3.2.19 - 26. Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing

Morgens Fango, abends Tango

Bad Füssing eröffnete die Bäderlaufsaison im Osten Bayerns

von Constanze & Walter Wagner 

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Die Welt der Kuren und Bäder ist voller Mythen, mal mondän mit etwas angesetzter Patina aus Zeiten der Kaiser und Zaren, mal aufgrund angebotener medizinischer Kunst besonders beliebt, mitunter auch mit etwas anrüchigem Ruf verbunden, man denke an die Schatten, jedenfalls ein enorm vielfältiger und heiß umworbener internationaler Markt, bei dem es gilt, überhaupt wahrgenommen zu werden. Und hat man die Klientel gewonnen, will sie gehalten sein. Bad Füssing trumpft mit seiner weitläufigen Thermenlandschaft und dem auf mindestens 42°C heruntergekühlten Thermal-Mineralwasser mit dem Wirkeinsatz gegen Gelenk- und Rückenbeschwerden. Doch damit 9 von 10 Gäste es nicht bei einem einmaligen Aufenthalt belassen, braucht es mehr als heißes Wasser. Konzerte, Shows, Tanz und Unterhaltung, Kulinarik und mehrfachbesternte Unterkünfte.

Die 26. Auflage des Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing war ein echter Winter-Lauf. Da war die Vorfreude auf das abschließende Thermal-Baden & Erholen in der Johannesbad Therme besonders groß
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Bad Füssing hat einen hervorragenden Ruf. Doch da nichts bleibt wie es ist, ruht sich auch die Johannesbad Gruppe nicht auf dem Erreichten aus. Mit der Johannesbad Hotels Bad Füssing GmbH als Veranstalter des Thermen-Marathon liegt der Fortbestand in deren Hände. Die Johannesbad Gruppe mit Sitz in Bad Füssing hat 10 Standorte von Usedom bis Bad Hofgastein mit Fachkliniken, Gesundheitszentren, Hotels und Bildungseinrichtungen. Rund 1,2 Millionen Übernachtungen jährlich und rund 2000 Mitarbeiter sind weitere Eckdaten des Familienunternehmens. Eine große Änderung gab es zur 26. Austragung des Thermen Marathons. Thomas Richter, Direktor des Hotels Königshof, beendete seinen Einsatz an der Spitze der Organisation, mit der überwältigenden 25. Auflage voller Rekorde.

Moderator Peter Maisenbacher motiviert gemeinsam mit Marathon-Olympiateilnehmerin Anja Scherl, die bei der 26. Auflage als Schirmherrin fungierte, zum Start über 10km, Halbmarathon oder Marathon Der Trainer der LG Passau Günter Zahn (re.) mit einem Teil seines Teams. Von links: Tobias Schreindl, der den Marathon unter seine Füße nehmen wird. Felix Wagner, Susanne Schreindl, Mario Bernhardt, Markus Weinert und Axel Brand sind bereit für den 10km Start. Es starteten noch weitere über Halb- und Marathon

Nun ging die Verantwortung wieder zurück an Jürgen Knaus, Assistent der Geschäftsleitung, der diese Aufgabe von 2004 bis 2010 bereits innehatte. Ganz auf sich gestellt ist er freilich nicht, nennt aus einer vielköpfigen Helferschar vor allem seinen Chef Ralf Müller und Rebekka Brox als wichtige Stützen.

Auch ist eine Vergabe von Aufgabenbereichen an eine professionelle Veranstaltungsagentur eine fortwährende Überlegung, wenn auch ein solcher Schritt noch im Bereich der Spekulation angesiedelt ist. Unstrittig ist, dass sich der Marathonevent zu einer gewaltigen Nebenbeschäftigung gemausert hat und auch die zu beachtenden Auflagen immer mehr zunehmen.

 
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Vorstand der Johannesbad Gruppe Werner Weißenberger (4. v.li.) stellt das mehrköpfige Johannesbad Mallorca Marathonteam vor. Die Johannesbad-Mitarbeiter dürfen beim 10km Lauf erste Wettkampferfahrung für den Langstrecken-Wettbewerb auf den Balearen sammeln. Der frühere Wildwasserkanute lief wie die Jahre zuvor beim Halbmarathon mit und erreichte das Ziel nach 1:34:01 Stunden Der Winterdienst Johannesbad Thermen-Marathon im Einsatz: Unermüdlich wurde Schnee geschoben und dank zahlreicher engagierter Helferinnen und Helfer der Ablauf gewährleistet

