22.1.17 - 40. Marathonstaffel der SKV Mörfelden

Kalter Jahresauftakt in Mörfelden

von Wilfried Raatz

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Temperaturen im Eisfachbereich ließen eher wenig Laufstimmung zur Startzeit um 9.00 Uhr im tiefgefrorenen Waldstadion aufkommen, dafür im Gegensatz zum Vorjahr jedoch eine erstaunlich problemfrei belaufbare Wendepunktstrecke. Entsprechend dichtgedrängt standen oder saßen die Protagonisten lange genug im Bewirtungsbereich des Stadions, ehe man/frau sich dann doch in die frische Kälte wagte und eher zögerlich das Aufwärmen begann. Mit 130 Teammeldungen lag man jedoch (ausgerechnet) bei der Jubiläumsausgabe klar unter dem Vorjahresergebnis, als sich bei der 39. Auflage der Mörfelder Marathonstaffel mit 170 Staffeln eine Rekordmarke ankündigte, wenngleich schlussendlich nur 155 Teams ins Ziel einliefen. Einen gewissen Schwund gibt es offenbar immer, denn bei der Jubiläumsausgabe finishten 118 Teams (oder Einzelkämpfer).

Start zur 40. Marathonstaffel
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Die Marathonstaffel vor den Toren Frankfurts ist primär eine Fun-Veranstaltung, gewiss mit einem ausgewiesenen Schuss Ernsthaftigkeit. So treffen "Janzgut und Markant", "Ghostbusters", "Staufenschnaufer" und "Lückenläufer" und die "Flotten Rennschnecken", die gemäß dem Slogan "Ehre wem Ehre gebührt" das Schlusslicht auf Platz 118 nach viereinhalb Laufstunden bildeten, auf "Äintschie und ihr Renntier" (René wird die Betitelung seiner Gattin Angie hoffentlich verkraften!) oder die Heddesheimer Überflieger oder auf den "VfB" (die Vier für Bodenheim).

Dann waren natürlich zahlreiche Firmenteams wie die Valentin-Gruppe, Amadeus Germany oder die Fraport Runners dabei - und vor allem die soliden Läuferclubs TV Waldstraße, LC Olympia Wiesbaden, LF Naheland Bad Kreuznach, Spiridon Frankfurt, ASC Darmstadt und LG Rüsselsheim. Oder die vielen ambitionierten Triathleten mit und ohne Winterspeck. Sie alle tummelten sich an der Startlinie zum Aufgalopp auf die erste von vier (gleich langen) Teilstrecken mit 10,55 Kilometern.

 

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Marathon teilen - bei der Marathonstaffel der SKV Mörfelden möglich. Staffelübergabe und Staffelpartner können dabei ganz individuell gewählt werden

Trotz einiger Raketen wie der aus Äthiopien stammende Neu-Rüsselsheimer Demeke Wosene oder die ASClerin Simone Raatz, die mit Tagesbestzeiten von 33:55 bzw. 39:14 Minuten ihre Abschnitte absolvierten, ging es bei Start und Ziel eher mit "Weile statt Eile" voran. So manche nestelten mit klammen Fingern an dem am Band hängenden Transponder bei der Übergabe, andere winkten verzweifelt nach ihrem Teamkollegen bzw. besänftigten noch rasch den mitlaufenden Hund. Oder vereinbarten als Staffelübergabe zudem noch einen flüchtigen Kuss.

Rekordverdächtig jedenfalls ist bei der Jubiläumsausgabe niemand, auch wenn der Blick anfangs immer wieder auf die Uhr gerichtet war. Zudem hatte VanMan Jochen Heringhaus bei seinem zweitausendachthundertund-xten Auftritt als Moderator alle wichtigen Zeiten parat. Es nutzte aber wenig, denn die Rekorde der LG Friedberg-Fauerbach und des ASC Darmstadt, die mit 2:17:28 (1998) und 2:38:10 (1991) die Bestmarken der Männer und Frauen halten, sind dank einstiger läuferischer Klasse eine gute Ecke entfernt.

Der schnellste Mann nach einer Runde: Tobias Hegmann Guter Auftakt für die LG Rüsselsheim durch Mastersläufer Uwe Bernd Für die LG Rüsselsheim flott unterwegs: Demeke Wosene

So blieb die im Vorjahr erzielte Endzeit der nach einem PKW-Problem nur zu zweit agierenden Axel Dietrich und Florian Totzauer von 2:27:32 Stunden unerreicht. Die LG Rüsselsheim mit dem leistungsstarken Mastersläufer Uwe Bernd, Martin Skalsky, Jörg Rendel und Demeke Wosene blieben aber mit vereinten Kräften mit 2:32:01 Stunden um eine Minute unter der letztjährigen (Team-)Siegerzeit des FC Deutsche Post. Nicht zuletzt dank des furiosen Laufs des 27jährigen Demeke, der übrigens auf eine 2:14-Marathonzeit aus dem Jahr 2013 verweisen kann, dauerte es zehn (!) Minuten, bis die zweitschnellste Staffel ins Waldstadion einlief. Das Team Valentin (mit dem Firmenslogan "Feuer und Flamme für's Grillen" auf dem Laufshirt) aus Mainz holte sich in bester Kondition Platz zwei nach 2:41:54 Stunden, gefolgt von den LF Naheland Bad Kreuznach (2:43:35).

