28.1.18 - 21. GVG-Winterstaffel Pulheim

Bunert Frauenstaffel setzt mit Streckenbestzeit Glanzlicht

Mehr Teilnehmer bei milden Temperaturen

10km: Anna-Lina Dahlbeck und Andreas Knipping mit Streckenrekord

von Michael Schardt 

Am letzten Januarwochenende spielt sich gemeinhin das gesamte Langlaufgeschehen auf Fünf-Kilometer-Runden ab. Da wird in Rodgau ein Ultramarathon über fünfzig Kilometer auf einer 5-km-Runde ausgetragen, da können die Akteure im nördlichen Oldendorf auf bis zu zehn Durchläufe, also fünfzig Kilometer, kommen, und da macht auch Pulheim bei seiner Winterstaffelveranstaltung keine Ausnahme, wo Teamplayer ebenso wie Individualisten bei einer kleinen Einführungsrunde (2,2km) den Kurs bis zu acht Mal absolvieren und bis zur Marathonlänge aufstocken können.

Alle Wettbewerbe, reichend vom 5km-Jedermannslauf, über Halbmarathon bis Marathon und Langstaffel, werden auf einer 5-km-Runde ausgetragen. Ein wenig führt die Strecke durch die westlichen Pulheimer Siedlungen, hauptsächlich aber über Land mit einer nicht leichten Steigung in der Mitte
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Freilich, das große Landschaftserlebnis ist bei allen drei Läufen nicht zu erwarten, sondern es entfaltet sich eher der spröde Charme einer Strecke, der bei Vielfachdurchläufen fast als charakteristisch bezeichnet werden könnte und mit jeder Runde im Bewusstsein des Läufers noch zunimmt. Wirklich schön sei seine Strecke nicht, meint Orgachef Holger Wesseln von der Agentur Pulsschlag, die den Pulheimer Staffeltag zusammen mit dem Sportclub Pulheim veranstaltet. Bei einer der Siegerehrungen fragte er einen der Gewinner gar augenzwinkernd, wie ihm die "abwechslungsreiche" Strecke denn gefallen habe.

Profile

Dabei kann man dem Pulheimer Kurs durchaus noch etwas abgewinnen, wenn man sie nur einmal oder zweimal zu absolvieren hat, wie dies die Jedermänner (5km) oder Zehner tun. Der Start liegt am Schulgelände des örtlichen Gymnasiums, gelegen am westlichen Rand der Pulheimer Innenstadt. Von dort führt der Weg wenige hundert Meter durch Siedlungen, bevor über einen Fahrradweg das weite Feld vor der Gemeinde erreicht wird. Man läuft dann lange geradeaus bis zu einem engen Wendepunkt. Die Passage, wo einem Läufer entgegenkommen, ist rund 300 Meter lang. Danach zweigt man im rechten Winkel nach Norden ab und hat eine langgezogene Steigung zu bewältigen. Oben angekommen nimmt man Kurs in Richtung Zentrum und kommt wieder zur Schule und zum Ziel.Die letzten 1500 Meter werden auf einem weitgehend flachen und phasenweise sogar leicht abschüssigen Terrain gelaufen, leider jedoch parallel zu einer Bundesstraße.

Der erste Start des Tages gilt den Marathonläufern und den Marathonstaffeln, bestehend aus sechs Erwachsenen oder neun Schülern Geteilter Zielbereich: Im linken Sektor vollzieht sich gerade ein Staffelwechsel und warten weitere Staffelläufer auf ihren Einsatz; rechts laufen die Kurzstreckler ins Ziel

Die Strecke sei vom Untergrund her prima zu belaufen, doch könne einem die Steigung im Verlaufe des Rennens ganz schön zu schaffen machen, sagte ein Marathonläufer. Schwer sei der Anstieg auch deshalb, weil genau hier ein heftiger Gegenwind spürbar werde. Überhaupt ist die Strecke besonders außerhalb der Ortschaft ziemlich windanfällig. Vor allem auf der ersten Streckenhälfte kamen die Böen schräg von vorne, weshalb es angeraten war, im Pulk zu laufen.