Die Nacht vor dem Lauf regnete es beständig. Das Nass solle in Schnee übergehen, war vorhergesagt, und doch war die Überraschung groß, als sich Bad Füssing am Morgen tiefverschneit zeigte. Darauf glaubte man sich vorbereitet, doch es schneite ergiebig weiter und vor allem Ostbayern versank im weißen Kleid. Den Schnee mal rasch auf die Seite zu schieben und ein paar Beutel Salz streuen, damit war der Lage nicht Herr zu werden. Selbst Autobahnen in der Region präsentierten eine geschlossene Schneedecke und die Liste der Flugausfälle wurde immer länger. Trotz guter Voranmeldezahlen war der Teilnahmerekord des Vorjahres so nicht zu gefährden. Auch sportlich war mit dem durchaus verständlichen Rückzug der LG Telis Finanz Athleten nicht ganz die Qualität des Jubiläumsrennens zu erwarten.

 

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Aufgrund des in den frühen Morgenstunden einsetzenden heftigen Schneefalls verspäteten sich einige Laufwillige, drum wurden alle Wettbewerbe um 15 Minuten verschoben: Start des 10 km Laufs Angeschossen werden die Starts durch die Hofmark Böllerschützen. Das Klicken des Fotoapparates zum Festhalten des Knalls aus den 11 Mann starken Kanonen ist bei weitem nicht so ohrenbetäubend

Doch manche, die dennoch nach Bad Füssing aufgebrochen waren, schafften die Anreise nicht pünktlich. Im an sich schon vielfältigen Wettkampfprogramm die Übersicht zu behalten, wurde durch "Spätstarter" und versehentliche "Frühstarter" erschwert. Die Entscheidung, alle Starts um 15 Minuten zu verschieben, war ein faires Entgegenkommen, doch die Kommunikation des Aufschubs hatte nicht alle erreicht.

So beinhaltete das Startfeld über 10 Kilometer doch ein paar Halb- und Marathonläufer*innen. Auch diese brachte man mit einer Zeitkorrektur weitgehend in die Ergebnislisten, wenngleich nicht vollständig. Etwa eine Läuferin aus Bamberg musste disqualifiziert werden, da sie ansonsten entgegen der Wettkampfregeln den Sieg im Halbmarathon davon getragen hätte. Mancher zu früh gestartete Teilnehmer wunderte sich erst auf der zweiten Runde, nach dem Wegfall der Zehner, so allein auf weiter Flur zu sein.

 

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Die Startverschiebung war gut gemeint und betroffen vom Frühstart waren wohl nur ein oder zwei Dutzend Teilnehmer, darunter leider auch einige, die kein Deutsch verstanden.

Führungsradfahrer stehen bereit - für jede Disziplin, bei jedem Wetter Tina Fischl vor ihrer 9. Teilnahme. Heute geht sie mal wieder auf die Strecke, wo sie 2017 ihre Marathon BZ von 2:51:40 lief. Begleitet wird sie einen Teil des Wettbewerbs von ihrem Ehemann Alex (Nr. 4) und Daniel Schmidbauer, der über Halbmarathon startet

Mit dem Zehner wurde der Rennbetrieb eröffnet

Ein wahres Leistungsfeuerwerk hatte die LG Telis Finanz Regensburg im Vorjahr gezündet und die bisherigen Rekordwerte in den Bereich der Geschichte fabriziert. Man freute sich auf die Junioren-Europameisterin und Streckenrekordhalterin Miriam Dattke, auf Jonas Koller und Tim Ramdane Cherif, Leistungsträger der Regensburger Truppe, wenngleich diese sich 2019 nicht mit Philipp Pflieger verstärken würden, in dessen Sog 2018 der alte Streckenrekord gleich reihenweise unterboten wurde. Nun also die Absage der LG aus Regensburg, da man wohl ein Rennen im Schnee und auf glatten Wegen nicht riskieren wollte.

Halb- und Marathon Athleten verlassen eine Viertelstunde nach dem 10 km Lauf das Start-/Zielareal vor der Johannesbad Therme

Dass sich der Zehner des Thermen-Marathons fürs Training hervorragend eignet, daran zweifelt Andreas Silberbauer nicht. Der österreichische Triathlet aus Grieskirchen bei Linz war zum dritten Mal dabei und im Vorjahr in 33:21 min Zwölfter gewesen.

