25.3.17 - 12. Brechener Straßen- und Volkslauf

Wettergott bescherte viele Sonnenstunden

‚Der Wind' war als Feind rasch ausgemacht

von Constanze & Walter Wagner

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Es war noch eine ganz junge Veranstaltung, als diese 2008 im LaufReport erstmals vorgestellt wurde. Nun machte man in Brechen das Dutzend voll. Die Freude an dieser Laufveranstaltung hatte sich nicht abgenutzt. Mit 519 Finishern gesamt liegt man mit der 12. Austragung in der vorderen Region, jedoch etwas hinter dem Rekordjahr 2014 mit 575 Läuferinnen und Läufern im Ziel zurück. Dabei sind die Zahlen über die Jahre stabil. Um die 500er-Marke herum liegt der Wert der Finisher verlässlich.

Mit der Nennung des Einsatzortes Brechen erntet man aber selbst unter Läufern noch immer eher Achselzucken. Die Gemeinde ist zwischen Bad Camberg und Limburg angesiedelt und erst 1971 mit dem Zusammenschluss von Niederbrechen und Werschau aus der Taufe gehoben worden. Drei weitere Jahre später ging auch Oberbrechen in der Verbandsgemeinde auf. Eine gewisse Eigenständigkeit hat man sich bewahrt. Die Gründung der Leichtathletikgemeinschaft der Athletinnen und Athleten aus den Vereinen TV Niederbrechen und TSG Oberbrechen im Jahr 2004 gilt hinter vorgehaltener Hand beinahe als revolutionärer Akt.

Das Programm des Brechener Straßen- und Volkslauf beginnt mit vier Rennen für Nachwuchsathleten über Distanzen von 500 Metern sowie 1 und 2 Kilometern. Das Hauptprogramm startet um 14 Uhr mit einem Halbmarathon, gefolgt im 10-Minuten-Takt mit 5- und 10-Kilometer-Läufen
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Mag sein, dass hier Althergebrachtes vor dem Vergessen bewahrt werden soll. Für die Laufgäste des 12. Brechener Straßen- und Volkslaufs war der Ortsteil Oberbrechen ein lohnendes Ziel. Die Landschaft entlang des Emsbachs verzückte im frühlingshaften Aufbruch. Die Zuschauer verweilten gern an der Strecke und im Start-Ziel-Bereich. Dort ließ das Moderatorengespann ‚Vanman' Jochen Heringhaus und Lokalmatador Sascha Kurz keine Lücke aufkommen, informierte gewohnt locker und pointiert das kurzweilige, aber vielschichtige Programm. Mit dem Zeitnehmer Ziel-Zeit aus Bernau waren die Ergebnisse in professionelle Hände vergeben. Viele Helferinnen und Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Besonders hervorzuheben ist zudem noch die Freundlichkeit, die man in Brechen erwarten darf und der man auch abseits der Laufveranstaltung begegnet.

Ob die Gastfreundschaft auf die Lage an der Fernhandelsstraße Köln - Frankfurt zurückgeführt werden kann. Jedenfalls erinnert ein Gedenkstein an mittelalterliche Reisezeiten, die manchem Sportler die Teilnahme verwehrt hätte. Der Ort, dessen ursprünglicher Name ‚Brachina' keltischer Herkunft ist, was ‚An der Berglehne' bedeutet, wird heute tangiert von der A3, als auch der ICE Strecke Frankfurt-Köln und ist von Limburg mit der Regionalbahn bequem zu erreichen.

 

Banner anklicken - informieren

Die Anfahrt ist entsprechend rasch nicht nur aus der Rhein-Main-Region möglich. Wenige Startalternativen an diesem Wochenende spülten so auch Teilnehmende aus entfernteren Regionen an die Startlinie.

Lang gezogen ziehen die Läuferfelder durch das Emsbachtal nach Niederbrechen Für 10km Läufer und Halbmarathonis geht es am Ende noch in einer Schleife nach Niederselters an der Ems entlang, Versorgung inklusive

Fürs sportliche Aufwärmen wird gleich an der Emsbachhalle geparkt und die wenigen hundert Meter in den Ortskern getrabt, wo der Denkmalplatz mit Brunnen und Seitenstraßen als Sportarena fungiert. Alles ist perfekt ausgeschildert. Hier geht niemand verloren. Erfrischungen werden bereits den Kindern auf Tabletts gereicht, die wie immer gern arg früh die Startpositionen einnehmen. Ein Service, der gern auch nach dem Zieleinlauf angenommen wird, bevor es zur nur wenige Schritte entfernten Zielverpflegung geht.

