5.2.17 - 24. Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing

Kaiserwetter in Europas größtem Kurort

Tina Fischl siegt mit Hausrekord - Andreas Straßner souverän

10km: Olympiateilnehmerin Anja Scherl mit PB zum Streckenrekord

von Michael Schardt

Im nächsten Jahr wird der Johannesbad Thermenmarathon zu Bad Füssing ein Vierteljahrhundert alt. Die Generalprobe für das Jubiläum ging nun am Sonntag, dem 5. Februar, bei schönstem Winterwetter und unter bewährter Führung von Organisationsleiter Thomas Richter vom Stapel, der seit 2010 die Fäden beim Marathon in Europas größtem Kurort fest in der Hand hält.

Schon lange vor dem ersten Start sah man den Macher der ersten großen bayerischen Laufveranstaltung im Jahr bestens gelaunt im Zielbereich nach dem Rechten sehen. Er durfte zufrieden sein, denn das mehr als dreihundert Köpfe starke Helferteam hatte alles hervorragend vorbereitet. "Aber für das Wetter könne er nichts", strahlte Richter im Vorbeigehen die Anwesenden an, wohl wissend, dass die äußeren Bedingungen nicht besser hätten sein können und der ganzen Veranstaltung das Krönchen aufsetzten.

 

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Bei strahlend blauem Himmel, viel Sonne, leichten Plusgraden und vollkommener Windstille hatte Petrus ideale Voraussetzungen für Läufer, Organisatoren und Zuschauer geschaffen. Das wussten vor allem die Stammgäste beim Thermenmarathon zu schätzen, denn so günstig hatte es in der Vergangenheit nicht immer ausgesehen. Einige erinnerten sich noch an frühere Auflagen, als ein eisiger Wind über die offenen Landschaften peitschte, Schneeflocken so groß wie Golfbälle den Läufern seitlich von vorne ins Gesicht klatschten und Temperaturen unter zehn Grad minus für die komplette Auskühlung der Muskulatur sorgten.

Bernhard Hell trägt eine symbolträchtige Startnummer. Denn genau 299 Läufer sollten den 24. Thermenmarathon finishen Marathon in der Krachledernen zelebrieren Anja Patragst und Jürgen Englerth
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Nichts davon 2017 und daher kein Wunder, dass sich am Nachmeldeschalter lange Schlangen bildeten und sich mehrere hundert Kurzentschlossene vor allem für den Zehner noch eintragen ließen. So kam das bisher drittbeste Meldeergebnis der Geschichte zustande mit 1778 Zieleinläufen beim Schülerlauf, 10-km-Lauf, Halbmarathon und Marathon. Nur 2014 (1810 Finisher) und 2016 (1943 Finisher) hatte es mehr Teilnehmer gegeben. Für das Jubiläum im nächsten Jahr erhoffen sich die Organisatoren, erstmals die Marke von 2000 Läufer zu knacken. Eine durchaus machbare Angelegenheit.

Der Vortag

Gelaufen wird in Bad Füssing am Sonntag, der Samstag gehört mit dem für Läufer kostenfreien Langbadetag in der Therme, der Nudelparty, der kleinen Läufermesse und dem Läuferforum genau so zentral zur zweitägigen Veranstaltung.

Zum Rahmenprogramm des Marathons gehört am Vortag schon seit Jahren ein Vortrag im Veranstaltungssaal des Johannesbades, der sich hoch über der Gemeinde im zehnten Stock befindet. Diesmal war das Ganze mit "Olympia trifft Johannesbad" betitelt. Zu Gast waren neben Rio-Marathonteilnehmerin Anja Scherl noch die beiden Paralympics Niko Kappel als Goldmedaillengewinner im Kugelstoßen und Thomas Schmidtberger als Silbermedaillengewinner im Tischtennis sowie Andreas Richter, der sechs Olympische Spiele als Physiotherapeut begleitete. Moderiert wurde die anregende Diskussion von Martin Gruber vom Bayerischen Rundfunk.