Seine bisher beste Platzierung in Bad Füssing erreichte der 26-Jährige 2017 als Vierter in 33:11 min, als Tobias Schreindl in 30:40 min siegte. Die ersten drei Kilometer sei man verhalten angegangen, so Silberbauer, dann lief er bis anderthalb Kilometer vor dem Ziel zusammen mit Yves Brack, der dann etwas nachließ. In 33:52 min, seiner vermeintlich schlechtesten Zeit, aber erstmals auf Schnee, siegte der EM-Dritte im Cross-Duathlon für den RC Grieskirchen/sportradl.at knapp vor dem M45-Sieger Yves Brack von DJK Beucherling, der 33:56 min benötigte.

 

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Rang drei ging in 34:22 min wieder über die nahe Grenze nach Österreich an den Trainingspartner des Siegers, Wolfgang Achleitner vom SV Wolfexpress. 50 Läufer schafften es bei den winterlichen Bedingungen unter 40 Minuten zu bleiben. Dem Schneetreiben trotzte auch Dr. Hansjörg Kupphardt, der mit Jahrgang 1939 in 55:51 netto die M80 gewann und auf dem 244. Männerrang einlief.

Die Moderation an und um die Strecke herum lag erneut ganz in Händen der Familie Maisenbacher in Form von Vater Peter und Tochter Maresa. Der Gymnasial-Lehrer und Ausdauer-Sportler Peter Maisenbacher ist als Moderator bei unzähligen Laufevents bekannt. Maresa hat ein abgeschlossenes Gesangsstudium in London am Institute of Contemporary Music Performance mit “First Class” abgeschlossen und war trotz stundenlanger Moderation am Tag zuvor bei einem Leichtathletik-Meeting in München noch bester Stimm(e)ung Erster auf der 10 km Strecke wird Andreas Silberbauer vom RC-Grieskirchen Susanne Schreindl von der LG Passau läuft bei den Frauen als Siegerin ins 10km Ziel

Ohne die LG Telis Finanz Regensburg, von deren Läuferinnen sie im Vorjahr trotz persönlicher Bestzeit von 35:23 min auf den vierten Rang verdrängt wurde, hatte Susanne Schreindl von der LG Passau keine ebenbürtige Konkurrenz. Sie siegte überlegen und gänzlich unbedrängt in sehr guten 36:03 min.

Ihre weitere Planung sieht die Teilnahmen an den Bayerischen und den Deutschen Crossmeisterschaften vor, dann noch ein Trainingslager auf Mallorca zur Vorbereitung der Deutschen Halbmarathonmeisterschaft in Freiburg.

 
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Auf Platz 2 im 10 km Lauf läuft M45-Sieger Yves Brack vom DJK Beucherling 3. wird Wolfgang Achleitner vom SV-Wolfexpress Bei den Frauen erläuft sich Hannah Sassnink vom LC Aichach knapp den 2. Rang vor Janina Lorenz vom MRRC München Hannah Sassnink ist bereits das zweite Mal dabei, 2015 lief sie den Marathon (7. in 3:35:42). Heute erreichte sie mit 39:33 trotz erschwerter Bedingungen eine neue pB über 10km, ihre alte pB 40:26. Lebenspartner Michael Harlacher war das erste Mal dabei, schaute sich zunächst mal die 10km Strecke an. Marathon ist er bisher erst einmal gelaufen, und zwar letztes Jahr in München eine 2:40:05

Überhaupt schien den weiblichen Gazellen das tiefe Geläuf wenig anzuhaben. So lief Hannah Sassnink vom LC Aichach auf Rang zwei und in 39:33 min verbesserte sie ihre persönliche Bestmarke, die bei 40:26 min stand. Die W30-Siegerin war bereits 2015 in Bad Füssing dabei und wurde damals beim Marathon in 3:35:42 h Siebte.

 

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Den dritten Rang schnappte sich Janina Lorenz (MRRC München), 2. W30 in 39:34 min zehn Sekunden vor den beiden Hauptklasseläuferinnen Susanne Aumair (39:44 min - RC Grieskirchen/sportradl.at) und Amelie Hofbauer (39:50 - PTSV Rosenheim). Was den Herren Dr. Kupphardt, war den Damen Helga Nowack vom DAV Zorneding. Die W75-Siegerin war nach 1:01:42 netto im Ziel. Ihrem 153. Rang folgten 130 weitere Einträge in der Damenliste.

