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Der FIDUCIA Baden-Marathon im LaufReport wird Ihnen präsentiert von |
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18.9.11 - 29. FIDUCIA Baden-Marathon Karlsruhe |
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Traditionsreicher Marathon mit Alternativen |
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| von Constanze & Walter Wagner |
Athleten-Koordinator Dieter Albertus schloss einen Angriff auf den Streckenrekord bei den Frauen nicht aus. Bei den Männern war er skeptisch, doch ausschließen kann man beim Marathon nichts im Vorhinein. Immerhin sollte ein vielversprechender Debütant den Vorjahressieger aus der Reserve locken. Bei den Frauen wurde Asha Giga Roba als Favoritin genannt, die Siegerin des Gutenberg Marathons von Mainz, wo sie im Mai nach 2:31:08 h die Ziellinie querte, startete aber wohl gar nicht. Der Streckenrekord in Karlsruhe von 2:35:56 h, wurde im Jahr 2008 von Irene Cherop aus Kenia gelaufen. Weitere Geheimtipps wurden gehandelt und nach erfolgtem Start formierte sich ein schwarzafrikanisches Grüppchen an der Spitze, aus dem sich nur zäh die Besten herausschälten, die letztlich für eine in Karlsruhe noch nie erlebten knappen Rennausgang bei den Männern sorgten.
Auch die Siegerin früh zu verkünden, hätte nicht funktioniert, wenngleich es bei den Damen mit weniger Tuchfühlung mehr zu einer schleichenden Entscheidung kam, geprägt von den Kilometern, auf dem auch so mancher Hobbyläufer Besuch vom Mann mit dem Hammer bekommt. Was man hat, das hat man, bleibt auch unter Eliteläufern eine sich rächende Herangehensweise an den Marathon. Dass die richtige Einteilung der Kräfte einen Marathon entscheidet, macht ihn gerade so spannend. Mühsam herausgeschundener Vorsprung, schmilzt in Windeseile dahin, wenn das aufgebaute Laktat die Muskeln lähmt.
Zum 14. Mal stand Fried-Jürgen Bachl als OK-Chef an der Spitze des ältesten badischen Stadt-Marathons, der sich aus heutiger Sicht recht schwerfällig entwickelte und im Jahr 1990 seinen vorläufige Höhepunkt mit der Austragung der Deutschen Meisterschaften fand. Doch auch die Titelkämpfe gingen nicht ohne Querelen über die Bühne. Die übliche Preisvergabe an die Erstplatzierten untersagte der DLV, so dass wegen des Warengutscheins im Wert von 1500 Deutschen Mark Medaillenkandidaten lieber im offenen Lauf starteten. Dass die besten Deutschen gleich gar nicht antraten, war auch damals schon die Regel. Im Ziel konnten 2196 Marathonläuferinnen und -läufer begrüßt werden. Schon damals zierte der Name Mockenhaupt die Siegerliste, denn Hildegard, die Mutter von Sabrina Mockenhaupt, holte sich die Bronzemedaille.
Im Folgejahr trat man dem zu erwartenden Teilnehmerschwund mit der damals revolutionären Einführung eines Halbmarathons entgegen und rettete sich 1991 mit 1290 Marathon Finishern und 1070 über die halbe Distanz in die Zukunft. Man konnte auf der Strecke fliegend ummelden, heißt ins Halbmarathonziel umschwenken. Was heute zum Standardangebot zählt, war damals eine kontrovers diskutierte Neuerung. Dazu kam die immer wieder kritisierte Streckenführung in Karlsruhe, denn Marathon verlangte damals einen topfebenen Parcours, schließlich wurde um jede Sekunden gerungen. Brücken, die gab es im Rennverlauf durch die Fächerstadt im Dutzend und eine ist in diesem Jahr auch beim Halbmarathon entscheidend gewesen.
Erst die Wende zum "Event" brachte auch den mittlerweile zum Baden-Marathon umfirmierten Lauf wieder in erfolgreiches Fahrwasser. Mit Fried-Jürgen Bachl hatte man zudem einen kreativen Ideenschmied an der Spitze, der auch den Spaßfaktor schon früh berücksichtigte. Nur mit Farbe bekleidete Läuferinnen und Läufer waren eine zeitlang das Markenzeichen des Baden-Marathons. Es folgten die Klangstrahlen, die über den Dächern der Innenstadt die unten laufenden Sportler begleiteten. Seit drei Jahren ist es nun der Tanz-Marathon, der Teilnehmer und Zuschauer begeistert. Beim Baden-Marathon wurde so manches getestet, das längst Marathons landauf und landab bereichert.