Christina Walloch wechselt für den TV Waldstraße Esther auf der Suche nach ihrem Staffelpartner Letzter Wechsel für den ASC Darmstadt zwischen Alexandra und Simone

Beim ersten Wechsel rätselte man in Fachkreisen noch, wer hinter dem führenden Team mit dem kryptischen Namen "Vereinte Untermain Power" wohl stecken würde. Tobias Hegmann hatte furios begonnen, mit 37:33 lief er eine der schnellsten Abschnitte überhaupt. Und klärte fachmännisch auf: "Wir sind eine reine Seniorenmannschaft aus den Vereinen TSG Kleinostheim, LuT Aschaffenburg und TV Großostheim. Man kennt sich und läuft dann und wann auch schon einmal zusammen!" M55-Ass Uwe Bernd hatte die LG Rüsselsheim auf Rang drei zur Wechselmarke geführt, doch schon Martin Skalsky richtete es für die Opelstädter. Der Rest (mit Jörg Rendel und eben Demeke Wosene) war eher Formsache.

Und die Masterstruppe vom Untermain? Mit Mario Beinenz, Michael Knöchel und Marco Schneider lief man als viertschnellstes Quartett des Tages auf Rang eins der "Ü40-Wertung", gefolgt von Spiridon Frankfurt und dem TV Rheinau, die sich bis zuletzt ein beherztes Duell lieferten.

Dritter Wechsel beim LC Olympia Die vier Bremers beim Schlusswechsel Klaus schickt Ralf ins Rennen Weile ohne Eile beim Wechsel (zwischen Klaus und Karin)

Selbst die TG Viktoria Augsburg war am Start. Christoph Lux sicherte sich die "SO-Wertung" im Alleingang vor so manchem Duett in erstaunlichen 2:58:25 Stunden mit den schnellsten Abschnitten von 43:49 und 44:22 zum Ende. Eine Stunde länger brauchte in dieser Wertungsklasse das Team "Vaterundtochter" mit Hans-Uwe und Irina Zietlow.

Bei den Frauen drehte der ASC Darmstadt nach eher zögerlichem Auftakt die Reihenfolge rasch um und hatte mit Leandra Griep, Emma Waßmer, Alexandra Rechel und Simone Raatz letztlich als zwölftschnellstes Team zehn Minuten Vorsprung bei einer Siegerzeit von 2:54:47 Stunden vor dem TuS Griesheim (3:04:43) mit der couragiert laufenden Masters-Läuferin Marion Peters-Karbstein auf der Startposition und der SG Arheilgen Triathlon (3:28:07). Hinter Simone Raatz (39:14) liefen Christina Walloch (TV Waldstraße/41:34), Laura Spranz (Spiridon Frankfurt/ 41:57) und Emma Waßmer (42:03) die schnellsten Einzelzeiten.

Nach getaner (Lauf-)Arbeit: Martin Skalsky (links) und Mario Beinenz Siegerlächeln bei den ASC-Frauen mit v.l. Simone Raatz, Alexandra Rechel, Emma Waßmer, Leandra Griep Ausnahme: Mo-Mi-Läufer ist auch am Sonntag im Einsatz
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Der Aufgalopp ins neue Jahr jedenfalls ist gemacht, die messbaren Resultate werden in den kommenden Wochen und Monaten erarbeitet bzw. eingefahren werden müssen. Gleichgültig dabei, ob es auf das Stadionrund, auf die Straße oder in den Ultrabereich geht. Der eine oder andere wird sich jedenfalls schon in Kürze wieder in Mörfelden-Walldorf zeigen, wenn der Halbmarathon (19. Februar) oder der neue Wettbewerb, der 6-Stunden-Lauf am 9. April auf dem Programm steht. Vielleicht aber auch schon bei der allsonntäglichen Winterlaufserie mit dem Angebot über 5 km oder 10 km bzw. mehr, wenn einem danach ist.

Bedanken möchte ich mich bei meinen Fotokollegen Uwe Bernd und Thomas Laut, die den LaufReport-Bericht über die 40. Marathonstaffel mit einigen attraktiven Schnappschüssen bereichert haben.

Bericht und Fotos von Wilfried Raatz

Ergebnisse www.lg-mw.de

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