21.1.18 - 7. Hildener Winterlaufserie - 1. Lauf

Streckenrekord durch David Sudowé

Gelungener Start in die Winterlaufserie

Sturm "Friederike" kein Thema in Hilden

von Michael Schardt

Ob eine Laufveranstaltung nach einem Sturmtief abgesagt werden muss oder stattfinden kann, hängt vielleicht nicht so sehr davon ab, welche Gefahr für die Läufer wirklich besteht, sondern von der sehr individuellen Einschätzung von Forstamt, Kreis oder Kommune.

Nachdem am Donnerstag Orkan "Friederike" mit Spitzengeschwindigkeiten besonders über die Mitte Deutschlands hinweg gebraust war, mussten einige Organisatoren von Wald- und Crossläufen um ihr Event bangen, denn die Schäden in Wald und Flur waren erheblich und die Behörden gefordert. Vor allem im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte das Sturmtief gewütet, weshalb einige der angesetzten Wettbewerbe abgesagt werden mussten, darunter der Lauf um den Halterner See, der Crosslauf im Buchenwald zu Welver und der Waldlauf in Hinsbeck. Jeweils war das Betreten von Wäldern behördlich verboten worden.

 
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Eine wellige 5-km-Runde durch den Stadtwald von Hilden bildet das Refugium für alle Erwachsenenläufe bei der dreiteiligen Winterlaufserie. Die Schäden des Sturmtiefs Friederike waren zwar noch sichtbar, das Rennen musste aber nicht abgesagt werden wie viele andere Veranstaltungen an diesem Wochenende in NRW
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Groß war die Unsicherheit auch bei der westdeutschen Waldlaufserie in Essen, wo der Veranstalter den angemeldeten Teilnehmern angeraten hatte, einen Stunde vor Wettkampfbeginn einen Blick auf die Homepage zu werfen, ob denn der Lauf werde stattfinden können. Letztlich hielten die Ämter in der Ruhrmetropole eine Reglementierung für nicht nötig, so dass alles wie geplant umgesetzt werden konnte. Sehr gelassen ging man bei der Winterlaufserie in Hilden mit dem Thema um. Da hieß es auf der Homepage lediglich, "wir stehen für die siebte Auflage der WLS in den Startlöchern". Vom Sturmtief war keine Silbe zu lesen, obwohl die Laufstrecke zu hundert Prozent über Waldwege des Hildener Stadtwaldes führt. Umgestürzte Bäume oder Astbruch waren auch hier nicht zu übersehen, aber von einer Gefahr für die Läufer konnte keine Rede sein. Im Gegenteil: Der Parcours war bestens freigeräumt und ohne Probleme zu belaufen.

Der Rahmen

Organisiert wird die Winterlaufserie von der Hildener Allgemeinen Turnerschaft von 1864 am vereinseigenen Gelände. 2012 hatte die auf drei Wochenenden verteilte und für verschiedene Formate ausgeschriebene Serie Premiere, gestrickt nach dem Vorbild zahlreicher anderer, schon länger existierender Winterlaufreihen, wie etwa die traditionellen von Köln, Duisburg oder Hamm. An drei Sonntagen im Januar und Februar sind mit je zwei Wochen Pause eine kleine Serie (5, 10, 10km) oder große Serie (10, 15, 21,1km) im Angebot, dazu noch eine Bambini- (je 500m), Jugend- (je 2km) und Walkingserie (5, 10, 10km) als Rahmenwettbewerbe im Programm. Siegerehrungen werden ausschließlich erst nach dem dritten Veranstaltungstag durchgeführt; für die Serie muss sich der Teilnehmer im Voraus anmelden. Eine automatische Erfassung bei dreifachem Start ist nicht vorgesehen.

Start über 5 km mit fast 300 Teilnehmern Lagebesprechung: Fünf Minuten später machten sich 25 Walker auf die Strecke

Anders als bei anderen Veranstaltungen dieses Typs ist für die jüngsten Starter, die Bambini im Alter von vier bis neun Jahren, eine Zeitnahme und eine Serienwertung ausgeschrieben.

Wo sonst in der Regel Bambini kostenfrei oder für einen symbolischen Betrag von 50 oder 100 Cent mitmachen dürfen, müssen die Eltern in Hilden verhältnismäßig tief in die Tasche greifen. Ein Einzelstart über 500m kosten fünf Euro, die Serie derer dreizehn. Als erste Gewinner trugen sich Amelie Theobald vom Hildener AT Triathlon (2:03min) und Anton Reisinger von der LG Stadtwerke Hilden (1:43min) in die Siegerlisten ein. Immerhin 44 Bambini waren dabei.

