14.8.16 - 40. Monschau-Marathon - 5. Monschau-Ultra Marathon

Marathon und Marathon mit Anlauf

Streckenrekord über 56 km und ein starker Zweikampf über 42,195 km

von Constanze & Walter Wagner

Informationen zum Lauf 2017 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Viele weitere Bilder bei den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

‚Der Monschauer Marathon hat viele Fans und ist mit Sicherheit ein Marathonerlebnis besonderer Art. Auf den gesamten Kilometern bis ins Ziel erleben die Läufer die Schönheit und Vielfalt der Eifellandschaft' - was Claus Dahms in seinem letztmals 1991 erschienenen Wegweiser durch die deutschen Läufe schrieb, stimmt 25 Jahre später noch immer. Freilich ist dies ein pures Lob, denn erwarten dürfen Läuferinnen und Läufer eine frische, modern und technisch aktuell ausgerichtete Laufveranstaltung.

Als Sportplatz dient weit überwiegend die Landschaft der Eifel. Das Mittelgebirge erstreckt sich von Aachen im Norden bis Trier im Süden, reicht im Osten bis Koblenz und geht im Westen in Belgien in die Ardennen über. Vom eher rauen Klima war beim 40. Monschau Marathon nichts zu spüren, doch quälte auch keine stehende Hitze die Sonnenanbeter im Laufschritt. Der ‚run and walk in nature' spart die sehenswerte Altstadt Monschaus nicht aus und berührt weitere Ansiedlungen, doch typisch sind die langen, meist bewaldeten Abschnitte durch die Eifelregion, wo Laufen, Wandern oder Radfahren fernab städtischen Verkehrs und Trubels zum reinen Genuss werden.

Am Samstag präsentierten sich die Vorzeigeathleten des Monschau Marathon. Helmut Peters (links) ist 21 Mal in Folge an den Start des Monschau Marathon gegangen, 2001 gewann er in 2:42:10. Am 40. Marathontag wird er 50 Jahre alt und ließ es sich nicht nehmen zumindest die Einführungschleife der Ultramarathonis mitzulaufen. Lokalmatador Markus Werker hat schon 2x Mal den Marathon gewonnen und hoffte auf einen weiteren Sieg beim 40. Monschau Marathon Engagiert und freundlich sind die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer des Monschau Marathon. Bis zu 150 Personen stellen sich für Verpflegungsstände und Streckenposten zur Verfügung. T-Shirts der vergangenen Jahre werden hier bei der Sportartikelmesse am MoMa Infostand auf dem Dorfplatz präsentiert und konnten natürlich auch erworben werden Einer der zahlreichen Helfer ist Christian Conrads, der hier gerade die Streckenmarkierung für den Mini-Marathon auslegt, für den er einen Anfängerkurs angeleitet hat. Vor 6 Jahren hat er mit dem Laufsport begonnen, nahm dabei rund 40 kg ab. Heute ist der Lauftrainer mit Leib und Seele beim Monschau Marathon dabei, diente LaufReport als Fahrer und zeigte uns die schönsten Fotomotive entlang der Strecke - besten Dank!
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Über drei Tage erstreckt sich das Programm mit seinem Beginn am frühen Freitagabend. Ein Fun Run und Warm-up im Sportpark Konzen, anschließend eine Musik Live Show mit After-Show-Party. Echte sportliche Einstimmung liefert der Samstag mit einer Mountainbike-Tour über die Originalstrecke des Monschau-Marathons sowie ersten Lauf- und Walkingbewerben. 12,3 km für die Eifel-Panorama-Walker und 4,2 Kilometer beim generationenübergreifenden Mini-Marathon, der am Samstagnachmittag schon reichlich Schweißtropfen produziert. Temperaturen und Geländeprofil machten auch den Jüngsten zu schaffen. Mit der Nudelparty schloss das Samstagsprogramm um 19.00 Uhr. Für die unzähligen fleißigen Helfer und die Teilnehmer am um 6.05 Uhr gestarteten 56 km Ultramarathon und den bereits fünf Minuten zuvor auf die Strecke geschickten Walkern über 42 Kilometer blieb nur eine kurze Nacht.

