8.1.17 - 35. Rheinzaberner Winterlaufserie - 15 km

Das Tableau durcheinandergewirbelt

Winterlauf bei Winterbedingungen

Serie: Ergebnisoffen

Text von Hannes Blank - Fotos von Johann Till & Ekkehard Gübel

Die Fortsetzung der Winterlaufserie im südpfälzischen Rheinzabern mit der 15km-Distanz machte zwei Entwicklungen deutlich: Während bei den Männern der Seriensieg alles andere als feststeht, scheint es bei den Frauen (fast) eine ausgemachte Sache zu sein, wer die Gesamtwertung aller drei Läufe gewinnt.

Daneben trotzten bei schwierigen Bedingungen - leichter Schneefall und stellenweise Glätte - über 700 Läufer, die vielleicht nicht ganz so sehr auf ihre Platzierung achteten, dem Wettbewerb eine Leistung ab: Und dass bei echtem Sofa-im-Warmen- und nicht bei Laufen-im-Winter-Wetter.

Nun endlich: Winterliche Bedingungen beim 2. Durchgang zur 35. Rheinzaberner Winterlaufserie über 15 km
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Zunächst das Wichtigste: Jannik Arbogast und Melina Tränkle (beide sind von der LG Region Karlsruhe) haben die zweite Station der Winterlaufserie und damit den 15km-Wettbewerb gewonnen. Latifa Schuster konnte dieses Mal Veronica Hähnle Pohl distanzieren und Serien-Favorit Frederik Unewisse musste wegen starker muskulärer Probleme den Lauf nach etwa rund der Hälfte abbrechen. Die Vorjahressiegerin Tanja Grießbaum stand krankheitsbedingt erst gar nicht an der Startlinie.

Für den außenstehenden Betrachter hat der Start auf der Jockgrimer Straße zwischen der Integrierten Gesamtschule (IGS) und dem "Rewe"-Supermarkt ein bisschen was von Tour de France: Gespannte Erwartung, Zuschauer schon auf den ersten Metern und dann ab Startschuss eine Kolonne von drei Fahrzeugen voraus, dann das große Läuferfeld, das natürlich zu diesem Zeitpunkt noch dicht beieinander ist, und dann eine längere Kolonne der Autos, die warten mussten - darunter dieses Jahr auch ein Streufahrzeug.

Mit der Nummer 1 Frederik Unewisse bei km 2 noch in der Spitzengruppe. Er beendete das Rennen später vorzeitig Trotz überraschendem Wintereinbruch und seltener Streckenlänge, die Rheinzaberner Winterlaufserie zeigt auch beim 2. Durchgang ihre Beliebtheit mit hoher Teilnehmerzahl

Schnell bildete sich eine Sechser-Gruppe, die sich allerdings nie ganz von den dahinter Laufenden lösen konnte: Neben den LGR-Läufern Frederik Unewisse und Semere Gaim die zwei engelhorn sports team-Läufer Kim Abel und Christoph Krech, sowie Kibrom Issac (LG Kurpfalz) und Thomas Thyssen (TV Zell am Neckar). Nur wenig dahinter führte Jannik Arbogast die Verfolger an, wobei Victor Larisch (SV Waldkirch) und Florian Bausch (engelhorn sports team) sichtbar Mühe hatten, dem Karlsruher zu folgen.

 
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Nach gut der Hälfte der Strecke hatte sich das Bild geändert: Aus der Sechser- war eine Vierergruppe mit Abel/Krech/Issac geworden, außerdem hatte Jannik Arbogast aufgeschlossen - wobei dort Abel&Arbogast diejenigen waren, die das Tempo machten. Für Semere Gaim und Thomas Thyssen war das Tempo offenbar etwas zu hoch und aufmerksame Helfer mussten den Schwaben kurz vor der 10km-Marke daran hindern, falsch abzubiegen. Dahinter war an dieser Stelle Victor Larisch allein unterwegs, Florian Bausch lief inzwischen Seite an Seite mit dem Neustädter Joshua Klein (LG Region Karlsruhe).

Jannik Arbogast von der LG Region Karlsruhe gewinnt mit 2 Sekunden Vorsprung vor ... ... Kim Abel Kim vom Engelhorn Sports Team Kibrom Issac von der LG Kurpfalz wird 3.
Christophe Krech (engelhorn sports team) läuft auf Platz 4 5. wird Thomas Thyssen vom TV Zell am Neckar

Bei den Frauen lief von Anfang an Melina Tränkle zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg; nach gut der Hälfte der Strecke lag die Elsässerin Latifa Schuster (ASL Robertsau) 35 Sekunden hinter Tränkle, weitere 15 Sekunden danach kam an dieser Stelle Veronica Hähnle-Pohl vorbei geflogen. Danach wurde die Lücke größer (>1min), bis Sarah Hettich (LG Region Karlsruhe) und Hanna Philippin (LAZ Saarbrücken) fast gemeinsam passierten. Die Taktik von Latifa Schuster, sich mit forciertem Tempo frühzeitig von ihrer direkten Konkurrentin Veronica Hähnle-Pohl zu lösen, ging nicht auf. Die für die TSG Heilbronn startende Pohl konnte zu Schuster aufschließen und eine Weile liefen die beiden zusammen.