Kaiserwetter beim Marathon in Bad Füssing. Die 24. Auflage wurde mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein belohnt

Erstmals wurde in Bad Füssing ein weiteres Vortragsformat ins Programm genommen, das am Samstagabend Premiere hatte und in Zukunft beibehalten werden soll. Gastgeber war hier nicht die Therme, sondern das Hotel Königshof. Als Referentin fungierte Ultraläuferin Ulrike Mayer-Tancic, die bei der zweiten Challenge mit dem Titel "Wer ist so hart wie Joey Kelly" dabei war. Das durch "Stern-TV" bekannte Extremrennen machte bereits im Vorjahr Furore. Damals wie heute stellten sich einige Männer der Herausforderung und je nur eine Frau, die sich alle zuvor noch für die Teilnahme durch Ausscheidungsrennen qualifizieren mussten. Während beim Auftakt die Frau als erste ausschied, schaffte es Mayer-Tancic, alle Männer hinter sich zu lassen, um am Ende nur Joey Kelly selbst zu unterliegen. Das brachte ihr den Ruf ein, "die härteste Frau Deutschlands" (Stern-TV) zu sein.

Im voll besetzten Raum hielt die Referentin einen interessanten, durch Foto- und Filmmaterial illustrierten Vortrag, der großen Anklang fand und zu Fragen und Bemerkungen anregte. Dass Joey Kelly ihr gegenüber als Veranstalter der Challenge einige Vorteile hatte, behandelte Mayer-Tancic durchaus zurückhaltend. Immerhin teilte sie mit, dass sie im Gegensatz zu Kelly nie gewusst habe, wie lang die täglichen Strecken gewesen seien oder wie hart. Die ausgelobten 10.000 Euro habe sie daher nicht erringen können. Inzwischen tingelt die Sekretärin eines Gymnasiums mit dem Vortrag über ihre prägenden sportlichen Erlebnisse durch die Lande. Das Bildmaterial dafür wurde ihr vom Fernsehsender RTL zur Verfügung gestellt. In Bad Füssing begnügte sich die Referentin, die für die LG Telis Finanz Regensburg läuft, mit der Teilnahme am Halbmarathon, wo sie insgesamt achte wurde und in 1:37:18h die W50 gewann.

Die Läufer durften sich über Plusgrade und Windstille freuen Und über schönste Winterlandschaft

Erfolgreiche Titelverteidigungen bei den Schülern

Sie starten als letzte, nämlich fünf Minuten nach den Marathonis um 10:05 Uhr, kommen aber wenige Minuten später schon als erste ins Ziel: die Schüler und Schülerinnen der Altersklasse U16 und jünger. Von knapp 180 gemeldeten Kindern und Jugendlichen nahmen gut 130 das Rennen auf, wobei die Jungs diesmal ein paar Teilnehmer mehr an der Startlinie hatten als die Mädchen. Die Jungs brachten 73 Läufer ins Ziel, die Mädchen 61. Dass im familienarmen Kurort Bad Füssing überhaupt so viele junge Läufer begeistert mitmachen, ist besonders einigen Schulen aus Nachbarorten zu verdanken. Als herausragend darf das Engagement der Maria Ward Realschule Neuhaus bezeichnet werden, die allein siebzig Kinder angemeldet hatten. Aber auch die Mittelschule Pocking und die Inntal Mittelschule Simbach stellte mehrere Dutzend Teilnehmer.

