12.3.17 - 42. Int. Bienwald-Marathon in Kandel

und 39. Nationaler Halbmarathon

Kandel im Plus und nur zufriedene Gesichter

von Constanze & Walter Wagner

Anm.d.Red.: Alle Resultate von Latifa Schuster ab dem 2. Oktober 2016 sind annuliert.

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Hervorragende Bedingungen, treue Teilnehmer und gute Resultate, könnte das Fazit lauten. Doch bleiben wir zunächst bei der Historie. Es war die 42. Austragung des Bienwald Marathon in Kandel. Der hatte seinen absoluten sportlichen Höhepunkt 1984 mit den Deutschen Meisterschaften. Seither ist niemand schneller gelaufen als die Streckenrekordhalter Ralf Salzmann in 2:14:25 h und Susi Riermeier in 2:38:13 Stunden. Auch nicht 1989 als es zum zweiten Male um nationale Meisterschaften ging und Uwe Hartmann sowie Birgit Lennartz sich die Titel holten.

Mehr noch erinnern die fachkundigen Flaneure an der Strecke an die 2:19:52 h von Hans-Jürgen Eichberger, auf die er sich 1981 bei seinem dritten Sieg im Bienwald steigerte. Zeiten um 2:20 waren damals die Regel, aktuell stellt das Unterbieten der 2:30er-Marke die Herausforderung für die Männersieger. 1977 wurde das erste Frauenergebnis in Kandel notiert, danach dauerte es 30 Jahre bis zur nächsten Siegerin mit einer Zeit jenseits von drei Stunden.

 
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Magret Ruppert stellte mit sechs Siegen die eindrucksvollste Dauerleistung auf, mit Zeiten ausnahmslos zwischen 2:47 und 2:59 Stunden. Zuletzt war es Eve Rauschenberg gelungen mit 2:49:34 h die 2:50erMarke zu unterbieten, im März 2011.

Noch schnell ein Foto fürs Läuferalbum geknipst, dann zum Start und über Halb- oder Marathon gerannt. Alt-Landesvater Kurt Beck war von 1994 bis 2013 Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, gab zusammen mit weiterer Politprominenz den Startschuss zum 42. Int. Bienwald-Marathon und 39. Nationalen Halbmarathon in Kandel
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Am Sonntag erfolgte verlässlich der Startschuss zum 42. Bienwald Marathon, dem 1999 erstmals der kleine Bruder Halbmarathon zur Seite stand, der schon seit 1979 als separate Veranstaltung vom TSV Kandel ausgetragen wurde. Der schoss dermaßen gestützt nun wie Salat und hatte bereits bei der dritten gemeinsamen Austragung die Nase nach vorn geschoben. Heute übertreffen die Halben die Finisher des Marathons um das Doppelte. So war es auch in diesem Jahr, in dem 531 Ergebniseinträge das Marathontableau zieren, dem 1288 Halbmarathon-Finisher gegenüber stehen. Mit 1819 Finishern gesamt rangiert man 2017 in den Spitzenrängen der hauseigenen Statistik, die von den 1960 Finishern des Jahres 2008 angeführt wird.

 

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Doch nicht nur das Teilnahmeinteresse ist über die Jahre beständig groß. Bedenkt man, dass man in Kandel bei der Waldstrecke bleiben musste, als es international Mode wurde, mit dem Marathon die Herzen der Metropolen zu eroberte, belegt der Bienwald Marathon und einige Traditionsläufe mehr, dass das Laufen in der Natur von nicht wenigen Läufern und einigen Läuferinnen bevorzugt wird. Sportlich gilt der Frühjahrsklassiker als schneller Parcours, bei dem so manche persönliche Bestzeit aufgestellt wird, die mitunter länger hält als den Akteuren lieb ist. Zum extrem flachen Kurs durch das Revier der Wildkatzen ist wenig hinzuzufügen, der noch laubfreie Wald liefert bereits Windschutz, so dass es auf den langen Geraden meist ungehindert vorwärts geht.