 
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Gut fünfzig Jugendliche der Altersklasse U19 bis U12 gingen über zwei Kilometer an den Start. Zu laufen war eine Doppelrunde von 1000m. Als schnellstes Mädchen erwies sich Lea Heinke vom TSV Hochdahl in 7:37min vor Lara Christiansen von der LG Remscheid in 7:40min und Luise Reisinger vom Hildener AT Triathlon in 8:13min. Kaum schneller waren die flottesten Jungs, allesamt vom veranstaltenden Verein Hildener AT (Triathlon). Max Powell (7:27min) gewann vor Jan-Philipp Wilms (7:36min) und Gregor Geilenbrügge (7:38min).

Dicht gedrängt ist das Feld der Jedermannsläufer besonders in der Anfangsphase

Brite gewinnt erstes Rennen der "Kleinen Serie"

Wie später auch beim Hauptlauf, so standen beim Jedermannsrennen über fünf Kilometer rund dreihundert Akteure an der Startlinie, zwei Drittel davon Männer. Die Strecke durch den Stadtwald Hilden ist zwar leicht wellig und weist knapp fünfzig Höhenmeter auf, kann aber nicht als besonders schwierig eingestuft werden. Der Untergrund des Waldweges ist auch nach großem Regen fest und gut zu belaufen. Nur am Anfang kann es auf der Strecke etwas eng werden, insgesamt ist der Parcours, der fast die Form eines Rechtecks hat, aber recht breit und lässt genügend Raum für Überholmanöver.

Ein Brite gewinnt über 5 km: Gareth Curtis. Läufer aus zehn Nationen waren in Hilden am Start Rang 2 für David Wetzel aus Münster 3. Platz für den vereinslosen Stefan Faßbender 4. und Sieger der M50: Andreas Joswig

Am besten mit den Anforderungen zurecht kam ein dreiundvierzigjähriger Brite, der sich ohne Vereinsangabe eingeschrieben hatte: Gareth Curtis. Er hatte sich von seinen Widersachern zwar nur leicht absetzen können, doch dies genügte, um seinen ersten Sieg in Hilden unter Dach und Fach zu bringen. Mit einer Zeit von 17:22min war er zwar sehr weit vom Streckenrekord von Max Köhler aus dem Vorjahr (16:46min) entfernt, doch noch klar sichtbar vor dem Vizemeister David Wetzel (MHK, gebioMixed Team W+F Münster Triathlon), der 17:26min benötigte. Mit Bronze dekoriert wurde Stefan Faßbender (M35, ohne Verein), der in 17:29min äußerst knapp den starken Altersklassenläufer Andreas Joswig (M50, LG Wuppertal, 17:31min) aus den Medaillenrängen katapultierte.

 
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Zwei Altersklassensieger auf Platz 6 und 7: Sebastian Hahn (links) gewinnt die M30, Felix Lohmann die Junioren Sieg über 5km: Anne-Katrin Reinl Rang 2 für die A-Jugendliche Sarah Klaffl Maya von Czerniewicz wird 3.

Überaus klar wurde Platz eins bei den Frauen vergeben. Da hatte die 33jährige Anne-Katrin Reinl (Hildener AT Triathlon ) keine ernsthafte Konkurrenz, denn sie siegte mit über hundert Sekunden Vorsprung in guten 20:10min. Die weiteren Treppchenplätze gingen an zwei weitere Läuferinnen des Hildener AT Triathlon. Die A-Jugendliche Sarah Klaffl konnte klar die Silbermedaille in 21:53min sicherstellen vor Maya Czerniewicz (W45) in 22:28min. Vierte wurde die U18-Läuferin Luisa Kokemohr (ohne Verein) in 22:40min. Der Streckenrekord resultiert aus 2016 und wurde aufgestellt von Petra Maak (TSV Bayer Dormagen) in 19:01min, die bisher einzige Zeit unter zwanzig Minuten.

Von den fünf Minuten nach den Jedermännern gestarteten Walkern waren Anna Seeberger (W50, o. V.) in 32:44min und Thomas Hoffmann (M45) vom AS Neukirchen-Vluyn in 34:08min die schnellsten.

Startaufstellung für den Hauptlauf: Die späteren Gewinner stehen selbstredend in der ersten Reihe: Frauensiegerin Melanie Linder (rot), Männersieger und neuer Streckenrekordhalter David Sudowé (gelb mit Startnummer 779), daneben in gelb Michael Claesges (4.), ganz links Andreas Sprott (3.), ganz rechts Wolfgang Lenz (2.), mitte in Rot Tobias Winnemöller (5.)

Hauptlauf: Melanie Linder und David Sudowé

Für die Hauptläufer steht beim ersten Teil der Hildener Winterlaufserie ein Zehner auf dem Programm, der allerdings nicht vermessen und damit nicht bestenlistenfähig ist, aber recht genau der angegebenen Distanz entspricht. Zweimal ist die landschaftlich sehr schöne Runde der Jedermänner zu absolvieren, womit sich rund hundert Höhenmeter aufaddieren.