Zum Start des Laufs über 10 km spielte diese Band rhythmische Stücke Startaufstellung der Schülerinnen und Schüler, die als letzte auf die Strecke geschickt werden, aber als erste wieder im Ziel sind

Im Kampf um die vorderen Plätze konnten die genannten Schulen aber - von einer Ausnahme abgesehen - nicht viel gewinnen. Da setzten sich in der Regel die Schüler aus Leichtathletikvereinen durch. Bei den Jungen konnte sich - wie schon in den beiden vergangenen Jahren - Rico Hamm vom FTZ Leistungsteam Mühldorf über die 1800 Meter lange Wendepunktstrecke in 6:07min (brutto) durchsetzen. Damit lief der 13-Jährige fast exakt seine Zeit des Vorjahres.

Auf Rang zwei kam der ein Jahr ältere Leonard Pretzl vom team alpha, der 6:27min benötigte. Noch ein Jahr älter als dieser ist Florian Krieger, der in 7:10min dritter für die Maria Ward Realschule Neuhaus wurde. Kriegers dritter Platz wurde aber außer Konkurrenz erreicht, weil er ein Jahr zu alt war. Daher gebührt dem 12-jährigen Lukas Pokus von der Inntal Mittelschule Simbach die Bronzemedaille und der dritte Podiumsplatz.

Die drei schnellsten WU16 Mädchen v.l.n.r.: Julia Gerl (2.), Julia Zeindl (1.) und Kristina Wieser (3.) Die drei schnellsten MU12 Schüler v.l.n.r.: Philipp Schindl (2.), Benedikt Müller (1.) und Anel Dindic (3.)

Auch bei den Mädchen gab es eine erfolgreiche Titelverteidigung. Verantwortlich dafür war die erst 12-jährige Anja Straßburger vom TV Altötting, die in 6:41min als erstes Mädchen und hinter zwei Jungs als Gesamtdritte einlief. Das Podium vervollständigten Franziska Drexler, erst zehn Jahre alt, vom 1. FC Passau in 7:14min, und die gleichaltrige Pauline Lorenz von der DJK SV Malching in 7:19min. Siegerehrungen wurden nicht nur im Gesamtranking durchgeführt, sondern ebenso für die drei ausgeschriebenen Altersgruppen U16, U14 und U12.

10km: Anja Scherl pulverisiert eigene Bestleistung und Streckenrekord

"Ja", sagte die Marathonolympiateilnehmerin von Rio, Anja Scherl, nach ihrem Lauf über zehn Kilometer, "das war eine neue persönliche Bestzeit". Bisher habe ihr Bestwert über zehn Kilometer bei 33:57min gestanden, erläuterte die Dreißigjährige den Journalisten, aber bei einem Halbmarathon (gemeint war der von Barcelona 2016 in 1:11:17h) habe ihre Durchgangszeit bei 10 km schon einmal darunter gelegen. Nun lief die Athletin von der LG Telis Finanz Regensburg mit 33:16min (netto; brutto: 33:18min) eine beachtliche neue Hausmarke und zugleich einen neuen Streckenrekord, den bisher Julia Viellehner mit 34:02min (2014) gehalten hatte. Mit dieser Leistung war Scherl bei den Frauen ohne echte Konkurrenz. Sie ließ nur vier Männer vor. Einen feinen zweiten Platz lief Scherls Mannschaftskameradin Julia Kick (WHK) in 35:41min heraus, womit sie Claire Perrin (W30) von der LG Stadtwerke München in 37:15min auf den Bronzerang verwies. Insgesamt blieben elf Frauen unter vierzig Minuten. Für Anja Scherl wird voraussichtlich die Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon in Hannover die nächste große Herausforderung auf der Straße sein.

