24.10.09 - 19. Sparkassen Alb Marathon Schwäbisch Gmünd

10x Wieser und ein Ende ist nicht absehbar

von Walter & Constanze Wagner

Der Trend geht zurück zum Lauf in der Natur. Nicht die schnelle Strecke ist gefragt, das Erlebnis steht im Vordergrund. Schöne Streckenführungen, durchaus auch mit herausfordernden Schwierigkeiten. Längst hat man mit Trail-Run auch die sponsorengerechte Bezeichnung aus dem internationalen Sprachgebrauch gefunden. In Schwäbisch Gmünd zeichnet für das moderne Ereignis Erich Wenzel verantwortlich und das seit 1991.

Sicher, damals war von Trail nicht die Rede, ein ursprünglicher Geländelauf war der Albmarathon aber auch nicht. Ob es sich bei dem Lauf um einen "Ultra" handelte, selbst darüber war sich die Szene uneins. Mehr als Marathon, das ja schon, aber etwas mehr hätte es dann schon sein sollen als die 44 Kilometer, die bis 1997 auf dem Programm standen.

Einstimmung auf die Kaiserberge Drei Berge gilt es beim Alb Marathon zu bewältigen, der hinter den Läufern liegende Hohenstaufen war der erste

Einen Stadtmarathon wollte man ins Leben rufen, scheiterte aber bei der Suche eines geeigneten Kurses. Da wurde der alte Traum ortsansässiger Läufer aus der Mottenkiste geholt, ein Lauf über die Dreikaiserberge. Mit klar über 1100 Metern Höhendifferenz findet man den Albmarathon auch im Berglauf-Journal. Zum echten Ultramarathon wurde er dann 1998 mit der Erweiterung auf 50 Kilometer. Doch zwischen den Stühlen zu sitzen, diese Rolle bleibt an der Veranstaltung des DJK Schwäbisch Gmünd haften, die Wertungslauf des Europacups im Ultramarathon ist.

Gemeint ist der schwelende Disput von DUV und VfUM. "Dieses Thema haben wir in der Wiedervorlage 2020", wiegelt Pressechef Matthias Wenzel ab. Von einem Boykott des Albmarathons ist ihm nichts bekannt. Im Feld vielfach aufkreuzende LG DUV-Hemden bestätigen seine Vermutung, dass diese Vereinsquerelen die wenigsten Aktiven interessiert. "Dass die gespaltene Ultralaufszene so schnell nicht wieder zusammenfinden wird, dafür sorge auch das ins Feuer gegossene Öl", legt ein Ultramarathonläufer den Finger in die wunde Stelle und bedauert die von zudem wenig Lauferfahrenen geprägte "Tragödie".

Die Polizei Schwäbisch Gmünd beim Staffelwechsel. Laufleiterin Monika Wiedmann übernimmt vom Kollegen die Startnummer Die SAM-Siegerin von 2003 Andrea Calmbach von der DJK Schwäbisch Gmünd wird 1. W45 beim 50 km Lauf Roland Pflieger, Organisator des 25 km langen Natrurpark Schönbuchlauf in Hildrizhausen wird 2. M50 beim 25 km langen Rechberglauf in Schwäbisch Gmünd

Machtspiele sind nicht das Ding der Albmarathon-Organisatioren. Doch ist eine Laufveranstaltung nicht dadurch perfekt, weil man Ärger aus dem Weg geht. Der war nach einem eingelegten Protest nicht von der Hand zu weisen. Die Laufsportler des veranstaltenden Vereins halten durchaus viel von der Einhaltung des Regelwerks und verfolgen akribisch das Geschehen. Dass sie allerdings unmittelbar nach einer durch die Medien bekannt gewordenen Disqualifikation beim Lakefront Marathon im US-Bundesstaat Wisconsin mit dem gleichen Problem konfrontiert würden, freute die Organisatoren keineswegs. Es ging um Verpflegungsannahmen außerhalb der dafür vorgegebenen Zonen.