Alle Strecken führen durch die Kurzone und an der ... ... Johannesbad Therme vorbei, die nach dem Rennen bei nasskalten Temperaturen um den Gefrierpunkt mit lauschigen 42 Grad zum Thermal-Baden & Erholen einlädt

Die Meldezahlen beim 10 km Lauf waren auf 832 geklettert, im Ziel wurden 666 Finisher erfasst. Ein Großteil des nicht angekommenen Feldes war gar nicht angetreten. Den Bedingungen angemessen mit Vorsicht und Bedacht liefen viele und hatten sichtlich Spaß an ihrem winterlichen Treiben. Nicht nur über die kurze Distanz, sondern auch auf den Langstrecken. Lediglich beim Marathon schien es einigen eingangs der vierten Runde doch Überwindung zu kosten, den nassen Füßen eine weitere Runde abzuverlangen.

Der Nachwuchswettbewerb startet als Schlusslauf. Vorne weg Tofiq Mahamad (links) von der Realschule Neuhaus/Inn, der auf der 1800 Meter langen Wendepunktstrecke mit einer Zeit von 6:24 (U16) gewinnt. Bei den Schülerinnen ist U14-Läuferin Franziska Drexler (3299) vom 1. FC Passau in 7:04 die Schnellste

Teilnehmerstarker Halbmarathon mit finnischem Vorausläufer

Nur zwei Läufer schafften die zwei unterschiedlichen Runden, die sie bei Halbzeit am Ziel vorbei führte, in einem Kilometerschnitt unter dreieinhalb Minuten. Nach 1:13:41 h war Matthias Ewender von der LG Region Landshut als Zweiter und M35-Sieger im Ziel. Dort hätte er über sechs Minuten auf den Drittplatzierten Marcus Reischauer von der LG Innviertel, ebenfalls M35, warten müssen, der in 1:19:42 h vor Johannes Frohnwieser (1:19:54 - 2.M30) von der SG Indersdorf den dritten Rang behauptete. Diese Zeiten lassen sich gut ins Verhältnis setzen, betrachtet man sich den Tagesschnellsten etwas genauer.

Marathonläufer Tobias Schreindl (Nr. 2) hat bereits die Führung im gemischten Feld der Halben und Ganzen übernommen. Die Disziplinen sind durch farbige Nummern gut zu unterscheiden. Grün für Halbmarathon, Gelb für Marathon

Aki Nummela galt als Favorit und wurde dieser Rolle gerecht. 2016 Finnischer Marathonmeister und amtierender Vizemeister mit einer Marathonbestzeit von 2:17:57 h, die er erst zwei Monate zuvor in Valencia aufgestellt hatte. Mit der Halbmarathon-PB von 1:06:59 h, ebenfalls in Valencia gelaufen, im März 2018, wäre sogar ein Angriff auf den Streckenrekord im Bereich seiner Möglichkeiten, aber nicht bei einer Rutschpartie. Zur ISPO sei er in Deutschland, wo er für den Helsinki Half Marathon wirbt. "Das ist unser Rennen", so der Athlet von Runner´s High. Persönliche Bestzeiten von 400 Meter über 3000m Hindernis bis Marathon belegen die Vielseitigkeit des 33-Jährigen, ob auf der Straße, der Stadionrunde oder in der Halle. Eine Anstrengung ließ er sich jedenfalls nicht anmerken, als er nach 1:11:34 h als Sieger ins Ziel lief.

Der finnische Marathon-Meister Aki Nummela bleibt bis ins Ziel des Halbmarathonrennens vorne Matthias Ewender von der LG Region Landshut wird 2. des Halbmarathons Marcus Reischauer von der LG Innviertel freut sich über Rang 3

559 Männer wurden im Halbmarathonziel erfasst, Alojz Emersic lief als einziger der M80 in 2:42:42 h zum Altersklassensieg.

Das Halbmarathonfeld der Männer führt nach einer Runde Aki Nummela aus Finnland an Bei den Frauen hat sich Elvira Flurschütz an die Spitze gesetzt Das Marathonrennen bestimmen Tobias Schreindl und ... ... die Tschechin Petra Pastorová