In der Startaufstellung für 10 km ganz vorne zu finden: Olympiateilnehmerin Anja Scherl Ein Feld von über 600 Teilnehmern setzt sich in Bewegung

Tobias Schreindl (MHK) von der LG Passau hatte in den Jahren 2014 bis 2016 drei Mal hintereinander den Halbmarathon in Bad Füssing gewonnen und mit 1:06:14h auch den aktuellen Streckenrekord aufgestellt. Diesmal hatte der 28-Jährige jedoch für zehn Kilometer gemeldet, wo er auch als Favorit galt. Allerdings sollte es eine äußerst knappe Angelegenheit werden und die Entscheidung erst in einem harten Spurt mit Valentin Unterholzner (MHK) von der LG Region Landshut fallen. Schreindl hatte mit nur 26 Hundertstel Vorsprung das bessere Ende für sich. Er lief 30:39,92min gegenüber 30:40,18min von Unterholzner. Auf Rang drei platzierte sich Philipp Bertsch (MHK, LG Region Landshut) in 32:11min.

 

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Der Streckenrekord von Moritz Steininger, der auf 30:06min aus 2014 lautet, blieb unangetastet.

Beim Thermenmarathon vermischen sich recht früh die drei Felder von Marathon, Halbmarathon und Zehner. Welche Strecke wer läuft, ist an den farblich unterschiedlichen Startnummern zu erkennen 10km-Siegerin Anja Scherl stellte in 33:16 (netto) eine neue persönliche Bestzeit und einen neuen Streckenrekord auf Der älteste Teilnehmer über zehn Kilometer war Heinz Zipp. Der 86-Jährige finishte die 10km in knapp zwei Stunden

HM: Marco Bscheidl vorne, Elvira Flurschütz mit PB -
und ein deutscher AK-Rekord

Auf dem flachen und schnellen Rundkurs, den die Halbmarathonis einmal und die Marathonis zweimal zu durchlaufen haben, gab 2016 auf der Langdistanz Marco Bscheidl (M35) von der LG Passau den Ton an. Er gewann seinerzeit in 2:32:52h den Marathon. Diesmal gab er sich mit der Halbdistanz zufrieden, die er ebenso sicher dominierte. Er lief einen Start-Ziel-Sieg in 1:11:18h heraus, wobei er mehr als eine halbe Minute Vorsprung vor der ärgsten Konkurrenz hatte. Auf Rang zwei kam Alex Knoblechner (MHK) vom Lauftreff Nussdorf in 1:11:52h. Im Kampf um Bronze konnte sich Matthias Ewender (M35) von der LG Region Landshut gegen Ralf Preissl (M40, laufstilanalyse.de) durchsetzen. Er kam nach 1:12:39h ins Ziel, während Preissl 1:14:30h brauchte.

HM-Sieger wird Marco Bscheidl Zweiter im HM: Alex Knoblechner
Der HM-Dritte Matthias Ewender (links) überrundet einen Mitstreiter Rang 4 für Ralf Preissl

Bei den Frauen hatte Elvira Flurschütz doppelten Grund, sich zu freuen. Sie gewann nicht nur mit erheblichem Vorsprung den Halbmarathon, sondern lief auch eine tolle Bestzeit. Die 27-Jährige vom SC Kemmern gewann sicher in 1:22:40h und verwies ihre Mannschaftskameradin Anke Friedl (WHK) auf Rang zwei in 1:26:52h. Relativ eng wurde es um den dritten Podestplatz, den die Triathletin Elisabeth Feizlmayr (W30, Tripower Freistadt) in 1:30:27h gegen Maria Sellner (W35, LG Passau, 1:30:51h) erreichte.

Neue persönliche Bestzeit für HM-Siegerin Elvira Flurschütz Anke Friedl wird 2. über HM
Rang drei für Elisabeth Feizlmayr Auf Rang vier läuft Maria Sellner

So früh im Jahr veranstaltet, ist der Thermenmarathon immer gut für persönliche Jahresbestzeiten, aber auch für deutsche Jahresbestleistungen. So auch diesmal. Einer Recherche von Moderator Artur Schmidt zufolge gab es über die Halbmarathonstrecke der Frauen auch einen Deutschen Rekord zu feiern. Heide Böck vom Forstenrieder SC in München hatte in der W75er-Klasse eine Zeit von 1:47:57h (netto) erreicht, und damit den alten Rekord von Helga Miketta, der bei 1:52:25h steht (13.3.2016), deutlich verbessert. Soweit in der Kürze zu ermitteln, dürfte es sich sogar um eine kontinentale Bestleistung handeln, denn eine Zeit von unter 1:50h steht auch in europäischen Rekordlisten nicht zu Buche. - Mit 712 Finishern war der Halbmarathon erneut die beliebteste Distanz vor dem Zehner.

