25.3.17 - 16. Calwer Hermann-Hesse-Lauf

Sabrina Mockenhaupt steigert ihren Streckenrekord

Deutscher Rekord durch das M70 Team des VfL Ostelsheim

von Günter Krehl

Mit mehr als 700 Teilnehmern im Ziel war der 16. Calwer Hermann-Hesse-Lauf wieder ein großer Erfolg. Zwei herausragende Rekorde krönten das schnelle Rennen beim 16. Calwer Hermann-Hesse-Lauf. Die 42fache Deutsche Meisterin Sabrina Mockenhaupt verbesserte ihren Streckenrekord aus dem Jahre 2015 um 21 Sekunden auf 33:39. Das M70 Team des VfL Ostelsheim mit Wolfgang Nehring, Edmund Schlenker und Walter Johnen holte sich wie angekündigt die nationale Bestleistung und verbesserte den alten Rekord um 2:25 Minuten auf 2:07:39 Stunden.

Oberbürgermeister Ralf Eggert schickte annähernd 400 Teilnehmer auf die schnelle 10 Kilometer Wendepunktstrecke entlang der Nagold. Auf dem teilweise durch parkende Autos etwas engen Kurs wurde diszipliniert gelaufen, so dass es zu keinen brenzligen Situationen kam. Allerdings dürften die meisten einige Meter mehr gelaufen sein, weil die Ideallinie nur teilweise zu benützen war. Der starke Wind raubte sicherlich eine halbe Minute, während die ungewohnte Wärme auf dem größtenteils schattigen Kurs wohl wenig Zeit kostete.

Start des Hauptlaufes über 10 km. Streckenrekordhalter Bastian Franz (2010: 30:25) führt vor Peter Obenauer und Efrem Tadese Efrem Tadese drückt aufs Tempo, Bastian Franz muss später aufgeben
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Gleich zu Beginn setzte sich Streckenrekordhalter Bastian Franz an die Spitze des Feldes. Bald konnte ihm nur noch Efrem Tadese (SSV Ulm 1846) folgen, der seinerseits bald das Tempo bestimmte und nach Streckenhälfte einem ungefährdeten Sieg in 32:08 entgegenlief. Franz musste das Rennen aufgeben und die Verfolger mit den routinierten Peter Obenauer (LAV Stadtwerke Tübingen/32:23), Simon Friedrich (TSV Straßberg/32:30) und Philipp Kern (TG Dietlingen/32:35) konnten am Ende noch etwas Boden gegenüber dem Sieger gutmachen. Dessen Teamgefährte Muhammad Lamin Bah (32:37) folgte als 5. vor Oliver Späth (TV Zell a. N./32:54), dem Stuttgarter Nico Seitter (32:59) und dem Sieger des Waldenserlaufes in Neuhengstett, Marius Stang (LAV Stadtwerke Tübingen/33:10).

Oliver Späth (6.) vor Peter Obenauer (2.), Muhamad Lamin Bah (5.) und Simon Friedrich (4.) Sabrina Mockenhaupt führt eine große Verfolgergruppe an. Die meisten Männer in ihrem Windschatten können aber das Tempo der 42fachen Deutschen Meisterin nicht bis ins Ziel mitgehen Katrin Reischmann (blaues Trikot, spätere Zweite) und Nicole Möbus (4.)

Sabrina Mockenhaupt lief von Anfang an an der Spitze einer großen Verfolgergruppe. Ihre männlichen Begleiter verloren im Laufe des Rennens fast alle den Anschluss an das kleine Energiebündel, das dem teilweise sehr böigen Wind trotzte und mit 33:39 die erwarte Streckenbestzeit ablieferte. Auch wenn die Ausnahmeläuferin das Rennen klar beherrschte, waren die Zeiten der folgenden Frauen überdurchschnittlich schnell. Immerhin 11 Damen blieben unter 40 Minuten. Mit Katrin Reischmann (VfB LC Friedrichshafen/36:15) belegte eine Läuferin Rang 2, die in Württemberg immer für vordere Plätze gut ist. Tabea Haug (LAC Quelle Fürth/37:06), Nicole Möbus (VfL Sindelfingen/37:37), Katrin Wallner (LV Pliezhausen 2012/37:39), Leyla Emmenecker (VfL Sindelfingen/37:59), Katrin Ochs (LG Filder/38:24) und Katrin Kommer (SV Ohmenhausen/38:46) waren die weiteren Athletinnen der Top 8.