2011 sieht die Karlsruher Bilanz mit 1.237 Zieleinläufen im Marathon fast gleich aus wie 20 Jahre zuvor. Dass dies an sich ein Erfolg ist, wird bewusst, wenn man bedenkt, wie vielfältig zwischenzeitlich das Konkurrenzangebot geworden ist. Allein im badischen Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg kann man nun unter mehreren Stadtmarathons wählen. Mit dem Einstein-Marathon in Ulm und dem Gourmet-Marathon in Saarbrücken hat der Baden-Marathon taggleich stattfindende Mitbewerber im Süden. Gar nicht dran zu denken, den Blick über den ganzen Monat September schweifen zu lassen.
Mag sein, die Zahl der Marathonteilnehmer hat den Zenit überschritten. Mag sein, dass Sportler und Claqueure übersättigt oder müde vom Feiern des modernen Heldentums sind. Wolfram Götz, langjähriger Renndirektor des Hamburg Marathon, der sich gerade zum Kanusport verabschiedet hat, sah in der Langzeitbetrachtung aber immer noch Aufschwung. Und in Karlsruhe sieht man zwar die über viele Jahre kontinuierlich rückläufigen Marathonzahlen, die 2005 noch bei 1948 Marathonfinishern lagen, doch man hat sich in der Königsdisziplin wieder an die Spitze in Baden gesetzt. Beim Halbmarathon, der auch in Karlsruhe längst den Namensgeber an Teilnehmerstärke um ein Mehrfaches überflügelt, wurde bei 4.965 Finishern die Vorgabe aus 2010 um 9 übertroffen wurden, während der BusinessTeam Marathon, bei dem sich drei Läufer die Strecke teilen, der Startläufer einen Halbmarathon absolviert, mit 401 gegenüber 433 nur unwesentlich hinter der Vorjahreszahl zurück blieb.
Viele Gründe zufrieden zu sein und am Ende zog der Veranstalter zu Recht eine positive Bilanz. Glück hatte man dann doch mit dem Wetter, es hörte rechtzeitig auf zu regnen. Die Bedingungen wurde von den meisten Teilnehmern als hervorragend beurteilt, wenn auch den aus Afrika angereisten Athleten sowie den Zuschauern ein paar Plusgrade mehr entgegen gekommen wären. Streckenänderungen waren wegen des Baus der U-Bahn im Bereich des Schlosses notwendig geworden. Ein Vorbeilaufen an der Pyramide, dem Wahrzeichen der Stadt, in deren Gruft die Gebeine von Karl Wilhelm von Baden ruhen, gab es diesmal nicht, der Marktplatz, sonst ein Höhepunkt für Marathonläufer, musste ausgespart werden.
Derlei Höhepunkte wie die Residenz und der Schlosspark war den Halbmarathonläufern in der Vergangenheit verwehrt, doch nun wurde erstmals die Möglichkeit offeriert, in einem nicht bestenlistenfähigen Bewerb, sich auf der zweiten Marathonhälfte einstreuen zu lassen. Den Ausgang des offiziellen Halbmarathons tangierte dies nicht. Einstreuen, entgegen der IWB, der internationalen Wettkampfbestimmungen, wird zu einer Spezialität in Karlsruhe. Bewährt haben sich die Marathonengel, die ihre Kandidaten auf dem letzten Streckenabschnitt begleiten und die schweren Meter zum Ziel beflügeln. Neu war der Spaßlauf Bleifrei, der fünf Stunden nach dem Marathon gestartet wurde und mit dem Karlsruhe Marathon Geschäftsführer Fried-Jürgen Bachl jenen eine ganze Schar Marathonengel auf die letzten bleischweren vier Kilometer mitschickte, denen sonst nicht nur die Angst es nicht zu schaffen, sondern auch die Einsamkeit im Nacken saß.
Tatsächlich wird mit weiteren Programmpunkten der Zuschauer animiert an der Strecke oder am Ziel im Beiertheimer Stadion zu verweilen. Als Dank für das Ausharren bis zum Zielschluss wurden die verbliebenen Zuschauer eingeladen, sich an der aufgrund der kühlen Witterung übriggebliebene Versorgung reichlich zu bedienen. Landjäger, Bananen und Äpfelkisten fanden so reißenden Absatz. Lediglich die Käsehappen, die gern von den Sportlern angenommen wurden, waren restlos vergriffen.