Bruno Schumi gewinnt den Rechberglauf Nach zwei 2. Plätzen gewinnt Branka Hajek den SAM 2009 Jürgen Wieser auf dem Weg zu seinem 10. Sieg beim Alb Marathon, im Schlepp der 3. über 25 km Thomas Bauer

Beim Lakefront Marathon wurde die vermeintliche Siegerin deshalb disqualifiziert. Die nachgerückte Läuferin ereilte wenig später das gleiche Schicksal, da sie unterwegs mittels eines iPods Musik gehört hatte. Da wären auch in Schwäbisch Gmünd so einige fällig gewesen. Zwingend vorgeschrieben ist zudem das Befestigen der Startnummer auf der Brust, das bei Ultramarathonläufern wegen eventueller Kleiderwechsel gern gemieden wird. Würde ein Veranstalter bei Zuwiderhandlung hart durchgreifen, er könnte sich gleich selbst aus dem Veranstaltungskalender streichen. Freizeit- und Spaßläufer telefonieren eben schon mal während des Rennens, nehmen eine Erfrischung von an die Strecke geeilten Verwandten und Bekannten an, machen aus Unkenntnis die Startnummer auf den Rücken oder aus Bequemlichkeit an einem Gummiband fest.

Veronika Ulrich wird bei ihrem ersten 50 km Lauf 2. Frau 25 und 50 Kilometerläufer haben den Hohenstaufen gemeinsam bewältigt, auf dem Rechberg sind die 25er am Ziel

Beim Albmarathon wurde gegen eine sich am Ende auf einem dotierten Platz der Cupwertung befindende Läuferin wegen der Getränkeversorgung von einem Fahrrad aus protestiert. Durchaus eine unerlaubte Vorteilsnahme, die es zu prüfen und bei Widerspruch zu beweisen gilt. Dies ist nicht so einfach, wie es zunächst aussieht. Gerade im Ultramarathonlager pflegt man Freiheiten und Regelüberschreitungen, die ein einzelner Veranstalter nur auf Kosten von Teilnehmern beschränken kann. Hier wäre eine Vereinheitlichung der Regelanwendung aller Veranstalter für alle Seiten eine Hilfe.

Zum Glück waren Verantwortliche der Cupläufe anwesend, die in einem gemeinsamen Beschluss teils Ehrungen bis zur weiteren Klärung aussetzten. Die vordersten Plätze des Albmarathons waren nicht betroffen. Den vielen folgenden Teilnehmern hatte dieses Vorkommnis das Naturerlebnis Albmarathon nicht geschmälert, sofern sie überhaupt davon Kenntnis nahmen. Als Herausforderung der persönlichen Bestleistung wurde der Albmarathon gesehen, als "harter Brocken" wurde er schon in den Anfangsjahren betitelt. Allein die Schönheit der Landschaft, die mit den in den Tälern festsitzenden Nebelschwaden verzauberte, rechtfertigte alle Mühe.

Lena Kopp, nun dreimalige Siegerin des Rechberglauf Isabella Bernhard, Streckenrekordhalterin (3:48:14) und SAM Siegerin 2001 und 2002 ließ sich nicht als genannte Favoritin unter Druck setzten und lief nach langer Laufpause heute nur mit dem Team auf Platz 1 Die dominanten drei Kaiserberge begleiten die Läufer immer auf ihrem Weg

"Mir standen Tränen in den Augen", gestand Jürgen Wieser, der wie kein anderer Läufer die Geschichte des Lauf geprägt hat und zurecht als "Mr. Albmarathon" bezeichnet wird. 1995 war er zum ersten Mal der Schnellste über die drei Kaiserberge. Bis zum Jahr 2000 konnte er auf fünf Siege zurückblicken. Seit 1999 hält er den Streckenrekord von 3:12:47 h. "Der ist auf die aktuelle Strecke übertragen 3:10 h, denn ein schwieriger Anstieg fehlt", reklamiert Wieser für sich. Er ist überzeugt: "Mein Rekord ist für die Ewigkeit." Er räumt allerdings ein, dass etwa Jonathan Wyatt schon eine Bedrohung wäre, würde er in Schwäbisch Gmünd starten.

Nach weiteren Siegen 2002 bis 2004 sowie im Jahr 2007, wo er bis auf wenige Sekunden an seinen Rekord heran kam, musste er sich im letzten Jahr mit nicht optimaler Vorbereitung den ihn unter Druck setzenden Gegnern beugen. Als Zweiter hinter Matthias Dippacher, im Ziel nur noch knapp über eine Minute zurück, und vor Helmut Schießl liegend, war dies kein schlechtes Rennen in 3:19:47 h, brachte aber eben nicht den angestrebten zehnten Sieg. Den machte ihm nun beim 19. Albmarathon praktisch niemand streitig. Nach 3:21:17 h erfüllte sich der Traum des 40-Jährigen mit Wohnort Pfronten, der für SVO LA Germaringen startet. Danny Thewes (Möllner SV) folgt mit 3:35:12 h vor Klaus Wießner von den Lauffreunden Gößweinstein in 3:40:26 h.