Nur ein Viertel der 738 erfolgreichen Halbmarathonteilnehmer war weiblich, da hinkt Bad Füssing dem Bundesdurchschnitt von über einem Drittel beim Frauenanteil hinterher. Den Teilnehmerinnen ist freilich kein Vorwurf zu machen. Diese wurden angeführt von Elvira Flurschütz vom SC Kemmern, die bereits 2017 diesen Lauf in 1:22:41 h gewinnen konnte, im Vorjahr wurde sie in 1:22:26 Dritte und 2016 Vierte (1:25:54). "Ich bin entspannt gelaufen und hatte Luft nach hinten." Zu den Bedingungen sagte die neu in die W30 gewechselte Sportlerin, dass die erste Runde schwer zu laufen war. Die Triathletin aus Bamberg, die beim Ausdauerdreikampf für den SV Bayreuth startet, findet die Veranstaltung schön, nicht zuletzt wegen der Therme, die allen Teilnehmern offen steht. 2017 lief sie ihre Bestzeiten über Halbmarathon, 1:21:07 in Salzburg, und über Marathon, 2:48:20 in Frankfurt. Im gleichen Jahr beendete sie den Langdistanz-Triathlon in Roth in 10:26 Stunden. Für 2019 hat sie die Teilnahme beim Kraichgau Triathlon auf der Mitteldistanz geplant und im Laufsport die Deutsche Marathon-Meisterschaft in Düsseldorf. Nach 1:24:13 h hatte sie ihren Sieg unter Dach und Fach und konnte nach der Schnellsiegerehrung nach wenigen Schritten ins Aufwärmbecken.

Elvira Flurschütz vom SC Kemmern gewinnt den Halbmarathon bei den Frauen Sophia Franz vom TSV 1860 Staffelstein folgt auf Platz 2 3. wird Christina Traxler von Trirun Linz

Das Podium vervollständigten die Hauptklasseläuferinnen Sophia Franz vom TSV 1860 Staffelstein in 1:27:41 h und Christina Traxler vom Trirun Linz in 1:31:53 h. Den undankbaren vierten Platz versüßte sich Sonja Hackl (SWC Regensburg) mit dem W40-Sieg in 1:32:39 h. Ihr folgte in 1:32:50 h Christina Oberndorfer von der LG Innviertel als W35-Beste ins Ziel. Dass die Strecke in weiten Teilen gut belaufbar war beweisen die Nettozeiten der Altersklassensiegerinnen von Anne Felk in der W65 in 2:00:13 h und Edeltraud Bennewitz in der W75 in 2:13:51 h, die hier beispielhaft genannt werden. Alle Leistungen sind der vorbildlich geordneten Ergebnisliste von ‚zeitgemaess' zu entnehmen.

Streckenwegweiser vor dem Johannesbad ... ... die einen laufen ins Ziel, die anderen in die nächste Runde

Namensgebende Distanz litt unter dem Wintereinbruch

Hatte man im letzten Jahr die Hürde von 300 Finishern auf der Königsdistanz wieder klar übertroffen, hätte nur ein Nachmeldewunder den zu erwartenden Rückgang abwenden können. So blieben wohl schon Teilnahmewillige bei der Anfahrt auf der Strecke. Zuletzt grassierte als Gesamtteilnahmezahl 301. Im Ziel zählte man schließlich 234 die Marathon gelaufen waren, darunter 34 Frauen. Offiziell finishten 22 Teilnehmende nicht und es erfolgte eine Disqualifikation. Bei diesen Bedingungen einen Marathontrainingslauf zu absolvieren, fand LG Passau Trainer Günther Zahn so unmöglich nicht. Man trainiert als ambitionierter Sportler schließlich auch bei Schnee und kann sich nicht ständig in warmen Regionen aufhalten.

2014 lief er Streckenrekord über Halbmarathon in 1:06:18, nun gewinnt Tobias Schreindl von der LG Passau den (Schnee)Marathon in 2:31:14. 2014 wurde er deutscher Marathonmeister Erster Gratulant ist sein Trainer Günter Zahn, der als Träger der olympischen Fackel 1972 das Feuer im Münchener Olympiastadion entzündete und es in seiner eigenen Laufvita zu 23 Einzeltiteln bei deutschen Meisterschaften brachte

In die Phalanx der LG Passau Läufer brach letztendlich nur Markus-Kristan Siegler von der LG Erlangen ein und verhinderte deren totalen Triumpf. In 2:45:08 h wurde er Dritter und schnappte Vorjahressieger Marco Bscheidl gleich noch den Altersklassensieg in der M35 weg, der in 2:45:37 als Vierter folgte. Nicht weit davor war es Alex Sellner, der auf Rang 2 in 2:44:52 den Altersklassensieg in der M45 erlief. Freilich war auch dieser nicht in der Lage das Rennen um den Gesamtsieg spannender zu gestalten, denn zu einsam und überlegen drehte Tobias Schreindl die Runden und kam in 2:31:14 h zu einem überlegenen Sieg. Geplant hatte der Deutsche Marathonmeister von 2014 und Halbmarathon-Streckenrekordhalter (1:06:18) eine Zeit von 2:30 h. Es meldete sich zwischendurch mal seine Muskulatur, doch konnte er den Marathon ohne Probleme zu Ende laufen. Seine Frühjahrsplanung endet mit der Teilnahme am DM Marathon in Düsseldorf. 14 Ergebnisse unter drei Stunden kann man der Ergebnisliste entnehmen, wobei diese Anzahl die Männer alleine beibrächten, nähme man die Nettozeit des Pacemakers Sebastian Apfelbacher von 2:59:55 hinzu, der in 3:00:00,52 wahrlich die Punktlandung nur deshalb entgleisen ließ, um Tina Fischl zu unterstützen.