Bunt gemischt laufen Halb- und Marathonläufer in Richtung Minfeld Das Führungsfahrzeug "Flotte Biene" kündigt im Bienwald bei km 9 die ersten Läufer an

Das zweite Wochenende im März glänzte mit viel Sonne und strafte mal wieder das Langzeitwetterradar lügen, das bis Mitte der Woche mit Regen drohte. So wurde es manchen schon einen ‚Touch' zu warm, die 5 km Abstände der Servicestellen am Ende schon lang. Davon weniger betroffen waren die Halbmarathonläufer, denn beim gemeinsamen Startschuss um 10.00 Uhr war man eher froh, dass die frostigen Nachttemperaturen von der Sonne schon weggefegt waren. Einige Favoriten hatte man seitens des TSV Kandel kredenzt und lag mit den Auserkorenen auch nicht falsch. Dass man bei der herausgestellten Marathonfavoritin von einer Steigerung der Bestzeit um gleich 10 Minuten ausging, klang nach Wunschdenken, doch dazu später mehr.

Addisu Tulu Wodajo (1002), Andreas Kuhlen (2216) und Getachew Endisu führen das Halbmarathonfeld an Die Marathonmänner Simon Stützel mit der Nummer 1, Vorjahressieger Richard Schumacher (461) und links hinter Stützel Kandel-Debütant Timo Gieck (Nr. 3) mischen sich unter die HM-Verfolger

Nationaler Halbmarathon mit internationalen Siegern

Die Streckenrekorde über die 21,0975 Kilometer waren frisch. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern wurden diese erst im Vorjahr aufgestellt. Simon Stützel verpasste dabei mit einem unglücklichen Verlust einiger Sekunde an der Wende in 1:05:14 h nur denkbar knapp sein Ticket für die Europameisterschaft in Amsterdam zu lösen, während Lisa Hahner mit 1:14:28 h den Leistungsnachweis erbrachte, der von ihr für die Teilnahme bei den Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu erbringen war. Beide Zeiten waren so herausragend, dass man kaum davon ausgehen konnte, dass es bereits erneut zu Bestwerten kommen sollte. Zwar war Simon Stützel am Start, hatte sich aber die lange Distanz vorgenommen. Allerdings fanden sich einige Athleten mit afrikanischen Wurzeln im Startfeld ein, die für gute Zeiten sorgen sollten. Bei den Frauen war die Frage, ob die Französin Latifa Schuster tatsächlich zu gefährden sei.

Die Halbmarathonführende Latifa Schuster in Begleitung des nächsten Marathonmannes Kai-Uwe Müller (links in Blau) und Halbmarathonmann Christoph Gräff Die Schweizerin Corinne Grieder folgt im HM auf Platz 2 Natalie Wangler hält Rang 3 inne Lisa Miksch wird 4. werden

An der Spitze löste sich bald eine Dreiergruppierung, die nicht überraschend aus Halbmarathonläufern bestand. In einem taktisch gelaufenen Rennen mit vielen Tempowechseln ging es spannungsgeladen nach der Wende bei Kilometer 13 direkter zurück zum Bienwald-Stadion, aber nicht schnell genug um den Rekord zu gefährden. Nach 19 Kilometern gelang es Addisu Tulu Wodajo (TV 1848 Coburg) und Getachew Endisu (LAC Quelle Fürth) ein paar Meter zwischen sich und Andreas Kuhlen (LG Braunschweig) zu legen. Der hatte sich als Mittelstreckler durchaus Siegchancen im Zielspurt ausgerechnet.

Schlussendlich war es Addisu Tulu Wodajo, der in 1:08:58 h bei seiner ersten Teilnahme in Kandel aufs oberste Treppchen lief. Seine Bestzeit von 1:06 h lief er nach eigener Aussage 2014 in München. Über Marathon hat er eine PB von 2:29:35, die er im Vorjahr als Sieger des Fränkische Schweiz Marathons aufstellte. "Im Vorfeld zu viel trainiert, vor einer Woche noch 64 Minuten über 20km", vermutete der Sieger.

 

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Empfohlen hatte ihm die Kandeler Strecke Getachew Endisu. Der war 2016 an gleicher Stelle in 1:06:01 Dritter geworden. Nun reichten ihm 1:09:05 h zum zweiten Rang.