Längst waren in der Europahalle die Sieger und Platzierten auf die Bühne gerufen worden. Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung ist man gut beraten, nicht auf alle zu warten, sondern stets zügig voranzuschreiten. Bewährt hat sich, nicht auch noch die Platzierten in den Altersklassen über die große Bühne zu schleusen. Diese werden separat bei einer kleinen Feierlichkeit in einem Konferenzsaal neben dem Foyer der Europahalle geehrt. Da es u.a. für die jeweils ersten drei jeder Klasse ein paar Laufschuhe des Sponsors Pearl Izumi gibt, folgen auch alle gern der Einladung.
Dabei haben sich die Karlsruher in den letzten Jahren mit Give-Aways nie Lumpen lassen. Hochwertige Kosmetikprodukte in verkaufsüblichen Verpackungen und zudem in diesem Jahr als Erinnerungsstück ein Mulitfunktionstuch, bei Erfüllung bestimmter Anmeldekriterien für Marathonteilnehmer auch ein Funktions-T-Shirt, und eine Reihe weiterer Vergünstigungen machen die sowieso günstige Startgebühr noch günstiger. Ein weiteres Plus des Baden-Marathons sind die kurzen Wege und die großzügigen Räumlichkeiten und Sanitäreinrichtungen in der Europahalle. Kaum zu erwähnen braucht man die eingespielten und erfahrenen Helfer, die ihre Dienste routiniert, aber auch mit der erforderlichen Flexibilität und Hilfsbereitschaft versehen. Dabei zeigt es sich, dass selbst nach mehreren Jahrzehnten organisatorische Verbesserungen möglich sind. Die Marathonmesse im Innenraum der Sportarena war für Aussteller und Besucher von Vorteil.
Der Marathon in Karlsruhe war immer als Breitensportveranstaltung konzipiert, wenn auch schon früh Prämien eingeführt wurden, die Berufsläufer anzogen. Als probates Mittel auch für nationale Leistungsläufer interessant zu sein, wurden in Karlsruhe die tingelnden Berufsläufer auf den meist ungeliebten Marathon verbannt. Die Rechnung ging auf und sorgte für spannende Rennverläufe über beide Distanzen. An der Spitze jagten die Afrikaner mit der Marschroute von 64:45 min für die erste Hälfte über den Asphalt, lösten die Zwischenzeitmessung aber erst bei 66:11 h aus. Für die deutschen Asse beim Halbmarathon ein Tick zu schnell. Dennis Pyka schickte sich an nach zwei Siegen in den beiden Vorjahren bei seiner dritten Teilnahme einen sauberen Hattrick abzuleisten, doch hatte er mit Jan Förster einen ernst zu nehmenden Kontrahenten. Mit Bernadette Pichlmeier am Start wurden auch die Vorhersagen eines weiteren Siegs von Christine Schleifer mit einer gewissen Zurückhaltung geäußert.
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| Jetzt wird es ernst - zumindest für die "Langstreckler". Wer sich entschieden hat Marathon zu laufen, muss geradeaus | |
Das Männerführungstrio auf den ersten Kilometern wurde komplettiert durch den Weinheimer Matthias Müller. Ihm war das Tempo im 3:10er Kilometerschnitt zu hoch, aber er wollte so lange wie möglich dran bleiben. Nach 4,5 Kilometern wurde dies schwerer und nach der Durchgangszeit von 31:45 min bei Kilometer 10 war für ihn der Zeitpunkt gekommen, einen Gang herunter zu schalten und die Kontrahenten ziehen zu lassen. Die Vorentscheidung fiel am Brückenanstieg nach 13 Kilometern. "Das brach meinen Rhythmus auf 3:20 min/km und ich konnte dies nicht mehr ändern", so die Analyse von Dennis Pyka (LG Telis Finanz Regensburg), der sich über diese überraschende Änderung etwas ärgerte. In den Vorjahren war für die Schnellsten diese Brücke ausgespart worden, die noch auf der Straße laufen durften, die unmittelbar danach wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Diese Wettbewerbsverzerrung war von den Benachteiligten schon immer angemahnt worden.
