10.2.18 - 34. Frühjahrslauf in Groß-Gerau

Der Fastnachtsumzug der schnelleren Art

von Markus Heidl 

Offiziell heißt die Laufveranstaltung, die der TV 1846 Groß-Gerau in diesem Jahr bereits zum 34. Mal ausrichtet, anders. Geladen wurde nämlich zum Groß-Gerauer Frühjahrslauf. Weil dieser aber traditionell am Fastnachtssamstag stattfindet und gefühlt immer mehr Teilnehmer die Gelegenheit nutzen, um verkleidet an den Start des vermessenen 10-km-Laufs zu gehen, kann der Lauf durchaus als der schnellste Karnevalsumzug der Region bezeichnet werden. Die Führenden haben sich eben als Läufer verkleidet. Zwar werden keine Süßigkeiten geworfen - der Tee im Ziel wird mit ruhiger Hand ausgeschenkt - die Preise für die Sieger kann man aber durchaus als üppig bezeichnen.

Start frei zum 34. Frühjahrslauf Die Jecken sind los! Den Groß-Gerauer Frühjahrslauf kann man auch als schnellsten Karnevalsumzug der Region bezeichnen.
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Auch zum Wetter passt der Name der Veranstaltung mal mehr und mal weniger. Zwar hört man auch heuer im Wald schon ab und an Vöglein zwitschern, mit Schnee und tiefen Temperaturen steckt der Februar aber noch im Winter fest. Was dem schnellen Laufen aber keinesfalls im Wege steht. So manchem reicht auch bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ein kurzes Leibchen und eine luftige Hose.

Die Strecke selbst hatte weniger unter dem aufkommenden Winter als unter den Wassermassen der Zeit um den Jahreswechsel zu leiden. Große Teile des Walds rechts und links der Strecke stehen noch immer unter Wasser. Teilweise war sogar die Strecke nur selektiv belaufbar, sollten die Schuhe der Wettkämpfer trocken bleiben.

Für Karnevalisten und Läufer verläuft der "Umzug" zu 100% durch den Wald ... sein Utensil hat die Weiberfastnacht "überlebt"

Einziges Ärgernis der Organisatoren, bei denen sonst alles glatt lief - bei der mittlerweile 34. Auflage hat man einfach Routine -, waren die Waldarbeiten um km 7. Obwohl extra Bescheid gegeben wurde, stand dann doch pünktlich um 15 Uhr schweres Gerät auf der Strecke. Ein vorausgeschickter Fahrradfahrer sorgte schließlich für ein Einsehen während des eigentlichen Rennens.

Alles Geschichten am Rande, die die Teilnehmer nur dann interessieren, wenn etwas nicht so klappt, wie es soll. Für Beschwerden bestand aber wieder einmal kein Anlass, alles lief einwandfrei.

Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim siegt erneut In starker Zeit folgt Ruben Zillig von der LG VfL / SSG Bensheim auf Rang 2 Dritter wird Beriuhn Tsagaw von den Oromorunners

Und am einwandfreisten, wenn man so will und es um die Geschwindigkeit geht, lief der Träger gelber Handschuhe, die man schon von weitem - immer abwechselnd rechts und links - aufblitzen sah. Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim scheint die Groß-Gerauer Strecke gut zu liegen. Hier ruft er stets seine stärksten Leistungen ab. Wie im letzten Jahr konnte er auch 2018 wieder gewinnen. Dieses Jahr reichten ihm 31:17 min für die zehn Kilometer.

Als erster Verfolger tauchte gar nicht weit dahinter Ruben Zillig von der LG VfL/SSG Bensheim auf. Der frühere Mittelstreckler der erweiterten deutschen Spitze ist mittlerweile, nach einer längeren Verletzung, zum Triathlon gewechselt, sodass er jetzt nur noch 60 statt 120 Wochenkilometer sammelt. Ergänzt natürlich um Schwimm- und Radfahreinheiten, die ihm nachweislich sehr gut bekommen. Denn nach eigener Aussage wäre er bereits mit einer Zeit um 33 Minuten zufrieden gewesen. Im Ziel aber war er schon deutlich früher. 31:49 min bedeuten ein erstes Ausrufezeichen in der noch jungen Saison!

Alexandra Rechel vom ASC Darmstadt wird schnellste Frau Sandra Korzeczek vom LC Olympia Wiesbaden läuft auf Platz 2 Um Platz drei setzte sich Simone Blumör mit nur drei Sekunden gegen ... ... Vera Martens vom TV Waldstraße Wiesbaden durch

Dann ein etwas größerer Abstand, bevor die weiteren Verfolger von Beriuhn Tsagaw von den Oromorunners (33'24) angeführt wurden. Ihm folgten Steffen Kundel (34'24, Triathlon Team DSW Darmstadt), Jens Bäss (35'18, TV Waldstraße Wiesbaden), der den Start verpasst hatte und sich noch weit nach vorne arbeiten konnte, Velizar Kolev von der SV Traisa (35'20) und der langjährige Trainingspartner von Ruben, Marko Arthofer (35'27, LG VfL/SSG Bensheim), der derzeit nur wenig Zeit für Training hat, im Sommer aber wieder auf den Mittelstrecken angreifen will. Auch der Coach der beiden war heute am Start: Stephan Rapp wurde mit einer Zeit von 37:05 min Gesamt-15. und Zweiter der M45.

Bei den Frauen war es Alexandra Rechel vom ASC Darmstadt, die vor dem Start zwar noch etwas verfroren war, im Rennen selbst dann aber schnell auf Touren kam. 39'19 bedeuteten Rang 33 im Gesamteinlauf.

Jeck oder nicht - da war alles mit dabei
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Ihre ärgsten Verfolgerinnen lagen dicht beisammen. Platz zwei bis fünf bei den Frauen trennten weniger als eine Minute. Insbesondere um Rang drei wurde es richtig eng. Davor aber lief Sandra Korzeczek (LC Olympia Wiesbaden) nach 41'44 auf Rang zwei. Um Platz drei setzte sich dann Simone Blumör (41'58) mit nur drei Sekunden gegen Vera Martens (42'01) vom TV Waldstraße Wiesbaden durch. Rang fünf belegte Claudia Fiebig-Keller vom TV Hergershausen nach 42'38.

Eine Zeit, mit der auch die ersten verkleideten Jecken das Ziel erreichten. Da war alles mit dabei: vom Pirat über ausgewachsene Löwen und Sträflinge bis hin zu Drachen. Ein Hase wiederum führte ganze Gruppenverkleidungen an. So ein Lauf am Fastnachtssamstag verbindet eben einiges: hochkarätige Leistungen mit Spaß an der Bewegung und Ausgelassenheit zur fünften Jahreszeit. Noch bis Mittwoch wird gefeiert, bevor die Fastenzeit das Warten auf Ostern einleitet. Und dann ist wirklich Frühling!

Bericht und Fotos von Markus Heidl

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