für kulinarische Leckereien und Fahrgeschäfte, die anderen wollten interessanten und spannenden Sport sehen. Beide Lager kamen am Samstag auf ihre Kosten.

Mit dem gemeinsamen Start über den DSC Kidsrun, Jugendlauf und Minimarathon beginnt das Laufspektakel beim Mathaisemarktlauf. Ganz rechts schaut Sebastian Müller (Startnummer 615, 1. Schüler A) schon ´mal auf die Uhr. Er wird den Kidsrun gewinnen Staffeln mit je vier Staffelteilnehmern machen die Stadtmeisterschaft unter sich aus. Sieger wird die Klasse 11 vom Heinrich-Sigmund-Gymnasium
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Die äußeren Bedingungen waren perfekt, nach einer stürmischen und kühlen Woche kündigte sich der Frühling gerade noch rechtzeitig und mit aller Macht an. In der Schriesheimer Altstadt waren die Sitzplätze im Freien äußerst begehrt. Zum einen, um die Sonne zu genießen und zum anderen, um dem Laufspektakel in unmittelbarer Nähe bequem beiwohnen zu können. Das Zuschauerinteresse und die Stimmung hätten besser nicht sein können.

Der Veranstalter, TV 1883 Schriesheim e.V., hatte mit einem bunten Programm wieder dafür gesorgt, dass für jeden etwas dabei war. Das größte Interesse galt natürlich dem Elitelauf, der "KIA Autohaus Doll Challenge", dem Herzstück der Veranstaltung. Christian Alles, selbst ein erfahrener und erfolgreicher Läufer, war für die Betreuung der Top-Läufer zuständig und hatte es auch diesmal wieder geschafft, überregional bekannte und schnelle Läuferinnen und Läufer nach Schriesheim zu holen. Es wurde sogar über die Verbesserung der Streckenrekorde von Anja Schnabel (34:33 min.) und Martin Beckmann (30:20 min.) spekuliert. Aber vor den Assen durften sich erst einmal die Jugendlichen und die "normalen" Läuferinnen und Läufer auf der Runde durch die Altstadt messen.

Den "Minimarathon" über 4.000 m entscheidet Omar Jammeh (1. M20) klar für sich Schnellste Frau beim "Minimarathon" ist Sarah-Diane Gorges (1. W30) Max Janta gewinnt den Jugendlauf (1. Männl. Jugend B) Alicia Koßmann gewinnt den Jugendlauf bei den Mädchen (1. weibl. Jugend A) Schnellstes Mädchen beim DSC Kidsrun ist Miriam Bodirsky (1. Schülerinnen A)

DSC-Kidsrun (2.000m), Jugendlauf und Minimarathon (4.000m)

Der Start für diese drei Läufe erfolgte zeitgleich um 13 Uhr, zu unterscheiden waren die Teilnehmer an den farblich unterschiedlichen Startnummern und natürlich auch am Alter. Die 39 Teilnehmer am DSC Kidsrun (Jg. 2002-2007) hatten ihr Soll bereits nach zwei Runden erfüllt und waren somit auch die ersten im Ziel. Sebastian Müller vom VFL Bensheim war der erste Tagessieger, er entschied den Kidsrun in 7:09 min. (1. Schüler A) für sich, ganz knapp vor Mauricio Maier-Borst (7:10 min., 2. Schüler A, TSG Germania Dossenheim). Bei den Mädchen siegte Miriam Bodirsky in 7:22 min. (1. Schülerinnen A, TSV 05 Roth). Unmittelbar hinter ihr lief Laura Heine auf den zweiten Platz (7:33 min., 2. Schülerinnen A, Running Team Ortenau).

Am Jugendlauf beteiligten sich 23 Mädchen und Jungen. Mit großem Vorsprung siegte Max Janta von der MTG Mannheim in 13:30 min. (1. männl. Jugend B) und war damit gleichzeitig auch der Schnellste dieses Laufs. Platz zwei belegte sein Vereinskamerad Sardar Khawari (13:50 min., 1. männl. Jugend A). Dritter wurde Jona Bodirsky (13:55 min., 2. männl. Jugend B, TSV 05 Roth). Bei den Mädchen holte sich Alicia Koßmann den Sieg in 15:12 min. (1. weibl. Jugend A, SG Leutershausen) vor Marie Leimbach (15:38 min., 2. weibl. Jugend A, MTG Mannheim) und Leonie Trometer (15:59 min., 3. weibl. Jugend A, MTG Mannheim).

Obwohl der "Minimarathon" für die Jahrgänge ab 1997 und älter ausgeschrieben war und die Streckenlänge nur 4.000m betrug, war die Beteiligung mit 24 Läuferinnen und Läufern recht dürftig. Omar Jammeh wurde drei Runden lang vom Führungsfahrrad als 1. Läufer angekündigt. Entweder durch eine Unachtsamkeit oder fehlende Kraft ließ er sich wenige Meter vor dem Ziel ganz unerwartet noch vom schnellsten Jugendlichen Max Janta überrumpeln. Das änderte natürlich nichts an seinem klaren Sieg beim Minimarathon (13:34 min., 1. M20, MTG Mannheim). Mit über 1 ½ Minuten Rückstand erreichte Nicolas Dornblüth als Zweiter das Ziel (15:10 min., 2. M20, Ving Tsun Schriesheim). Dritter wurde M60-Sieger Dieter Schäfer in 15:55 min. vom TV Rheinau 1803.