Ansonsten waren die Bedingungen für die Jahreszeit sehr gut. Bei tatsächlich milden, aber gefühlt eher kühlen acht Grad blieb es über die gesamte Zeit trocken; die Sonne zeigte sich jedoch nicht. So günstig wie heuer war Petrus den Pulheimern nicht immer gesonnen. Beispielsweise spielte das Wetter 2013 verrückt, wie sich Läufer von damals erinnern. Da waren sie schon in Hundertschaften in Pulheim anwesend, als die Polizei die Veranstaltung wegen Glatteisgefahr an der Bundesstraße absagte. Das Gezeter sei damals unter den Akteuren groß gewesen, als kleiner Trost habe man dann einen kurzen Trainingslauf von acht Kilometern ohne Zeitnahme angeboten, was die Marathonsammler aber nicht recht zufriedenstellen konnte.

Zehn Minuten nach den Marathonis werden die Halbmarathonläufer auf die Strecke geschickt Nach 800 Metern befinden sich die Läufer im offenen Feld

Abläufe

Der Pulheimer GVG Staffelmarathon ging bei seiner 21. Auflage unter dem neuen Namen GVG Winterstaffel an den Start. Am Programm und Ablauf hatte sich sonst nicht sehr viel geändert. Es blieb bei drei Starts, die in kurzer Taktung erfolgen. Um 10:15 Uhr wurden die Marathonläufer sowie die Marathonstaffeln für Erwachsene und Schüler auf die Strecke geschickt, zwanzig Minuten später wurde der Halbmarathon angeschossen, und um 10:45 Uhr bildete der gemeinsame Aufgalopp für die 5- und 10-km-Läufer den Abschluss des Startrituals.

Spätestens ab da war auf dem Rundkurs richtig was los, auch wenn die Startläufer der ersten Staffeln ihren Part bereits erledigt und nach der Übergabe des Staffelholzes aus dem Rennen schieden.

 
Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info zum Volksbank Münster Marathon HIER

Eine wesentliche Verbesserung der letzten Jahre hatten die Organisatoren im Zielbereich vorgenommen. Der Zielkanal wurde dreigeteilt, damit sich die Einzelläufer nicht mehr durch das Gewusel in der Wechselzone wurschteln müssen. Der rechte Bereich war den Zieleinläufern vorbehalten, in der Mitte erfolgten die Staffelwechsel und links war der Durchlauf für diejenigen "freigeschaltet", die weder wechseln noch finishen wollen. Eigentlich eine klare Sache, doch kam es zu einigen Irritationen, wenn sich Finisher in die Wechselzone verirrten und umdrehen mussten oder Staffelläufer unfreiwillig im Ziel landeten. Der unerschrockene Moderator Jochen Heringhaus wurde nicht müde, insbesondere die unerfahrenen Staffelläufer und Schüler kurzerhand umzudirigieren, um Fehleinträge im Ergebnistableau zu vermeiden. Aber spät, sehr spät, wusste auch er sich keinen Rat mehr: "Ich sage jetzt nichts mehr dazu", sagte er zwar - tat es fürsorglich aber doch.

Bei km 2 gibt es eine enge Wendekehre ... ... danach muss die einzige Erhebung bewältigt werden

Rekorde

Bei der Vielzahl der Teilnehmer auf der Strecke, der Belebtheit im Zielbereich und der gleichzeitig stattfindenden Wettbewerbe - es sind vier Staffelläufe und vier Einzelrennen - kann der Rennverlauf nicht verfolgt werden. Ein Problem nicht nur des Moderators. Zudem sind die kleinen Ziffern auf den ansprechend gestalteten Startnummern nur schlecht und erst im letzten Moment zu erkennen, auch wenn bei einzelnen Distanzen unterschiedliche Farben zur Anwendung kommen. Am schwierigsten ist es im Marathonbereich, da Einzel- und Teamläufer alle die gleiche Farbe haben (Staffelläufer mit kleiner Positionsziffer ausgestattet) und Männer-, Frauen-, Mixed- und Schülerstaffeln nicht unterscheidbar sind.

