19.3.17 - 11. Heini-Langlotz-Lauf in Brühl-Rohrhof

Der Heini würde sich freuen: "Sein" Lauf begeistert wieder viele Fans

von Birgit Schillinger

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Als die Tennisspielerin Steffi Graf 1999 vom Profisport zurücktrat, waren die schnellsten Läufer, die nun durch den Steffi-Graf-Park rannten, noch gar nicht geboren. Die "Sportlerin des Jahrhunderts", inzwischen 47 Jahre alt, ist Namensgeberin des kleinen Parks in ihrem badischen Geburtsort. Die Brühl-Rohrhofer Meile führt über zwei Runden unter anderem durch diese Grünfläche und eröffnet den Lauftag: Danach folgen die Bambiniläufe. Abschluss und Höhepunkt ist dann der Heini-Langlotz-Lauf über zehn Kilometer.

Im Fokus - der Start zum 11. Heini-Langlotz-Lauf in Brühl-Rohrhof
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Der Name des Volkslaufs erinnert an den 2006 verstorbenen "Mister Leichtathletik". Langlotz war der Vater der Brühler Leichtathletik: Als Behindertensportler sammelte er deutsche Meistertitel, während seiner 40 Jahre langen Trainerzeit sammelten seine Schützlinge 180 badische Meister- und über 1000 Kreismeistertitel. Der 11. Brühler Lauftag lockte wieder über 700 Starter an. Dieses Jahr gab es mit über 200 Anmeldungen für die Bambiniläufe einen neuen Rekord. "Wir sind zufrieden - auch, dass das Wetter gehalten hat", meinte Ralf Schäfer vom Orga-Team. Der angekündigte Regen blieb aus, die Temperaturen waren ideal zum Laufen. Die Organisation in Brühl hat wieder bestens geklappt. Das Team um Thomas Gutekunst ist perfekt eingespielt.

Bereit für den Bamibini-Lauf
Spitzengruppe kurz nach dem 10km-Start: Steffen Kundel (Nr. 3) wird am Ende Dritter

"Das ist einer meiner Lieblingsläufe: landschaftlich abwechslungsreich, von allem etwas", erklärte Anette-Judith Scholl, "aber ich vergesse immer, dass er doch einige Buckel und Ecken hat". Obwohl die Strecke durch die Rheinauen nicht als schnell gilt, schaffte der Sieger hier eine persönliche Bestleistung. Für Triathlet Tobias Zöller (DSW Darmstadt) war es allerdings erst der zweite Lauf über 10k, sonst läuft er länger - mit Schwimmen und Radeln vorweg. Er hatte spontan am Morgen nachgemeldet. "Eigentlich wollte ich ein 3:20er-Tempo laufen, aber dann wurde es doch schneller." Kibrom Issac (LG Kurpfalz), 30jähriger Asylant aus Eritrea, machte das Tempo. "Ich war zunächst froh, dranbleiben zu können." Aber bei Kilometer sieben konnte sich der gleichaltrige Tobias sogar absetzen und in 32:04 Minuten klar gewinnen. "Ich liebe es, mich ausdauernd zu bewegen." Letztes Jahr bestand er seine Ironman-Premiere in hervorragenden 9:58 Stunden.

Tobias Zöller kann sich von Kibrom Issac absetzen
Kibrom Issac, Asylant aus Eritrea, läuft auf Rang zwei Steffen Kundel wird 3. Patrick Meyer hat mit Platz vier noch gute Cup-Aussichten

Vorjahressieger Kibrom wurde mit 32.44 Zweiter, was ihm eine gute Ausgangsposition für den Cup beschert (an dem Tobias eher nicht teilnehmen wird). Denn mit Grünstadt (Pfalz), Viernheim (Hessen) und Rot (Baden) gehört Brühl zum Drei-Länder-Cup, bei dem es für die Gesamtsieger 300 Euro zu gewinnen gibt.