Auch ohne die drei Kaiserberge gibt es ein stetes Berauf-bergab

Für Jürgen Wieser, der in Ellwangen geboren wurde, aber in Aalen aufwuchs, ist der Albmarathon auch immer ein Stück Erinnerung. Der besonderen Herausforderung schwerer Landschaftsläufe gilt seine Vorliebe, hierauf hat er sich konzentriert und hätte sonst bessere Zeiten stehen: "Bei den Landschaftsläufen zählen nicht noch so gute Bestzeiten, hier zählen neben Schnelligkeit und Taktik auch Kämpferqualitäten." Dennoch kann sich seine Marathonbestzeit von 2:23:27 h sehen lassen. Zum 10. Sieg beim Albmarathon ist er ohne Probleme gekommen und musste nichts alles geben. Das Ziel, unter 3:20 h zu bleiben, verpasste er allerdings knapp.

Bekannt ist Jürgen Wieser auch für unverblümt vorgetragene Kritik. Im Gespräch mit Medien hält er nicht hinterm Berg und auch bei Siegerehrungen ergreift er nicht ungern das Mikrophon um ein paar Anmerkungen zum Besten zu geben. Dabei beschränkt er sich eben nicht nur aufs Loben. Er kritisiert auch mal den Nachwuchs, "...der keine Lust hat sich zu fordern und ans Limit zu gehen." Denn: "Sport ist wunderbar." Dass er den 19. Albmarathon als Abschluss seiner 20-jährigen Leistungssportkarriere sieht, kann man leicht nachvollziehen. Zunächst Jugendfußballer, kam später das Radfahren dazu, dann Triathlon. Erst nach einem schweren Sturz bei einer Bergabfahrt wechselte er 1999 komplett zum Laufen.

Stefan Stern vor Jochen Langhojer bei km 20. 30 km liegen noch vor ihnen Versorgung bei km 20, natürlich auch mit Haferschleim

Einen elften Erfolg im Schatten der Johanniskirche auf dem Marktplatz von Gmünd sollte man aber bei Jürgen Wieser nicht gänzlich ausschließen. Laufen ist Teil seines Berufs als Trainer beim Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister sowie Personal Coach und macht ihm unvermindert Freude. Dass er eine ganze Zeit vom Antrainierten zehren kann und seine Haut teuer zu verkaufen weiß, spräche bei einem Start 2010 dafür, ihm erneut die Favoritenrolle bei seinem "Alb-Traum" zu geben.

 

Die Sorge um den Nachwuchs dämpft Branka Hajek. Erst 25 Jahre ist die diesjährige Siegerin im Trikot des LAZ Salamander Ludwigsburg. In 3:57:31 h siegte sie nur drei Wochen nach ihrem Vizetitel bei der 100 km DM in persönlicher Bestzeit von 7:57:17 h. Zweimal wurde sie beim Albmarathon schon Zweite: 2006 in 4:07 h und 2007 in 4:02 h. Diesmal wollte sie unbedingt unter 4 Stunden bleiben, doch zwischen Kilometer 25 und 30 ging es ihr so schlecht, dass sie fast aufgegeben hätte. Jetzt gönnt sie sich erst einmal vier Wochen aktive Pause. Dann will sie nach zwei 11. Plätzen beim Bietigheimer Silvesterlauf endlich in die Top 10.

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Pamela Veith wird 3. Frau über 50 km und hat auch schon einen 100 km Lauf auf ihrem Konto Nach der Versorgung bei km 20 geht es zunächst bergab, streckenmäßig

Mit 18 Jahren begann sie mit dem Laufen, von 3000m auf der Bahn bis 10 Kilometer. 2008 lief sie in Kienbaum ihren ersten 100 km Lauf und wurde auf Anhieb Deutsche Meisterin in 8:10 h. Ihren zweiten Hunderter absolvierte sie bei der EM/WM in Italien mit "mäßigen" 8:28 h und den dritten als 4. der EM und 8. der WM in 8:07 h. Nun hat sie mit 25 Jahren schon vier 100 km Läufe, aber pro Jahr soll es auch nicht mehr als einer sein. Die Studentin für das Realschul-Lehramt hält nichts vom Vielstarten über die ganz langen Distanzen. Ihre Ziele für 2010: Die Marathonzeit verbessern (3:01) und vielleicht mal das Original, die 100 km von Biel.