Derweil ging vorne die Post ab, es ging um den Tagessieg bei den Männern: Der 10km-Spezialist Arbogast, der auch immer wieder gerne Bahn-Wettbewerbe läuft, hatte die größere Spritzigkeit als der Bergläufer Kim Abel und machte mit einem knackigen Endspurt alles klar. Hinter Abel kamen nur wenig später Issac (Dritter) und Krech (Vierter) ins Ziel. Nicht zu unterschätzen ist die Leistung des Eritreers Issac, der nur zwei Tage zuvor den Dreikönigslauf in Dielheim gewonnen hatte. Erst nach Krech tat sich zum Fünften Thomas Thyssen mit rund einer Minute Differenz ein größerer Abstand auf.

Melina Tränkle (LG Region Karlsruhe) gewinnt auch über 15km Latifa Schuster (ASL Robertsau) und Veronica Clio Hähnle-Pohl (656) von der TSG Heilbronn erneut eng beieinander. Im Ziel trennen sie nur 3 Sekunden Sarah Hettich von der LG Region Karlsruhe wird 4. Hanna Philippin vom LAZ Saarbrücken läuft auf Rang 5

Bei den Frauen wurde es hinter Melina Tränkle dann doch noch spannend: Am allerletzten Mini-Anstieg hinauf aus der Unterführung heraus ins Ziel verlangte Latifa Schuster alles von sich ab und kam wesentlich deutlicher als noch beim zeitgleich gelisteten Zehner vor Veronica Hähnle-Pohl an. "C'etait dure" ("Das war hart") sagte die Zweitplatzierte - das sagt sie zwar immer, aber dieses Mal war es wohl tatsächlich so. "Ich habe bei der Kälte immer ein wenig Probleme mit meinem Asthma" gab Pohl als Grund dafür an, dass sie zunächst nicht ganz so schnell anlief. Bei der Schussattacke ihrer Konkurrentin passierte alles ordnungsgemäß: "Es war ein gutes und faires Rennen", so Pohl.

Melina Tränkle hat in der Serien-Zwischenwertung nun fast zweieinhalb Minuten Vorsprung vor Latifa Schuster, die wiederum nur die wenigen paar Sekunden von Veronica Hähnle-Pohl trennen, die die Elsässerin sich beim 15er auf den letzten Metern erkämpfte. Mir recht deutlichem Abstand folgen Sarah Hettich und Lena Schmidt (beide LG Region Karlsruhe).

Mit der Nr.185 Erwin Hube. Der älteste Teilnehmer mit Jahrgang 1939 gewinnt die M75 klar in 1:18:13 h Ingeborg Lang gewinnt die W70 in 1:13:53 Aber auch in den jüngeren Altersklassen werden schnelle Zeiten gelaufen: M60-Sieger Berg Alois von der TSG Kaiserslautern benötigt für die 15km 1:03:24

Wenn es einen Preis dafür gegeben hätte, wer von den Läufern und Läuferinnen an der Spitze am entspanntesten aussah, dann hätten diesen Preis wohl Kim Abel und Melina Tränkle gewonnen - obwohl beide mit den Bedingungen höchst unterschiedlich zurecht kamen. "Ich hatte manchmal das Gefühl, ich lauf` auf der Stelle, das war schwierig für mich" erzählte die siegreiche LGR-Läuferin von der stellenweisen Glätte auf der Strecke. Dagegen Abel: "Das Zurückrutschen mit den Füßen, das kenne ich gut vom Berglaufen, das ist genau richtig für mich!". Der 25-Jährige, im Hauptberuf Zöllner, läuft zudem bei Kälte besonders gern. Auf seine Siegchancen bei der Serienwertung angesprochen, reagierte er überrascht: "Oh Gott, weiß ich gar nicht!"

In der Tat führt Abel in der Zwischenwertung der Serie nun das Tableau an, das mit dem Ausscheiden von Frederik Unewisse und dem Umstand, dass Jannik Arbogast "den Zehner schwänzte", wie sich manche salopp ausdrückten, durcheinander gewirbelt wurde. Doch der 15km-Zweite hat nur 10 Sekunden Vorsprung vor Christoph Krech und zu Kibrom Issac sind es auch noch überschaubare 53 Sekunden.

Das Versorgungsangebot wurde auch unterwegs gern angenommen Gespurtet wird auch im Mittelfeld: Kampf um Platz 285 zwischen M35er Jan Ihrig (696) von der LG Pfinztal und M50er Michael Meyer von Move Finest Fitness
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Die Messer sind gewetzt

Wer wird nun die Rheinzaberner Winterlaufserie 2016/2017 gewinnen? Vielleicht wird der letzte Tagessieger der Serie mit seiner Führungsarbeit das Zünglein an der Waage sein? Oder kommt es zu einem taktischen Duell auf der Jockgrimer Straße? Winterliche Bedingungen wären ein kleiner Vorteil für Abel, der aber nicht die Langstrecken-Ausdauer eines Kibrom Issac hat - beim nächsten Mal werden immerhin 20km gelaufen werden. Der eritreische Grundschullehrer muss als passionierter Vielstarter allerdings aufpassen, dass er seine Kräfte nicht vorzeitig verschleißt.

Übrigens haben respektable 523 Läuferinnen und Läufer nach Teil 1 auch Teil 2 der Serie gemeistert und nun die Chance, ihr persönliches Triple vollzumachen und in die End-Serienwertung zu kommen. Am 5. Februar 2017 um 10:05 Uhr wird dann Organisationschef Daniel Hochmuth vom TV Rheinzabern wieder an der Startlinie stehen und die Winterserienläufer auf eine - wie auch immer geartete - Winterstrecke schicken.

Bericht von Hannes Blank
Fotos von Johann Till & Ekkehard Gübel

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Ergebnisse www.laufinfo.eu - Info www.tv-rheinzabern.de
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