Der 13jährige Helfer Jannis Palm ist ambitionierter Radrennfahrer und Läufer. Beim Mini-Marathon am Samstag stellt er sich als Führungsradfahrer zur Verfügung. Beim Staffel-Marathon am Sonntag will er den 1. Part laufen. Bereits seit 4 Jahren ist er beim Staffelrennen dabei, den Mini-Marathon ist er schon 3x mitgelaufen Sportlich begann der Samstag mit einer Mountainbike-Tour über die Originalstrecke des Monschau-Marathon, dem Eifel-Panorama-Walk über 12,3 km und 4,2 km und dem Mini-Marathon inklusive Warm up-Lauf mit Freistart für gemeldete Marathon- und Ultraläufer mit Start und Ziel am Dorfplatz. Foto-Impressionen im LaufReport von den Rennen am Samstag HIER 5 vom hessischen ASC Breidenbach: Kirsten Bergen (mit Mütze) und Tochter Freya, Jenny Gärtner-Barazutti und Sven Gärtner mit Sohn Jascha-Noel Gärtner nahmen am Mini-Marathon teil, bzw. für Kirsten Bergen war es das Warm-up, denn am nächsten Tag läuft sie den Marathon (4:35:31). Ihren ersten Marathon überhaupt lief sie vor 15 Jahren in Monschau, denn ihre Eltern kommen aus Aachen und Monschau-Höfen: "Es ist der schönste Marathon!"

Um 4.45 Uhr öffneten die Startunterlagenausgabe und Nachmeldeschalter, draußen auf der Strecke wurden 15 Verpflegungsstationen aufgebaut. Eine bekannte Tatsache, der aber einige wohl nicht trauten, die sich mit einem Bauchladen an Eigenverpflegung und Rucksäcken auf die Laufkurse begaben. Dabei ist die Ecke um Monschau eine Läuferhochburg. Dem veranstaltenden TV Konzen, ein mitgliederstarker Mehrspartenverein, wird mit Recht eine zunehmende Professionalisierung zugesprochen, die sich in 40 Jahren aber nicht nur zwangsläufig einstellt.

International und familiär präsentiert sich der Monschau Marathon. Sangwoo Kim und seine Mutter Insil Lee aus Korea nahmen am Panorama-Walk teil. Kim arbeitet in Brüssel, den Besuch seiner Mutter nahm er zum Anlass für einen sportlichen Familienausflug ... passend dazu der Stand von "Werner Otto Sportreisen", der sich schon seit Jahren beim Monschau Marathon präsentiert. Die "Macher" Werner Otto (links) und Matthias Gerkum nehmen auch reglemäßig an einem der angebotenen Wettbewerbe teil Aus Landau in der Pfalz kommen Ultramarathonstarterin Sandra Fätsch und Ehemann Hans-Michael, der aufgrund einer Verletzung "nur" als Rennbeobachter seiner Frau mit dem Fahrrad unterwegs sein wird

An der Organisationsspitze steht seit 2009 Oliver Krings, der seit 2010 auch als 1. Vorsitzender des Turnvereins agiert. Was 1977 als einer der ersten Marathons in Deutschland seinen Anfang fand, wird von den Nachfolgern in der Organisation liebevoll, aber auch perfektionistisch fortgeführt. Und der noch auffallend junge Vereinsvorsitzende hat den Zenit seiner Amtszeit an der Vereinsspitze bereits überschritten. Der Leiter des Kämmereiamts der Stadt Monschau sieht die häufigen Nachfolgeschwierigkeiten in den Vereinen als hausgemacht, denen man beim TV Konzen mit zeitlich überschaubaren Amtsperioden erfolgreich entgegen wirkt.

Die UM-Läufer sind bereits seit 6:05 Uhr unterwegs. Andreas Probst kommt als Erster mit großem Vorsprung von der 14 km langen Zusatzschleife durch den Deutsch-Belgischen Naturpark, dem Hohen Venn, zurück nach Konzen Christof Marquardt folgt zunächst als Zweiter, dahinter Markus Mey, der diesen im weiteren Rennverlauf noch hinter sich lassen wird und die M45 gewinnt Gert Mertens wird letztendlich als Dritter die M50 gewinnen

Ultramarathon ist Marathon mit Anlauf

Während man andernorts mit einer Verlagerung auf kürzere Distanzen die Anziehungskraft einer Veranstaltung zu steigern bemüht ist, geht man in der Eifel gern entgegengesetzte Wege. Der 56 Kilometer lange MoMa-Ultra wurde zum fünften Mal ausgerichtet und gewinnt in Zukunft durch die Einbindung in den Europacup der Ultramarathone an zusätzlicher Attraktivität. Die Ultramarathondistanz wird beim Monschau Marathon mit einer 14 km langen Eingangsschleife ins grenzüberschreitende Hohe Venn erzielt. Große Flächen des Hohen Venn sind als Hochmoor ausgebildet. Hier begrüßen die Ultramarathonläufer den neuen Tag.

