19.3.17 - 14. Rißnertlauf in Karlsruhe-Rüppurr

Wie die Feuerwehr: Frederik Unewisse

von Wilfried Raatz

Die Macher beim neu aufgestellten Organisationsteam durften sich in vielfacher Hinsicht freuen. Aufgrund des starken Andrangs am Nachmeldeschalter wurde die 700er Anmeldemarke geknackt, das befürchtete Matschwetter blieb nach den Regenfällen in den frühen Morgenstunden aus - und ebneten Frederik Unewisse letztlich den Weg zum neuen Streckenrekord im 15 km-Wettbewerb in 48:05 Minuten.

TuS-Helfer Herbert Lander fordert: Follow me (… if you can!) ... in den Oberwald
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Mit einem Blitzstart hatte sich der 24jährige Karlsruher bereits schon nach wenigen Hundertmetern vom übrigen Feld absetzen können und heizte mit unvermindert hohen Tempo dem umweltfreundlichen Racecar-Fahrer Herbert Landes mit der netten Anweisung "Follow me!" (fehlte sicherlich dann noch der Zusatz: "If you can!") gewaltig ein. Doch Frederik konnte - bis zum Zieleinlauf im Stadion Gas geben. Mit 48:05 Minuten trieb er den seit 2014 von Triathlon-Ass Sebastian Kienle bestehenden Streckenrekord von 48:37 Minuten (übrigens im Duell eben mit diesem Frederik Unewisse) kräftig nach unten.

"Es sollte für mich schon einen hohen Stellenwert haben", wehrte der neue Rekordmann vorschnelle Spekulationen nach einem lockeren Trainingslauf ab. "Am Dienstag mache ich noch mit Simon einen Tempodauerlauf mit anschließenden 300ern … und dann geht es ab in den Urlaub", gibt Frederik Unewisse einen raschen Abriss über die nächsten Wochen bis zum ersten Saisonhöhepunkt, den deutschen Halbmarathonmeisterschaften im Rahmen des HAJ Hannover Marathon.

Auf und davon: Start-Ziel-Sieg für Frederik Unewisse

Sicherlich eine ungewöhnliche Vorbereitung auf den ersten Saisonknaller. "Ich bin halt kein Laufprofi. Dann musst du deinen Urlaub irgendwie einpassen. Wir haben schon vor einem Dreivierteljahr gebucht. In Thailand werde ich natürlich täglich eine Laufeinheit absolvieren, vielleicht geht auch noch eine zweite! Optimal ist natürlich etwas anderes!" Mit Freundin Eli wird ihn in Fernost eine Mixtour aus Strandurlaub und Ausflugsprogramm erwarten. Trotz oder gerade wegen seiner kleinen "Auszeit" rechnet er in Hannover mit einem Ergebnis im Bestzeit-Modus. "Wenn alles gut läuft, dann erwarte ich eine Zeit unter 1:07 Stunden". Mit der 15 km-Bestmarke auf der Waldstrecke im Oberwald im Gepäck lässt sich leichter planen, zumal sein Start bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Löningen mit dem dritten Mannschaftsrang vielversprechend verlief und er zugibt, kein ausgesprochener Crossläufer zu sein.

Läufer so weit das Auge reicht….

Es dauerte schon einhundert Sekunden, bis im Stadion mit Jochen Uhrig der Zweite begrüßt werden konnte. Das sind freilich schon kräftige Abstände, die allerdings schon alleine aufgrund der Leistungsfähigkeit des Weinheimers durchaus verständlich werden. "Ich bin vor einer Woche in Frankfurt eine 1:11:30 gelaufen", erklärt der 34jährige, der den Schwiegereltern-Besuch in (Karlsruhe-)Aue mit einem flotten Lauf verbinden wollte. Auch sein Nahziel wird der Halbmarathon in Hannover sein, als Saisonziel ist jedoch der Berlin-Marathon ausgemacht. Auch er lief mutterseelenallein durch den Oberwald, den er von den gelegentlichen Laufeinheiten her kennt - denn Vorjahressieger Joshua Klein ließ sich diesmal mit 51:39 deutlich mehr Zeit als 2016, als für ihn 50:47 notiert wurden.