Christoph Hakenes (1321) von der LSG Karlsruhe wird die M40 über HM gewinnen, M50-Sieger wird Matthias Koch (1481) von der LAV Stadtwerke Tübingen Johannes Ullrich vom TV-Bad Bergzabern ist Schnellster der U20 über Halbmarathon Gemeinsam mit zwei "stimmel sports" Athleten legt sich M60-Sieger Günther Lippold von der LG Filder in die Kurve. Die 35 bzw. 24 Jahre jüngeren Läufer Lars Grünkorn und Artur Bury, sind nur wenige Sekunden vor dem nach 1:26:17 einlaufenden Lippold im Halbmarathon-Ziel Ilse Storch vom Laufclub Tölzer Land gewinnt die W55 über HM Eddy Schlenker vom VfL Ostelsheim ist mit 1:30:50 in der M70 unschlagbar

Andreas Kuhlen, der durch drei Siege beim Lußhardtlauf im badischen Hambrücken in der Region kein Unbekannter ist, komplettierte das Siegerpodest in 1:09:11 h. Er hat sich als Diplom-Sportmanager und Dipl. Sport- und Fitnesstrainer selbstständig gemacht und bietet unter anderem Trainingswochen (http://andreaskuhlen.de) an. In der laufenden Saison plant er die Teilnahme am PSD LaufCup und sollte dabei ein Wörtchen um die Cupvergabe mitreden. Doch davor gilt es für ihn bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover in den Bereich seiner Halbmarathonbestzeit von 1:07:45 h oder darunter zu laufen.

Lars Kegler, letztes Jahr in Kandel Halbmarathon Weltrekord in Feuerwehruniform gelaufen, diente diesmal dem sehbehinderten Radsportler und Triathlet Ralf Arnold von der MTG Mannheim Triathlon als Guide. Sie erreichten das Halbmarathon-Ziel nach 1:29:50 Robin Fundinger vom SC Karlsbad bewältigte die Halbmarathonstrecke 'untenrum frei' in 1:45:45

Auf den folgenden Rängen landeten Simon Friedrich (TSV Straßberg) in 1:12:41 vor Oliver Späth (BSG Festo Esslingen) in 1:12:56 und Sebastian Pieczarek für Laufwelt Rastatt-Wintersdorf am Start und in 1:13:06 Sechster. Christoph Hakenes von der LSG Karlsruhe gewann als Siebter die M40 in 1:13:09 h. M50-Sieger Matthias Koch (LAV Stadtwerk Tübingen) lief in 1:15:19 h auf Gesamtrang 14. Der 53jährige promovierte Chemiker hat eine Bestzeit von 1:11:08 h und lief in der AK50 auch schon eine 1:13:50 h. In Kandel lief er sein erstes Rennen 2017 als Standortbestimmung. Für ein weltweit agierendes Chemieunternehmen ist er viel im Ausland unterwegs und kann sich seinem Hobby nicht immer so intensiv widmen, wie es nötig wäre um in den tiefen Fußstapfen seines Laufsportgeschichte-schreibenden Vaters Walter Koch zu folgen, der mit 65 Jahren in Kandel Marathon in 2:47:41 lief. Unglaublich die Schnellsten in den höheren Altersklassen aber auch in diesem Jahr.

Nach der Wende bei km 13 bilden Addisu Tulu Wodajo (rechts), Andreas Kuhlen und Getachew Endisu (1001) noch immer die Halbmarathon Führungsgruppe Simon Friedrich folgt auf Platz 4 Oliver Späth auf Platz 5

Bei den Frauen war Latifa Schuster (ASL Robertsau) praktisch konkurrenzlos. In 1:18:55 lief die erfolgreiche Langstreckenläuferin aus dem Elsass ungefährdet zum Sieg und verbesserte ihre persönliche Bestzeit aus dem Vorjahr von 1:19:05 h. In München stellte sie ebenfalls 2016 bei ihrem Marathonsieg ihre Bestzeit von 2:56:20 auf. Eine erste Halbmarathon-Marke lieferte die W35-Läuferin in diesem Jahr bereits im Januar in Marrakesch ab (1:19:55h).

