26.1.19 - 20. 50 km-Ultramarathon des RLT Rodgau

Der Jubiläums Rodgau-Ultra: auch im 20. Jahr 10 Runden um die Gänsbrüh

von Markus Heidl 

Ein Samstag im Januar.
1000 Läuferinnen und Läufer.
10 Runden ab 10 Uhr.
50 Kilometer.
Das 20. Jubiläum.

Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Das ist #rodgau50, genauer der 20. 50 km Ultramarathon des Rodgau Lauftreff e.V. an der Gänsbrüh in Dudenhofen. Während bei der ersten Auflage im Jahr 2000 von 86 Starterinnen und Startern gerade einmal 68 das Ziel erreichten, hat sich der Lauf zum Jahresstart der deutschsprachigen Ultralaufszene gemausert. Er zählt zu den teilnehmerstärksten Ultraläufen in Deutschland und hat Rodgau-Dudenhofen im ganzen Land bekannt gemacht. Bekannt für 5-Kilometer-Runden, eine perfekte Organisation, schnelle Zeiten und leckeres Essen:

 
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"Ich möchte mich ausdrücklich für diesen Lauf bedanken", war beispielsweise dem Sieger sehr wichtig im Ziel loszuwerden. Er kam nach Rodgau, um eine neue persönliche Bestzeit zu laufen. Auch Gunter Aigmüller kam der Zeit wegen: er hatte sich den österreichischen M55-Rekord über 50 km vorgenommen und lief ein klasse Rennen: mit 3h40'17 unterbot er den alten Rekord um ganze vier Minuten, lief persönliche Bestleistung und auf Gesamtrang 15, obwohl es zum Ende hin schließlich "ein wenig zach" wurde.

Gunter Aigmüller hat allen Grund zur Freude, er läuft neuen österreichischen Rekord in der M55 Die verschiedenen Laufmotivationen sind vielschichtig 5 1/2 Stunden barfuß, eine klasse Leistung von Alex Kiesow

Doch die verschiedenen Motivationen sind vielschichtig. Sven beispielsweise wollte einen schönen Grundlagenlauf absolvieren und dabei viele liebe Menschen treffen. Bibi wollte andere "verrückte" Läufer kennenlernen. Tanja liebt die Veranstaltung, weil sie perfekt organisiert ist. Connie kommt wegen der Nussecken und Thorsten läuft, "weil es geht".

 
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W50-Siegerin wird Christiane Böhm von der Freiwilligen Feuerwehr Rüppurr Christoph Siebert vom SC Önsbach läuft im Mittelfeld die 50 km mit 4:54:48 unter 5 Stunden Lokalmatadorin Bärbel Fischer vom RLT Rodgau kennt die Laufstrecke in und auswendig und wird 2. W55

Diese bunte Mischung des Läuferfelds zeigte sich auch optisch auf der langen "Verpflegungsgeraden" und dann rechts in Richtung Wald:

so bunt wie die Einstellungen war auch die Kleidung der vielen, die gekommen waren, um bis zu 10 Runden im Rodgauer Feld zu laufen. Dort, im Waldstück, war es zu Beginn des Rennens noch recht rutschig. Nach einer sehr kalten Woche mit Temperaturen bis zu -15 °C war der Boden so hartgefroren, dass der Schnee, der die Tage vor dem Rennen fiel, auch liegenblieb. Insbesondere in der Nacht von Freitag auf Samstag fegte noch ein Schneesturm über das Rhein-Main-Gebiet.

 
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Doch die Temperaturen stiegen. Nicht nur auf 5 °C Außentemperatur, sondern auch im Feld: die tausenden Füße, die immer wieder die gleiche Runde liefen, sorgten dafür, dass ab der dritten Runde mit gutem Grip gelaufen werden konnte. Gut für die Führenden und alle anderen, die eine schnelle Zeit laufen wollten. Die Streckenrekorde von Benedikt Hoffmann (2:56:18 h) und Tinka Uphoff (3:32:42 h) waren aber nie in Gefahr.

Neun Runden lang folgen Frank Merrbach und Jan Kerkmann gemeinsam dem Führungsfahrrad ..., das sich geschickt seine Bahn duch das zu überrundende Läuferfeld bahnt Vorjahressiegerin Susanne Gölz läuft ein einsames Rennen

Trotz des zunächst rutschigen Bodens legten Jan Kerkmann (TSVE 1890 Bielefeld) und Frank Merrbach (LG Nord Berlin Ultrateam) richtig schnell los. Da sich Frank zu Beginn von Ultrarennen sonst eher zurückhält, wusste die Konkurrenz somit gleich zu Beginn, dass er sich wohl gut fühlte und es ein schnelles Rennen werden würde. Das passte Jan gut. Er war in Bottrop 3h04 gelaufen - eine Zeit, die er gerne unterbieten würde. Dahinter folgten, schon recht bald mit immer größerer Lücke, Stefan Fritz von der LG Region Karlsruhe, Emile Boukoungou, der es nur bis zur 30-km-Marke schaffen würde und der Finne Toni Valido, der gerne finnischen Rekord gelaufen wäre, aber ebenso nach 30 km aufgab. Dahinter lief Michael Chalupsky (TSG 78 Heidelberg) ein von Beginn an einsames Rennen, dass er schließlich nach 3h17'25 auf Rang vier beenden würde. Rang fünf belegte am Ende Thomas Klingenberger vom Team leistungsdiagnostik.de, der zumindest bis zur Streckenhälfte Begleitung hatte.