Wenn alle Langstreckler und Staffeln auf dem Weg sind, wird der gemeinsame Start der 5- und 10-km-Läufer vollzogen. Vorne rechts die spätere 10-km-Siegerin Anna-Lina Dahlbeck, dahinter in rot der Männersieger Andreas Knipping. Beide mit neuem Streckenrekord (Foto Pulsschlag) Aleksandra Plasberg (rechts) und Claudia Bertram erreichen nach gut einer Stunde das 10-km-Ziel

Die erste Entscheidung des Tages war die des 5-km-Laufs. Mit 34 männlichen und 38 weiblichen Finishern war es die einzige Konkurrenz, bei der die Frauen die meisten Teilnehmer stellten. Mit Katja Kanditt (W40) als Siegerin war eine Läuferin am Start, die schon mehrmals in Pulheim die Kurzdistanz gewonnen hatte und einmal zweite geworden war. Sie kam mit knapp zwei Minuten Vorsprung in 20:19min (brutto wie netto, eine Unterscheidung wird bei keiner der Distanzen gemacht) ins Ziel.

Ulrike Wefers (W50) wurde in 22:16min zweite vor Alexandra Kremp (W50) in 23:20min. Schülerinnen, die oft die Jedermannsrennen dominieren, konnten sich nicht vorne platzieren. Häufiger als Kanditt gewann bisher nur Ronja Jäger, die in 18:34min auch den Streckenrekord hält.

 

Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info zum Schwarzwald Marathon HIER

Bei den Männern dominierte ein Läufer ebenso eindeutig wie bei den Frauen. Carsten Hoenig (MHK) gewann klar in 17:35min vor Marvin Jesinghaus (MHK) in 19:26min und Niklas Köller (U20) in 19:50min. Nur noch ein weiterer Läufer konnte die Zwanzig-Minuten-Marke knacken, Erik Hecker (M45) in 19:59min. Die schnellste Zeit über fünf Kilometer lief Oliver Kempus vom Pulheimer SC 2008 mit 15:17min. (Die 5-km-Zeiten lassen sich allerdings nur bis 2006 zurückverfolgen, nicht aber bis zum Anfang 1998, sofern es da überhaupt schon 5-km-Läufe gab.)

Über 5 km siegen Carsten Hoenig und Katja Kanditt (Fotos Pulsschlag) Während die Langstreckler draußen noch unterwegs sind, werden in der Turnhalle zeitnah die schnellsten drei Läufer über 10 km geehrt: v.l.: Freya Höfeler (2.), Andreas Knipping (1.), Anna-Lina Dahlbeck (1.) und Beatrix Schippa (3.). Nicht im Bild Siegfried Krischer (2.) und Norbert Schneider (3.) - (Foto Pulsschlag)

Solche Probleme gibt es beim Zehner nicht, denn dieser wurde erst 2016 ins Programm genommen und fand nun erst zum dritten Mal statt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es heuer gleich zwei neue Streckenbestzeiten gab. Die eine stammt von der starken Anna-Lina Dahlbeck (W35), die 38:30min benötigte, aber auch Zeiten von unter 36 Minuten erreichen kann. Die andere von Andreas Knipping aus Düsseldorf, der in 36:21min siegte. Die neuen Champions lösen Christian Jonen (36:42min) und Martina Schwanke (39:53min), beide vom VFB Erftstadt, als Rekordhalter ab. Dahlbeck, vom Niederrhein (Xanten) stammend, hatte über drei Minuten Vorsprung vor Freya Höfeler (WHK), die nach 42:50min finishte und ihrerseits über zwei Minuten schneller war als Beatrix Schippa, für die 45:19min reichten, um sich die Bronzemedaille umhängen zu lassen. Nicht ganz so eindeutig, aber dennoch klar, ging es bei den Männern zu. Knipping kam rund hundert Sekunden vor Siegfried Krischer (M50, glatt 38 Minuten) ins Ziel, dieser eine gute Minute vor Norbert Schneider (M50, 39:02min). Mit 119 Finishern konnte man die Teilnehmerzahl gegenüber den Vorjahren fast verdoppeln.

