13.1.18 - 9. Offenbacher Suppenschüssel Crosslauf

"Einer der schönsten und anstrengendsten Crossläufe"

Läufer der SG Wenden dominieren erneut auf der Langstrecke

von Reinhold Daab

"Der Crosslauf ist klasse, da muss man einfach herkommen". Diesen Satz aus dem Munde von Fabian Jenne von der SG Wenden nach sechs kräftezehrenden Runden hörten die Organisatoren des "Suppenschüssel-Crosslaufs" in Offenbach natürlich gerne. Und das Lob war mehr als angebracht. Nahezu im Alleingang managen Wolfgang Wegert, Erfinder des Crosslaufs und Diethelm Kuttich, 1. Vorsitzender vom ausrichtenden Offenbach LC, bereits seit 9 Jahren eine feine Laufveranstaltung.

Unterstützt werden sie dabei von Diethelms Kindern Anja und Björn, die trotzdem Zeit haben, zwischendurch schnell mal den 4.000 m Lauf zu absolvierten. Als Streckenposten waren Marion und Detlef Gumbmann behilflich, seines Zeichens Orga-Chef der Winterlaufserie in Jügesheim sowie Hermann Fongar, der wieder als kundiger Streckensprecher fungierte und sich gleich zu Beginn über das improvisierte "Startschild" lustig machte: "Mal sehen, ob das bis zum Ende der Veranstaltung durchhält". Es hielt.

Alles dreht sich um die Suppenschüssel beim Offenbacher Crosslauf
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Die 100 Meter breite und 40 Meter tiefe, kreisrunde Senke im Leonhard-Eißnert-Park hat sich als perfekte Cross-Laufstrecke herauskristallisiert. Da hatte Wolfgang Wegert in der Tat vor 9 Jahren eine famose Idee. Dabei fängt es zunächst ganz harmlos an. Nach einer flachen Einführungspassage durch den Park mit Hindernissen aus Strohballen taucht dann unvermittelt die "Suppenschüssel" auf, die mehrmals durchlaufen werden muss, wobei mehrere 180 Grad Richtungswechsel den Teilnehmern alles abverlangen. Dabei sind zwar "nur" etwa fünf Meter Höhenunterschied zu bewältigen, aber die ziehen nach jeder Runde immer mehr Kraft aus den Beinen. Das Geläuf war am Samstag zur Mittagszeit nicht zu tief und auch nicht allzu rutschig, Spikes waren trotzdem angesagt.

800 m Sprint

Gleich zu Beginn der Veranstaltung konnte Hermann Fongar erfreut vermelden, dass sich mit 28 Teilnehmern diesmal überraschten viele Läuferinnen und Läufer für den Sprint angemeldet hatten. Darunter befanden sich auch einige Schülerinnen und Schüler. Beim ohnehin geringen Startgeld hat der Veranstalter mit der "Cross-Flat" zudem noch einen finanziellen Anreiz geschaffen, sich für alle drei Strecken, also Sprint, Mittel- und Langstrecke, noch etwas günstiger anzumelden, was von einigen Teilnehmern auch wahrgenommen wurde. Zwischen den einzelnen Läufen, die ab 12h im Abstand von 30 Minuten gestartet wurden, blieb daher genügend Zeit, um sich etwas zu erholen, aber auch wiederum nicht zu viel, um abzukühlen. Die Mehrfachstarter blieben so auf Betriebstemperatur.

Der Sprint über 800 m ist der erste von vier Wettbewerben beim "Suppenschüssel-Cross". Jannik Trunk (vorne; 1. M20) gewinnt den Sprint haudünn vor Marius Welte (2. M20) Dritter beim Sprint wird Peter Wolfenstädter (1. M30) Markus Heidl läuft beim Sprint auf den 5. Platz (2. M30) und wird beim abschließenden Langstreckenlauf über 8.000 m Siebter

Der Sprint über 800 m war eine kurze und knackige Angelegenheit, also kein Rennen zum Taktieren.

Jannik Trunk vom SSC Hanau-Rodenbach übernahm sofort die Führung, kam auch mit einem sehr knappen Vorsprung von der Runde zurück und konnte diesen in einem harten Fight in 2:44 min. als Sprint-Sieger (1. M20) vor Marius Welte (2:45 min., 2. M20, MTV Kronberg) ins Ziel retten. Mit 5 Sekunden Rückstand auf das Duo erreichte Peter Wolfenstädter nach 2:50 min. (1. M30, WERUNFRANKFURT) als Dritter das Ziel.