Bei den UM-Frauen liegt Sandra Fätsch nach 14 km in Führung Nach der 14km langen Schleife zurück in Konzen am Startbogen der Marathonläufer, verläuft die Strecke der Ultraläufer auf der original Monschau-Marathonstrecke weiter Erste beeindruckende Station bei km 17,5 bzw. 3,5 für die Marathonläufer ist die romantisch-malerische Stadt Monschau

Zurück aus Belgien sind es die Ultramarathonteilnehmer, die noch vor den Marathonspezialisten auf die gemeinsame Streckenführung ab Konzen gehen. Der Vorsprung von 1:55 Stunden ist ausreichend, um die Führungsposition auf dem gesamten Marathon zu behaupten. Doch mischen sich die Felder im weiteren Verlauf, wobei verschiedene Startnummern und zusätzliche Rückenschilder mit der Aufschrift Ultra oder Staffel die Marathonsolisten immer ins rechte Licht rückt. Nach drei Verpflegungspunkten auf der Einführungsrunde folgt in Monschau die erste für alle Langstreckler aufgebaute Wasserstelle.

Morgenidylle für Ultramarathonläufer - durch die Monschauer Altstadt, am Aukloster vorbei über die Rur

Monschau ist malerisch und zweifelsohne ein Höhepunkt der Marathonrunde, liegt es doch idyllisch an den Hängen beidseits der Rur und wird überragt von der Burg Monschau und vom Haller, einem eigenständigen Befestigungsbauwerk aus dem 13. Jahrhundert. Allerdings dämpft das grobe Kopfsteinpflaster in den Altstadtgassen sowie die sich durchschlängelnden Kraftfahrzeuge den Laufgenuss etwas. Der Stadtkurs ist aber rasch Geschichte und die Läuferschlange taucht wieder in waldreiches Terrain ein.

Der erste Marathonläufer (1.55 h nach dem Ultras gestartet) Markus Werker passiert Monschau nach ca. 3,5 km Sein Verfolger Christian Niessen (Vorjahressieger mit der Nr. 1) hat den Führenden der 4er-Staffel Jurgen Knarren von den "The Orange-Nassau Mixed Runner" im Schlepp Bei den Marathonfrauen bilden Dr. Doris Marquardt (vorn) und Eva Offermann das Führungsduo

Unter den Zuschauern befand sich auch André Collet, der sieben Siege, davon sechs in Folge, über Marathon angehäuft hat und als Streckenrekordhalter auf der Ultradistanz das Geschehen passiv verfolgte, da er sich ganz auf die Deutschen Meisterschaften im 100 km Lauf eine Woche nach dem Monschau Marathon konzentriert und sich dort auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft vorgenommen hat. So wurde er Zeuge des Rekordlaufs von Andreas Probst. Der Vorjahressieger steigerte sich um über 6 Minuten und siegte erneut mit der neuen Bestzeit von 3:40:15 h. Nur 21 Sekunden blieb er unter der Zeit von André Collet, die seit dem Debüt 2012 als Streckenrekord Bestand hatte. So knapp als Rekordhalter abgelöst zu werden, war sicher eine kleine Enttäuschung. Schon im nächsten Jahr könnte sich André Collet aufmachen, die Bestmarke zurückzuerobern. Dann hätte Andreas Probst auch einen adäquaten Gegner.

Monschau wird mit einem kleinen Bergauf-Bergab verlassen

Probst läuft Streckenrekord

Für Andreas Probst lief es von Anfang an, auch wenn es wohl wärmer als 2015 war. Er kommt ursprünglich aus Wasserliesch bei Trier und arbeitet derzeit im Kernkraftwerk Betznau in der Schweiz, wo der Ingenieur für die Sicherheit zuständig ist. Zwei Siege über 56 Kilometer mit 960 Höhenmetern und ein dritter Platz beim Marathon mit 760 Höhenmetern ist die Monschau-Chronik des 1985 geborenen Langstreckenläufers, der für den Aachener TG zusammen mit André Collet bei Meisterschaften im Team, in Monschau aber für Skikeller gestartet ist.