Lange liefen die beiden schnellsten Halbmarathonis zusammen, später konnte sich Sieger Torsten Trems (rechts) vom Vizemeister Florian Herr lösen Der schnelle Franzose Jean-Christophe Nicaise verpasst als 4. das Treppchen denkbar knapp Wiebke Weise, die für Adidas Zürich startete, war im Halbmarathon nicht zu schlagen Zweite wurde Kristel Knaepen Rang 3 für Rebecca Eberhardt

Zuwächse

Mehr Teilnehmer gab es nicht nur auf den beiden Kurzdistanzen, sondern in allen Individualwettbewerben. Beim Halbmarathon stieg die Zahl von 62 um mehr als das Doppelte auf 131; beim Marathon in ähnlicher Dimension von 24 auf 50. Letzteres dürfte wohl einer Veränderung der Zielzeit geschuldet sein. Denn diese war bisher sehr knapp bemessen gewesen, was zu einiger Kritik der Marathonsammler führte, nun aber auf großzügige 5:30h erhöht wurde. Dass letztlich keiner mehr als fünf Stunden brauchte, relativiert die Angelegenheit vielleicht etwas, ebenso die Tatsache, dass kein Zuwachs bei Frauen im Marathon erreicht werden konnte. 2017 gab es zwei Finisherinnen, 2018 ebenso wenige. Insgesamt führte die Steigerung der Einzelstarter zur Erhöhung der Finisherzahl (1399) gegenüber dem Vorjahr (1278). Insgesamt rückläufig war die Teilnehmerzahl im Teamwettbewerb bei den Erwachsenen, zumindest bei den reinen Frauen- und reinen Männerstaffeln. Dagegen nahmen die Mixedstaffeln zu, besonders aber die Schulstaffeln. Im Verhältnis von Staffeln zu Einzelstartern schlägt das Pendel klar zugunsten der Teams aus: in diesem Jahr gab es 1029 Staffelläufer und 370 Individualisten.

Einzelsieger über Marathon wurde Philippe Gillen aus Luxemburg Gewinnt unangefochten den Frauenmarathon: Andrea Hack Zweite im Frauenmarathon wird Ruby Werz (links) Der Zweite im Marathon: Manuel Skopnik (mitte)

Im Halbmarathon gab es bei den Frauen einen relativ knappen Einlauf bezüglich der ersten beiden Plätze. Nach der 1,1km langen Einführungsrunde lagen die ersten vier Frauen noch recht dicht beieinander, wobei die auffälligste Läuferin, die große und athletische Wiebke Weise (W30) noch an dritter Stelle lag. Sie konnte sich, zusammen mit Kristel Knaepen (W35), auf den nächsten Runden von weiteren Verfolgerinnen absetzen und zum Schluss auch die Zweitplatzierte leicht distanzieren. Weise, mit deutschem Länderkürzel versehen, startend aber für das Adidasteam Zürich, siegte in 1:35:11h mit etwas mehr als einer halben Minute Vorsprung vor Knaepen (1:36:28h) und Rebecca Eberhardt (WHK) in 1:38:10h. Der Streckenrekord, der bei 1:24h liegt und seit letztem Jahr von Anja Lamberty vom ASV Köln gehalten wird, kam nicht in Gefahr.

Das war auch bei den Männern nicht anders. Da lautet die Bestmarke auf 1:11:45h und wird von Maciek Miereczko (VFB Erftstadt, 2016) gehalten. Der diesjährige Sieger Torsten Trems (M40) brauchte rund acht Minuten länger und finishte nach 1:19:22h. Zu Beginn des Rennens und auch noch in der zweiten Runde gab es ein Duo an der Spitze, denn Florian Herr (M30) konnte lange mit Trems mithalten. Später zeigte dieser aber Schwächen, so dass der Weg für Trems frei wurde. Herr konnte in 1:21:47h Rang zwei sichern vor Michael Kreißl (M30) in 1:25:11h und dem starken Franzosen Jean-Christophe Nicaise (M40, 1:25:24h).