 

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Corinne Grieder (LSV Basel) folgte in 1:24:10 h als Zweite. Sie hatte sich einen schnellen Halbmarathon vorgenommen und war mit ihrem Ergebnis zufrieden. Als Bestzeit kann sie auf 1:22:47 h verweisen. Die 27jährige Grundschullehrerin läuft seit 2010, Distanzen von 10 km bis Halbmarathon. Natalie Wangler aus Offenburg war in 1:25:20 h schnellste deutsche Läuferin und wurde für die Roadrunners Südbaden dritte Frau. Sie ist erst 20 Jahre alt und studiert Wirtschaftsinformatik. Bereits seit Kindesbeinen ist sie als "klassische" Mehrkampf-Leichtathletin dabei. Seit sechs Jahren Laufspezialistin. Ihre alte Halbmarathonbestzeit war sie im Vorjahr als Siegerin des Rheinzaberner Osterlaufs gelaufen (1:25:57h). Kandel war als Vorbereitung auf den Paris Marathon gedacht. Ihre Marathon-Debüt war der Vienne Marathon 2016 in Wien (3:12:55h). Während ihres Studiums im schottischen Edinburgh ist sie ihre 10km-Bestzeit (37:23 min) in Glasgow gelaufen.

Addisu Tulu Wodajo läuft als Erster im Bienwaldstadion ein Bei den Frauen bleibt Latifa Schuster über Halbmarathon vorn

Auf Rang vier finishte Lisa Miksch für den TV Forst Triathlon in 1:26:00 vor Julia Lippold (LG Filder) in 1:27:27 h. Sechste wurde Daniel Kenty vom Team Exotenwald Weinheim in 1:28:42 h. Ihr folgte in 1:28:46 h Nadine Bucci als W40-Siegerin ins Ziel. Für die 41jährige von der SG Poseidon Eppelheim war es die zweite Teilnahme in Kandel. 2008 hatte sie beim Bienwald Marathon als Viertplatzierte ihre Bestzeit von 3:00:45 h aufgestellt. Ihre Halbmarathon-Bestzeit von 1:23:11 liegt schon etwas zurück, so die promovierte Chemikerin von Roche Mannheim, die sich für 2017 die Teilnahme beim Langdistanz Triathlon in Roth vorgenommen hat.

Ilse Storch vom Laufclub Tölzer Land lief in der W55 in 1:32:15 h netto zum Sieg. Aus der Reihe erstklassiger Altersklassenleistungen ragt die von Heide Bock heraus. Die W75-Läuferin vom Forstenrieder SC München lief netto 1:47:20 h und verbesserte nochmals ihre Leistung von Bad Füssing im Februar. International ist die spät gestartete Ausnahmeathletin fast unerreicht. Die US-Amerikanerin Libby James sollte mit 1:45:52 h an der Spitze dieser Altersklasse stehen. Leider sind die Altersklassenrekorde im Halbmarathon weniger penibel als beim Marathon gelistet.

Die schnellsten Halbmarathonfrauen im Ziel v.l. Latifa Schuster (ASL Robertsau), Corinne Grieder (LSV Basel) und Natalie Wangler (Roadrunners Südbaden) Das Männerrennen über Halbmarathon gewinnt Addisu Tulu Wodajo (1002) vom TV 1848 Coburg vor Getachew Endisu (LAC Quelle Fürth) und Andreas Kuhlen (2216) von der LG Braunschweig

Königsdistanz wurde Sache der Favoriten

Um die Wende bei Kilometer 13 musste sich Simon Stützel (ART Düsseldorf) diesmal keine Gedanken machen. En passant dürfte ihm die vorgenommene Verbesserung mit größeren Schildern und einem Ansager an der Wende aufgefallen sein. Simon Stützel, der einfach gern in der Pfalz startet, hatte mit gesundheitlichen Problemen nicht die Vorbereitung genossen, die einer von ihm erwarteten Zeit um 2:20 h genügte. Mit nur einem langen Lauf schaffte er es aber dennoch, die Konkurrenz in Schach zu halten und sich nach 29 Kilometern vorn abzusetzen. Nach der Wende bei Kilometer 25 hatte er das Tempo verschärft. Nach 2:28:51 h blieb er auch bei der zweiten Teilnahme in Kandel ungeschlagen und ziert nun die Chroniken beider Distanzen als Sieger. Richard Schumacher vom Sparda Team Rechberghausen hatte sich als Sieger des letztjährigen Marathons kaum Chancen gegen Simon Stützel ausgerechnet, verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um wenige Sekunde auf 2:30:32 h. Schon am kommenden Samstag will er in Schwäbisch Gmünd über Halbmarathon an den Start gehen. Dritter wurde Kay-Uwe Müller von der TSG Schwäbisch Hall in 2:36:30 h.