Das Wichtige zuerst: der Nachwuchs

Um 13.00 Uhr fällt der erste von sieben Startschüssen bzw. -klappen. Eröffnet wird das sportliche Treiben von den Schülerläufen über 2 Kilometer. Eine klare Sache für die Jungs, wobei Cristiano Kaiser von der LG Dornburg als U15-Sieger gänzlich unbedrängt nach 7:05 Minuten die ersten Ovationen der Zuschauer genießen konnte. Jonathan Brunn vom TSV Kirberg folgte ihm in 7:36 Minuten und behielt in der U14 gegenüber dem gesamtdrittplatzierten Kai Muffert vom Diezer TSK Oranien (7:52 min) die Oberhand. Auf Rang 4 kam mit Lennart Hautzel vom SC Oberlahn, der U13-Sieger nach 8:17 min ins Ziel.

Wesentlich knapper gestalteten die jungen Damen den Rennausgang. Es siegte U16-Läuferin Noelle Trost von der LG Brechen in 8:20 min vor Jenna Jahl in 8:28 min. Die U15-Läuferin startet für den TSV Kirberg. Leonie Hilgen von der LG Brechen folgte in 8:38 min und gewann die Klasse U13 drei Sekunden vor der U14-Siegerin Felicia Trost vom TV Eschhofen. Isabell Rühl, vom RSV Weyer folgte in 8:51 min auf Gesamtrang 5 und wurde Zweite der U13. Nur sieben Läuferinnen und 6 Läufer gab es zu beklatschen, damit war dieser Lauf am wenigstens frequentiert worden. Sicher Ansporn für die Jugendlichen die rote Laterne 2017 abzugeben.

Der erste Sieger des Tages: Cristiano Kaiser (U15) von der LG Dornburg im 2km Rennen Noelle Trost (U16) von der LG Brechen ist schnellstes Mädchen über 2km Den 1km Lauf U9/10 gewinnt Nico Senkel (U10) von der TG Niedernhausen Schnellstes Mädchen beim 1km Lauf U9/10 ist Lucy Preussner (U10) vom Diezer TSK Oranien

Es folgten 76 jüngere Schülerinnen und Schüler über 1 Kilometer, die in getrennten Läufen der Altersklassen U9/U10 sowie U11/U12 an den Start gingen. Im zweiten Lauf war es Nico Senkel von der TG Niedernhausen, der in 3:52 min die U10-Läufer anführte, gefolgt von Kolja Rüb (4:00 min - TuS Wallmerod) und Leon Gehrmann (4:01 min - TV Vorwärts Villmar). Auf dem vierten Einlaufplatz kam eine weitere Sekunde zurück Elias Hernandez Soler vom TuS Eisenbach als U9-Sieger ins Ziel.

Die LG Brechen stellte sämtliche Podestplätze bei den jüngeren Mädchen mit Ausnahme der U10-Siegerin. Denn Lucy Preussner vom Diezer TSK Oranien behielt in 4:17 min klar die Oberhand gegenüber Luisa Maibach (4:20 min) und Lina Schuh (4:24 min). Die Vereinskameradinnen der U9 machten die Treppchenstufen unter sich aus. Es siegte Annabell Seitz in 4:33 min eine Sekunde vor Maja Schuh. Dritte wurde in 4:40 min Paula Kaloghlian.

Den 1km Lauf der U11/12 gewinnt Julia Kaiser (U12) von der LG Dornburg vor Max Breuer (U12) von der LG Brechen Familie Kremer ging fast komplett für den LC Mengerskirchen an den Start, nur die Kleinste war heute noch nicht dabei. Daniel bevorzugte die 10km Strecke, Nicole nahm die 5km unter die Füße, die Nachwuchsathletin Liv lief im 1km Rennen der U9/10 und Till wurde Zweiter im Rennen der Allerjüngsten über 500 Meter Den Bambinilauf über 500m besiegelt U5-Siegerin Emilia für den RSV Weyer - nun können die Großen ihr Können beweisen

In der U12 kam es im ersten Lauf zu einem tollen Kräftevergleich zwischen Julia Kaiser von der LG Dornburg und Max Breuer von der LG Brechen, beide 10 Jahre alt. Gegen die besonders talentierte Julia (Jahrgang 2006), die in 3:37 min gewann, hatte Max in 3:42 min das Nachsehen vor seinen Vereinskameraden Mats Schumacher (3:43 min) und Yannick Oster (3:45 min). Kilian Trost folgte als U11-Bester auf dem fünften Einlaufrang. Mit Yara Scheu vom TV Vorwärts Villmar, in 4:01min zweites Mädchen und noch U11, könnte eine Gegnerin für Julia heranwachsen. Rang 3 sicherte sich eine Sekunde zurück Cara Hernandez Soler von der LSG Goldener Grund, Zweite der U12 in 4:02 min.