Überraschend war auch Veronika Ulrich vom Berglauf Nationalteam am Start, die zwei Wochen zuvor bei der Gesamtwertung der Tour de Tirol siegte und dort den Kaisermarathon im Rahmen der Berglauf Langdistanz WM bewältigte. Im Trikot der LG Regensburg wurde die Läuferin der W40 bei ihrem ersten Ultramarathon Zweite in 4:04:37 h. Bis Kilometer 10 hatte sie geführt, dann schloss Branka Hajek auf. Drei Kilometer liefen sie zusammen, dann war Branka allein an der Spitze. Bei Kilometer 25 war der Abstand aber nur rund eine Minute. Die Lücke schloss sie bei Kilometer 30. Da ging es bergauf, was ihr besser liegt. Doch 2 Kilometer später, bergab, lief ihr Branka Hajek wieder auf und davon: "Da habe ich sehr gelitten und Krämpfe in den Waden bekommen."

Im Hintergrund der überwundene Rechberg. Nun geht es Richtung Stuifen. Georgia Lunz hinter Pavlina Prochazkova Hinter der 4. Anna Hughes verblasst die Stammburg der Staufer Es geht mal wieder bergauf für Norbert Bury, Jochen Dieterich und Thomas Eichinger

Ihr Ziel für die nächste Saison ist die Deutsche Marathonmeisterschaft in Mainz, wo sie sich mit der Mannschaft der LG Telis Finanz Regensburg Chancen ausrechnet. Von ihrem Start auf Überdistanzen verspricht ihr Ehemann und Trainer Rainer Ulrich eine bessere Einstellung auf Marathon, wo sie im Verhältnis zu ihren sonstigen Leistungen zu schlechte Zeiten läuft. Ihren ersten Ultramarathon nahm sie mit Humor und äußerte im Ziel: "Der erste und der letzte." Zehn Minuten später korrigierte sie sich: "Der erste und der letzte für heute." Und kurz vor der Siegerehrung: "Nächstes Jahr laufe ich unter vier Stunden. Wo ist der nächste 50 km Lauf?"

Dietmar Göbel (rechts, aus dem Schwarzwald und das erste Mal beim SAM dabei) und Michael Schwab ging der Gesprächsstoff nie aus Achtung, bitte recht freundlich, auch wenn´s schwer fällt Etienne Sagna vom
RRMC Langenau läuft schon in der M50 und hatte immer ein Lächeln parat

Auch für Pamela Veith von der LG Dettingen endete der 50 Kilometerlauf auf dem Treppchen. Die Drittplatzierte kam nach 4:17:31 h ins Ziel. Im letzten Jahr startete sie über 25 Kilometer und kam nach 2:07 h als vierte Frau auf dem Rechberg an. Es hat ihr wieder sehr gut gefallen. Sie muss aber zugeben, dass das schon etwas anderes wie ein flacher Straßenlauf ist: "Geht doch etwas mehr in die Beine." Anfang Oktober lief sie bei den Deutschen Meisterschaft über 100 km in Bad Neuenahr-Ahrweiler bei ihrem ersten 100 km Lauf 8:32:26 h. Ihre Ziele bleiben weiter auf Marathon (PB 3:03:17h) und mehr ausgerichtet. Wettkämpfe über kürzere Distanzen will die 36-Jährige, die erst 2007 nach einer Tischtenniskarriere in der Verbandsliga mit dem Laufsport begann, aber wegen der Schnelligkeit weiterhin ins Training einbauen.