Bei den Frauen ging der Sieg in 18:10 min. an Sarah-Diane Gorges (1.W30, Team SRH Campus Sports). Der zweite Platz ging in 21:22 min. an Alexandra Kynast (2. W30, Xtrasports.de). W50-Siegerin Heidrun Krech wurde mit der Schnapszahl 22:22 min. Dritte, eine Sekunde vor Darasouk Phaxay (1. W20, Pöyry Power Team).

Schüler-Staffel-Stadtmeisterschaften

Jeder der vier Teilnehmer von insgesamt 14 Staffeln musste eine Strecke von 400m zurücklegen, bevor der Stab an den nächsten Mitläufer übergeben wurde. Die Schüler der Klasse 11 des Heinrich-Siegmund-Gymnasiums gewannen die Stadtmeisterschaften in 4:10 Minuten.

Start zum "Volksbank Kurpfalz Lauf" über 10 km mit 260 Teilnehmern Marc Trometer (124) und Stefan Burger-Scheidlin liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, am Ende siegt Trometer (1. M20) knapp vor Burger-Scheidlin (2. M20) Zufrieden mit Platz drei ist Hakim Hassanzadeh (3. M20)

Volksbank Kurpfalz Lauf (10 km, 5 große Runden)

Mit 260 Läuferinnen und Läufern hatte dieser Lauf naturgemäß das größte Teilnehmerfeld zu bieten, blieb aber dennoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres mit 337 Teilnehmern. Das Rennen gestaltete sich vom Start weg zu einem Zweikampf. Marc Trometer bestimmte das Tempo und Stefan Burger-Scheidlin ließ ihn nicht aus den Augen. Die weiteren Läufer hatten mit dem Rennausgang nichts mehr zu tun, für sie ging es nur noch um die Plätze hinter den beiden Führenden. Der stets hauchdünn vorne liegende Marc Trometer hatte schließlich das größere Stehvermögen und holte sich den verdienten Sieg beim Volksbank Kurpfalz Lauf in 35:19 min. (1. M20, MTG Mannheim). Stefan Burger-Scheidlin gelang es nicht mehr, aus dem Windschatten heraus zu kontern, mit 4 Sekunden Rückstand musste er sich mit Platz zwei begnügen (35:23 min., 2. M20). Sichtlich zufrieden mit Rang drei war Hakim Hassanzadeh (35:59 min., 3. M20, engelhorn sports team). Vor dem Start erzählte er mir, dass er inzwischen beruflich sehr eingespannt sei und nur noch zweimal in der Woche trainieren könne. Daher war er am Ende glücklich über die Zeit und einen Platz auf dem Podest.

Den Volksbank Kurpfalz Lauf gewinnt Julia Sydow (1. W20) Zweite wird Franziska Schildhauer (2. W20) Caroline Fey (Startnummer 559) liegt hier noch gleichauf mit Lea Wehrmann und wird Dritte (3. W20), Wehrmann läuft als 4. W20 auf Rang Vier

Im Gegensatz zu den Männern ging es bei den Frauen wesentlich deutlicher zu. Julia Sydow landete einen Start-Ziel-Sieg und blieb in 39:52 min. (1. W20, SSC Karlsruhe) als einzige Frau unter der 40-Minuten-Marke. Diese überschritt Franziska Schildhauer als Zweite mit 41:10 min. bereits deutlich (2. W20, MTG Mannheim). Caroline Fey, wurde als Dritte der W20 auch Gesamtdritte in 41:54 min. (Physiofey & Sports).

Achim Schumacher gewinnt die M50 W40-Siegerin Birgit Bodirsky Anerkennender Blick eines überrundeten Läufers für M40-Sieger Jan Dumbeck, der Sechster wird Das "Schriesheimer Urgestein" Claudia Lörsch wurde 3. W60

KIA Autohaus Doll Challenge (10 km, 10 mittlere Runden)

Langsam stieg die Spannung, der Höhepunkt des Tages rückte näher. Das erlesene Elitefeld, bestehend aus 18 Männern und 6 Frauen, nahm hinter der Startlinie Aufstellung um wenig später pünktlich um 15:20 Uhr los zu preschen. Mit dabei war der Vorjahressieger Simon Stützel, den ich vor dem Start kurz befragen konnte. Nach einer kleinen Sinnkrise im Dezember, wo er sich fragte, ob er das alles so noch wolle mit zwei mal Training am Tag, sorgte ein Aufenthalt im Trainingslager im Januar für frischen Wind. "Jetzt habe ich wieder Spaß am Leistungssport und mache weiter", erzählte er mir und nannte im gleichen Atemzug Marcel Fehr als seinen ernsthaftesten Konkurrenten. Der 24-jährige Fehr ist Mittel- und Langstreckenläufer und hat die Qualifikation für die derzeit stattfindende Leichtathletik-EM in seiner Lieblingsdisziplin 3.000m nur ganz knapp verpasst. Ebenfalls zu den Podiumsfavoriten gehörte Frederik Unewisse.