Wichtiger als die Individualrennen sind in Pulheim die Staffelbewerbe, was sich leicht an der Beteiligung ablesen lässt oder direkt am Titel der Laufveranstaltung "Winterstaffel". Carlota Hellbusch trug mit dazu bei, dass ihr Staffel-Nontett "kttpulheim 18" im Schülerwettbewerbe den 2. Platz belegte Luisa Welsch konnte ihr Scherflein dazu beitragen, dass ihr Team vom "Pulheimer SC 2" Rang 3 belegte Die besten Schulmarathonstaffeln mit dem vollständig erschienenen Siegerteam "SVBG Löwen" (vorne), dem kttpulhein (links) und PSC (Foto Pulsschlag)

Verluste

Beim Blick in die Meldeliste durften sich die Organisatoren bezüglich des Marathonlaufs Hoffnungen machen, einen neuen Streckenrekord zu erleben, vielleicht sogar derer zwei. Denn Nikki Johnstone, der schnelle Schotte aus Düsseldorf, hatte ebenso gemeldet wie seine kaum weniger flotte Freundin Dioni Gorla, beide für den Allgemeinen Turnverein Ratingen (Art Düsseldorf) startend. Johnstone hatte bereits drei Wochen zuvor dem Kevelaer Marathon einen neuen Streckenrekord beschert, als er in 2:31:55h den Sieg errang und nur um wenige Sekunden seine Bestzeit verpasste. Gorla hatte beim letzten Düsseldorf Marathon ihre Premiere über die Langstrecke feiern dürfen und knapp dreieinhalb Stunden gebraucht. Seither hatte sich das erst zwanzig Lenze zählende Talent nicht nur auf den Unterdistanzen stark verbessert, sondern sogar einen Ausflug in den Ultrabereich unternommen, als sie im vergangenen August beim Monschau-Ultra über 56 Kilometer den vierten Platz erreichte. Zu schlagen waren zwei Streckenbestleistungen, die beide im Gründungsjahr des Pulheimer Staffelmarathons aufgestellt worden waren und sich seither eisern aller Angriffe erfolgreich erwehrten. Die eine stellte Birgit Lennartz von der LLG Sankt Augustin in 2:59:25h auf, der andere der vereinslose Holger Schieberle in 2:40:55h.

Als das Rennen angeschossen wurde, machte bei den Beobachtern die Spannung der Enttäuschung Platz, denn das designierte Favoritenpaar war verlustig gegangen und leider nicht gekommen. So machten sich bei den Frauen von den vier gemeldeten Konkurrentinnen nur drei auf den 42 km langen Weg, von denen letztlich nur zwei das Ziel erreichten. Das war die bereits der W55-Altersklasse zugehörige Lokalmatadorin Andrea Hack vom Pulheimer SC, die in 3:48:27h siegte und Ruby Werz (W40, Team VorWerz Torney), die in 4:05:45h zweite wurde. (Kurios bei einem so kleinen Starterfeld mag es erscheinen, dass die Vizemeisterin gleichzeitig letzte und die Siegerin vorletzte wurde.)

Einerseits gespannte Erwartung in der Staffelwechselzone bei denen, die noch laufen müssen; andererseits: erst mal durchpusten, derjenigen, die es hinter sich haben Für die beste Leistung des Tages sorgte Vera Coutellier vom ASV Köln. Sie hatte maßgeblichen Anteil am Sieg und neuem Streckenrekord der Frauenstaffel "Bunert. Der Kölner Laufladen2". Mit Zeiten von 18:36 und 18:05 bei zwei aufeinanderfolgenden Runden war sie schneller als die Einzelsiegerinnen über 5 und 10km Auch die beiden anderen Staffelwettbewerbe gingen an den Kölner Laufladen. Vorne ist Simon Dahl, Startläufer des siegreichen Männerteams (Bunert 1) zu sehen, dahinter Gary Wilberforce (Bunert 3), der die Mixedstaffel zum Gewinn führte