Alex Sellner, Teamkollege des Marathonsiegers, läuft auf den 2. Marathonrang und gewinnt damit die M45 Markus-Kristan Siegler von der LG Erlangen freut sich über Rang 3 Vorjahressieger Marco Bscheidl (LG Passau) läuft nach verhaltenem Beginn noch bis auf Platz 4 vor Die M50 gewinnt Klaus Mannweiler vom TSV Wolfratshausen als Gesamtachter in 2:48:16

Am Sieg der viermaligen tschechischen Marathonmeisterin Petra Pastorová, die als Gesamtelfte die Ziellinie passierte, womit die 14 Ergebnisse unter drei Stunden tatsächlich belegt werden können, gab es nichts zu rütteln. Ihre Marathonbestzeit von 2:36:44 h ist sie 2013 in Prag gelaufen und noch immer war mit der 42jährigen Läuferin zu rechnen. Dass sie bei diesen Verhältnissen 2:55:29 h lief, muss man der Athletin des Club Seitl Ostrava hoch anrechnen, ihre Laufzeit fand sie auch okay. Es war ihre erste Teilnahme in Bad Füssing und vielleicht kommt sie 2020 wieder. Den Streckenrekord von Maria Bak, die 1996 in 2:46:04 h schneller lief als alle danach, könnte sie dann ins Visier nehmen, wenn auf der flachen Strecke Windstille herrscht und die Temperaturen etwas höher liegen. Doch noch betagter ist der Männerrekord (2:24:42) von Michael Braun aus dem Jahre 1994.

Die viermalige tschechische Marathon-Meisterin Petra Pastorová gewinnt den 26. Johannesbad Thermen-Marathon bei den Frauen Seriensiegerin Tina Fischl vom WSV Otterskirchen wird bei ihrer 9. Teilnahme Zweite, diesmal auf der Marathonstrecke Katrin Grigalta von der LG Nord Berlin Ultrateam holt sich auf dem letzten Marathonkilometer Rang 3 vor ...
... Vorjahresiegerin Dr. Veronika Limberger (Salewa Store Wien & USI)

Als Zweite kam Tina Fischl vom WSV Otterskirchen ins Ziel. 3:00:10 zeigte die Uhr. In den Bereich ihrer Marathon-Bestzeit von 2:51:40 h zu laufen, gelang ihr nicht. Nach acht Siegen auf allen Distanzen stand sie bei ihrer neunten Teilnahme kurz vor der Aufgabe. "Die nassen Füße sind mir fast abgefroren", schilderte die sichtlich beeindruckte Läuferin im Ziel. "Bei Halbmarathon wollte ich den Lauf beenden, aber der Tempomacher hat mich derart motoviert weiter zu laufen…, das war eine tolle Arbeit von ihm." Die Härte von Trail- und Bergläufen kamen der Deutschen Berglaufmeisterin des Jahres 2015 zugute. Im Vorjahr war sie in Bad Füssing zum vierten Mal Halbmarathon-Siegerin geworden, 2017 ihr Sieg über die Marathondistanz in persönlicher Bestzeit an gleicher Stelle. 2011 bis 2013 schaffte sie einen lupenreinen Hattrick beim 10 km Lauf.

Erschwerte Bedingungen auch für die Helfer am Versorgungsstand. Die für nasse Füße sorgende Schneematsche wird in die Kanalisation entsorgt Der Tisch, immer reich gedeckt. Es muss nur ausgewählt und entschlossen zugegriffen werden

Vorjahressiegerin Veronika Limberger wusste um die starken Gegnerinnen, fand es aber gar nicht schlimm, dass sie den Titel wohl kaum verteidigen würde. Ihre Marathonbestzeit lief sie in 2:59 h in Wien, in Bad Füssing war sie im Vorjahr in 3:05:28 h erfolgreich. Doch schon in der zweiten Runde spürte sie, es läuft heute nicht gut. Auf das Wetter schob sie es nicht: "Die Bedingungen waren für alle gleich." Trotzdem überlegte sie, ob es an der kalten Nässe lag, an den erstmals getragenen Kompressionsstrümpfen, die sie testen wollte, eigentlich in der Hoffnung, dass dann die Waden warm gehalten würden und nicht so auskühlen. Auf dem letzten Kilometer verlor sie noch den dritten Rang und wurde in 3:17:01 h Vierte und siegte für Salewa Store Wien & USI in der AK W30. Für die promovierte Philosophin mit einem Faible für Trailrunning ist die Trail-WM in Spanien Saisonhöhepunkt. Sie zählt zu jenen Läuferinnen und Läufern die durch die Partnerschaft des Thermen Marathons und des Wolfgangseelaufs nach Bad Füssing fanden.