Mit 33 Bambini über 500 Meter schlossen die Nachwuchswettbewerbe. Luan Willig war mit 2:03 min das Maß der Dinge, wenngleich sowohl der Läufer der U7 als auch seine Sportkameraden noch kein ausgereiftes gleichmäßiges Wettkampfverhalten vorführten. Mit der besseren Spurtstärke behielt er aber die Nase vorn. Den zweiten Wind bekamen aber auch abgeschlagene Nachwuchstalente, die unter Applaus förmlich über die Ziellinie flogen.

Rene Freisberg ist dem Halbmarathonfeld noch vor Kilometer 1 bereits weit enteilt Lisa Hartmann führt zunächst das Frauenfeld im Halbmarathon an

Halbmarathon überflügelt den Zehner

Es ist die längste Distanz, die zuerst auf die Strecke geschickt wird. Inwieweit die hier ausgetragene Kreismeisterschaft verantwortlich war, dass der Halbmarathon mehr Teilnehmer fand als der 10-km-Lauf, bleibt Spekulation, liegt aber nahe. Es reichte dem Zehner nicht - mit 131 Finishern und damit 3 mehr als 2016 -, zu verhindern, dass 154 Halbmarathonläuferinnen und -läufer im Ziel, und damit 41 Prozent mehr als im Vorjahr, das Nonplusultra der 12. Auflage bedeuteten. Auch über 5 km gab es mit 112 Finishern ein Plus von 20 im Vorjahresvergleich. Grund genug für das Organisationsteam zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

Erwartungsvoll wird mit dem 5km Lauf das nächste Rennen erwartet

5 km Lauf

Hinter dem 21,1-km-Feld und vor den 10-km-Läufern ins Rennen geschickt, waren es die Teilnehmer auf der Mitteldistanz, die zuerst vom Emsbach zurück in den Gemeindekern kamen. Das Duell an der Spitze ging zu Gunsten von Felix Welteke aus. Der U16-Läufer siegte in 17:26 min vor seinem Vereinskameraden des Wiesbadener LV Thomas Kunstmann, U18-Sieger in 17:34 min. Rang drei und U20-Sieg holte sich Naser Zamani von der LG Dornburg in 18:16 min. Elf Teilnehmer blieben unter 20 Minuten.

Felix Welteke (U16) vom Wiesbadener LV gewinnt das 5km Rennen vor ... ... seinem Vereinskameraden Thomas Kunstmann (U18) Der Drittplatzierte Naser Zamani von der LG Dornburg ist Schnellster der U20

Schnellste 5-km-Läuferin war Ina Rademacher von der SG Wenden in 20:46 min vor U18-Siegerin Greta Hafeneger von der LG Dornburg in 21:08 min und Carolin Hartmann, 2. der U18, von der TSG Limbach/Triathlon in 21:17 min.

Bei den Frauen liegt Ina Rademacher von der SG Wenden über 5km vorn Auf Platz 2 läuft U18-Siegerin Greta Hafeneger (492) von der LG Dornburg knapp vor Carolin Hartmann (516) von der TSG Limbach/Triathlon, die damit 2. der U18 wird Emily Fender (515) ebenfalls von der TSG Limbach/Triathlon gewinnt als 4. die U16, Nele Klöckner (494) von der LG Dornburg iwrd als 5. Dritte der U18. Mit der Nr. 423 Jakob Heitmeyer (JSG Brechen-Weyer D-Jugend), der 2. der U14

10 km Lauf

Zuletzt an den Start wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 10 km Laufs gerufen. Doch nur 20 Minuten betrug der Rückstand auf den Halbmarathon und 10 Minuten auf die Fünfer. Es würde also zu keinen Berührungen mit den Langstrecklern kommen, zumindest nicht für die dominierenden Läufer. Steffen Grebe von der SG Wenden drückte von Beginn an aufs Tempo, hatte aber mit Daniel Kremer einen Gegner, der davon nicht beunruhigt war. Schließlich fand man zusammen und wechselte sich in der Führungsarbeit. Dies war umso mehr wichtig, als einzig ein störender Wind den Lauftag nicht ganz perfekt werden ließ.