Die leichte Schwäche, die Dennis Pyka zeigte, nutzte Jan Förster und zog sein Ding durch. Aus Pykas Hattrick wurde nichts. Nach zwei Siegen musste er sich bei seinem dritten Start in Karlsruhe mit Platz 2 in 1:07:05 h zufrieden geben. Für Jan Förster war dies ein toller Saisonabschluss. Er siegte in 1:06:38 h mit neuer persönlicher Bestzeit. "Sonst habe ich bei Kilometer 12/13 selbst eine Krise, die blieb heute aus und ich konnte sogar eine schnellere zweite Hälfte absolvieren", zeigte der Sieger sich überrascht. Er schätzte die Bedingungen als sehr gut ein, optimale Temperatur und viel Sauerstoff in der Luft. In Karlsruhe wollte er schon im Vorjahr starten, hatte von der schnellen Strecke nur Gutes gehört. Jetzt hat er das selbst bestätigt.
Vor der Straßenlauf DM in Oelde war er krank geworden und so verlief die Meisterschaft für ihn nicht optimal. Für den 29-Jährigen Jan Förster, der in Kürze sein Masterstudium "Nachhaltige Entwicklung" abschließen wird, war es der vierte Halbmarathon seiner Karriere - "und die 27 km beim Engadiner Sommerlauf", fällt ihm gerade noch ein, den er zur Auflockerung im Trainingslager mitlief. Seine alte Hausmarke stand auf 67:14. Die nächste Saison bestreitet er wieder im Trikot des Mannheimer TV Rheinau, doch Marathon ist für ihn auch 2012 kein Thema.
Dennis Pyka, der 39jährige Tourismus Marktforscher und Deutscher Marathonmeister 2010, wird beim München Marathon starten und will noch einmal unter 2:20 bleiben. Im kommenden Jahr, als 40-Jähriger, locken die lukrativ dotierten Masters in die Staaten: "Vielleicht werde ich 2012 in Chicago Marathon laufen."
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| Kurz nach km 33 wird die beeindruckende Kulisse des Karlsruher Schlosses erreicht | |
Matthias Müller (TSG Weinheim) war am Ende Dritter in 1:09:28 h und eine Minute langsamer als im letzten Jahr. Den Historiker, der gerade seine Dissertation abgegeben hat, und der in wenigen Tagen ins Berufsleben einsteigt, wird wahrscheinlich nach Rodenbach ziehen und in der kommenden Saison im Trikot des SSC Hanau-Rodenbach die hessische Laufszene bereichern. Sein Marathondebüt gibt der 30-Jährige schon im Oktober in Frankfurt, allerdings als Tempomacher für Susanne Hahn, die eine Zeit von 2:30 h anstrebt. Dazu wird sich Matthias Müller, der mit Wochenumfängen von 110 bis 120 Trainingskilometern mit der Erfahrung von längstens 24 km am Stück Neuland betritt, noch Trainingstipps holen.
Hinter Lukas Becht vom LC Rothaus, Vierter in 1:09:59 h, folgte Stefan Müller (1:10:29) vom Lucerne Marathon, ein immer wieder gern gesehener Teilnehmer am Rhein. Er ist nicht nur für Lucerne Marathon am Start, er konnte im Vorjahr in Luzern auch den Marathon in 2:35:48 h für sich entscheiden. Seine Halbmarathon-Bestzeit steht bei 1:09:06 h. Man darf gespannt sein, wie er im kommenden Monat sein Heimrennen über die volle Distanz bestreiten wird. Mit Jens Köstle (1:10:33), Gerhard Schneble (1:10:36) und Carsten Bresser (1:10:38) folgten drei M40er ins Ziel, die sich eine harte Auseinandersetzung gönnten.
"Christine arbeitet nun seit drei Jahren und läuft nur noch zum Spaß", so sah es die Mama und das sprach eindeutig für die Ausnahmeläuferin Bernadette Pichlmaier. Christine Schleifer, Jahrgang 1983, siegte 2005 in Karlsruhe in 1:16:51 h zum ersten Mal und galt als hoffnungsvoller Nachwuchs. Platzierungen in den Top Ten der Jahresbestenliste kann sie einige aufzählen, doch eine denkbare internationale Karriere im Nationaltrikot blieb ihr verwehrt. Für das Tri-Team Heuchelberg startend, verrät, dass das Lauftalent auch dem Triathlon zugeneigt ist. Im letzten Jahr musste sie sich trotz Bestzeit um fünf Sekunden in 1:14:52 h einer Slowakin geschlagen geben.
