25.3.17 - 8. Rockie-Mountain-Lauf Rockenhausen

Wie sich die Bilder gleichen….

von Wilfried Raatz

Es ist schon interessant, wie sich die Bilder am Donnersberg gleichen. Wie schon Ende Februar von Steinbach aus hießen auch Ende März von Rockenhausen aus die Sieger Jonas Lehmann und Simone Raatz. Nach seinem fünften Sieg beim Donnersberglauf ließ sich Jonas Lehmann auch von Rockenhausen aus nichts vormachen und dominierte auch den mit 13,3 km ungleich längeren Rockie-Mountain-Lauf nach Belieben.

War der Sieg von Simone Raatz über die Abonnementssiegerin Melanie Noll auf dem Straßenkurs von Steinbach aus noch die Überraschung schlechthin, so schaffte die für den ASC Darmstadt startende 41jährige Straßenlauf-Spezialistin das Kunststück, auch auf dem stärker strukturierten Berglauf mit deutlichem Vorsprung das Ziel auf dem höchsten Pfälzer Berg zu erreichen.

 

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Doch damit nicht genug, nach Jahren der Dominanz mit den Seriensiegerin Lehmann und Noll könnte zumindest bei den Frauen die 2017er Auflage des Pfälzer Berglauf-Pokals noch zu einer interessanten Angelegenheit werden, wenn Simone Raatz ihre Absicht, noch zwei weitere Läufe in der Pfalz zu bestreiten, wahrmachen sollte. "Dazu habe ich ja noch bis zum Herbst Zeit", gestand die zuletzt auch in Löningen als Deutsche W40-Crossmeisterin erfolgreiche Läuferin mit einem Lachen.

Rund 13 Kilometer sind beim Rockie-Mountain-Lauf bis zum Ziel, den Gipfel des 687 Meter hohen Donnersberges, zu absolvieren
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Nicht die Spur von Enttäuschung stand im Gesicht von Jonas Lehmann, als er von Veranstaltungsleiter Stefan Hinze erfuhr, dass er seinen eigenen Streckenrekord von 49:27 Minuten nur um zwei Sekunden verpasst hatte.

"Ich bin ohne Uhr gelaufen", erklärte Jonas Lehmann den Umstehenden, "wusste also nicht, wie schnell ich tatsächlich unterwegs war!" Selbst wenn er es gewusst hätte, für einen Rekordlauf nach Plan wären natürlich die Splits am Falkensteiner Hof, am Rondell oder gar am Königsstuhl hilfreich gewesen, die er 2015 als Durchgangszeiten erreicht hatte. Doch selbst diese sind nicht protokolliert.

 
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Begrüßung durch Rockenhausens Bürgermeister Karl-Heinz Seebald und Veranstaltungsleiter Dr. med. Stefan Hinze (re.) Entspannte Vorstartphase auf dem Marktplatz

"Letzte Woche wurde ich beim Nanstein-Berglauf schon stärker gefordert, diesmal war es wie immer doch recht einsam an der Spitze!" In der Tat, Stefan Hinze musste als Moderator seiner One-Man-Show über vier (!) Minuten warten, bis die Nächstplatzierten das Ziel erreichten. Doch dies hieß allerdings Spannung pur!

Noch am Königsstuhl hatte André Bour einen merklichen Vorsprung vor Felix Thum, doch dann passierte dem erfahrenen Heltersberger das Missgeschick, er lief einige Meter an einem Wegabzweig, obwohl dieser ausreichend gut markiert war, in die falsche Richtung. "Deshalb war ich natürlich wieder dran", erklärte der aus dem hessischen Eschenburg angereiste Felix Thum. Im heißen Finale hatte der eher auf der Hindernisstrecke angesiedelte 30jährige einen leichten Vorteil. Bei der Siegerehrung wurden jedoch beide auf Rang zwei gesetzt - und hatten zudem noch die Sorge, die ausgelobten (im Wert abgestuften) Gutscheine für Laufutensilien gerecht aufteilen zu müssen.

Schnelle Starter mit v.l. Marcel Job, Simone Raatz, Felix Thum Im Feld der 230 Läufer auch das W70-Ass Karin Risch (Startnr. 450)

Wie schon von Steinbach aus wurde Tom Heuer hinter Jonas, Felix und André Vierter, allerdings fast eine weitere Minute zurück. Überhaupt war die Spitze weit auseinander gezogen, für den fünftplatzierten Marcel Job wurden schon knappe 55 Minuten gestoppt. "Die Bedingungen waren heute gut, wenngleich der Wind im freien Feld schon störte. Dafür war es aber im Wald trocken und sehr gut zu laufen", berichtete Jonas Lehmann nach seinem siebten Sieg in Folge über die Bedingungen, die bei zudem leichten Frühlingstemperaturen mit 14° nahezu ideal waren.

Nur um 2 Sekunden am eigenen Streckenrekord vorbei: Jonas Lehmann Noch ist André Bour deutlich auf Rang zwei … ... im Ziel hat Felix Thum knapp die Nase vorne Wie auch schon von Steinbach aus wird Tom Heuer Vierter

Fast war man am Königsstuhl schon der Auffassung, dass sich die nächsten Läufer im 230 Teilnehmer starken Feld verlaufen haben müssten, denn in den nächsten Minuten tat sich auf der Laufstrecke nichts. Dann jedoch erschienen mit der bei den Frauen führenden Simone Raatz und Thibaud Clipet auf den Plätzen sechs und sieben. Die Darmstädterin wirkte allerdings am Ende einer 140 Km-Trainingswoche (verständlicher Weise) nicht besonders frisch und gab später zu verstehen, dass das gesamte Rennen eher ein Wechselbad der Gefühle war. "Ich wollte bis zum Rondell praktisch bei jedem Kilometer aussteigen. Meine Beine wollten einfach nicht die Steigungen hoch! Nach dem langen Bergabstück ging es einigermaßen, sodass ich Melanie hier ein- und auch überholen konnte. Dann ist es deutlich besser gerollt!"

Zweiter Sieg am Donnersberg für Simone Raatz (daneben Thibaud Clipet) Einmal mehr nur auf Rang Zwei: Melanie Noll (dahinter Marko Martin) Kathrin Stausberg wird Frauendritte und W35-Siegerin Anna Janssen ist die Frau in Gelb und 4.

Mit 58:56 Minuten lief sie dann auch "von der anderen Seite" zum Sieg. 52 Sekunden dahinter erreichte Melanie Noll das Ziel und musste damit zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Wochen eine weitere Niederlage bei einem Pfälzer Berglauf einstecken. "Auch wenn ich jetzt zweimal vorne lag, für mich ist Melanie nach wie vor die klare Nummer eins im deutschen Berglauf!"

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Auch bei den Frauen waren die Abstände zu den weiteren Spitzenrängen erheblich. Rang drei sicherte sich Kathrin Stausberg aus Bad Sobernheim in 1:05:49 Stunden, dicht gefolgt von Anna Janssen, die lediglich vier Sekunden dahinter lag. Die W45-Siegerin Sabine Roschy wurde Fünfte.

Bericht und Fotos von Wilfried Raatz

Ergebnisse www.laufinfo.eu - Info www.berglauf-rockenhausen.de

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