Es war Katrin Grigalat von der LG Nord Berlin Ultrateam, die sich in 3:16:32 h noch aufs Podium begeben durfte, das gesamt und in der W40 somit gleich besetzt war. Barbara Hopfgartner wurde als Fünfte in 3:20:15 h W35-Siegerin. Neun Resultate unter 3:30 Stunden erzielten die Frauen, W50-Siegerin Christine Kohnert schaffte dies in 3:50:55 h nicht. Für das Team Icehouse e.V. startend, dürften die Voraussetzungen für sie ideal gewesen sein.

Drei Athleten die bereits das 26. Mal beim Marathon dabei sind. Albert Lehrhuber (130) vom SV Schwindegg wird 3. der M65 in 4:42, Theo Huhnholt (171) vom LC Bayern 8. der M60 in 4:24 und Martin Klugseder (60) von der DJK SV Weng wird 33. der M50 in 4:21 Wiederholungstäter sind auch der blinde Marathonläufer Anton Luber (230) und sein Guide Martin Braun. Heuer erreichten sie das Ziel nach 4:07 Stunden ... und immer wieder auf die Schippe genommen - Schnee, der sich im Laufe des Wettbewerbs immer mehr zu eiskalter schuhdurchdrängender Matsche verwandelte

Ob es wirklich noch nie einen solch winterlichen Lauf in Bad Füssing gab? An einen derartig schneelastigen Thermen-Marathon erinnern konnte sich Rudolf G. Maier, der Chefredakteur der Kurzeitung, nicht und er war von Beginn an dabei. Mit den 257 im Ziel der Schülerläufe summierte sich die Zahl der Finisher auf 1895, wahrlich kein schlechter Wert. Bleibt zu hoffen, dass alle gut heim fanden. Gar nicht flott ging es auf den Fernstraßen voran, da ging es zeitweise noch langsamer vorwärts als beim Lauf. Den gehen zum Saisonauftakt viele ziemlich stressfrei an, quasi als geselliges Ereignis. Andere wiederum haben nach dem Neujahrsmarathon in Zürich, den in Kevelaer oder in Rodgau vielleicht sogar schon den ersten Ultramarathon absolviert und sind längst mitten drin in der Saison, wenn in Bad Füssing die Böllerkanonen die Füße zum Traben bringen. Jedem, wie es beliebt.

Gut zwei Stunden nach ihrem 10km Sieg empfängt die bayerische Marathonmeisterin Susanne Schreindl ihren Ehemann im Marathonziel. Einmal mehr ein Doppelsieg für das erfolgreiche Läufer-Ehepaar von der LG Passau Organisator Jürgen Knaus und Marathonsiegerin Petra Pastorová aus Tschechien freuen sich im Zielzelt über den erfolgreichen Verlauf des 26. Johannesbad Thermen-Marathon 9x dabei, 8x gewonnen, allerdings auf den unterschiedlich angebotenen Distanzen - Tina Fischl bedankt sich bei 3:00-Zugläufer Sebastian Apfelbacher von der TG Kitzingen für seine motivierende Führung. 2018 übernahm der passionierte Marathon- bis Ultramarathonläufer vom gleichnamigen Weingut in Dettelbach bei Würzburg www.apfelbacher-wein.de schon den zum Jubiläum erstmals angebotenen Zugläuferservice für 3:00 Stunden. Seine Marathon Bestzeit von 2:36 ist bereits 3 Jahre alt, "da muss mal eine Verbesserung her", so der 40jährige, "eine 2:30 sollte es schon sein"
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Die Laufszene ist eben noch vielfältiger als das Bad Füssinger Streckenangebot. Und das Outfit, vom kurz-kurz über Fuchskostüme bis hin zum Cowgirl bzw. zum Mozartkostüm gab es allerhand zu bewundern. Alles ganz im Sinne der Unternehmensphilosophie der Johannesbad Gruppe, Innovationsfreude, Glaubwürdigkeit, Miteinander, Qualität und Kompetenz sowie zielorientiertes und nachhaltiges Handeln. Kein Knochen brach auf den Laufstrecken, kein nennenswertes Vorkommnis. Ein Junge platschte nach dem Start in eine Eiswasserpfütze und könnte an den E-Sport verloren gehen. Für die vielen Läuferinnen und Läufer aller Couleur wird es kaum der letzte Thermen Marathon gewesen sein, denn wo sonst kommt das Wasser mit 56 Grad aus der Erde, lässt sich Sport und Relaxen so gut unter einen Hut bringen?