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| Passend zum Schloss - mit Biedermeierkostüm wird der Weg gewiesen. Die historische Bürgerwehr, so alt wie die Stadt Karlsruhe, stellte ihre Dienste als Helfer zur Verfügung | |
In diesem Jahr lief Christine Schleifer etwas langsamer, hatte aber in der lange verletzten Bernadette Pichlmeier doch keine gleichstarke Gegnerin zu fürchten. In 1:16:09 h konnte die 28-Jährige ihren vierten Sieg beim Halbmarathon in Karlsruhe feiern. Womit die Freizeitläuferin, die vollberuflich in der Marktforschung bei einem Automobilzulieferer tätig ist, auch mit wenig Training noch zu den besten Deutschen zählt. Einen Marathon wird sie so schnell keinen laufen, dafür fehlt die Zeit für ein angemessenes Training. "Und ich bin kein Freund von Schmerzen", gesteht sie schmunzelnd. Ehrgeizig sind ihre Ziele aber dennoch. Gerade hat sie den Mannheimer Straßenlauf über 10 km in 35:42 min gewonnen, ebenso den Zehner in Karlsdorf-Neuthard in 35:03 min. In der Top Ten der DLV-Jahresbestenliste findet sie sich doch immer noch gern, egal ob über 10 km oder Halbmarathon.
Jahrgang 1969 ist Bernadette Pichlmaier, die in der W40 schon die ganze Szene aufgemischt hat und 2010 Deutsche Marathonmeisterin wurde. Für die LAG Mittlere Isar lief sie nach 1:17:06 h auf Platz 2. Ihre Bestzeit über Halbmarathon steht bei 1:15:06 h und über die volle Distanz bei 2:35:26 h (gelaufen 2009 und 2010 sekundegleich eingestellt). Aufgrund eines Ermüdungsbruchs, an dem sie schon lange laboriert, hatte sie sich mit Aqua-Jogging, schwimmen und Radfahren fit halten müssen. Dies war nun der erste Leistungsnachweis über Halbmarathon im Hinblick auf den München Marathon, wo sie am 9. Oktober an den Start gehen wird. Mit dem Ergebnis in Karlsruhe war sie sehr zufrieden und ist zuversichtlich für München: "Auch wenn es dieses Jahr über Marathon noch nicht wieder so schnell gehen wird." Sie rechnet mit einer Zeit zwischen 2:40 und 2:45 h. Aufhören will sie aber noch lange nicht, solange es noch so gut geht.
Eine richtige Spurtentscheidung gab es dann um den dritten Platz zwischen den Jahrgängen 1991 und 1966. Und beim Abbiegen ausgangs der Peter-Klotz-Anlage Richtung Stadion sah es danach aus, dass die Jugend Isabel Leibfried den Weg aufs Treppchen ebnen würde, doch Josefa Matheis bäumte sich auf und sicherte für die TSG Eisenberg Platz drei. Dass 1:22:12 h zudem den Sieg in der W45 bedeutete, stand außer Frage, denn Elke Brenner von der LG Neckar-Enz startet bereits in der W50 und folgte in 1:22:47 h, dazwischen platzierte sich Isabel Leibfried aus Offenau in 1:22:14 h auf dem vierten Platz. Josefa Matheis hat eine Halbmarathon-Bestzeit von 1:19:59 und 2:50:22 über Marathon. "Die liegen schon ein paar Jährchen zurück", so die zweifache Mutter (4 und 12 Jahre alt sind die Kinder).
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| Beim Zieleinlauf im Beiertheimer Stadion geht die Tanzshow weiter | |
Kaum langsamer ist die 45-Jährige bis jetzt geworden, die schon oft in Karlsruhe beim Baden Marathon dabei war. Dort lief sie ihren allerersten Marathon (3:25 h). Noch immer macht es ihr Spaß leistungsorientiert zu laufen. "Solange der Erfolg stimmt, kann ja auch nichts dagegen sprechen", meint sie mit ihrem strahlenden Lächeln. Trotzdem beendet sie die lange Saison, mit dem Meistertitel in der W45 bei der DM in Griesheim in 1:21:47 h und dem Marathon in Mannheim (Gesamtdritte in 3:03:29 h), bei dem es in diesem Jahr gar nicht gut lief, nun langsam. Zumindest was die langen Strecken angeht. Nächstes Jahr, steht dann wieder der im 2-Jahresrhythmus veranstaltete Marathon Deutsche Weinstraße, ihr Lieblingsmarathon, auf dem Plan. Dreimal war sie dort schnellste Deutsche und auf Platz 2 eingelaufen. Ihre beste Zeit auf der nicht ganz leichten, hügeligen Strecke lief sie 2002 in 2:55:19 h.