Horst Köstner mal wieder auf dem Weg nach ganz oben Stafettenläuferin "läuft Mögglingen" im Feld der 50 km Läufer

Jürgen Wieser warf der Veranstaltung auch mal vor, verstaubt zu sein, und versprach mit etwas Event-Charakter eine Zunahme der Teilnehmer. Franz Zimmermann, seit 38 Jahren Chef des "Internationalen Laufs rund um den Wolfgangsee" sagte es vor einer Woche so: "Ich will, dass die Läufer das Laub rascheln hören." Also Action-points sind nicht im Sinne aller Beteiligten und Wieser räumt auch ein, dass mit der Verlegung des Start-Ziel-Areals auf den Marktplatz das Geschehen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist, als zuvor am Stadtrand in der Schwerzer-Halle. Die Siegerehrung und Marathonmesse im Prediger, dem ehemalige Dominikanerkloster, das heute als Kulturzentrum genutzt wird, ist ein weiterer Gewinn für den Albmarathon.

Hoch über den tiefen Tälern auf dem Weg zum Stuifen Nach zwei bewältigten Bergen schaut auf der linken Seite nochmal Berg Nr. 1, der Hohenstaufen hervor

Auch am Programm wird ständig gefeilt. Das "nur" 532 Ultramarathonläufer im Ziel gezählt werden konnten, liegt vorrangig an der Strecke und dem Trend zu weniger fordernden Distanzen. Ein Rückgang von 30 lässt sich leicht verschmerzen, liegt man doch im Mittel der letzten Jahre. In der Summe aller 1356 Teilnehmer, ohne rund 300 geschätzte Kinder- und Bambiniläufer, und mit 1213 Finishern blieb man letztlich nur um 20 Teilnehmer hinter dem Vorjahr zurück. Doch muss man einräumen, dass der größte Ultramarathonlauf in Süddeutschland viel mehr Läuferinnen und Läufer verdient hätte. Für das 20. Jahrjubiläum im nächsten Jahr war die 19. Auflage die beste Werbung.

 

Über 25 Kilometer, mit immerhin 780 Höhenmetern ein "echter" Berglauf, wurden 342 Zieleinläufe registriert. Nur der Sieger Bruno Schumi (Klagenfurter Leichtathletik Club) lag am Rechberg klar vor Jürgen Wieser und siegte in schnellen 1:38:17 h in etwa im Bereich des fünf Jahre alten Streckenrekords von Markus Brucks (1:36:11). Die folgenden Plätze gingen an Christian Strauch (1:41:12) und an Thomas Bauer (1:41:35).

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Auf der Höhe blies der Wind recht kräftig für die 2. W45 Susanne Moser Der 50 km 2. Danny Thewes und ... ... der 3. Klaus Wießner auf den letzten 7 km Uwe Bayer zurück in Schwäbisch Gmünd

Lena Kopp (Sparda Team Rechberghausen) siegte in 2:00:45 h nach 2005 (2:05h) und 2008 (1:57h) zum dritten Mal beim Rechberglauf. Nach dem Abitur leistet die 19-Jährige gerade ein freiwilliges soziales Jahr ab. Ihre berufliche Zukunft sieht sie entweder bei der Polizei oder als Physiotherapeutin. Dass sie die Zeit vom Vorjahr nicht ganz erreichte, führt sie auf die vom Regen am Vortag rutschige Strecke und den zu Beginn noch kalten Wind zurück. Im Training läuft die Triathletin für kurze und olympische Distanzen nur bis zu 15 Kilometern. Aber: "Der 25 km Lauf beim Albmarathon gefällt mir einfach gut. Die Strecke ist toll."

Mit 130 Finishern beim 10km-Lauf konnte man 20 mehr als im Vorjahr bei der Premiere feiern, aber die Strecke würde mehr vertragen. Mit einer 11-prozentigen Steigung bewegt sie sich im Reigen der anderen nicht ganz leichten Prüfungen. Lenas Vereinskamerad Johannes Großkopf siegte mit Streckenrekord in 34:04 min. Der in Schwäbisch Gmünd schon häufig siegreiche Favorit und Titelverteidiger verbesserte seine Vorjahreszeit um 90 Sekunden. Johannes Großkopf hatte als 19-Jähriger auch mal die 50 km Distanz unter die Füße genommen und war in 3:54h nicht schlecht unterwegs. Bei den Frauen siegte Nicola Wittner von der TG Donzdorf in 43:27 min.