Im kleinen Dorf Widdau bei km 10 (UM 24km) wird mächtig applaudiert, hier erwarten die Staffelläufer ihren ersten Wechsel

Seinen Sieg gefährden konnten die nächsten Verfolger nicht, Markus Mey lief in 4:02:16 h auf den zweiten Rang und siegte in der AK M45 für Peters Sportteam. Dritter wurde M50-Sieger Gert Mertens vom AC Lierse in 4:05:27 h. Christoph Marquardt von der LG Deiringsen wurde 2. in der M45 und in 4:07:30 h Gesamtvierter. Neben weiteren Altersklassensiegern kam Rainer Leyendecker von SV Schwindegg nach 4:37:46 h als M60-Sieger als 13. ins Ziel und distanzierte überraschend den zwei Jahre älteren Wolfgang Braun vom TV Konzen (4:38:57).

Der Wechsel der Jugendstaffel TV Konzen von Jannis Palm, dem Führungsradfahrer des Mini-Marathon am Tag zuvor, auf Marcel Goffart. Sie werden im Ziel Rang zwei belegen hinter ... ... der Jugendstaffel LG Mützenich, deren zweiter Läufer hier auf dem Weg zu Wechsel Nr. 2 bei km 21 am Brather Hof unterwegs ist Das Team collart! 5 macht sich auf den Weg die Wertung der 2er-Staffeln zu gewinnen

Prominenter und planmäßiger Aussteiger bereits nach der 14 km langen Einführungsrunde war Helmut Peters. 21 Mal war er nicht nur dabei, sondern auch unter 3 Stunden beim Marathon geblieben, den er 2001 sogar gewann. An seinem 50. Geburtstag gönnte er es sich den Ultramarathon ein Stück zu begleiten. Als Betreiber eines Sportartikel-Geschäftes und Förderer der Laufgruppe "Peters Sportteam" ist der Sportler in der Eifel überaus bekannt.

Der LC Duisburg lief 11 Mann- bzw. Frau stark auf der Ultramarathon Distanz. Je 4 weitere Teilnehmer nahmen den Marathon laufend und walkend unter die Füße Ultramarathonia Kathrin Adrian erfreut sich an der feuchtfröhlichen Versorgung am Ortsausgang von Widdau

Sandra Fätsch siegt bei den Frauen

Für Marion und Wolfgang Braun war es die fünfte Teilnahme am Ultramarathon. Nach einem Trainingsurlaub in Chamonix freut sich Marion auf ihren Start beim UTMB in nicht einmal 14 Tagen. In Monschau hieß es für die 59jährige Extremsportlerin die Handbremse nie ganz zu lösen. Mit Ehemann Wolfgang wurde sie von den Lesern des Aachener Zeitungsverlags 2015 zu den Sportlern des Jahres gewählt und ist weit über die Region hinaus bekannt. Verhalten ins Rennen zu starten, ist aber sowieso ihr Ding. Die übliche Aufholjagd gönnte sie sich auch jetzt und schloss das Rennen, dessen Premiere sie 2012 in 4:43:33 h gewann, nach 5:02:18 h als Zweitbeste für den SV Germania Eicherscheid ab, nur 13 Sekunden später folgte Anne Staeves von der LG Trampeltier (1. W45), die weite Strecken an der Seite von Marion Braun zu sehen war.

In Kalterherberg vor dem Eifeldom ist für die UM-Führende Sandra Fätsch km 44 erreicht. Ehemann Hans-Michael und LaufReport-"Chauffeur" Christian Conrads spenden Applaus Für die Marathonführenden ist in Kalterherberg km 30 erreicht, hier bilden Markus Werker (Nr.2) und Christian Niessen (Nr. 1) das Führungsduo Der Eifeldom in Kalterherberg gibt eine eindrucksvolle Kulisse

Keine Schwäche zeigte Sandra Fätsch aus Landau in der Pfalz, die für Eichis Laufladen startete und von Beginn an die Führungsposition eingenommen hatte. Auch sie war bei allen bisherigen Ultramarathons beim Monschau Marathon am Start und lief nun in 4:49:46 h erstmals zum Sieg. Die Premiere in Monschau 2012 war auch ihr erster Ultramarathon. 2013 wurde sie Dritte und 2014 Zweite. Mit einem Sieg hatte sie nicht gerechnet. Schon am Morgen hatte sie Magenprobleme, verriet Ehemann Hans-Michael, der sonst mitgelaufen war, dieses Mal aufgrund einer Verletzung das Rennen auf dem Fahrrad begleiten musste.