Sabrina Mockenhaupt eilt dem neuen Streckenrekord entgegen und ist für den Berliner Halbmarathon bestens gerüstet Katrin Reischmann und Sergio Paulo (3. M50) eilen am Nagoldufer entlang

Aus Sicht der lokalen Größen ragte natürlich die neue Deutsche Bestmarke des VfL Ostelsheim heraus. Wolfgang Nehring (40:55), Edmund Schlenker (42:22) und Walter Johnen (44:22) belegten auch mit riesigen Abstand die ersten 3 Plätze in der M70. Als ältester Teilnehmer und Sieger der M80 wurde wieder der amtierende Deutsche Meister im Marathon und Halbmarathon, Horst Liebing (LT Altburg/54:57), mit viel Beifall bedacht.

Als leistungsstärkstes Männerteam kristallisiert sich immer mehr der SV Oberkollbach heraus. Schnellster war das Geburtstagskind Daniel Kirchenbauer (34:49), vor Christian Dihlmann (35:16), Tim Weber (35:38) und Domenik Behnke (37:03). Etwas langsamer aber in Württemberg auch ganz weit vorn präsentierte sich der VfL Ostelsheim mit Armin Gotsch (35:36/1. M45), Oliver Kunz (36:11/3. M40), Sergio Paulo (36:17/3. M50) und Gunther Moll (3. M45), der seine 17 Jahre alte Bestmarke um 17 Sekunden auf 36:26 steigern konnte. Triathlet Andreas Schröder (TSV Calw/34:53) war zweitbester Starter aus dem Kreis. Weitere Podestplätze erreichten Guido Schmid (TSV Wildbad/34:57/2. M40), Uwe Traub (SV Rotfelden/43:31/3. M55), Andreas Vielmeier (SV Oberkollbach/43:37/3. M60) und Hans Sütterlin (LT Altburg/49:05/3. M65).

Tabea Haug als Gesamtdritte ist aus Fürth angereist Leyla Emmenecker (6.) und Katrin Ochs (7./1. W40) noch dicht beisammen, im Ziel trennen die beiden 25 Sekunden

Beim Veranstalter, der LG Calw, wächst eine vielversprechende junge Damenmannschaft heran. Tamara Walter (3. W30) stieg nach ihrer Babypause mit 40:22 glänzend in das Wettkampfgeschehen ein. Ihre Schwester Madeleine lief mit 41:14 persönliche Bestzeit und Pia Kummer (1. U20) gab mit 42:20 bei ihrem ersten Zehner ein glänzendes Debüt. Carmen Keppler (SV Oberkollbach/40:29/2. W35) war zweitschnellste Läuferin aus dem Kreis. Andrea Hölzle (41:23) gab ebenfalls nach Babypause erstmals im Trikot des VfL Ostelsheim eine starke Vorstellung.

Zeitgleich in 43:53 gewannen Christine Holdermann(SZ Bad Herenalb/W50) und Claudia Waidelich (SZ Calmbach/W45) ihre Altersklassen. Die Dominanz der Läuferinnen aus dem Kreis Calw machte Regina Vielmeier (SV Oberkollbach/44:04) mit dem Klassensieg in der W55 perfekt. Einen überraschenden 3. Platz in der W50 erzielte die in Läuferkreisen bisher noch unbekannte Gabriele Schulze (TSV Calw/49:43), während Sabine Kusterer (SV Oberkollbach/55:50/ 2. W60) seit Jahren die Szene belebt.

Insgesamt erreichten 395 Sportler das Ziel.

Edmund Schlenker (2. M70) sichert den neuen M70 Rekord des Teams vom VfL Ostelsheim trotz einer schmerzhaften Rippenprellung Wolfgang Nehring ist der M70-Schnellste des VfL Ostelsheim Wenn es um Meisterschaft oder Rekord geht ist der VfL Ostelsheimer Walter Johnen (3. M70) immer ein zuverlässiger Athlet

Rahmenwettbewerbe wieder ein großer Erfolg

Katharina Becker und Christian Kunisch die Schnellsten über 5 Kilometer

Die Veranstaltung begann um 13.00 Uhr mit etwa 35 begeisternden Bambinis, die sich für den kurzen Lauf über 350 Meter entschieden hatten. Dass dieses Angebot genau richtig ist, zeigte sich an der Tatsache, dass bei der Einführung vor 2 Jahren nur 4 Kinder daran teilgenommen hatten. Damals waren viele beim anschließenden Lauf über 700 Meter deutlich überfordert gewesen.