Simon Stützel (ART Düsseldorf) erreicht das Bienwaldstadion als schnellster Marathonläufer Vorjahressieger Richard Schumacher vom Sparda Team Rechberghausen wird 2. Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall) läuft auf Rang 3 Timo Gieck vom TV 1848 Coburg wird 4.

Enttäuscht war Timo Gieck nach seinem vierten Platz in 2:38:16. Seine Bestzeit von Hamburg (2:34:09) wollte er angreifen, hatte für eine Zeit um 2:30 h trainiert. Es sollte der einzige Marathon in diesem Jahr sein und in der weiteren Saison wollte sich der Vertriebsleiter einer Spedition ganz auf die Senioren EM im dänischen Aarhus konzentrieren, wo er über Halbmarathon starten will. "Zu schnell angefangen, der störende Gegenwind und zu viel allein gelaufen", so die Erklärungen des M35-Läufers vom TV Coburg, der lange mit an der Spitze lag.

Lokalmatador Michael Ohler vom TSV Kandel wird die M45 und den Pfalzmeistertitel im Marathon gewinnen Michael Sommer (links in Orange) vom EK Schwaikheim gewinnt die M50. Zweimal gewann er schon den Bienwald-Marathon, 1997 lief er hier seine BZ von 2:27:53 Vereinskollege Armin Härle gewinnt die M60 über Marathon

Hinter Gieck ging es nicht nur um Rang fünf, sondern auch um den Titel des Pfalzmeisters. Mit Archillessehnenbeschwerden hatte Oliver Trauth vom TV Herxheim in 2:41:28 h das Nachsehen. Titelverteidiger Michael Ohler vom TSV Kandel sicherte sich in 2:40:23 h Titel und M45-Sieg. Auf den weiteren Rängen lief Dr. Stanislav Stoev zum M40-Sieg in 2:41:30 und Michael Sommer wurde als Gesamtachter M50-Sieger in 2:46:03 h. "Habe krankheitsbedingt erst an Fastnacht mit dem Training begonnen", so der Läufer der EK Schwaikheim mit der einmaligen Vita über 100km schmunzelnd, der sich mit Jahrgang 1964 nach eigener Aussage im Zustand des Abtrainierens befindet.

Brems- und Zugläufer gibt es beim Bienwald-Marathon von unter 3:00 bis unter 4:30 Stunden Einer davon war Bottwartal-Marathon Veranstalter Gerhard Petermann, er begleitete die Bienwald-Marathonläufer als Pacemaker für unter 4:00h

Auf dem 10. Platz kam Nina Chydenius (Vilipurin Urheilijat) ins Ziel. Die Finnin strafte all jene Lügen, die den Sprung von 3:03 h auf 2:53 h vermessen hielten. Die 27jährige Mutter eines 13 Monate alten Kindes schaffte es in 2:50:22 h (netto 2:50:14) beinahe noch unter 2:50 Stunden zu bleiben. Auf zwei Jahre ist ihr Aufenthalt in Deutschland geplant, der vom Beruf des Ehegattens bestimmt scheint, Profifußballer in Stuttgart. Eigentlich wollte Nina Chydenius auch ihren zweiten Marathon in Spanien laufen, wegen des Kindes aber dann doch lieber einen Start in der Nähe von Stuttgart vorziehen. Dass dies eine gute Entscheidung war, davon wusste sie im Ziel zu berichten.

 

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"Das war eine super tolle Strecke und die Organisatoren haben mich sehr gut unterstützt", bedankte sich die zierliche Läuferin, die nicht ausschloss 2018 erneut beim Bienwald-Marathon zu starten. Elf Jahre war Schwimmen ihr Sport, gelaufen ist sie nur zum Ausgleich. Zu den Fremdsprachen in der Schule zählte auch Deutsch neben Schwedisch und Englisch. Ihre Bestzeiten: 10.000m in 35:22, 10km in 35:30, die lief sie gerade beim Hardter Karnevalslauf in Mönchengladbach. Auch beim Durlacher Turmberglauf im Oktober 2016 ist sie als 10km-Siegerin in den Fokus der Presse gelaufen.

Die Finnin Nina Chydenius führt das Marathon Frauenfeld an Claudia Maier folgt als 2. Marathonfrau Julia Roth hat sich auf Rang 3 platziert

Zweite und W50-Siegerin wurde Claudia Maier (VfB Friedrichshafen) in 3:00:40 h. Sie ist 51 Jahre alt und Mutter zweier Töchter, die als Zuschauer dabei waren. Ihre Marathonbestzeit ist sie im September in Berlin gelaufen, 2:57:44h. "Bis Halbmarathon war es toll. Dann waren es ein paar Läufer zu wenig", so Claudia Maier, die nun zu zweimal Berlin und Bad Waldsee, auch Kandel Marathon erfahren ist.