Die letzten 500 Meter mitten durch die Fußgängerzone

14 Walker und 48 Nordic Walker absolvierten eine 30 Kilometerstrecke und über 50 Kilometer "tobten" sich weitere 147 Sportler in Stafetten aus. Dabei konnten sich Betriebs- und Freizeitteams mit 5 bis 10 Läuferinnen und Läufern die Distanz teilen. Ein gruppendynamisches Erlebnis, das neun Sportler der Polizei Schwäbisch Gmünd, die mit ihrer Laufleiterin Monika Wiedmann nach 4:36:41 die Startnummer ins Ziel brachten, an der Seite von "Kinder und ihre Schinder" zeigte. Mitgemacht haben Kriminalpolizei und Schutzpolizei. Unterstützt wurden die Polizistenstafette von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) und vom Chef des Polizeireviers, der die Teilnahmegebühr aus der eigenen Tasche spendete.

6. Frau beim SAM Katrin Schwarzmaier Am Prediger und mit Musikkapelle ins Ziel Das Laufteam der Bergwacht Schwäbisch Gmünd läuft 4:14:23 h

"Kinder und ihre Schinder" brauchten 4:49:00 h. 16 Kinder und Erwachsene zählte das Team wobei die Jüngsten von Erwachsenen begleitet wurden. 9 bis 13 Jahre alte Kinder sind Strecken von 1,5 bis 5 Kilometer gelaufen. Sonst waren die Erwachsenen in Firmenstaffeln der TRW Automotive GmbH Alfdorf unterwegs, doch entschieden sich die Eltern diesmal für die Kinderstafette. Ob TRW Automotive GmbH (4:10:36) mit den Eltern an der siegenden Hirschvogel Automative Group (4:02:45) vorbeigekommen wäre bleibt im Bereich des Spekulativen, darf aber bei der Klasse der Kinder bezweifelt werden.

Die "Kinder und ihre Schinder" liefen als Team die Stafette und feuerten nach ihrem Zieleinlauf noch kräftig an

Bei der Siegerehrung konnten sich auch die Mannschaften vom Sparda Team Rechberghausen (12:13:19h) und bei den Frauen das Team der TSG Maxdorf (15:25:51) mit Isabella Bernhard, der Solo-Siegerin von 2001 und 2002 in Streckenrekordzeit von 3:48:14h, feiern lassen.

Die Siegerehrung des Europacups im Ultramarathon wurde vom Biel-Organisator Jakob Etter vorgenommen. Die Auswertung erfolgt durch die Rennsteiglauf-Organisation. Doch konnte nur das Preisgeld von € 500 an Danny Thewes, € 350 an Hannes Kranixfeld und € 135 an Daniel Beha übergeben werden. Wegen des laufenden Protestes blieb es bei den Frauen zunächst beim festgestellten und honorierten Cupsieg der verletzungsbedingt nicht mitlaufenden Schwerinerin Bärbel Lemme.

Ziel an der Johanniskirche auf dem Marktplatz, der ältesten Kirche von Schwäbisch Gmünd Erich Wenzel, seit 19 Jahren beim Alb Marathon die Spitze im Orgateam und die 19-jährige Rechberglaufsiegerin Lena Kopp Hinter dem Marktbrunnen mit seinen zwei Gesichtern tummeln sich Zuschauer und Läufer nach dem Zieleinlauf

Organisationschef Erich Wenzel und sein Team können den 19. Albmarathon als großen Erfolg abschließen. Ohne Querelen wegen des bei Ultramarathonläufen seltenen Preisgeldes und einer leistungsbezogenen Zusatzprämie von 200 Euro, die in diesem Jahr nur bei den Frauen fällig wurde. Man regt damit gute Leistungen an, aber bleibt für Berufsläufer uninteressant. Zum grandiosen Landschaftserlebnis, für das die Wetterbedingungen ein entscheidendes Plus beitrugen, ist der Start auf einem der schönsten Marktplätze Deutschlands und der Zieleinlauf am Fuß der aus dem 13. Jahrhundert stammenden spätromanischen Johanniskirche ein Muss für alle Ultramarathonläufer.

 

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Möge mir Hansjürgen Meier nachsehen, dass ich mich zum guten Schluss aus seinen Texten zum Bildband Schwäbisch Gmünd bediene: Eine schöne Stadt in einer der schönsten Landstriche unseres Vaterlandes. Eine stolze Stadt, kunstsinnig, weltoffen. Eine Stadt, die zu lieben keinem schwerfällt, dem das sanfte Spiel des Münstergeläuts noch in der Ferne durch die Seele klingt.

Bericht und Fotos von Walter & Constanze Wagner

Ergebnisse www.albmarathon.de

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