Nach 5 Kilometern in 17:22 Minuten, schien das Ziel unter 35 Minuten zu bleiben erreichbar. Daniel Kremer aus Niederbrechen, und für den LC Mengerskirchen am Start, behielt auf der nicht ganz leichten Strecke die Pace ziemlich perfekt bei, während Steffen Grebe dem M35er, der sich aufgrund seiner vielen Wettkampfjahre als läuferisch im Rentenalter bezeichnete, nicht mehr folgen konnte. Es wurde schlussendlich eine klare Angelegenheit für den arg beschäftigten Daniel Kremer, der mit seiner Frau, die über 5 km startete, zwei Kinder bei ihren jeweiligen Nachwuchsläufen betreute und obendrein für die Vereinsinternetseite des LC Mengerskirchen fotografierte. Mit der Zeit von 34:50 min erfüllte sich zudem der Wunsch die 35 Minuten zu unterbieten.

Steffen Grebe (vorn) und Daniel Kremer überqueren als erste 10km-Läufer die Steinbrücke in die ca. 4km lange Schleife Richtung Niederselters Zurück von der Schleife hat Daniel Kremer Steffen Grebe abgehängt Adam Little hat sich auf Platz 3 positioniert

Dies freilich gelang Steffen Grebe nicht, der in 35:56 min den zweiten Rang behaupten konnte vor dem vereinslosen Adam Little (M35) in 37:50 min. Niclas Helfrich versüßte sich den vierten Rang als M30-Sieger. 38:16 min wurde für den Athlet der Triathlon Equipe Elz gestoppt. Bereits zur M55 zählt der Fünfte Justino Da Costa (TuS Lindeholzhausen), der nur 38:25 min benötigte. Hinter Jonas Dernbach, Hauptklasse und in 39:34 min Sechster, setzte sich Uli Rötzheim vom TV Waldstraße Wiesbaden in der M45 durch, scheiterte als Siebter knapp in 40:02 min an einer 39er Zeit. Uli Rötzheim hat mit Marathonzeiten unter 2:20 Stunden und dem Sieg bei der Weiltalweg Marathon Premiere Interessantes zu erzählen. Sicher hätte sein Porträt bei LaufReport ein Update verdient gehabt, wurde aber längst gelöscht. Als Marathonläufer sah sich der Jurist, der als Bereichsleiter bei der EVG Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft beschäftigt ist, übrigens nie. Die wenigen Ausflüge zur Königsdisziplin leistete er sich nur am Anfang oder Ende seiner Laufsaison. Den ungetrübten Spaß an der Bewegung hat er auf den kürzeren Distanzen und schließt weitere Marathonteilnahmen aus. Jens Möbus vom TSV Krofdorf-Gleiberg musste einen Rang hinter Rötzheim mit dem zweiten Platz in der M45 nach 40:32 min zufrieden sein. Auch M40-Sieger Till Ziegler (40:42 min) schaffte es als Neunter noch vor der schnellsten Frau ins Ziel.

Sabine Schmitt führt das Frauenrennen über 10km an W50-Siegerin Claudia Hille folgt auf Rang 2 Im Dreierpack folgen die Dritt- bis Fünftplatzierte mit Caroline Schermuly vorn (3.), Anke Konnertz hinten (4.) und Ingrid Gerhard (3.)

Auf dem 10. Einlaufrang lag Sabine Schmitt (W35), die in 40:47 min einen weiteren Sieg in der Saison erlaufen konnte. Ende Januar lief sie beim 50km Ultramarathon des RLT Rodgau allen Frauen auf und davon. Ihre Bestzeit von 3:45 h verpasste sie nur knapp. Über Marathon steht die bei 2:56:26 h. Sie suchte eine Startmöglichkeit und erinnerte sich an ihre Teilnahme am Halbmarathon in Brechen vor Jahren. Den hatte sie als ganz nett in Erinnerung, allerdings empfand sie die Strecke zu jener Zeit nicht ganz leicht, zumindest buckliger als erwartet. Deshalb heute nur der Zehner. Bestätigt fand sie das freundliche Organisationsteam und die gelungene Veranstaltung. Hinzu fügte sie das gute Preis-Leistungsverhältnis.