 

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Auf den vierten Platz läuft Michael Chalupsky M40-Sieger Thomas Klingenberger wird Fünfter Das Ultra-Urgestein Michael Sommer gewinnt als Achter die M55 M60-Sieger wird Ulrich Amborn Der strahlende M70-Sieger Hartmut Wirth

Bei den Frauen war es die Vorjahressiegerin Susanne Gölz (LG Ultralauf), die dem Rennen von Beginn an ihren Stempel aufdrückte. Zunächst noch von einigen Männern begleitet legte sie ein forsches Tempo mit bis km 30 konstanten Rundenzeiten um 21'20 vor, dass sie dann nicht mehr halten konnte und die Zähne entsprechend zusammenbeißen musste.

Ihren Sieg konnte sie dennoch wiederholen und siegte in 3h42'33 vor Annette Müller vom LG Nord Berlin Ultrateam, die sehr konstant lief und am Ende noch ordentlich Boden gut machte, ihre Konkurrentin aber nie ins Blickfeld bekam. Mit 3h45'05 freute sie sich mit zweieinhalb Minuten Rückstand über Rang 2. Den dritten Stockerlplatz sicherte sich wieder mit etwa zweieinhalb Minuten Rückstand und noch konstanter laufend (Rundenzeiten zwischen 22'36 und 23'01, also gerade einmal 25'' Differenz) Malin Pfäffle (Die Laufpartner). Ihre Endzeit: 3h47'42.

 

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Vorjahressiegerin Susanne Gölz gewinnt auch den Jubiläumslauf Annette Müller kommt in der letzten Runde noch bis auf 2 1/2 Minuten an die Siegerin heran und wird Zweite W40-Siegerin Malin Pfäffle wird Dritte Britta Giesen gewinnt die W45 und wird Vierte

Währenddessen war das Männerrennen sehr spannend verlaufen. Erst kurz vor der Marathondistanz, die Jan Kerkmann nach 2h32 keine halbe Minute langsamer als seine Bestzeit passierte, hatte er sich von Frank Merrbach lösen können, der dem hohen Tempo schließlich etwas Tribut zahlen musste. Jan aber lief wie entfesselt - "das Rundenlaufen war psychisch extrem gut für mich" - und unterbot seine persönliche Bestzeit deutlich auf nunmehr 3h01'44. Das bedeutet Rang 13 in der ewigen deutschen Bestenliste (erst 10 deutsche Männer liefen bereits unter 3 Stunden)! Für Frank war der zweite Rang nie in Gefahr, den er sich nach einem Sieg in Rodgau bereits zum zweiten Mal holte. Nach 3h03'34 überquerte er die Ziellinie. Nächster im Ziel war dann Stefan Fritz nach 3h13'51, der mit 19er Runden begann und erst in der letzten Runde über 20 min blieb.

 

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Jubiläumssieger Jan Kerkmann verpasst die 3-Stunden-Marke ganz knapp ... ... und gibt Orga-Chef Wolfgang Junker sofort nach dem Zieleinlauf ein Interview Frank Merrbach liefert ein starkes Rennen und muss sich dem Sieger erst in der letzten Runde geschlagen geben Stefan Fritz wird Dritter
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Je länger das Rennen aber lief, desto mehr kam die Sonne heraus, sodass das so garstig angekündigte Wetter doch noch als recht freundlich bezeichnet werden konnte. Und ganz gleich, wie lange die Teilnehmer brauchten - wer sich die Zielschlusszeit von 6 h nicht zutraut, darf im Rodgau übrigens eine Stunde früher starten - sie alle erhielten im Ziel anlässlich des 20-jährigen Jubiläums eine Erinnerungsmedaille. Begleitet wurden sie dabei ausnahmsweise von der Stimme von Jochen Heringhaus, weil die bisherige Moderatorin die Strecke selbst unter ihre Laufschuhe nehmen wollte. Wer kann da schon nein sagen?

M. Heidl

Bericht von Markus Heidl - Fotos von Reinhold Daab
weitere Fotos von Reinhold Daab unter www.laufsportfotos.de

R. Daab
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Ergebnisse Ergebnisse www.volkslauf.de - Info rlt-rodgau.de
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