Bei den Männern, von denen zwar einige aufgeben mussten, aber immerhin 48 das Ziel erreichten, zeichnete sich schon nach der Eingangsrunde die spätere Einlaufreihenfolge ab. Denn der Luxemburger Philippe Gillen (MHK) lag schon nach zwei Kilometern in Front, dicht gefolgt vom Refrather Manuel Skopnik (M45) und Albert Knauf (M50) von der LG Mützenich. Zwei von ihnen blieben unter drei Stunden. Das war Sieger Gillen, der genau 2:45h brauchte, und Manuel Skopnik, der nach 2:55:12h finishte. Dahinter folgten Knauf in 3:07:53 und Ralph Lössner (M45) aus Duisburg in 3:09:24h. (Rundenzeiten, die Aufschluss über die Rennentwicklung geben könnten, weisen die Ergebnisse nur für die Staffelläufer, nicht aber für Einzelstarter aus.)

Erfolge

Die Veranstaltung in Pulheim ist der größte Staffelwettbewerb im Rheinland, heißt es in der Pressemitteilung des Organisators. Dass die Teamkonkurrenzen beim benachbarten Köln Marathon oder beim Marathon in Düsseldorf mehr Teilnehmer haben, kann dabei nicht als Gegenargument ins Feld geführt werden, denn bei diesen Großereignissen sind die Staffelläufe nur Rahmenwettbewerbe und stehen dort weder im Mittelpunkt des Geschehens noch im Titel der Veranstaltung. Insgesamt gibt es in Pulheim vier Mannschaftswertungen, die der Schüler sowie der Männer-, Frauen- und Mixedteams. Bei den Schülern teilen sich bis zu neun Läuferinnen und Läufer der Jahrgänge U20 und jünger den Marathon, wobei mindestens drei verschiedene Mädchen vertreten sein müssen. Dabei hat der Startläufer 2,2 km zurückzulegen, alle anderen fünf. Mehrfachstarter in einem Team sind - wie bei den Erwachsenen - möglich, keiner darf aber zwei Etappen hintereinander laufen. Die Erwachsenen sind mit bis zu sechs Läufern (7,2, 5, 10, 5, 10, 5km) am Start, bei den gemischten Mannschaften müssen mindestens drei Etappen von verschiedenen Frauen gelaufen werden.

Die Verfolgerteams im Staffelcontest Das zweitschnellste Frauenteam kam von der "ktt01 - Jemeinsam", hier mit Startläuferin Lena Neuburg Diana Wizcarra (vorne), fünfte Läuferin der "ktt01", lässt nichts anbrennen. Das Sextett lief die 3beste Zeit ever

Beim Schulstaffel-Marathon kamen dreizehn Teams zwischen 3:03 und 4:45h ins Ziel, die vom Alter und der Besetzung sehr unterschiedlich aufgestellt waren. Es gewannen die "Löwen" des Schwimmvereins Bergisch-Gladbach (SVBG) mit Eric Cramer, Felix Stieffenhofer, Mala Schulz, Franka Bräuer, Suria Subramanian, Tom Schütz, Paul Kaufmann und Henrik Illgen in 3:03:25h knapp vor dem Kölner Triathlonteam Pulheim 18 (ktt) in 3:04:15h und dem Pulheimer Sportclub Jugend 2 der Leichtathletikabteilung in 3:25:12h. Vorne platzierten sich also Mannschaften aus Sportclubs; echte Schulteams finden sich eher am Ende der Liste.

Nachdem der Kölner Laufladen Bunert im Vorjahr bereits zwei der drei Staffelwettbewerbe der Erwachsenen gewonnen hatte, macht er bei der diesjährigen Edition den Erfolg mit drei Siegen komplett. Wobei das Frauenteam in der Besetzung Susanne Schulze, Silke Schneider, Lisa Jaschke, Vera Coutellier und Sarah Valder in 2:41:02h knapp für einen neuen Streckenrekord (bisher Bunert in 2:41:35h aus 2017) sorgte, vor allem dank des starken Auftritts von Vera Coutellier vom ASV Köln. Die Plätze belegten das KTT01 Team (2:47:53h) und das Team Joschi in 3:10:29h.