Bei den Frauen waren bisher Zeiten von unter vierzig Minuten eher die Ausnahme, der Streckenrekord allerdings ist stattlich und wurde bei der zweiten Austragung von Franziska Scheffler (LG Stadtwerke Hilden) auf bemerkenswerte 36:37min geschraubt. (Zeiten von der Premiere und dem 1. Teil der zweiten Auflage konnten bei Streckenrekordnennungen allerdings nicht berücksichtigt werden, weil diese mit einem anderen Zeitsystem erfasst und nicht archiviert wurden.)

 

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Start Hauptlauf Langgezogene Kurve bei km 1

Schnell ging es bei den Damen aber auch diesmal zu, zumindest gilt das für die Siegerin Melanie Linder. Diese, ehemals ART Düsseldorf, hatte im Frauenfeld keine ernsthafte Konkurrenz zu fürchten, sondern durfte sich unter den schnelleren Männern Begleiter und Windschutz suchen. Die W40erin vom SC Wersten, die schon Zeiten von unter 38 Minuten gelaufen ist, legte einen Start-Ziel-Sieg in sehr guten 39:03min hin, kam als Gesamtzehnte unter die Top ten und hatte damit mehr als drei Minuten Vorsprung vor Annette Hausmann (W45) vom Team Runners Point Hilden. Diese finishte nach 42:22min. Es folgten Ute Spicker (W55) vom Team Essen 1999 in genau 43 Minuten und Sabrina Wrede (W30) vom Running Team Grafenberg in 44:19min.

Die Strecke ist leicht wellig, aber gut zu belaufen Kurz vor km 3

Für den einzigen Streckenrekord des Tages sorgte der 28jährige David Sudowé vom Team Essen 1999. Er blieb bei seinem Sieg in 33:24min mehr als eine halbe Minute unter dem Bestwert von Simon Büttgen aus 2014, der auf glatt 34 Minuten lautet. Sudowé, von Beruf Hotelmanager, lag damit recht genau zwei Minuten vor Vizemeister Wolfgang Lenz (M50) vom Rhein-Marathon-Düsseldorf. Dieser kam nach 35:25min ins Ziel. Es folgten Andreas Sprott (MHK) von "erfolgsräume.de-runners" in 36:32min, Michael Claesges (M50) vom Team Essen 1999 in 37:07min und Tobias Winnemöller (o.V., M35) in 37:40min. Von 289 Finishern war nur ein gutes Fünftel (22 Prozent) weiblich.

Ab und an kam die Sonne durch, es tröpfelte aber auch etwas während des Hauptlaufs Nur im Start-Ziel-Bereich ist die Laufstrecke asphaltiert

Zum Schluss

Mit etwas über 700 Teilnehmern konnte die Hildener Winterlaufserie im Vorjahr eine Rekordbeteiligung erreichen. Von dieser Quote lag man bei der jetzigen Edition nicht weit entfernt, denn 684 Läufer und Walker verzeichnet das Ergebnistableau, darunter Athleten aus nicht weniger als zehn Ländern, unter anderem aus Frankreich, Holland, der Schweiz, Russland, Finnland, Slowenien oder England.

Dabei waren die Voraussetzungen mit dem vorangegangenen Sturm und den trüben Wetteraussichten gar nicht so günstig gewesen. Am Renntag hing eine dicke Wolkendecke über dem Hildener Stadtwald, die sich jederzeit zu entladen drohte. Doch blieb es weitgehend trocken, wenn man von einigen Regentropfen während des Hauptlaufs einmal absieht. Die Witterung allerdings war insgesamt ungemütlich bei hoher Luftfeuchte und frischem Wind. Um so wohler tat der gereichte heiße Tee nach dem Abschluss der Rennen, die kostenlosen Waffeln und Bananen.

Rund 300 Läufer erreichten im Hauptrennen das Ziel Zuschauer im Zielbereich zollen Anerkennung
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Mit dem ersten Teil der Hildener Winterlaufserie wurde der vierte Neanderland-Laufcup eröffnet, eine Serie der acht wichtigsten Läufe im Kreis Mettmann, von denen man wenigstens fünf erfolgreich beendet haben sollte, um in die Wertung zu kommen. Des Weiteren gehören unter anderem auch der Schweinelauf in Wülfrath, der Gänseliesellauf in Monheim und der Neandertallauf in Erkrath dazu. Nach Hilden, das im Großstädtedreieck zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Solingen liegt, kehrt der Cup am Ende wieder zurück. Dann, wenn sich der Kreis quasi wieder schließt, steht der bekannte Hildanuslauf an, organisiert dann nicht von der Turnerschaft, sondern vom befreundeten LG Team der Stadtwerke.

Bericht und Fotos von Michael Schardt

Ergebnisse www.hildener-at.dne/winterlaufserie-2018

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