Dieses Jahr schafften alle Kinder der U8/U10/U12 den anschließenden Lauf über 800 Meter auf einer 200 Meter langen Pendelstrecke. Erst liefen 50 Mädels in einem extra Lauf und danach stellten sich 62 Jungs dem Starter. Die schnellsten der U12 waren Yannik Graf (2:50), Aaron Ott (2:51), Leon Pascal Hack (3:08), sowie Arwen Frey (2:56), Jana Bottesch (3:00) und Limana Grieshaber (3:00). In der U10 lag Thomas Donath (3:01) deutlich vor Eric Gockenbach (3:26) und Henri Bäder (3:32). Auch bei den Mädels gab es mit Mattea Grieshaber (3:08) eine deutliche Siegerin vor Fenja Kellewald (3:19) und Lea Jocubeit (3:29). Die U8 sah bei den Jungs einen knappen Rennausgang mit Samuel Römer (3:40) als Sieger vor Tom Pfingst (3:42) und Elias Hoffmann (3:44). Deutlich dagegen war der Sieg von Enya Holsten (3:49) vor Malu Deisenroth (4:22) und Heidi Fischer (5:10).

35 Bambinis bei der Startvorbereitung ihres Laufes. Sie haben 350 Meter ohne Zeitnahme zu absolvieren Die Jugendläufe U8 bis U14 wurden auf einer 200 m langen Wendepunktstrecke über 800 beziehungsweise 1.600 m ausgetragen

Der Lauf über 1.600 Meter wurde auf der gleichen Pendelstrecke ausgetragen. 14 Mädchen und 12 Jungen nahmen daran teil. Gesamtsieger wie schon in den Vorjahren wurde Duncan Frey (U16/5:18) vor Leopold Hagner (U16/6:12) und den Schnellsten der U14, Jens Füller (6:13), Marvin Heinzelmann (6:14), Paul Schmid (6:15) und Fabrice Kiock (6:16). Schnellstes Mädel war Enya Frey (U14/6:13) vor Sabrina Fleig (U16/6:16), Milena Stippinger (U16/6:20), Julie Bruggner (U16/6:25) und Leonie Zeimet (U14/6:35). Erster Höhepunkt war um 14.30 Uhr der 5-Kilometer-Wettbewerb, der seit dem Vorjahr als Firmenlauf deklariert ist. Christian Kunisch (SV Böblingen/16:46) gewann das Rennen mit großem Vorsprung vor Benjamin Mannsdörfer (LAZ Ludwigsburg/17:27) und Lamin Ceesay (LG farbtex Nordschwarzwald/17:38).

Bei den Frauen gab es ein Wiedersehen mit der noch amtierenden Kreisrekordlerin über die 10 Kilometer, Katharina Becker, die für ihre neu gegründete Laufsportakademie 19:45 Minuten unterwegs war. Die nächsten Plätze belegten Swantje Friedrich (TV Altdorf/21:43) und Michaela Kummer (LG Calw/22:13).

Christian Kunisch gewinnt überlegen die 5 Kilometer Die einstige Spitzenläuferin Katharina Becker ist noch immer gut in Schuss und ist Siegerin auf der kurzen Strecke
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In der extra gewerteten U16 Jugendklasse, gab Robert Kricheldorf (LG Calw) mit 18:54 einen sensationellen Einstand. Diese Zeit hätte im Vorjahr zu Rang zwei in Württemberg gereicht. Ebenfalls stark präsentierte sich Teamkamerad Yannick Burkhardt, der seine persönliche Bestzeit um 27 Sekunden auf 20:19 steigern konnte. Zusammen mit dem ebenfalls Bestzeit laufenden Hannes Burkhardt (21:29) verfehlten die Calwer ihren eigenen Kreisrekord nur knapp. Schnellstes Mädchen war Katja Bäuerle (VfB Bretten/20:01) vor Anja Kricheldorf (LG Calw/22:41) und Mia Scholle (TG Dietlingen/23:34). Neben den Läufern hatten sich auch wieder 24 Walker auf die Strecke begeben, so dass insgesamt 141 Teilnehmer über die 5 Kilometer zu verzeichnen waren.

Veranstalter Günther Henne und seinem Team ist es wieder gelungen, für Spitzenathleten und Freizeitsportler ein gemeinsames Event auf hohem Niveau zu organisieren. Es wäre allerdings zu überlegen, ob in Zukunft der 10 Kilometerlauf, wie vor Jahren schon einmal praktiziert, in 2 Rennen aufgeteilt werden könnte. Obwohl nicht ganz optimale Bedingungen herrschten, wird man auch dieses Jahr viele Ergebnisse in der württembergischen Bestenliste wiederfinden.

Bericht und Fotos von Günter Krehl

Ergebnisse www.calwer-laeufe.de

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