 
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Friederike Willoughby vom MTV Kronberg holte sich in 3:40 min. (1. W20) den Sprint Sieg bei den Frauen, auf den Plätzen folgten Sabrina Brinkmann (4:05 min., 2. W20, FAT-Raccoon-Racing) und Silke Donig (4:06 min., 1. W40, Lauf für mehr Zeit).

Schnellste Sprinterin ist Friederike Willoughby (1. W20) Volles Programm für Sabrina Brinkmann, sie startet bei allen drei Läufen (Sprint 2. Platz, Mittelstrecke 7. Platz und Langstrecke 14. Platz) Auch Silke Donig hat sich für drei Starts entschieden (Sprint 3. Platz, Mittelstrecke 8. Platz und Langstrecke 15. Platz) Viktorija Kacavenda hat Spaß am Sprint und ist die schnellste Schülerin

2.000 m Schüler Lauf

Zwei verkürzte Runden lang war die Laufstrecke beim Schülerlauf und auch die Jüngsten mussten durch die Schüssel. Lediglich die etwa 300 m lange Schleife vor dem Ziel blieb ihnen erspart. Der Schülerlauf war eine klare Angelegenheit für David Griesar vom ASC Darmstadt. Er dominierte das Rennen vom Start weg und blieb in 9:27 min. (1. MJU14) als einziger deutlich unter zehn Minuten. Kurz nach seinem souveränen Sieg erzählte er mir, dass er Bedenken hatte, das hohe Tempo durchzuhalten und in der zweiten Runde einzubrechen. Seine Befürchtungen trafen jedoch nicht ein, zwei nahezu gleichmäßig schnelle Runden waren schließlich das Ergebnis. Der Vorsprung auf den Zweiten, Henning Judt, betrug fast eine Minute (10:08 min., 1. MKU12, LG Langen). Bereits als Gesamtdritte von insgesamt 18 Schülerinnen und Schülern holte sich Charlotte Uherek vom SSC Hanau-Rodenbach den Sieg bei den Mädchen (10:16 min., 1. WJU14) vor Tessa Sofie Böttcher (10:31 min., 1. WKU12, DSW 1912 Darmstadt).

Den Schülerlauf über 2.000 m dominiert David Griesar (ganz rechts, St.Nr. 338), Charlotte Uherek (St.Nr. 406) ist als Gesamtdritte schnellste Schülerin Hermann Fongar fungiert als kundiger Streckensprecher und empfängt die Teilnehmer am Schülerlauf im Ziel

4.000 m Lauf (3 Runden)

Nach einer kleinen Delle im Vorjahr mit nur 40 Teilnehmern nahmen am Samstag mit 65 Läuferinnen und Läufern wieder fast genau so viele wie in den letzten Jahren die Mittelstrecke über 4.000 m in Angriff. Das galt übrigens auch für die Langstrecke mit 73 Teilnehmern gegenüber 52 im Vorjahr. Nur 2016 war hier die Beteiligung mit 80 Teilnehmern noch etwas höher.

Sofort nach dem Start setzte sich Peter Wolfenstädter, Dritter beim Sprint, an die Spitze und hatte bereits nach der ersten Schleife einen kleinen Vorsprung. Aber in der zweiten Runde war er nicht mehr zu sehen, er hatte das Rennen aufgegeben. Jetzt lag Marius Welte, der sich beim Sprint knapp mit dem zweiten Platz begnügen musste, in Führung und holte sich in 14:38 min. den Sieg auf der Mittelstrecke (1. M20, MTV Kronberg).