"Zum Glück ist Bernadette W40, aber knapp hinter mir wäre ein 50-Jährige, sagt mir mein Mann. Wer war das denn", fragte Josefa ungläubig. Gute Gelegenheit beide einander vorzustellen. Es war besagte Elke Brenner, die ihre vierte Bestzeit im Laufe dieses Jahres aufstellte. Als Spätstarterin hatte sie mit 41 Jahren ihren ersten Halbmarathon absolviert und im Alter von 43 gab sie ihr Marathondebüt. In diesem Jahr lief sie den Hamburg Marathon in persönlicher Bestzeit von 2:57:38 h. Weitere PBs waren die 1:41:18 h beim Bellheimer Sommernachtslauf über 25 km und in Herxheim lief sie Bestzeit über 10 km in 38:30 min. Ihr Ergebnis in Karlsruhe ist zugleich Baden-Württembergischer W50-Rekord. Fazit von ihr: "Für dieses Jahr sind keine Wünsch mehr offen."
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| Medaillen für alle - Blumen für die Damen | |
Zeitgleich folgten Susanne Gölz aus Denzlingen und Daniela Kenty vom Team Exotenwald Weinheim in 1:24:20 im Ziel. Gölz wurde auf den letzten preisdotierten Platz 6 gesetzt. Kenty, die 2009 Zweite beim Marathon in Karlsruhe war, fragte nach, ob Zeitgleichheit - sowohl netto wie brutto - sie nicht auch auf Platz 6 stehen müsste. Tolle Geste des Veranstalters, beide erhielten das für Platz 6 ausgesetzte komplette Preisgeld. Nicht schlecht für Daniela Kenty, die Sozialpädagogin hat gerade mit einer 3-jährigen Ausbildung als Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin begonnen und kann das Geld gebrauchen.
Um hier den Rahmen nicht zu sprengen sei auf die ausgezeichneten Altersklassenleistungen und die Ergebnisliste verwiesen. Um in der W50 das letzte Paar Laufschuhe zu bekommen, war eine Zeit unter 1:31:37 h nötig. Irene Hofmann von der mit großer Helferschar in die Veranstaltung eingebundenen LSG Karlsruhe siegte in 1:37:05 h in der W60 noch vor Dr. Felicitas Kuld vom SSC Karlsruhe, die Siegerin der W55 in 1:37:38 h.
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| Im Runners Heaven gab es alles was das müde Läuferherz begehrt | |
Während die meisten Teilnehmer ins Ziel abbogen, ging es für die Marathonläufer und die PSD Bank BusinessTeamMarathon Teilnehmer weiter entlang der Alb auf die zweite Runde zu den Sehenswürdigkeiten. Ob die Spitzengruppe dafür ein Auge hatte, ist allerdings zu bezweifeln, denn die belauerten sich doch hautnah. Wie schon befürchtet, wurde dem Vorjahressieger David Mutai das Fell über die Ohren gezogen. Dass dies auch Stallregie gewesen sein könnte, soweit wollen wir hier die Spekulation nicht treiben. Im Ziel feierte man drei Kenianer als Tagesschnellste innerhalb von 34 Sekunden. Zwar war der Streckenrekord nie gefährdet, den Joel Kiptoo 2009 in 2:09:07 h doch etwas hoch gehängt hatte, aber einen so umkämpften Sieg bis ins Stadion, das konnten die Karlsruher noch nie bestaunen.
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| Der "Läuferhimmel" bot reichlich Obst aber auch Herzhaftes | Ein großes Tanzfinale beendete den 29. FIDUCIA Baden-Marathon Karlsruhe | |
Samwel Maswai hatte sich mit der Zeit von 2:13:12 die Siegertrophäe verdient, nur 12 Sekunden nach ihm konnte schon Vorjahressieger David Mutai (2:13:24) Feierabend machen und nach 2:13:46 h war auch Isaiah Kosgei über die Zielmatte. Mit Erick Rotich (2:15:01) war ein weiterer Kenianer schon im Ziel, als die Äthiopier Beshir Gobe Kolbo (2:16:55) und Gosa Girma Tefera (2:19:28) folgten.