Eine Stunde vor dem Start spielte eine bayerische Band von der Galerie herab ein Ständchen Ein Blick auf den Start- und Zielbereich, an dem die Marathonis vier Mal vorbeikommen und die Halben zwei Mal

Tina Fischl kämpft um persönliche Bestzeit

Bei den letzten fünf Auflagen des Thermenmarathons hatte die Frauensiegerin immer den gleichen Namen: Angela Kühnlein. Diesmal hatte die Seriensiegerin allerdings nicht gemeldet, so dass es eine neue Titelträgerin geben würde. Aber auch, wenn Kühnlein angetreten wäre, hätte sie es ausgesprochen schwer gehabt, das oberste Treppchen zu erobern, denn keine geringere als Tina Fischl stand in der Startliste, die aktuell die besseren Marathonzeiten vorzuweisen hat.

Marathonläufer vor Winterlandschaft
Die Tempomacher für 4:15h hatten in der ersten Runde noch zahlreiche Mitläufer zu betreuen

Tina Fischl, schon mehrfach auf Unterdistanzen in Bad Füssing erfolgreich und frühere deutsche Berglaufmeisterin (2015), schlug von Anfang an ein hohes Tempo an, das im Bereich ihrer Marathonbestzeit (2:52h) lag. Schon nach der ersten Runde, also nach 11,1 km, war klar, dass sie an diesem Tag keine ernsthafte Konkurrenz zu fürchten hatte, sondern nur gegen die Uhr lief, geführt vom Radbegleiter des Veranstalters. Mit jedem weiteren Mal, mit dem Fischl (W40, WSV Otterskirchen) am Ziel vorbeikam - insgesamt drei Mal -, vergrößerte sich ihr Vorsprung gegenüber den anderen Frauen erheblich. Bis etwa drei Kilometer vor dem Ziel lief es für die Führende locker, wie sie nach dem Rennen erzählte. Dann aber sei es schwer geworden, und zuletzt wäre es nur noch Kampf gewesen.

Tina Fischl gewinnt den 24. Thermenmarathon mit neuer persönlicher Bestzeit Platz zwei für Barbara Mallmann Rang drei für Basilia Förster Nicole Fischer erobert den vierten Rang

Das war auch für die Zuschauer am Ziel rein äußerlich an Mimik und Körperhaltung erkennbar, aber es hatte sich gelohnt. Denn Fischl blieb in 2:51:40h (netto; brutto: 2:51:44h) knapp unter ihrer bisherigen Bestzeit und stellte damit eine nationale Jahresbestleistung auf. Ein grandioser Erfolg für die Vierzigjährige. Auf dem zweiten Platz fand sich die frühere Ultraläuferin Barbara Mallmann (W45) von der SpVgg Höhenkirchen wieder, die einstmals für Ahlen in Westfalen erfolgreich auf Überdistanzen unterwegs war. Gut zwanzig Minuten nach Fischl lief Mallmann in 3:13:18h ins Ziel, gefolgt von der vereinslosen Basilia Förster (W35) in 3:16:16h und Nicole Fischer (W45) von den Ries Hornets aus Nördlingen in 3:22:36h. Insgesamt finishten von 299 Marathonläufern 47 Frauen, was einem Anteil von knapp 16 Prozent entspricht. Den Streckenrekord hält seit 1996 Maria Bak in 2:46:04h.