Am Ortsausgang Widdau liegt Dirk König auf Rang 3 beim Marathon, das Ziel wird er als 4. erreichen Es geht in Richtung Brather Hof (km 21 bzw. km 35), hier ist der schwierigste Teil überstanden

"Tolle Organisation, die Verpflegung optimal, familiäre Atmosphäre, die Strecke super, abwechslungsreich, mal Wald, mal Asphalt, auf und ab", so die Pfälzerin mit einer Marathonbestzeit von 3:15:45 h, gelaufen im Frühjahr in St. Wendel. Sie laufe wie ein Diesel, so Sandra Fätsch über sich. Erst 6 Laufjahre hat sie angesammelt und aus Trainingsgründen scheucht sie Trainer Hans-Jürgen Eichberger auch schon mal über die ungeliebte 10km-Distanz. Im Oktober ist bereits ihr nächster Marathon eingeplant verknüpft mit dem Urlaub auf Mallorca und am 6. November wird sie bei der Ultramarathon-Premiere beim Rursee-Marathon unweit von Konzen wieder im Startfeld stehen.

Mahlzeit am Brather Hof Die Marathonwalker sind bereits seit 6.00 Uhr auf den Beinen - das scheint Laune zu machen

Xiabingqing Wu aus Aachen lief mit einem Lächeln die Ultramarathonschleife und als Vierte und Hauptklassensiegerin nach 5:05:32 h ins Ziel. Die 26jährige Chinesin aus der Nähe von Shanghai studiert in Aachen Mobilität und Verkehr. Zu Fuß kommt sie gut voran, lief 2015 in Karlsruhe ihren ersten Marathon und im April 2016 in Rotterdam in 3:44 h ihre Bestzeit. Unangetastet blieb der Rekord von Mieke Dupont aus dem Jahr 2014 von 4:36:45 h.

Ultramarathoni Dr. Diego Fort erfreut sich an den Minis & Maxis vom Trommler- & Pfeifferkorps Kalterherberg

Monschau Marathon feierte einen runden Geburtstag

Es sollte eine Fortsetzung der Auseinandersetzung des Vorjahres werden. Christian Niessen vom TuS Schmidt und Markus Werker vom TV Konzen liefen 2015 um den Sieg. Damals führte lange Markus Werker und wurde erst spät von Niessen eingeholt und knapp distanziert. Christian Niessen siegte in 2:40:07 h mit nur 49 Sekunden Vorsprung. Bereits zwei Siege hat Markus Werker auf seinem Konto (2012 und 2013) und stand bereits sieben Mal auf einem Treppchenplatz am Ende des Monschau Marathons. Für ihn sprach zudem die bessere Marathonbestzeit von 2:30:03 h in Frankfurt gelaufen. Auf dem schweren Monschau-Kurs war er schon 2:36:5 h schnell (2013). Der 30jährige Ingenieur ist in der Automobilindustrie tätig. Mit 18 Jahren lief er seinen ersten Marathon. Sollte er am Sonntag finishen, wäre es sein 25. Marathon. Dagegen sprach eine schmerzhafte Rippenverletzung, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte.

Lieblich an der Rur entlang (ca. km 33 bzw. 47) ... ... garstig die Landstraße Leyloch hinauf (ca. 36 bzw. 50)

Für den fünf Jahre älteren Christian Niessen war es dagegen erst der dritte Start beim Monschau Marathon. Außer dem Vorjahressieg, stand er bereits als Drittplatzierter auf dem Treppchen. Beide Läufer sind zudem von Peters Sportteam, doch die Kräfte zu bündeln und den Streckenrekord von Michael Reuel anzugreifen, der seit 26 Jahren bei 2:33:12 h steht, das hielten beide für aussichtslos.

Christian Niessen kommt vom Fußball und spielte links oder rechts außen in der Verbandsliga. Erst fünf Marathons hat der 35jährige Feuerwehrmann auf seinem Konto. 2:33:42 h seine Bestzeit, gelaufen in Essen beim RWE Marathon rund um den Baldeneysee. Die beiden Favoriten trafen nicht auf einen weiteren besseren Kontrahenten, das sei vorweg genommen. Und sie liefen praktisch immer auf gleicher Höhe, aber nicht zusammen. Als Dritter folgte zunächst mit Dirk König ein weiterer Läufer aus der Region, der für sein Aachener Geschäft Physio Athletik König ins Rennen ging.