Nach dem zweit Platz beim Sprint kann sich Marius Welte auf der Mittelstrecke durchsetzen und gewinnt den 4.000 m Lauf (1. M20). Tanja Moser (1. W20) gewinnt die Mittelstrecke bei den Frauen in der drittschnellsten je gelaufenen Zeit

Zweiter wurde Andre Bienhaus (14:47 min., 2. M20, TV Waldstraße Wiesbaden). Björn Kuttich, im letzten Jahr Sieger auf der Langstrecke, hatte für eine gute Viertelstunde seine Arbeit im Zielbereich abgegeben und wurde mit Platz drei belohnt (14:58 min., 1. M30, Offenbacher LC). "Mehr hat der Trainingszustand auch nicht hergegeben". Die drei folgenden Plätze gingen an Läufer vom SSC Hanau-Rodenbach, in der Reihenfolge: 4. Markus Riefer (15:13 min., 1. M50), 5. Jannik Trunk (15:35 min., 3. M20), 6. Evan Habtemichael (16:00 min., 1. MJU18).

Dass man Cross auch ohne Spikes bzw. ganz ohne Laufschuhe laufen kann, machte Fabian Sinning deutlich. Er bewältigte den schwierigen Parcours tatsächlich barfuß und belegte einen hervorragenden 11. Platz (16:39 min., 2. M30, FAT-Raccoon-Racing). Danach trat der "Barfußläufer" auch noch über 8.000 m an, wo er 22. wurde.

Zweiter über 4.000 m wird Andre Bienhaus (2. M20) Bei den Frauen liegt Finja Schierl (1. WJU18) lange auf dem zweiten Platz, muss sich aber im Zielsprint ... ... Rebecca Huckestein (2. W20) beugen, die sich hauchdünn den zweiten Platz ersprintet Crosslauf geht auch ganz ohne Schuhe, wie Fabian Sinning mit seinem hervorragenden 11. Platz (2. M30) auf der Mittelstrecke beweist (später auch noch über 8.000 m mit Rang 22)

Bei den Frauen war die Mittelstrecke eine klare Angelegenheit für Tanja Moser von Spiridon Frankfurt, die zu keiner Zeit Zweifel an ihren Sieg aufkommen ließ. Mit der drittschnellsten je gelaufenen Zeit von 16:22 min. (1. W20) lag sie im Ziel deutlich vor der Konkurrenz. Viel enger ging es dagegen beim Kampf um den zweiten Platz zu. Finja Schierl (ASC Darmstadt) und Rebecca Huckestein (SG Wenden) lagen während dem gesamten Rennverlauf dicht beisammen, erst im Zielsprint musste sich Finja (17:32 min., 1. WJU18) um eine Sekunde denkbar knapp geschlagen geben und Rebecca den zweiten Platz (17:31 min., 2. W20) überlassen.

M50-Sieger Markus Riefer wird Vierter auf der Mittelstrecke ... ... sein junger Vereinskamerad Evan Habtemichael gewinnt die MJU18 und wird Sechster W55-Siegerin Regina Blatz wird Fünfte über die Mittelstrecke Gemeinsam läuft es sich besser, Klaus Hofmann (347) gewinnt die M65 und Helder Dj Paulo siegt in der M60

8.000 m Lauf (6 Runden)

Apropos SG Wenden. Deren Läufer hatten 2015 für Furore gesorgt und bei ihrem internen Ausscheidungsrennen auf der Langstrecke nicht nur die ersten sieben Plätze belegt sondern auch mit dem Sieger Tim-Arne Sidenstein in 27:19 min. die bislang schnellste Zeit abgeliefert. Kurz vor dem Start sagte Markus Heidl zu mir: "Die Wendener sind wieder da, das bedeutet für uns Rang fünf oder sechs oder sieben!". Mit Dominik Sasse, Fabian Jenne und Simon Huckestein waren zwar diesmal nur drei Läufer von der SG Wenden am Start, jedem war aber klar, das sie als klare Favoriten ins Rennen gingen. "Ich spiele heute keine Rolle, die zwei machen das unter sich aus", wiegelte Dominik vor dem Start ab und erzählte auch, dass die anderen Vereinskameraden Krankheiten auskurieren müssten und sie deshalb nur zu dritt angereist seien.