3.2.19 - 26. Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing

Sportsymposium im Johannesbad: Vom Hinfallen und Wiederaufstehen

von Constanze & Walter Wagner 

Bevor die Lausschuhe geschnürt werden, gibt es in Bad Füssing traditionell das Sportsymposium. In diesem Jahr wagte man den Schritt und engagierte keinen Läufer, sondern den Ex-Bundesligaschiedsrichter Rabak Rafati, der unrühmlich 2011 mit seinem Suizidversuch in die Medien kam, auch deshalb weil er sich unmittelbar vor einem Bundesliga-Spiel im Hotelzimmer das Leben nehmen wollte. WARUM?

Moderator Peter Maisenbacher begrüßte die interessierten Zuhörer des Sportsymposium hoch über den Johannesbad-Thermen
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Sportsymposium Babak Rafati

Vom Hinfallen und Wiederaufstehen

Alles hat zwei Seiten - Die Höhen und Tiefen des Spitzensports

Babak Rafati war Bankkaufmann in Führungsposition und viele Jahre FIFA - & Bundesliga-Schiedsrichter im Profi-Fußball. Wie kommt so jemand in die Lage sein Leben beenden zu wollen? Dies berichtete der Referent eingangs, und Rafati zeigte Parallelen aus dem Spitzensport zum Berufsalltag, Ursachen von Stress & Leistungsdruck sowie Strategien für Stressmanagement auf. "Wer oder Was ist die Ursache für unseren Stress? Unser Chef, unser Job, die Kollegen, der Leistungsdruck oder sogar wir selbst ?"

Loslassen: Babak Rafati war als Bundesligaschiedsrichter und auch Mensch privilegiert um über "Hinfallen und wieder Aufstehen" zu referieren

Babak Rafati, heute als Referent, Keynote/Business Speaker & Mentalcoach in der freien Wirtschaft, auf Führungskongressen sowie Großevents, u.a. bei DAX-Konzernen tätig, fesselte mit seinem Plädoyer für ein Change Management zu einer starken Selbstführung durch Persönlichkeitsentwicklung das Auditorium im 10. Stock der Johannesbad Therme. Moderator Peter Maisenbacher zog am Ende das unwidersprochene Fazit: "Ein großartiges und außerordentliches Sportsymposium."

Babak Rafati mit seinem Buch "Ich pfeife auf den Tod !", das er am Ende des Symposiums gern mit einer persönlichen Widmung versah ... ... und mit Günter Zahn, der als Träger der olympischen Fackel 1972 das Feuer im Münchener Olympiastadion entzündete und es in seiner eigenen Laufvita zu 23 Einzeltiteln bei Deutschen Meisterschaften brachte (Trainer der LG Passau). Seine Athletinnen und Athleten könnten dem 26. Johannesbad Thermen Marathon den Stempel aufdrücken
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"Es geht um Stress und um Druck. Ich bin ein Vorbild wie man es nicht macht", so Babak Rafati, der es als Privileg sieht, dass er als Bundesligaschiedsrichter Gehör findet. Von der Kraft der Gedanken und von Achtsamkeit, war die Rede. Rafati findet, man solle in der Schule mehr Zeit für Philosophie, Psychologie und Sozialwissenschaften aufwenden, um zu lernen mit den Schwierigkeiten im Leben besser zurecht zu kommen. Denn, es liegt nur an unserem eigenen Drehbuch und nicht an den anderen, ob und wie gut wir das Leben meistern.

Nach dem lehrreichen Vortrag, bei dem von Peter Maisenbacher beobachtet, die Aufmerksamkeit der Zuhörer immer mehr zunahm, gab es abschließend noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Diese beschäftigten sich teils mit Babak Rafati, seinem Karriereende als Schiedsrichter, aber auch Bankmitarbeiter in Führungsposition, teils nutzten Zuhörer die Gelegenheit sehr persönlichen Rat einzuholen.

Bericht und Fotos von Constanze und Walter Wagner

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