Marathonsieg an Rheinländer

Der Sieger der ersten Stunde, Michael Braun, war beim diesjährigen Marathonstart zu Gast, zwar nicht als Aktiver, aber als Zuschauer. Braun hatte bei der Premiere 1994 in 2:24:42h eine Duftmarke gesetzt, die bis heute von keinem anderen Athleten auch nur annähernd erreicht werden konnte. So erging es auch bei der diesjährigen Auflage den schnellsten Läufern, die nicht nur die Zeit von Braun, sondern auch eine Zeit von unter 2:30h deutlich verfehlten.

Start-Ziel-Sieg für den Rheinländer Andreas Straßner von ART Düsseldorf
Felix Mayerhöfer wird sicher zweiter
Rang 3 für Klaus Mannweiler
Für Stabsarzt Maxim Fuchs war Füssing die ideale Vorbereitung auf die Militärweltmeisterschaft. Der Mann von der LG Passau wurde in 2:38h 4.

Ein gleichmäßiges Rennen und einen sicheren Start-Ziel-Sieg fuhr Andreas Straßner (M35) von ART Düsseldorf ein. Straßner hatte sich zwar, wie zu hören war, eine etwas bessere Zeit vorgenommen, als er letztlich erreichte, eine Gefährdung seiner Führungsposition war jedoch zu keinem Zeitpunkt gegeben. Dennoch schaute er sich noch hundert Meter vor dem Ziel nach möglichen Verfolgern um, aber zu sehen war da niemand. Schließlich finishte Straßner mit knapp anderthalb Minuten Vorsprung in 2:34:55h vor Felix Mayerhöfer (M35, DJK Dasswang) in 2:36:23h. Interessant gestaltete sich der Kampf um Bronze. Da waren Klaus Mannweiler vom TSV Wolfratshausen und Maxim Fuchs (MHK) von der LG Passau über dreißig Kilometer Seite an Seite gelaufen, bis sich Mannweiler gegen Ende der letzten Runde knapp absetzen konnte und in der für seine Altersklasse (M50) herausragenden 2:38:02h Rang drei eroberte. Fuchs, der sich aktuell auf die Militär-WM vorbereitet, war nach 2:38:35h im Ziel.

Michael Braun indes darf seinen Streckenrekord für ein weiteres Jahr sein Eigen nennen und stellte im Gespräch in Aussicht, vielleicht beim Jubiläum wieder selbst an den Start zu gehen.

Der blinde Läufer Anton Luber (links) wurde von Partner Roland Blumensaat in etwas mehr als vier Stunden sicher über die 42 Kilometer geführt Diese beiden Läuferinnen schaffen gemeinsam eine Zeit von unter 3:45h. Miriam Nürnberger (201) und die erst 19-jährige Daria Möbius Moderator Artur Schmidt informierte am Ziel fachkundig das Publikum und führte so manches Läuferinterview
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Fazit

Der Bad Füssinger Thermenmarathon war wie immer bestens organisiert, was die Sportler mit sehr ansprechenden Leistungen und vielen persönlichen Bestzeiten danken. Laufsport ist zwar die wichtigste, aber längst nicht einzige prägende Facette der Veranstaltung. Wellness, Badespaß und gastronomische Gemütlichkeit gehören genauso dazu. Nicht ohne Grund war das Finishershirt mit dem Ausspruch "Ich bin vor euch in der Therme" bedruckt. Auch viel bayerisches Brauchtum wird beim Marathon gepflegt. Schon zu Beginn spielte eine Blaskapelle von der Galerie herab auf, später waren andere Musikgruppen an der Strecke aktiv. Und nicht zu vergessen ist das einzigartige, krachend laute Startritual, für das die Hofmark Böllerschützen Aigen verantwortlich zeichnen.

Alles in allem: ein Bilderbuchmarathon bei Bilderbuchwetter. Das Jubiläum kann kommen.

Bericht und Fotos von Michael Schardt

Ergebnisse www.thermen-marathon.de

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