Bereits nach der ersten Schleife liegen die beiden Favoriten von der SG Wenden über die Langstrecke von 8.000 m in Führung Hanna Rühl und ihre Vereinskameradin Clara Costadura haben nach der Hälfte des 8.000 m Rennes gemeinsam bei den Frauen die Führung übernommen

Um es vorweg zu sagen, die beiden "Wendener" wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und auch Markus Heidl lag mit seiner Vorhersage nicht daneben. Simon Huckestein und Fabian Jenne legten sofort nach dem Start ein derart hohes Tempo vor, das Zuschauer ins Staunen versetzte und die Konkurrenz ratlos zurück ließ. Runde um Runde spulten die beiden schnellen Athleten in konstant hohem Tempo ab und vergrößerten dabei ihren Vorsprung. Simon Huckestein kam schließlich der Bestzeit seines Vereinskameraden sehr nahe und siegte mit der drittschnellsten bislang gelaufenen Zeit über die Langstrecke. 27:43 min. wurden im Ziel für den Sieger gestoppt (1. M30), keine halbe Minute über der Bestzeit.

Siegerfaust von Simon Huckestein, er gewinnt den 8.000 m Lauf souverän (1. M30) "Es macht einfach Spaß hier zu laufen und richtig Gas zu geben", Fabian Jenne wird Zweiter (1. M20) über 8.000 m und sorgt für einen Doppelsieg der SG Wenden Alexander Gossmann ist gegen die schnellen "Wendener" chancenlos und wird Dritter über 8.000 m (2. M30) M45-Sieger Andreas Heimel wird Neunter auf der Langstrecke Auf der Langstrecke über 8.000 m gewinnt Allan Metzler die M65

Fabian Jenne (1. M20) machte den erneuten Triumph der SG Wenden komplett. "Das ist eine tolle Cross-Strecke, es macht einfach Spaß, hierher zu kommen und richtig Gas zu geben", lautete sein Resümee. Ja, die Wendener Läufer sind inzwischen gern gesehene Gäste in Offenbach, sie werten die Veranstaltung mit ihrer Teilnahme auf, auch wenn einem die chancenlose Konkurrenz etwas leidtun konnte. Alexander Gossmann (29:30 min., 2. M30, SFD 75 Düsseldorf) konnte sich im Verlauf des Rennens noch auf den dritten Platz vorarbeiten. Für Markus Heidl wurde es am Ende tatsächlich der siebte Platz (30:27 min., 5. M30, Spiridon Frankfurt), er hatte mit seiner Voraussage Recht behalten.

8.000 m Siegerin wird Hanna Rühl (1. W30) Clara Costadura freut sich über den zweiten Platz auf der Langstrecke (1. W20) Mit energischen Schritten den Hügel hoch läuft Melanie Konstanze Buhtz auf den dritten Platz über 8.000 m W45-Siegerin Vera Martens und Anna Fiedler (2. W30) beim Zieleinlauf über 8.000 m

Bei den Frauen machten zwei Läuferinnen von Spiridon Frankfurt das Rennen unter sich aus. Einige Runden spulten Hanna Rühl und Clara Costadura gemeinsam ab, wobei Hanna stets die Führungsarbeit leistete. Etwa zur Mitte des Rennens setzte sich Hanna schließlich von ihrer Vereinskameradin ab und holte sich mit einem am Ende doch recht deutlichen Vorsprung den Sieg in 33:18 min. (1. W30). Knapp eine Minute nach ihr war Clara als W20-Siegerin im Ziel (34:06 min.) und sorgte nach der Siegerin über die Mittelstrecke noch für einen weiteren Doppelerfolg von Spiridon Frankfurt. Lokalmatadorin Melanie Konstanze Buhtz war erst seit wenigen Tagen von einem Auslandsurlaub zurück und daher mit dem dritten Platz in 34:25 min. völlig zufrieden (1. W40, Offenbacher LC).

Noch ein freudiger Hüpfer von Sabrina Brinkmann (links) und Silke Donig, dann ist der 9. Suppenschüssel-Cross auch schon wieder zu Ende
Die vier schnellsten Frauen über 8.000 m haben allen Grund zum Strahlen, v.l. Melanie Konstanze Buhtz (3.), Clara Costadura (2.), Hanna Rühl (Siegerin) und Katharina Rach (4.)
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Bereits drei Stunden nach Beginn der Veranstaltung waren der Leonhardt-Eißnert-Park und die "Suppenschüssel" wieder von vielen hundert Metern Flatterband befreit und konnten ihrer eigentlichen Bestimmung, dem Freizeitvergnügen ohne hektisches Gerenne und Stoppuhr, übergeben werden.

Bericht und Fotos von Reinhold Daab
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