Nach einer langen Zwangspause bis in den Spätherbst wegen eines Ermüdungsbruchs kann sie wieder beschwerdefrei Laufen. Ein willkommener Ausgleich und beste Erholung zum Beruf. Die Kriminalhauptkommissarin in Rheinland-Pfalz ist am letzten Drittel eines 2-jährigen Masterstudiums. Schafft sie die Prüfungen, könnte die 36-Jährige, die eigentlich die längeren Distanzen ab Halbmarathon liebt, sogar Kriminalrätin werden. "Mein Fernseher hat schon Spinnweben angesetzt", gesteht die fleißige Läuferin, deren nächstes Ziel der Hamburg Marathon ist, wo auch die Polizeimeisterschaften integriert sind. An gleicher Stelle wurde sie 2015 Polizeivizemeisterin. Weiter soll es im Herbst mit dem Berlin Marathon gehen und eventuell auch noch, sollten Form und beruflicher Zeitplan es zulassen, in Schwäbisch Gmünd über 50km beim Alb Marathon um Meisterschaftsehren der DUV.

Jürgen Kässner vom SKC Frankfurt gewinnt die M75 in 51:36 min über10km Ottmar Weigel vom TG Naurod siegt in der M80 Justino Da Costa vom TuS Lindenholzhausen gewinnt die M55 als 5. über 10km M45-Sieger Uli Rötzheim vom TV Waldstrasse Wiesbaden wird 7.

Nur zwei Plätze später war auch Claudia Hille im Ziel. Sie startet für den SSC Hanau-Rodenbach, kann auf eine lange Erfolgsliste im Triathlon verweisen. Nach 42:08 min war sie im Ziel. Hinter der drittplatzierten Caroline Schermuly (W30 - 45:26) vom LC Mengerskirchen kamen in direkter Folge Anke Konnertz (W45 - 45:44) für die Sparkasse Marburg-Biedenkopf und die vereinslose Ingrid Gerhard (2.W50) in 45:48 min ins Ziel.

41 zu 90, so das Verhältnis zu Ungunsten der Frauen. Dies war mit 33 zu 121 beim Halbmarathon erwartungsgemäß noch männerlastiger.

Halbmarathon ohne Überraschungen

"Es war monoton", so der Idsteiner René Freisberg. Ein Start-Ziel-Sieg mag in seinem eigentlichen Metier weniger selten vorkommen, in Brechen allerdings, war er bald allein auf weiter Flur. Sein Herz schlägt für den Motorsport, doch dass er auch aus eigner Kraft vorankommt, dies ist nicht unbekannt. Sieben Jahre dauerte allerdings eine Durststrecke mit wenig laufen. Ausschlaggebend waren ein Unfall und gesundheitliche Einschränkungen. Jetzt mit 37 Jahren stellte er sich dem Seitenwind und zeitweisen Gegenwind und lief letztendlich allein gegen die Uhr nach 1:18:51 h den Sieg für Team Ravenol Sport nach Hause.

Schon gut 4 km vor dem Ziel reckt der Halbmarathonführende Rene Freisberg vom Team Ravenol Sport die Siegesfaust Björn Radon von der LSG Karlsruhe folgt auf Platz 2. Gerade hat er die Freiwillige Feuerwehr Weyer (Beate Thorn und Michael Ludwig) hinter sich gelassen, die locker Richtung 10km-Ziel streben Johannes Gerhard vom TuS Griesheim folgt auf Rang 3

Beim Auslaufen angesprochen sind die Themen gleich weit vom Laufsport entfernt. Sein Seat hat 370 PS, da geht es anders zur Sache. Er fährt die Rennen in der Spezial-Tourenwagen-Trophy, allerdings nur so viele, wie er finanzieren kann. Am Material einsparen ist dabei nicht seine Herangehensweise. In der letzten Saison fuhr er im letzten Rennen auf dem Nürburgring zum Sieg. Wie es sportlich weitergeht? Für ihn richtet sich die Frage auf die 22. Saison der Spezial Tourenwagen Trophy und da steht der Saisonauftakt im April auf dem Hockenheimring an.

Hinter Freisberg entbrannte ein Kampf um den zweiten Rang. Bis Kilometer 6 lagen Björn Radon (LSG Karlsruhe) und Johannes Gerhard (TuS Griesheim) gleichauf, dann ging der Griesheimer vor. Bei Kilometer 12 lief Radon wieder auf. Das Spiel entschied sich eigentlich erst auf dem Brückenanstieg zurück ins Gemeindezentrum, da setzte der für die LSG laufende Schwede alles auf eine Karte und sich ab. Nach 1:20:31 h hatte er Platz 2 und den M40-Sieg unter Dach und Fach. Johannes Gerhard lief sechs Sekunden dahinter zum M30-Sieg.