Gemeinsamer Einlauf der Staffelteams war der emotionale Höhepunkt des nachmittags, hier das Triteam des TV Schiefbahn
Spaß gab es auch in Grün

Beim Marathon-Staffelwettbewerb der Männer siegte das Team Bunert in der Besetzung Simon Dahl, Daniel Singbeil, Marian Bunte und Patrick Schoenball in der Zeit von 2:21:56h vor dem KTT01 (2:24:28h) und dem Niersexpress (2:27:26h). Der Streckenrekord wird gleich von zwei Teams aus den Jahren 2000 und 2002 gehalten. Die Deutsche Sporthochschule Köln und das Kölner Triathlon Team liefen je 2:16:15h. Im gemischten Bewerb schließlich hatte Bunert ebenfalls die Nase vorn. In der Besetzung Gary Wilberforce, Alice Lüchtefeld, Marianne Froning, Marian Bunte und Celine Schneider gewann der Kölner Laufladen in 2:37:39h vor ASV Köln Tri 4 (2:42:48h) und der DEVK Staffel 1 (2:47:26h). Die Streckenbestzeit (TV Refrath, 2016, 2:32:32h) hatte man dabei lediglich um sieben Sekunden verpasst. Marian Bunte brachte das Kunststück fertig, sowohl am Bunertsieg bei den Männern als auch im Mixedteam beteiligt zu sein.

Ausblicke

Mit drei Streckenbestzeiten, einem weiteren Beinahe-Streckenrekord und einem Aufschwung bei den Einzelstartern können die Organisatoren zufrieden sein. Das Rennen ist zwar nicht beim DLV gemeldet, hat aber vermessene Strecken und das dazugehörige Protokoll zu bieten, was es listentauglich macht. Auch das Zuschaueraufkommen im Start- und Zielbereich war während der ersten drei, vier Stunden groß, nahm späterhin aber deutlich ab. Die Sportler konnten sich über viel Applaus und eine gute Stimmung freuen. Auf der Strecke ging es hingegen einsam zu, auch dort, wo der Kurs durch die Siedlung führte.

Orgachef Holger Wesseln von Pulsschlag hatte gut lachen, denn mit über 1400 Finishern lag man über dem Wert des Vorjahres Bei acht Runden für Marathonis und Marathonstaffeln kann das Kilometerschild schon mal etwas üppiger ausfallen Moderator Jochen Heringhaus (rechts) im Gespräch mit Ultralanglauflegende Helmut Urbach
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Mit dem Areal am Gymnasium hat der Veranstalter einen alternativlosen Austragungsort zur Verfügung, der genügend Platz für die Logistik und die Versorgung der Läufer bietet. Im Bereich des Foyers ist die Startnummernausgabe angesiedelt sowie die umfangreiche Kuchentheke, zudem die Aufenthaltshalle, wo auch die zeitnahen Siegerehrungen zelebriert werden. Geehrt werden je die drei Erstplatzierten, was die Angelegenheit sehr beschleunigt, nicht aber die Altersklassensieger. Hervorzuheben sind die vielen freundlichen Helfer, besonders die Streckenposten, die stundenlang in der Kälte im offenen Feld ausharrten und dennoch ihre gute Laune nicht verloren. Im Organisatorischen lief weitgehend alles gut ab, kleine Verbesserungen (Startnummernoptik und Übersichtlichkeit im Zielareal) wären aber denkbar.

Mit knapp 1500 Teilnehmern war das Pulheimer Event die größte der drei am Anfang angesprochenen Langlaufveranstaltungen, die eine kurze Laufrunde von fünf Kilometern Länge für ihren Wettbewerb auserkoren haben - in der Beteiligung durchaus mit Luft nach oben, besonders bei Einzelstartern. Mit insgesamt guten Ausblicken geht die Winterstaffel, die einst der Pulheimer Staffelmarathon war, einer guten Zukunft entgegen.

Bericht und Fotos von Michael Schardt
weitere Fotos Veranstalter Pulsschlag

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.winterstaffel.de
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.

Datenschutzerklärung