Das ist auch die Motivation für die 25jährige Studentin Lea Düppe (Engelhorn MTG Mannheim). Lea hat letzten Herbst ihren ersten Marathon in 2:52 Stunden absolviert. Nach einigen Monaten Wettkampfpause freute sie sich nun über ihre Titelverteidigung in 38:23 - eine gute Basis, um ihren letztjährigen Cup-Sieg zu wiederholen. Sie wurde gejagt von der 26jährigen Griesheimer Triathletin Anna-Lena Pohl, die 14 Sekunden später die Ziellinie überquerte. Pohl studiert Sportökonomie in Bayreuth und hat dieses Jahr als sportliches Ziel ihre erste Mitteldistanz (in Lissabon).

Anna-Lena Pohl jagt die führende Lea Düppe
W50-Siegerin Josefa Matheis wird 3. Frau Birgit Bodirsky gewinnt auf Rang 4 die W40

Die Darmstädter Triathleten stellen mit Steffen Kundel und Uwe Drescher auch Platz drei und fünf. Patrick Meyer (SG Walldorf), Arzt am Schwetzinger Krankenhaus, kann auf Rang vier seinen zweiten Platz der Cup-Wertung - hinter Kibrom - erneut erreichen.

Der dritte Frauenrang in starken 40:57 ging an Josefa Matheis (TSG Eisenberg), die mit ihren 50 Jahren zur deutschen Seniorenspitze zählt - und in Brühl schon Stammgast ist. Auch Birgit Bodirsky (Platz vier mit 41:12) ist regelmäßig dabei - wie immer mit der ganzen Familie (alle im roten Dress für den TSV Rot). Ihr Mann Armin gewann auf Gesamtrang sieben die M40.

Noch führt Jona Bodirsky vor Tim Auer bei der Brühler Meile, am Ende ist es umgekehrt
Allein in Front - Miriam Bodirsky gewinnt die Brühler Meile bei den Frauen Klasse Zielstimmung verführt zum klassischen Zielsprint

Ihre Kinder waren bei der Brühl-Rohrhofer Meile erfolgreich. Die 14jährige Miriam gewann die "Frauen"wertung mit großem Vorsprung in 13:19 vor der 15jährigen Marcie Traub (13:57/TSV Mannheim). Bei den "Männern" war der 17jährige Tim Auer (DJK Hockenheim) am Ende in 11:46 knapp vor Jona Bodirsky. Der gleiche Einlauf wie bei den 3000m-Kreismeisterschaften eine Woche zuvor.

Platz eins, zwei, drei - Miriam Bodirsky gewinnt die Meile bei den Frauen, Bruder Jona wird Zweiter bei den Männern, Elisa Helferich ist dritte Unglaublich - diese Frau ist 81 Jahre alt und läuft die10km in 79 Minuten Lea Düppe wiederholt ihren Sieg - hier die Hauptklassenwertung - vor Anna-Lena Pohl und Maybritt Schillinger
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Ältester Teilnehmer war übrigens Heinz Zech aus Limburgerhof, zweitplatzierter M80er hinter Karl Spindler aus Waldsee. Der 82jährige (!) Zech hatte drei Jahre wegen gesundheitlicher Probleme auf Wettkämpfe verzichten müssen: "Heute sind mir die 10km schwerer gefallen als gedacht." Ein Jahr jünger ist Erika Krüger aus Reichenbach, die die 10km in 79 Minuten absolvierte. Respekt, Respekt!

Drei-Länder-Laufcup 2018
11. Heini-Langlotz-Lauf in Brüh u. Rohrhof (19. März 2017)
29. SWEN-Weinbergslauf in Grünstadt (13. Mai 2017)
20. Eine-Welt Citylauf-Viernheim läuft fair (10. Juni 2017)
38. Golfparklauf in St. Leon-Rot (10. September 2017)

Bericht und Fotos von Birgit Schillinger

Ergebnisse www.heini-langlotz-lauf.de

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