Stefan Kopp vom Reit-und Fahrverein Laubach gewinnt als 5. HM die M50 Elena Alonso Sanz hat die Führung bei den Halbmarathonfrauen übernommen M65-Sieger Dr. Jürgen Werner (881) vom TV Bad Schwalbach vor Michael Rembser und der HM-Zweiten Lisa Hartmann Martina Geismar-Steidl (800) vom SC Oberlahn und W50-Siegerin Anke Sonemann (YSV Mainz) laufen auf die Plätze 3 und 4

Björn Radon suchte einen Halbmarathon zur Vorbereitung des Hamburg Marathons und Brechen war der näheste Lauf. In Hamburg will der 43jährige IT-Software-Entwickler seine Marathonbestzeit unter 2:50 h verbessern. Er lebt seit 6 Jahren in Deutschland, geht davon aus, dass er in Kürze auch deutscher Staatsbürger sein wird. Selbstverständlich spricht er fließend Deutsch und ist in Karlsruhe heimisch. Was ist besser in Deutschland? Es ist wärmer und im Winter viel länger hell. "Es war super in Brechen, der Wind kam hauptsächlich von der Seite", so Björn Radon, der über 10 km eine Bestzeit von 36:30 min nennt.

Kein Problem mit Deutsch hat auch die Frauensiegerin Elena Alonso Sanz. Vor 5 Jahren kam sie mit ihrer Familie aus Saragossa. "Wir hatten immer Freunde aus Deutschland", erklärt die Betriebswirtschaftlerin. Nach 1:41:07 h war die 39-Jährige als Siegerin zurück am Denkmalplatz, die für den Dietzer TSK Oranien startet. Im Vorjahr war sie 47 Sekunden langsamer und wurde Zweite. Ihr Faible sind die Ultratrails. Lang und bergig soll es sein. 2016 lief sie die 56km lange Distanz am Mont Blanc. Ihre Marathonbestzeit steht bei 3:33 h, die über Halbmarathon bei 1:36 h. Nach der Geburt des zweiten Kindes begann sie vor 5 Jahren mit dem Laufsport.

Die schnellsten Halbmarathon-Frauen des 12. Brechener Straßen- und Volkslauf im Ziel. Die Spanierin Elena Alonso Sanz (868) vom TSK Oranien gewinnt vor Lisa Hartmann von der VLG Eisenbach Das Moderatorenpaar "Vanman" Jochen Heringhaus (re) und Sascha Kurz begleiteten Publikum und Läufer informativ und unterhaltsam durch den Laufsporttag des 12. Brechener Straßen- und Volkslauf ... und wen es interessiert, Brechen liegt 10 Postkutschen-Stunden von Frankfurt und 11 von Koblenz entfernt. Dies weist der Kurtrierische Stundenstein aus
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Ehegatte Rodrigo Sanchez oblag die Kinderbetreuung. Beide haben BWL studiert und arbeiten bei einem großen Unternehmen in der Automobilbranche. 2015 war er über 10 km am Start. Freilich ist sein Deutsch noch perfekter und Sohn Angel Sanchez, heute 4:49 min über 1 Kilometer, ist praktisch zweisprachig aufgewachsen. Die 6-jährige Tochter war diesmal noch Zuschauerin. Sie wohnen in Limburg laufen aber regelmäßig beim Lauftreff der LG Brechen mit und so war es praktisch ein Heimrennen. Zweite wurde in 1:42:43 h Lisa Hartmann (W30) von der VLG Eisenbach. Rang 3 ging wieder an die W40, Martina Geismar-Steidl sicherte diesen Platz in 1:44:10 h für den SC Oberlahn. Altersklassensiege erliefen die Vierte Anke Sonemann in 1:44:31 h in der W50 und Astrid Janz in der W45 in 1:47:04 h.

In der Emstalhalle klang der 12. Brechener Straßen- und Volkslauf aus. Für das leibliche Wohl war gesorgt und wer schnell genug gelaufen war, konnte bei der zügigen Siegerehrung einen Preis und den Applaus entgegen nehmen, der bei den hohen Altersklassen besonders laut wurde. Am besten ist es, man schaut einfach mal persönlich vorbei und macht sich ein eignes Bild von der Gemeinde, ihrem kulturellen und wirtschaftlichen Leben in der wunderschönen Landschaft. Nichts eignet sich dafür besser als der 13. Brechener Straßen- und Volkslauf im Frühjahr 2018.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.lgbrechen.de
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.