Der Fünfer ist ein Lauf für die ganze Familie Gleichschritt bei den TuS-Lauftrefflerinnen Jennifer (522) und Laura Mobile Entsorgung im Landschaftsschutzgebiet Rißnert

Nach den furiosen Läufen von Melina Tränkle (2014: 54:21, 2016: 54:34) lief bei der 14. Auflage des Rißnertlaufes durch das Landschaftsschutzgebiet im Oberwald in Rüppurr keine Läuferin unter die Ein-Stunden-Marke. Als "Trainingslauf" bezeichneten dann auch unisono sowohl die vor Wochenfrist noch beim Bienwald-Marathon in Kandel gestarteten Natascha Bischoff als auch Svenja Mann die 15 km lange Ausdauerbelastung. "Es waren immer 10, 15 Meter, aber ich kam nicht näher heran", kommentierte Svenja Mann das Renngeschehen im Nacken ihrer Vereinskollegin bei der LSG Karlsruhe. Mit 1:01:57 bzw. 1:02:03 waren beide offenbar zufrieden.

Martin Diebold gewinnt in schnellen 15:30 die 5 km …. vor Semere Gaim Tekia Der 11jährige Julius gewinnt die "Kinderwertung" über 5 km

"Für mich ist dies sogar Bestzeit", freute sich die eher auf den Ultradistanzen angesiedelten Natascha Bischoff. "Mit dem Sieg habe ich natürlich nicht gerechnet. Die Siegerzeit ist freilich nicht gut, aber für mich heißt es: Trainingslauf bestens gelungen!" Unter diesem Begriff muss man letztlich auch viele Resultate zuordnen, denn ein spektakuläres Frühlingserwachen nach den lauffreundlichen Wochen und Monaten sieht schon anders aus.

Frühlingserwachen bei 5 km-Siegerin Latifa Schuster 5 km-Zweite Lena Zellmann Atika Kuhn vom Straßburger Club ASL Robertsau wird Dritte

Fest in Karlsruher Hand waren aber auch die nächsten Plätze. Dritte wurde Lena Schmidt, die Siegerin des Jahres 2015, nach 1:02:31 vor Franziska Pfeiffer (1:03:54) und Carolin Tuch, der früheren U20-Berglauf-Meisterin, die zwar für den Chemnitzer LV Megware startet, aber berufsmäßig seit einigen Jahren in Karlsruhe lebt.

Über 5km wird die 14jährige Caroline von Jens Laudage begleitet Nachwuchsförderung auch für die 12jährige Tugce durch Valerie Knopf Gelernt ist gelernt: Im klassischen Stil walkt Gudrun Bless

Der eher mit Familienlauf-Charakter belegte 5 km-Lauf ging diesmal mit Martin Diebold an einen Pforzheimer Läufer, der mit 15:30 Minuten zwar schnell unterwegs war, aber an die Bestmarke von Felix Wammetsberger (15:09) ebenso wenig herankam wie die München-Marathonsiegerin Latifa Schuster, die für die "Sprintstrecke" 17:59 Minuten lang unterwegs war - und dabei die Bestmarke von Sarah Hettig um "läppische" drei Sekunden verfehlte.

Jochen Uhrig wird 15 km-Zweiter Joshua Klein läuft auf Platz 3 Spurt um Rang vier: Daniel Kirchenbauer (436) gegen Efrem Tesfay (324) Bernd Mürb gewinnt die M55

"Wir haben über 700 Anmeldungen", freute sich Jutta Dresch, die zusammen mit Thomas Stahl die Leichtathletik-Abteilung des TuS Rüppurr leitet und nach der "Neuordnung der Zuständigkeiten" (wie sie es bezeichnete) mit dem Andrang mehr als zufrieden war. Dass letztlich nur 560 LäuferInnen im Ziel registriert wurden, liegt sicherlich am eher familienunfreundlichen Wetter.

Siegerlächeln bei Natascha Bischoff …dichtauf gefolgt von Svenja Mann Doppelsieg für die LSG Karlsruhe durch Natascha und Svenja
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Somit ist unter Berücksichtigung des Schwunds keine neue Finisher-Rekordzahl zu verzeichnen, denn diese liegt seit der 11. Auflage im Jahr 2014 bei 644. Letztlich aber zweitrangig, denn viele ambitionierte Läufer und Gelegenheitsläufer der Karlsruher Sportszene und des laufbegeisterten Umlandes haben einen atmosphärischen Lauftag im Rißnert genossen, schließlich lud auch die reichhaltige Kuchentheke noch zum Verweilen ein….

Bericht und Fotos von Wilfried Raatz

Ergebnisse www.tus-rueppurr.de

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