Debütant Henry Kosgei (HM PB 62:48) zahlte Lehrgeld und wurde Siebter in 2:24:24 h. Sein kenianischer Landsmann Amos Rotich folgte in 2:25:15 noch vor dem besten Deutschen Jan Werner vom TV Forst. "JANTITAN", bekannter Triathlet konnte sich in 2:39:08 noch knapp vor Sebastian Schlott (PTSV Jahn Freiburg) ins Ziel retten, der sechs Sekunden länger brauchte. Noch unter der begehrten 2:40-Marke blieb als Elfter Christian Wagner (2:39:57) für die Partnerstadt Halle.
Auch bei den Frauen konnte sich am Ende Kenia die Krone aufsetzen. Mit Sally Barsosio hatte der niederländische Athletenbetreuer Gerard van de Veen eine echte Leichtathletik-Weltmeisterin nach Karlsruhe gebracht, die auch prompt in 2:37:15 h die Siegesprämie einfuhr. 1997 holte sie den Titel bei der WM in Athen über 10.000 m. Ihre Bestzeit lief über 10.000 m lief sie bereits 1993 und wurde dabei Dritte bei der WM in Stuttgart und damit die jüngste Medaillengewinnerin. Geboren wurde sie im März 1978 und könnte trotz der lang andauernde Karriere noch einige Marathons laufen. Ihre Bestzeit stellte sie im letzten Jahr in Eindhoven in 2:36:44 auf. Zahlenmäßig überlegen waren die Äthiopierinnen auf dem Siegerpodest, denn es folgten Ehitu Kiros Reda in 2:40:01 und Simegn Girma Tefera in 2:42:52 h. Die Disziplin auf den ersten Kilometern das Tempo zu drosseln fehlte da noch, doch war dies eventuell den anfänglichen Temperaturen geschuldet.
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| Fröhliche Stimmung bei der Siegerehrung des Halbmarathon-Bewerbs, der mit 4.961 Läufern im Ziel die stärkste Beteiligung beim 29. FIDUCIA Baden-Marathon Karlsruhe hatte | ||
Auf dem fünften Rang wurde Svenja Mann vom Tri-Team SSV Ettlingen als letzte unter drei Stunden in 2:59:18 h erfasst, die somit auch die Wertung der schnellsten Karlsruherin gewann. Die 33-Jährige ist als Läuferin bei der LSG Karlsruhe, wurde aber von den Triathleten angemeldet. Ihren schnellsten Marathon ist sie 2007 in 2:55 h in Berlin gelaufen. Sie hat gerade eine Babypause hinter sich, ihre Tochter ist gerade 8 Monate alt geworden. Seit 10 Jahren Laufsport, hat sie 2008 Triathlon dazu genommen und bereits 2009 in Hawaii in 11:09 h den Ironman absolviert. Nach 39 Kilometern passierte sie Haimanot Haile von Spiridon Frankfurt, die in 3:00:30 h die Sub-3h-Hürde als Sechste verpasste. Kaum wegzudenken ist Agnes Mussler beim Baden-Marathon, die für die Karlsruher memler.de die W50 in 3:32:33 h gewann.
Bereits am Samstag stand der Baden-Marathon ganz im Zeichen der Kinderläufe. Auch das Rahmenprogramm mit über 1500 Tänzern hätte ein Wort mehr verdient. Sportlich wäre der PSD-BusinessTeamMarathon noch zu erwähnen den die Mannschaft "Running Team Enzo-Jens-Nikolai" in 2:40:27 h gewann. Doch besser als Berichte zu lesen, wäre es, 2012 bei der 30. Auflage selbst zu starten. Man kann aus der Ideenschmiede dazu etwas Besonderes erwarten. Die Gesamtteilnehmerzahl dürfte dann wieder deutlich ansteigen. Mit 7.477 wurden die Finisher der Erwachsenenbewerbe angeben. Nicht einfach war es in diesem Jahr beim Marathon gegen Frankfurt zu punkten, die ihr 30. Jahrjubiläum bereits in diesem Oktober gewinnbringend vermarkteten und klar auf einen Teilnehmerrekord steuern.
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Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner |
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