Mützenich empfängt die Läufer bei km 39 mit Läuferwäsche ... ... und Honig im "Honigzelt" für den letzten Kick

Auf der Strecke wiederholte sich das Bild, Markus Werker mit schmerzverzerrtem Gesicht knapp vor einem leicht und locker wirkenden Christian Niessen. Fast war abzusehen, dass der ältere auf den Anstiegen im letzten Rennviertel wieder vorbei und auf und davon ziehen würde. Doch werden beim Marathon erst nach 42,195 Kilometern die Messen gesungen. Diesmal war es Markus Werker der den letzten trailigen Abschnitt und die letzten Buckel besser hinaufstiefelte. Nach 2:40:14 h konnte der veranstaltende TV Konzen über seinen vereinseigenen Sieger jubeln. Christian Niessen folgte in 2:42:23 h und hatte "alles gegeben". "Das können wir nicht oft machen", war sich Christian sicher. Dem sturzgeschädigten Tagessieger bereitete die Verletzung keine Atemprobleme und mit dem Erfolg verflogen wohl auch ein wenig die Schmerzen. Ob sich beide bei der 41. Auflage nun doch einmal mit vollem Risiko des Streckenrekords widmen werden?

Matthias Büchel, der sich mittlerweile auf Rang 3 beim Marathon vorgeschoben hat, freut sich scheinbar schon auf den leckeren Honigkick aus dem "Honigzelt", der letzten offiziellen Verpflegungsstelle der LG Mützenich, die neben dem Bienenprodukt aber auch noch Ernergiegetränke, Tee, Wasser und Obst zu bieten hat

Auf der Landstraße bei Leyloch übernahm Matthias Büchel von Tusem Essen den dritten Rang. Dirk König bekam nach 30 Kilometern Probleme und musste mit Krämpfen mehrmals stehen bleiben. "Ich bin zu schnell losgelaufen", so sein Fazit nach einer mehrmonatigen Vorbereitung auf den Monschau Marathon. Mit 3:06:23 h kam er als Vierter ins Ziel und schaute nach seinem Monschau-Debüt, das nicht wie gewünscht verlaufen war, schon zuversichtlich auf einen neuerlichen Versuch 2017.

Bei km 40,5 wird der Asphalt verlassen ... ... jetzt wird es ein wenig "trailig" und ein letzter Anstieg von ca. 200m Länge lässt die Läuferherzen nochmals höher schlagen

Matthias Büchel, 34jähriger Lehrer für Musik - mit Vorliebe für Klarinette - und Deutsch in Essen, hatte bei seinem vierten Marathon in 2:55:41 h letztendlich seinen Podestplatz ziemlich deutlich herausgelaufen. Seine Marathonbestzeit lief er im Frühjahr in Düsseldorf in 2:35:59 h.

Bernd Smolka siegte in der M40 in 3:07:59 und als sechster Mann kam M45-Sieger Yannick Hackens nach 3:08:54 h über die Ziellinie. Kurz vor ihm brandete der Applaus für die Frauensiegerin auf. In 3:13:24 lief Guido Schütz den M50-Sieg nach Hause, den er Alfred Hüpgen wegschnappte, der im Ziel nur zwei Plätze und keine zwei Minuten zurücklag, sich aber mit Erfolg Fred Torke vom Leib hielt, dem direkt folgenden Drittplatzierter dieser Altersklasse. Auf Rang 14 der Männer dann gleich dahinter der M55-Sieger Eule Frings in 3:17:03 h. Weit vorn platzierte sich M65-Sieger Dr. Bernd Juckel in 3:27:53.