Die "KIA Autohaus Doll Callenge" ist der Höhepunkt des Tages Neun Runden lang machen die Top-Favoriten Marcel Fehr (24) und Vorjahressieger Simon Stützel gemeinsame Sache

Bei den Frauen zählten Fabienne Amrhein, Laura Chacon Biebach und Valerie Moser zu den Sieganwärterinnen.

Die beiden Top-Favoriten Stützel und Fehr hielten sich zu Beginn der ersten Runde noch etwas zurück, machten dann aber ganz schnell ernst und lagen zu Beginn der zweiten Runde bereits in Führung. So ging das Runde für Runde weiter, Stützel und Fehr spulten die 1 km langen Runden in gleichmäßig hohem Tempo Seite an Seite laufend ab, die Konkurrenz versuchte erfolglos, Schritt zu halten. Aber das sorgte gleichzeitig auch für Spannung, weil die Abstände der Verfolger gering waren.

Frederik Unewisse liegt während des ganzen Rennens auf Platz drei und behauptet diesen Platz bis ins Ziel Marius Meyfahrt läuft auf Rang 4 Mit einer starken letzten Runde schiebt sich Kim Abel noch auf den fünften Platz

Bei den Frauen hielt Fabienne Amrhein das Tempo von Beginn an so hoch, dass die Konkurrentinnen ihr nicht lange folgen konnten und sich der Abstand von Runde zu Runde vergrößerte. Auf Rang zwei folgte ihr Valerie Moser, dahinter lag Laura Chacon Biebach stets in Schlagweite.

Erst zu Beginn der letzten Runde kündigte sich die Entscheidung an. Mit einem forschen Antritt löste sich Fehr von Stützel, der das Tempo nicht mehr mitgehen konnte und holte sich den letztlich erwarteten Sieg bei der "KIA Autohaus Challenge" in genau 31 Minuten (1. M20, SG Schorndorf 1846). Den Streckenrekord verpasste er um 40 Sekunden. Sein großes Ziel ist die Universade in Taiwan, für die er sich über 1.500m qualifizieren will.

Hier noch gemeinsam auf der Strecke, im Ziel ist Sophie Crommelinck (636) Vierte und Julia Bongiovanni Fünfte Valerie Moser liegt lange auf dem zweiten Platz, wird von Laura Chacon Biebach noch abgefangen und ist am Ende über Rang drei etwas enttäuscht Laura Chacon Biebach liegt lange auf dem dritten Platz, kann aber eine Schwächephase von Valerie Moser nutzen und mit viel Kampfkraft noch den zweiten Platz erobern

Simon Stützel (1. M30, ASICS Frontrunner) war über den zweiten Platz sehr, sehr happy, denn nach 31:16 min. war er nur 26 Sekunden langsamer als bei seinem Vorjahressieg und das trotz einer längeren Erkrankung im Vorfeld dieses Laufes. Genügend Luft nach vorn und hinten hatte Frederik Unewisse, der in 32:03 min. den dritten Platz während des ganzen Rennens inne hatte und bis ins Ziel sicher behauptete (2. M20, LG Region Karlsruhe).

Im Alleingang holt sich die strahlende Fabienne Amrhein den Sieg bei der "KIA Autohaus Doll Challenge" und ist für die Deutschen Crossmeisterschaften bestens gerüstet Mit einem forschen Antritt in der letzten Runde holte sich Marcel Fehr den Sieg im Eliterennen Vorjahressieger Simon Stützel hat wieder Spaß und ist happy über den zweiten Platz
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Nachdem es zwischenzeitlich den Anschein hatte, dass Fabienne Amrhein den Streckenrekord tatsächlich angreifen könnte, fehlte dazu bei ihrem Alleingang letztlich eine Minute. Mit der Siegerzeit von 35:35 min. (1. W20, engelhorn sports team) hinterließ sie einen bärenstarken Eindruck und fühlt sich bestens gewappnet für die Deutschen Cross Meisterschaften in Löningen. Laura Chacon Biebach nutzte eine zwischenzeitliche Schwächephase von Valerie Moser, um diese noch von dem sicher geglaubten zweiten Platz zu verdrängen. Der deutschen "Wings for Life Run" Siegerin von 2015 setzte zuletzt ein Hexenschuss arg zu, mit großer Willensstärke behauptete sie den zweiten Platz (37:52 min., 2. W20, ASICS Frontrunner) vor der etwas enttäuschten Valerie Moser (38:07 min., 3. W20, Running Team Ortenau).

Nach diesem Laufspektakel durch die Schriesheimer Innenstadt setzten sage und schreibe 238 Bambini im Alter von 3-11 Jahren den Schlusspunkt beim diesjährigen Mathaisemarktlauf. Es wurde wieder toller Sport geboten, das Organisationsteam unter der Leitung von Michael Stang hat einen hervorragenden Job gemacht.

Bericht und Fotos von Reinhold Daab
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