Die 42. Int. Bienwald-Marathon Siegerin Nina Chydenius aus Finnland pulverisiert ihre persönliche Marathon Bestzeit Aufmunternde Worte von der Zweitplatzierte Claudia Maier vom VfB Friedrichshafen für die Dritte Julia Roth vom TV Schweinheim

Rang drei sicherte sich Julia Roth in 3:08:05 h vom TV Schweinheim, doch sie war enttäuscht von ihrer Zeit. Sie wollte unbedingt Bestzeit laufen, wenn möglich sogar unter drei Stunden. Doch die alte Bestzeit von 3:03 h (HM 1:24:19) hat dem Angriff der 30jähigen standgehalten. Es war in 6 Laufsportjahren ihre erste Teilnahme in Kandel. In der Folge kamen die Altersklassensiegerin der W40, W45 und W35 ins Ziel. Sylwia Zakrzewski-Heiter vom Team AR Sport wurde in 3:14:04 h Vierte, Natascha Bischoff (LSG Karlsruhe) zeitgleich Fünfte und Eva Skalsky (LuT Aschaffenburg) in 3:15:41 h Sechste.

Die Pfalzmeisterschaft gewinnt Titelverteidiger Michael Ohler (7) vom gastgebenden TSV Kandel vor Oliver Trauth vom TV Herxheim, dem Marathonsieger des Jahres 2015 Wie bei den Männern konnte auch Jessica Göttel, vom 1. FC Kaiserslautern ihren Titel in der Pfalzmeisterschaft erfolgreich verteidigen Natascha Bischoff von der LSG Karlsruhe gewinnt die W45, Sylwia Zakrzewski-Heiter vom Team AR Sport hinter ihr die W40 über Marathon

Auf dem 16. Rang lief Jessica Göttel nach 3:32:43 h zwar nicht die erhoffte 3:15er Zeit, die wird sie nun in Mainz erneut angehen. Aber für die Verteidigung des Pfalztitels reichte es der 34jährigen Läuferin vom 1. FC Kaiserslautern, die im Oktober in Frankfurt mit 3:21:06 netto ihre Bestzeit gelaufen war und schon zwei Dutzend Marathons gelaufen ist.

Nadine Bucci von der SG Poseidon Eppelheim wurde bei ihrer 2. Teilnahme in Kandel W40-Siegerin über Halbmarathon. 2008 lief sie hier ihre persönliche Marathon Bestzeit von 3:00:45
Veronika Keppler und Volker Bender waren das erste Mal in Kandel, er lief persönliche Bestzeit über Halbmarathon in 1:21:59, sie lief nach Verletzungsproblemen im Vorfeld eine gemütliche 1:55 Die Vereinskollegen vom TV 1848 Coburg Timo Gieck und Addisu Tulu Wodajo waren ebenfalls Kandel-Debütanten. Addisu strahlte über seinen Halbmarathonsieg, Timo Gieck war ein wenig enttäuscht von seiner Marathonzeit als Viertplatzierter, hatte er doch auf eine neue pB auf der schnellen Bienwald-Marathon Strecke gehofft
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Zufrieden zeigte sich auch Roland Schmidt über die 42. Austragung: "Es gab insgesamt 303 Nachmeldungen, davon über 70 für den Marathon." So lässt sich die 43. Austragung angehen, die der TSV Kandel bewusst mit Bauernmarkt und der Flotten Biene und Pfälzer Lebensfreude ins passende Licht rückt. Einzig, die über eine Umfrage in den sozialen Medien ermittelte Farbe des Finisher-T-Shirts wollte nicht allen Gefallen. Da trafen die Teilnehmenden wohl nicht jeder(frau)manns Geschmack. Besser so, als wenn es geregnet hätte…

Warum die "schnellste Strecke der Welt" etwas langsamer geworden ist -
zum Rückblick von Günter Krehl aus dem Jahr 2011 im LaufReport HIER

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

unter

go4it-foto.de
Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.br-timing.de - Info www.bienwald-marathon.de
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