Marion Braun wird 2. UM-Frau und gewinnt in der W55 Anne Staeves folgt als Siegerin der W45 auf Rang 3 Xiabingqing Wu aus China bzw. Aachen ist als 4.-schnellste die Beste in der WHK Die 5. UM-Frau Chantal van der Geest gewinnt die W35

TV Konzen: Doppelsieg dank Eva Offermann

Was zeitweise wie ein sich anbahnender Zweikampf wirkte, war am Ende doch eine klare Angelegenheit für Eva Offermann, die in 3:08:25 mit fast zehn Minuten Vorsprung siegte. Erst seit diesem Jahr startet die 33jährige für den Ausrichterverein, vorher war sie bei der DJK Herzogenrath. Ursprünglich kommt sie aus Konzen, wohnt jetzt im 9 km entfernten Rollsebroich. Der Monschau Marathon war ihr erster Wettkampf. Damals, im Jahr 2009, lief sie 3:55:56. Sie hatte sich an den Unter-4-Stunden-Pacemaker gehängt, wollte auf jeden Fall unter vier Stunden bleiben. Der 40. Monschau Marathon war ihr vierter. Etwa 20 Marathons hat sie zwischenzeitlich insgesamt angesammelt und war in Essen beim RWE Marathon Baldeneysee in 2:51:49 bisher am schnellsten.

Eva Offermann hat sich in Widdau bereits leicht ... ... von Dr. Doris Marquardt abgesetzt Annette Frings folgt hier auf Platz 3 im Marathonbewerb der Frauen

2014 wurde sie in 3:15:40 ganz knapp Zweite in Monschau, 30 Sekunden hinter Svitlana Smitiukh vom TB Wiesbaden. Damals hatte sie sich intensiv 12 Wochen vorbereitet und auf einen Sieg gehofft. Diesmal ging sie ohne große Erwartungen ins Rennen und war selbst überrascht, dass es so gut lief. Über 10 km hat sie eine persönliche Bestzeit von 36:24 min, aber am Marathon hängt ihr Herz. Die Herausforderung ist spannender. Unberechenbar, ob man die Distanz schafft, so die Tagesschnellste, die bis Kilometer 12 gemeinsam mit Dr. Doris Marquardt unterwegs war. Erst dann konnte sie sich absetzen: "Sie konnte verdammt gut bergab laufen. Das kann ich gar nicht." Das Bergauf bereitete ihr weniger Probleme, obwohl sie auch eher eine Flachlandläuferin ist.

Eva Offermann auf Marathon-Siegkurs Dr. Doris Marquardt hält Platz 2 bis ins Ziel Annette Frings gewinnt als Dritte die W50 Die 2. der W50 Claudia Mordas wird 4. Silvia Michalka gewinnt die W45 und wird 5.

Dr. Doris Marquardt vom LAV Bonn Bad Godesberg wurde in 3:18:12 h Zweite. Wie Offermann ist sie 33 Jahre alt und auch noch nicht allzu lange Laufsportlerin. Erst drei Jahre ist sie dabei und hat dennoch schon eine 2:51:56 h als persönliche Marathon-Bestzeit, gelaufen 2015 in Hamburg. Auch mag am liebsten Marathons. Sie kommt von der Insel Fehmarn, läuft seit sie in Bonn gearbeitet hatte für den LAV Bonn, wohnt und arbeitet heute aber in Brüssel bei der EU-Kommission. Promoviert hat sie in Agrar-Politik, ‚Ländliche Entwicklung Slowenien und Osteuropa'. In ihrer kurzen Laufkarriere hat sie sich zur Marathonsammlerin gemausert. Etwa 15 Stück hat sie bereits absolviert. Vor 3 Wochen wurde sie 3. Frau beim Marathon in Füssen und will dieses Jahr noch den Marathon in Berlin laufen (das erste Mal) und den in Frankfurt (da lief sie schon 2015 eine 2:52:14). Die Organisation in Monschau fand sie nett, das Profil deftig ("Das ist hier schon was anderes als ein Stadtlauf"). Sie hatte nichts zu bemängeln, nur ... die Webseite könnte ein etwas professioneller sein.

Guido Schütz (Hansa Simmerath) gewinnt als Marathon-10. die M50 Dr. Bernd Juckel von der SG Neukirchen-Hülchrath siegt in 3:27:46 in der M65 Silke Gielen vom Harburger SC holt sich als 6. Frau Platz 1 in der W55

Annette Frings lief wie von selbst und für die Selbstläufer SV Altenahr in 3:25:53 auf Rang drei. Mit Jahrgang 1963 hieß dies Platz 1 in der W50. Im letzten Jahr wurde sie ebenfalls Dritte in 3:24:59, da waren die zwei Läuferinnen vor ihr sogar aus der Hauptklasse. 2013 hatte sie beim Monschau Marathon in 3:33:05 gewonnen und war nun zum sechsten Mal dabei. Sie war sehr verhalten gestartet, und Läufer für Läufer einzusammeln machte ihr Spaß. Sie hatte erst ‚nach den Kindern' mit 35/36 Jahren mit dem Laufsport begonnen und mit 37 Jahren ist sie den ersten Marathon gelaufen. Sie liebt die Landschaftsläufe, vor allem alpine Marathons. Ihre Marathon Bestzeit liegt bei 3:13 h, gelaufen in Echternach. Auch mehr als Marathon ist sie bereits dreimal gelaufen. Die längste Distanz waren 62 Kilometer.

Ein Zuschauerspalier empfängt Ultra-, Marathon- und Staffelläufer sowie Marathon-Walker unterhalb der Konzener Kirche

Drei Jahre jünger, aber ebenfalls W50, so die Klasse der viertplatzierten Claudia Mordas von TUSEM Essen, die in 3:37:16 vor Silvia Michalka (3:38:50 - 1. W45) und Silke Gielen (3:39:17 - 1. W55) folgte. Antje Wietscher siegte in der W60 in 3:46:30, doch schon als 8. in 3:41:22 h hatte davor Miriam Herzhoff vom Jahrgang 1991 als Hauptklassensiegerin gefinisht. Auch am Streckenrekord der Frauen war nicht zu rütteln, den Rita Ehmann 1998 in 2:56:15 aufgestellt hat.

Zieleinlauf mit Rose für die Dame Zielbegrüßung mit Medaille für den Herrn Zielverköstigung mit viel frischem Obst

Fazit

Der runde Geburtstag des Monschau Marathon wurde zu einem Lauffest mit dem der TV Konzen ins nächste Jahrzehnt durchstarten wird. Der Zeitplan mit den früh gestarteten Walkern über die Marathondistanz ist nachahmenswert, auch die Staffeln fügen sich gut in das Renngeschehen ein. In Monschau hat man den Marathon ins Herz geschlossen und fiebert mit den teilnehmenden Bekannten aus der Region mit. Nicht ganz erfüllte sich ein wünschenswertes Geburtstagsplus, doch mit weit über 1500 Finishern an den Monschau Marathon Tagen kann man mehr als zufrieden sein.

Andreas Probst knackt mit 3:40:15 den Ultramarathon (56km) Streckenrekord, den André Collet 2012 beim 1. UM mit 3:40:36 gelaufen war Ein wenig "wurmt" das André Collet schon, konnte er doch dieses Jahr nicht starten, weil er 1 Woche nach dem Monschau UM in Leipzig bei der 100km DM starten möchte (LaufReport wird berichten). Heute war der 7malige Monschau-Marathonsieger, hier vom Ultramarathon laufenden Ehepaar Marion und Wolfgang Braun in die Mitte genommen, daher nur Zaungast Oliver Krings, Leiter des 9-köpfigen Organisatorenteams und 1. Vorsitzender vom TV Konzen darf sich über die leistungsstarke Beteiligung beim kleinen Jubiläum des Monschau Ultra-Marathon freuen

Was als einmalig begann, ein Marathon im Hochsommer, hat längst jede Menge Konkurrenz bekommen. Gerade im August ist der Kalender nun voll mit Angeboten von Landschafts- und Trailläufen. Sich in den Naturpark und Nationalpark Eifel locken zu lassen, dazu kann man aber leicht raten. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in der Eifel ist auffallend.

Er lief den Monschau-Marathon - sie lief den Monschau-Ultra Marathon. Das Stockholmer Paar Jonas Alfthan (100. in 3:54:51) und Diana Müssgens (10. in 5:43:26) Beide waren sie 5x dabei, beide haben sie schon gewonnen. Marion Braun (links) den 1. UM, Sandra Fätsch den 5. UM Da freut sich der TV Konzen und ihre Athleten: Eva Offermann und Markus Werker gewinnen den 40. Monschau-Marathon
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Die Region wird auch als Wanderparadies von immer mehr Menschen aus nah und fern entdeckt. Dabei locken Unterkünfte und Gastronomie noch mit sehr einladenden Preisen. Auch die Marathon-Teilnahme ist äußerst erschwinglich und das Leistungspaket dennoch umfangreich. Vom einzigartigen Erlebnis Monschau Marathon wird auch eine lange Reihe von Wiederholungstätern angezogen, die von weit über die Eifelregion hinaus kommend sich immer wieder gern dem verlässlichen Organisationsteam des TV Konzen anvertrauen.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.monschau-marathon.de
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